Sind die Zeiten endgültig vorbei, in denen sich verschiedene Motherboards in ihrer Performance erheblich voneinander unterschieden? Zahlreiche Hersteller statteten ihre Motherboards zunächst mit zusätzlichen Komponenten wie Festplatten -Controller aus, um sich von der breiten Masse der Angebote abzugrenzen (ab 1999) . Dann waren individuelle Übertaktungsfähigkeiten gefragt; ergänzt wurde das ganze durch massive und teils kreativ geformte Kühlkörper aus Kupfer – alles nach dem Motto „viel hilft viel“.
Nun haben die Motherboard-Hersteller den Klimaschutz über die Verbesserung der Energieeffizienz ihrer Produkte für sich entdeckt – im Interesse der Umwelt. Wir halten dies für eine gute Idee, denn kein Produkt sollte mehr Leistung aufnehmen als unbedingt nötig. Allerdings konnten wir auch merkliche Unterschiede bei der Implementierung der Energiespar-Mechanismen sowie deren Auswirkung auf die Performance feststellen.
Green-IT als Retter in der Not?
2008 war das Jahr des „Green Computing“ - der Bestrebung, Informationstechnik, Umwelt und Ressourcen schonend zu gestalten. Die IT-Branche bediente sich der Farbe grün, die typischerweise mit Natur und Ökologie in Verbindung gebracht wird, um umweltfreundliche Produkte und Strategien zu kennzeichnen.
Allerdings werden Hersteller nicht über Nacht zu Umweltschützern, weil sie plötzlich ihre Liebe für die Umwelt entdecken, sondern schlichtweg, da mittlerweile in den Schlüsselmärkten entsprechende Gesetze und Vorschriften gelten. Zudem achten immer mehr Anwender auf die Leistungsaufnahme ihrer Geräte und kaufen gezielt „grüne“ Produkte. Lassen Sie sich nicht täuschen: Die Herstellung umweltfreundlicher Produkte ist eine betriebswirtschaftliche Entscheidung.
Die 2006 in Kraft getretene RoHS-Richtlinie der Europäischen Union beschränkt die „Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten“. Sie verlangt, dass Hersteller von Leiterplatten unter anderem auf die Verwendung von Blei, Quecksilber und Kadmium verzichten. Praktisch alle Motherboards sind heutzutage RoHS-konform. Die Herstellung solcher Produkte ist allerdings immer noch sehr ressourcenintensiv. Deshalb ist auch kein Hersteller von sich aus bereit, den genauen Bedarf an Wasser und Strom für die Fertigung eines Motherboards offenzulegen. Die Produkte sind zwar inzwischen bedeutend umweltfreundlicher geworden, die Produktion hingegen leider weniger. Auch hier gilt entsprechend: Ohne RoHS kein Umsatz!
Der nächste Schritt hin zu umweltfreundlicheren Computern liegt in der Verringerung der Leistungsaufnahme durch Minimierung der Energieverschwendung einzelner Komponenten; wie zum Beispiel bei Grafikkarten, Prozessoren und auch Motherboards, die sich im Leerlauf befinden. Denn jede Komponente, die Strom benötigt, hat ebenso das Potential, Energie zu sparen.
Energiespar-Techniken von Motherboards
Die einfachste Möglichkeit, die Leistungsaufnahme eines Motherboards zu senken, ist die Anzahl der elektrischen Komponenten zu begrenzen.
Jeder Firewire-Controller, jeder hochentwickelte Spannungsregler, jedes zusätzliche Speichermodul erhöht die Leistungsaufnahm ein zweierlei Hinsicht: Zum einen ist Energie für den Betrieb der Komponenten erforderlich, zum anderen steigt der absolute Gesamt-Leistungsverlust Ihres Netzteils.
Motherboard-Hersteller wirken der Leistungsaufnahme durch das dynamische An- und Ausschalten von Spannungsreglern entgegen: Die Verwendung aller 6–12 Spannungsregler für den Prozessor bietet zuverlässigere Energieversorgung bei hohen Strömen, während das Umstellen auf lediglich einenoder zwei Spannungsregler die Leistungsaufnahme in Leerlaufphasen verringert. Da solch eine Technologie einen Großteil des Marketings ausmacht, wollten wir wissen, ob und wie gut diese überhaupt funktionieren. Daher haben wir sechs verschiedene Motherboards von ASRock, Asus, Foxconn, Gigabyte sowie MSI getestet und überprüften, wer hinsichtlich Effizienz die Nase vorn hat. Einige der Produkte sind dabei keine selbsterklärten Energiesparer.
