Premiere tauscht Smartcards: Zwang für Abonnenten

Es ist soweit: Abonnenten erhalten von Premiere ein Schreiben, in dem der Tausch der Zugangskarten - Smartcards - angekündigt wird. Im Vorfeld erfolgt ein Software-Update des Pay-TV-Empfängers, um die neue Verschlüsselung VDS überhaupt erst zu ermöglichen. In dem von Premiere verschickten Schreiben heißt es, dass nur in einigen Fällen ein Software-Update des Empfängers notwendig ist. Ist das der Fall, wird am Fernseher der "Hinweis 391" eingeblendet - allerdings nur beim Empfang des Premiere-Programms.

Premiere bereitet seine Abonnenten auf den Smartcard-Tausch vor

Da es eine ganze Reihe an verbreiteten Receivern gibt, die sich nicht ohne weiteres zum Empfang von VDS-Verschlüsselung fit machen lassen, könnte einigen Abonnenten der schwarze Bildschirm drohen. Neben dem eigentlichen Schreiben erhalten Kunden das Beiblatt "Wissenswertes zum Smartcard-Tausch". