Der Begriff „Übertakten“ (oder Overclocking) bezeichnet verschiedene Methoden, um PC-Komponenten schneller laufen zu lassen, als ursprünglich vom Hersteller vorgesehen. Lange Zeit galt dies als Domäne der absoluten Bastel-Freaks und der Lötkolben-Fraktion. Heute wird Übertakten im Allgemeinen als legitime und manchmal auch als einzige Möglichkeit angesehen, das Optimum aus dem eigenen System herauszuholen. Da sich Grafikkarten und Arbeitsspeicher in einem flotten Tempo weiterentwickeln, wird die CPU nach und nach zum zweitgrößten Flaschenhals in vielen High-End-Systemen.
Wenn also selbst die Enthusiasten mit der topaktuellen Hardware sich schon der Ehre halber dazu verpflichtet fühlen, ihr System zu übertakten, um höhere Benchmarkwerte zu bekommen, müssen die vergleichsweise „lahmen“ Mittelklassekomponenten ihren weniger gut betuchten Besitzern wohl Tränen der Verzweiflung in die Augen treiben. Da sich die meisten Käufer schlicht die beste und schnellste Hardware nicht leisten können, entstammt der Großteil der Overclocker dem preiswerteren Mainstream-Segment, das die Mittelklasse abdeckt.
Damit haben wir auch schon die zwei Gruppen beschrieben, die aus einer empfundenen Notwendigkeit heraus übertakten: Diejenigen, die mehr Leistung benötigen, als der Markt ansonsten hergibt, und die, die mehr Leistung brauchen, als sie bezahlen können.
Bei Tom’s Hardware haben wir oft genug Gelegenheit, die neuesten High-End-Komponenten zu testen und zu übertakten. Heute wollen wir uns aber auf nur vier Prozessoren konzentrieren, die für die große Mehrheit unserer Leser erschwinglich sein sollten: AMDs Phenom II X2 und X4, Intels Pentium Dual-Core sowie ein Core 2 Quad der Einstiegsklasse. Wir nehmen folgende Kandidaten in den Parcour:
- Phenom II X2 550
- AMD Phenom II X4 955
- Intel Pentium E5200
- Intel Core 2 Quad Q8200
Risikominimierung
Einerseits wäre es mehr als fahrlässig, an dieser Stelle nicht darauf hinzuweisen, dass Übertakten auch eine hervorragende Möglichkeit ist, Datenverlust zu provozieren. Andererseits ist es aber auch so, dass viele der Redakteure bei Tom’s Hardware bei ihren Arbeitsrechnern ein wenig an der Taktschraube gedreht haben. Wichtig ist auf jeden Fall, dass man seine Daten regelmäßig sichert – egal ob das System übertaktet ist oder mit Standard-Einstellungen läuft.
Zwei Faktoren sind beim Overclocking wichtig: Stabilität und Langlebigkeit der Komponenten. Doch will man das Erste erzielen, setzt man womöglich das Zweite aufs Spiel. Früher oder später gibt jede Komponente den Geist auf, aber sie außerhalb ihrer Spezifikation zu betreiben ist einer der schnellsten Wege, ihre Lebensdauer zu verkürzen. In der Elektronik ist der größte Faktor bei der Alterung von Komponenten die Elektromigration. Dieses Phänomen beschreibt einen Vorgang, bei dem durch einen elektrischen Strom Ionen langsam von einer Struktur zu einer benachbarten Struktur transportiert werden. Dazu tragen Faktoren wie erhöhte Hitze und Spannung bei, wobei die Grenzwerte sich bei verschiedenen Materialien, Fertigungstechniken und unterschiedlich hoch angesetzter Lebensdauer unterscheiden. Zu hohe Spannungen können den Leiterbahnen in Prozessor und Mainboard also schaden.
Andererseits verbessert eine erhöhte Spannung auch die Signalübertragung zwischen den Komponenten und verringert gleichzeitig Störungen, die durch erhöhte Taktraten auftreten können, was wiederum den Übertaktungsspielraum erhöht. Bei den Stabilitätstests werden wir bei jedem unserer vier Übertaktungskandidaten darauf eingehen, welche Spannung wir jeweils gewählt haben, welche Temperatur wir als vertretbaren Grenzwert ansehen und wie sich die Kombination auf die erwartete Lebensdauer auswirkt.
- Übertakten? Wieso eigentlich?
