Opera: »IE abschalten ist nicht genug«

Dass Microsoft Anwendern bei Windows 7 die Wahl lässt, den Internet Explorer abzuschalten, findet der Opera-CEO grundsätzlich gut. Nur das Ausblenden des Browsers genügt ihm aber nicht.

Gestern gab Microsoft bekannt, dass diverse Programme und Funktionen in Windows 7 abzuschalten sein werden (siehe »Windows 7: Mediaplayer und IE zum Ausschalten«). Dass dieses Feature als Reaktion auf Druck der EU-Kommission eingeführt wurde, gibt Redmond offiziell nicht zu. Der norwegische Browser-Hersteller Opera hatte sich bereits im Dezember 2007 in Brüssel über Microsoft beschwert. »Im Namen aller Endkunden die es Leid sind, dass ein Monopolist für sie die Entscheidungen trifft«, hatte der Opera-CEO Jon von Tetzchner erklärt. Seitdem ermittelt die EU-Behörde, da die Bündelung von Betriebssystem und dem Browser Internet Explorer den Wettbewerb behindern könnte.

Opera-CEO Jon von TetzchnerOpera-CEO Jon von TetzchnerNach der Bekanntgabe der künftigen »Abschalt«-Funktion in Windows 7 hat Betanews nun bei von Tetzchner angefragt, was er von diesem Feature hält: Es geht ihm nicht weit genug. Schon bei seiner ersten Beschwerde wünschte sich Opera die Möglichkeit, bereits bei der Betriebssystem-Installation einen anderen Browser als den Internet Explorer wählen zu können. Dies ist aber nach dem heutigen Stand nicht so bei Windows 7: Der IE wird mitinstalliert, erst wenn das Betriebssystem läuft, ist der Browser auszublenden.

Zwar bezeichnet von Tetzchner Microsofts Schritt als »guten Weg«, doch die Marktanteile des Opera-Browsers wird dies in seinen Augen nicht erhöhen, aus einem einfachen Grund: Wer Windows 7 installiert, ist zunächst auf den IE angewiesen, um einen Alternativ-Browser aus dem Netz zu ziehen. Erst danach kann das Microsoft-Produkt abgeschaltet werden. Besser wäre, Anwender bereits vor der Windows-7-Installation zwischen unterschiedlichen Browsern wählen zu lassen. Von Tetzchner geht davon aus, dass Microsoft eine solche Option nicht in Windows 7 integrieren wird, sofern Redmond nicht dazu gezwungen wird.

Mehr zum Thema bei Tom's Hardware:
Erneut EU-Verfahren gegen Microsoft (19. Januar 2009)
Weg vom IE: Für Firmen »unrealistisch« (28. November 2008)
EU-Bußgeld: Microsoft zahlt nicht (13. Mai 2008)
Opera will Windows ohne Internet Explorer (13. Dezember 2007)

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44 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Hannes
    so ein quatsch, bei apple stört sich doch auch keine dran, dass safari auf den rechnern installiert ist. Wenn ich ein Betriebssystem installiere, dann erwarte ich auch, dass ich wichtige Programme, um filme und musik abzuspielen und ins internet zu kommen, mit dabei habe. Dass jedes Unternehmen da zuerst auf seine eigenen Programme zurück greift bevor es andere nimmt, das ist doch total klar und auch okay.
    Zitat:
    doch die Marktanteile des Opera-Browsers wird dies in seinen Augen nicht erhöhen
    und warum soll MS dafür zuständig sein?? da sind doch wohl ganz klar die Macher von Opera gefragt...
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  • nighti
    Soll Opera doch einfach ein eigenes Betriebssystem auf den Markt bringen, schliesslich ist keiner gezwungen Windows und IE zu benutzen.....
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  • st1age
    und abgesehen davon...wenn man bei den browsern anfängt und dort dann zig verschiedene mit anbietet, dann geht das bei jedem anderen programm, welches ms mit seinem os anbietet weiter und man erhält ein riesiges, aufgeblasenes os, es sei denn man macht es per internetinstallation, was aber wiederum ein komfortproblem mit sich bringen würde
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