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Poltergeist: Ist der Pentium III 1.13 GHz instabil?

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Eigentlich wollte AMD den Athlon 1,1 GHz offiziell am 28. August vorstellen. Doch daraus wurde nichts. Obwohl AMD Testmuster der 1,1-GHz-CPUs an einzelne Computer-Redaktionen versandt hatte, poltert Intel bei uns mit seinem Pentium III 1,13 GHz zur Tür herein und macht AMD einen Strich durch die Rechnung. "Nicht noch einmal!" scheint das Motto bei Chipzilla zu heißen. Intel hat von der Produktvorstellung seitens AMD Wind bekommen und zieht sein Veröffentlichungsdatum einfach vor. Ob die CPU auch in ausreichenden Stückzahlen für jedermann verfügbar ist, interessiert Intel nicht. Hauptsache, man ist im Gigahertz-Rennen wieder Erster - zumindest auf dem Papier. Da der Coup am 28. August für AMD nun geplatzt ist, musste AMD vorgestern zwangsläufig mit einer Pressemitteilung reagieren. Demnach ist der Athlon 1,1 GHz und der Pentium III 1,13GHz de facto zum gleichen Zeitpunkt gelauncht. Immerhin will AMD den neuen Athlon ab Ende August in ausreichenden Stückzahlen auf den Markt bringen. Intels Geister-CPU, der Pentium III 1,13 GHz, ist nur für den OEM-Markt bestimmt.

IBM wird sich sicherlich über das Imponiergehabe beider CPU-Hersteller wundern. Doch eigentlich liegen die Wurzeln des Anbieters von "Solutions for a Small Planet" wohl eher beim Big Blue selbst. Vor langer, langer Zeit entschloss sich die IBM, ihre PCs mit Intels nicht ganz ausgegorenen 8086-Prozessoren auszustatten, obwohl damals die 68000er CPUs von Motorola technisch überlegen waren. Ehe sich IBM umsah, war der kleine blaue Planet mit mittelprächtigen x86-Prozessoren von Intel überschwemmt. Zudem legte man somit den Grundstein für Microsofts Betriebssysteme, den Internet Explorer und die Office-Applikationen. Diese beiden Firmen erlangten größeren Ruhm als die IBM. Die neuen Machthaber nutzten sogleich ihre Marktposition für ihre nicht ganz konformen Geschäftspraktiken aus. Vielleicht sehnt sich IBM nach einer Zeitmaschine, mit der man alle Fehler aus der vergangenen Zeit wieder ausbügeln könnte.

Mittlerweile geben sich Microsoft und die Kartellbehörden ein amüsantes Armdrücken. Intel sieht sich nun dem zähen Nebenbuhler AMD gegenüber, seitdem es den Athlon gibt. Den größten Prestigeschaden musste Intel im Frühjahr 2000 hinnehmen, als AMD den ersten x86-Prozessor vorstellte, der mit 1 GHz = 1000 MHz Taktfrequenz lief. Kurzerhand holte Intel zwei Tage später zum Gegenschlag aus und stellte "offiziell" seinen 1-GHz-Pentium III vor. Die Fertigungsausbeute dieser CPU war dermaßen überwältigend, dass nicht einmal die Presse mit Testexemplaren beliefert werden konnte. Heute, vier Monate später, findet kaum ein Interessent diese CPU auf dem Retailmarkt. Intel macht einen weiteren klugen Schachzug und stellt nun seinen Pentium III 1,133 GHz vor.

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