- Vokabelstunde
- Am Anfang steht die Hardware
- Immer schön cool bleiben
- Weitere Komponenten
- Kandidat 1: AMD Phenom II X2 550
- Phenom II X2 550: O/C-Performance und Effizienz
- Kandidat 2: AMD Phenom II X4 955
- Phenom II X4 955: O/C-Performance und Effizienz
- Kandidat 3: Intel Pentium E5200
- Pentium E5200: O/C-Performance und Effizienz
- Kandidat 4: Intel Core 2 Quad Q8200
- Core 2 Quad: Q8200 O/C-Performance und Effizienz
- Empfehlungen

Mir fehlt nur ein wenig die Vorsicht, die bei den Intel-CPUs angewendet wurde im Bereich der AMD CPUs. Die werden bis zum Maximum der Spannung getrieben ohne dabei die Haltbarkeit zu beachten. Bei den Intel CPUs wird gleich gesagt, daß sie es nicht könnten. An dieser Stelle wäre es nicht falsch gleich darauf zu verweisen, daß das Maximum der Spannung zu starken Verschleißerscheinungen führen kann.
3857 MHz ergibt gerundet auf eine Nachkommastelle 3,9 GHz.
Interessanter Weise komme ich bei 19 x 202 aber auch auf 3838 MHz. 3857 entspräche 203 MHz. Wurde im Artikel der falsche Multiplikator angegeben (Tippfehler) oder ist das eine falsche Anzeige? (202 MHz eingestellt - MB taktet tatsächlich mit 203 MHz)
Beides ist möglich.
Seite 9: "Sandra Memory Bandwidth"
Hier wurde anscheinend vergessen den Text ins Deutsche zu übersetzen.
Gruß....
der is ja zur zeit der preis leistungs burner
danke für die Hinweise. Ist jetzt korrigiert.
Gruß
Uwe Scheffel
Tom's Hardware
300 MB, 10.000 U/Min., 16 MB Cache
Geil
Vollkommen nutzloser Kommentar
Er meint einen Tippfehler: MB anstelle von GB.
Dass das nicht "08-15" Komponenten sind, die man als normaler Schrauber daheim liegen hat, ist richtig. Aber bis auf das RAM spielen die weiteren Komponenten bei der CPU-Performance, die hier gemessen wurde, keine Rolle. Soll heißen: Mit einem preiswerten aber stabilen Netzteil, einem günstigen aber OC-fähigen Netzteil und einem brauchbaren Kühler kann man schon eine Menge aus seiner CPU rausholen. Das zu zeigen galt es in diesem Bericht.
Ich bin auch der Meinung, dass das Mainboard einerseits zu teuer ist (bis auf 3 Gramm Plastik für die Wasserkühlung ist es praktisch identisch mit dem 70 € billigeren Platinum Board) und andererseits für das ausgewählte Setup ungeeignet, dieses hat folgende Gründe:
1. Die Kühlung
Das man die CPU mit einer Luftkühlung übertaktet finde ich voll o.k., solange man die Temperatur im Auge behält. Das man für den OC-Test aber ein Mainboard verwendet, dass für Wasserkühlung und nicht für Luftkühlung ausgelegt ist, ist allerdings schlecht.
Der Northbridge-Kühler ist viel zu klein (auch wenn mit Heatpipes angebunden) und ist obendrein noch mit Plexiglas (für die Wasserkühlung) gekapselt, Plexiglas hat einen Wärmeleitwert von 0,19 W/mK und liegt deshalb um den Faktor 2060 unterhalb von Kupfer.
Im Handbuch schweigt sich MSI aus, ob man das Mainboard nur mit Luftkühlung betreiben darf und auf den Kommentar eines Moderators im MSI-Forum zu diesem Thema, gebe ich prinzipiell gar nichts.
2. Mainboard Design
Damit meine ich nicht das Aussehen, obwohl ich auch da meckern kann, die Soundkarte ist zwar ganz nett, eine Onboard Lösung hätte aber auch keinen gestört und die zusätzlichen USB-Anschlüsse an der Backplate sehen aus wie hingebastelt.
Was ich eigentlich meine ist (was einem OC-Profi auch gleich ins Auge springt), dass um den CPU-Sockel nur sechs Drossel-Spulen sind, was auf eine sechs Fasen-Spannungsregelung hindeutet.
Dieses ist etwas wenig für ein Mobo das 175 € (Alternate) kostet, mein P5Q Deluxe hat 16 Fasen und kostet 30 € weniger. Für einen Core2Duo mit Standard Takt mag das noch angehen, für eine Quad-Core CPU zum Overclocken ist das ein absolutes NoGo,
an Kondensatoren hat man auch gespart, es kann sein, dass das Mainboard mit dem Regeln nicht nachkommt und sich der Prozessor deswegen verrechnet, an den Spannungen in CPU-Z oder Everest kann man sowas natürlich nicht ablesen, ich glaube da wäre sogar mein Oszilloskop nicht gut genug.
Auch sonst haben sich in den Bericht einige Fehler eingeschlichen, damit meine ich nicht die vielen Schreibfehler, wie z.B.: dass das MSI P45 Diamond einen LGA-1366 Sockel haben soll, es ist nämlich ein LGA-775 Sockel und das BIOS 1.5 ist nicht vom 10/10/2009 sondern vom 10/10/2008.