- Die Effizienz-Schlacht beginnt
- Effizienz-Testverfahren – Die Grundlagen
- ASRock P45R2000-WiFi: Ohne spezielle Energiespar-Funktion
- Asus P5Q Deluxe: EPU Stromspar-Funktion
- Asus P5Q-E: EPU Stromspar-Funktion
- Foxconn P45A-S: Ohne spezielle Energiespar-Funktionen
- Gigabyte EP45-DS3R (DES Power Saving)
- MSI P45 Diamond
- Test-Konfiguration, SYSmark 2007-Ergebnisse
- SYSmark 2007 Preview – Leistung und Performance pro Watt
- Leistungsmessungen
- Effizienz: Zusammenfassung
- Auswertung und Fazit
Gruß
Uwe Scheffel
Tom's Hardware
Nur verwirrt mich die die Aussage "Neues BIOS geflasht" und Asus P5Q Deluxe mit der BIOS Version 13xx. Die Neuste Version ist 17xx. 13xx ist die mitgelieferte Version. Wo habt ihr das BIOS überhaupt geladen?
Strom sparen ist gut. Man sollte aber nicht nut mit Sofware sparen sondern eben auch die Komponenten grundlegend stromsparend bauen.
p.s. wer unterbietet
Was allerdings zu erwarten war.
Dennoch meine ich, ein wichtiges Signal an die HW-Entwickler.
Was mich allerdings am meisten stört sind die vielen kleinen Tools und Helferlein die erst installiert werden müssen, um die Effizienzfunktionen überhaupt erst zum Leben zu erwecken.
Ich meine, diese Dinge muß das Board selbständig unabhängig vom Betriebsystem regeln und die Einstellungen müssen im BIOS (egal ob über die Konsole oder/und über OS-Tools) einstell- und kontrollierbar sein.
Das das EPU-6 Tool im Auto Modus u.U. sogar übertaktet und daher kaum stromsparend sein kann, sollte auch nicht verwundern...
Ist schon klar dass das nicht wirklich der Sinn eines effizienten PCs darstellt den grössten Prozessor reinzuhauen. Aber wenn man, wie viele andere auch, nur einen Rechner hat, und diesen sowohl zum Spielen als auch für "low-performance Applikationen" wie zum Beispiel surfen, oder Office verwendet würde mich doch interessieren ob ich denn jetzt wirklich zusätzlich Energie sparen kann mit diesen Mainboards.
Ansonsten wär das ja ein ziemlich dreckiger Marketinggag wenn man nicht annähernd die Werte erreichen kann die da in leuchtend bunten (nicht wirklich Umweltfreundlichen) Aufklebern vom der Packung strahlen...
@landthwmalgut: Sorry, aber für den Werbe-Aufwand, der betrieben wird, um zu suggerieren wie toll und einfach es sein soll muss das Ganze auf "AUTO" ohne Spielerei funktionieren! (Das kann man von Otto-Normal User auch nicht verlangen!)
Es bleiben für den energiebewussten Käufer Boards mit Intel P31 oder AMD 790GX-Chipsatz, die ja durch AM3 eine kleine Renassaince erleben. Mit Ihnen kann man Rechner mit < 40 Watt Idle-Leistung erreichen (Intel E5200 und AMD 4850e), wie hier in einigen Tests gezeigt. Solche Rechner sind gar nicht mal so langsam, und hoffentlich wird die "Energiesparwelle" fortgesetzt!
Da kann ich gleich mal Wahrsager spielen: Im März gibt es dann eine Vorstellung des Gigabyte EP45-UD3P. lach...
Nichts für ungut und liebe grüße asteriks
Nicht nur dass der Artikel, die BIOS Versionen sowie die Software relativ alt ist...
Wenn man es von einem modernen Standpunkt aus betrachtet, hat AMD in einem gewissen Punkt an Attraktivität verloren durch die s Prozessormodelle von Yorkfield.
Da wäre ein aktueller und dementsprechend auch darauf ausgerichteter Test sicherlich interessant.
Aber 850 W Netzteil ?! Radeon 4850 ?! Energiesparend ?! Ich möchte ein energieffizientes System.
Also wäre doch ne 4670 für Gelegenheitsspieler, ein max auf 500W begrenztes Netzteil, ein P45 Board, ein aktueller s Yorkdale Prozessor mit 65 W TDP und 4 GB Ram okay...
Beim Energiesparen ist zudem auch die Frage wieviel die anderen Komponenten ziehen... Wenn man sich anguggt dass allein schon bei Monitoren ein Unterschied von 10-15 W je nach Modell ist... Prost Mahlzeit :-)
Also irgendwie hinterlässt dieser Beitrag einen immer stärker werdenden Eindruck dass THG vom ehemals guten Magazin mittlerweile zum KLatsch und Tratsch geworden ist...
Schade. Sehr schade.
Aber auf jeden Fall ein guter Test - es scheint wieder bergauf mit thg zu gehen :-)
Was mich mal interessieren würde wäre, wie viel mehr Müll und Energieverbrauch bei der Produktion auf die Kappe dieser "Energy saver" gehen , wie viel also aufgewendet wird, um diese paar Prozent rauszukitzeln.
Auch bei Solar weiss kaum einer das es bisher noch kein Panel gibt, das selbst in der Wüste bei Lichteinfall von 24/7 nicht die Energie die die Herstellung des Panels gekostet hat, wieder einbringen kann xD
Aber es ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung das zu erforschen und den Leuten bekannt zu machen - in beiden Fällen.
greetz
ka0t
Eure Zusammenstellung von Komponenten ist völlig Realitätsfremd. Wer setzt denn einen 7200er auf sollche "Edelboards". Überhaupt reitet ihr auf dem E7200 herum als wäre es der Überprozesser schlecht hin... es nervt.
Ihr wolltet also ein einigermaßen energieeffizentes System zusammenstellen, welches trotzdem genug Power zu gamen hat? Vorausetzung sollte sein, dass das System möglichst wenig Leerlauf-Verbrauch hat. Nun, ich denke ihr als "Profis" solltet mal einen Artikel schreiben worauf es wirklich ankommt... Das diese EnergieSaver-bliblablub Geschichte fast nur holes Marketing-Geschwätz ist sollte, nach dem Streit zwischen Asus und Gigabyte wohl jedem klar sein ... und wenn ich die Kommentare hier so überfliege merkt man wie überascht die Community von dem Ergebnis ist.
Ich beschäftige mich seit ca. 3Jahren damit mein System möglichst Leistungsfähig zumachen, dabei allerdings eine möglichst geringen Idle Leistungsaufnahme zu realsieren. Mein Ziel war ein System das unter 100W Idle Aufnimmt. Mein Ergebnis:
Enermax Modu 82+ 525W
Gigabyte EP45-DS3R
Core 2 Quad Q9550 (E0)
4GB Team-Elite 800
nVidia GTX 285
2x WD5000AACS (RAID0)
D-Link DWA556 WLAN
X-Fi Extrem Music
LG-DVD-Brenner
7in1 FDD
Ich denke dass sollte wohl fürn Gaming-Sys aussreichen oder?
Wärend ich das hier schrieb schwankte die Leistungaufnahme zwischen 85 und 90W.
Ich verrate euch mal was: viel interesanter als diese "Energie-Save-Was auch immer Funktionen" sind die Deaktivierung nicht genutzer Features, der meist recht übigen ausgestatten Mainboards... und wie diese vom jeweiligen Hersteller realisiert wird. Wenn ich bei meinem Gigabyte die Netzwerk-Kontroller deaktiver sind die wirklich abgeschaltet... das macht sich mit 5-10W bemerkbar. Die Abschaltung der ohnehin fast nie genutzen Serial und Parallel-Ports bringen nochmal 5-10W. Bei nem Kollegen (Asus)dagegen zuckt sich gar nix vom Verbrauch, wenn man die Netzwerkkontroller usw. abschaltet. Bei Asus werden die also nur "Software-mässig" ausgeschaltet, bei Gigabyte anscheinten sogar elektrisch abgeschaltet. Hier wäre ein Vergleich mal viel interesanter.
Aber dennoch zeigt der Test ja, dass die von den HErstellern so angepiesenen Stromsparfunktionen eher Luftnummern sind.
Zum Vergleich: Ich habe einen auf 3,6Ghz übertakteten E8400 auf einem Gigabyte P35-DS3 mit 4x1024D DDR2-1000, eine im Windowsbetrieb untertaktete 9800gtx+ und ein Seasonic S12-II 430 ->
ohne Stromsparfunktion:
Mit OC: 106W Idle & 155W unter Last (ohne 3d oder Spiele!
Ohne OC und mit allen Stromsparfunktionen: 98 W und 143 W unter Last ! Da stellt sich mir die Frage gar nicht ob ich diese aktivier oder nicht!
Das hinter all dem Green-IT Marketing steckt ist klar.
Bitte keine Test mehr mit Niveau und Anspruch kleiner/gleich Bild-Zeitung!