Ich will keine Haare spalten, was ich meine ist eher die unprofessionelle Vorgehensweise, einfach alle Spannungen hochzusetzen weil man glaubt das irgendwo "recherchiert" zu haben.
Im speziellen meine ich damit die Vorgehensweise beim Q8200, wo es mich nicht wundert das man den nicht höher takten konnte (ich bin mir 100% sicher, bei mir würde er locker einen FSB 400 schaffen) und das hat folgende Gründe:
Man sollte beim erhöhen der Spannungen bei den Standard Werten anfangen, denn zu hohe Spannungen können ein System auch instabil machen.
Generell sollte darauf geachtet werden, dass die MCH Voltage beim erhöhen der Spannung, nicht über der VTT Spannung liegt, dies mag gut gehen, muss es aber nicht (denn wer gegen den Wind schifft, braucht sich nicht über nasse Füße wundern).
Was bei dem Test des Q8200 total außer Acht gelassen wurde, ist die Tatsache, dass sich durch Erhöhung des FSB und der unnötig hohen VTT Spannung, die Eingriffsgrenzen der GTL Schaltung ändern, die den High- und den Low-Level bestimmen (für die Logische "eins" oder "null").
Es ist ein Irrglaube das eine Spannungserhöhung der VTT, ausschließlich Auswirkungen auf den Front-Side-Bus hat. Und ein "Allheilmittel" für FSB-Instabilitäten ist sie auch dann nicht, wenn sich bei massiver Erhöhung scheinbar weniger Fehler zeigen!
Beim Q8200 Overclocking hat man offensichtlich die MCH-Spannung auf Auto gelassen (wie die Screenshots verraten), was ein absolut tödlicher Fehler ist und tödlich meine ich im wahrsten Sinne des Wortes für die Northbridge.
Ich habe mir selbst schon ein Asus P5B Deluxe zerschossen weil ich beim COen diese Spannung auf Auto gelassen habe, beim Ersatzboard habe ich direkt an den Spannungsreglern für die NB (MCH)-Spannung nachgemessen, es waren 1,77V statt der Standard 1,25V, dass ist weit jenseits der Spec.
Es hat eine ganze Weile gedauert bevor sich das P5B verabschiedet hat, ich hatte davor auch Probleme den Rechner stabil zu übertakten, weil die NB schlicht überhitzt war ohne das ich das gemerkt habe, wie auch, sie hat keinen Sensor.
Es hätte übrigens auch sein können dass das THG-System bei FSB 400 wieder stabil läuft.
Solch ein Phänomen habe ich bei meinem aktuellen Asus P5Q Deluxe, hier habe ich Instabilitäten ab einem FSB von 465 MHz, die plötzlich weg sind wenn man auf über 500 MHz FSB geht, dies hat mit den Chip internen Timings zutun (auf die man im Bios keinen Einfluss hat) die ab bestimmten Bustakten umgeschalten werden, diese können von Mainboard zu Mainboard unterschiedlich sein.
Besonders krass ist z.B. der Leistungseinbruch beim Asus P5B Deluxe Mainboard, wenn man die FSB 400 MHz Marke überschreitet, dieses konnte ich beim P5Q nicht beobachten.
So, und jetzt möchte ich sogar soweit gehen zu behaupten, dass Intel bisher keine Core2 CPU, gleich welcher Familie, ausgeliefert hat, die einen FSB von 400 MHz nicht verkraftet.
Das der FSB einer Quad-CPU etwas empfindlicher als der einer Duo-CPU ist, stimmt zwar, auf die Erreichung eines FSB bis sagen wir 450 MHz und auf die dafür benötigten VTT-Spannung, hat das aber kaum Auswirkungen, denn in den Intel Spezifikationen sind die Toleranzgrenzen für Beide absolut identisch.
Overclocking Ergebnisse findet man hier zuhauf, die meine These unterstützen.
Ich beschäftige mich schon seid dem C64 und dem Amiga mit Overclocking und kann heute nur den Kopf schütteln, wenn andere in Foren über zulässige CPU- und Chipsatz-Spannungen rätseln, wo man doch bei Intel alle Prozessor- und Chipsatz-Spezifikationen auf dem Tablett serviert bekommt.
Wahrscheinlich bin ich der einzige Overclocker der sich mal eine Spec anschaut, zugegeben es dauert etwas bis man sich in den 102 Seiten der Core2Duo oder den 603 Seiten der Spezifikation eines Serie 4 Chipsatzes (z.B. P45) zurecht findet, aber man erhält wenigstens verlässliche Informationen, denn wer sollte es besser wissen wie ein Prozessor funktioniert, wenn nicht der Hersteller.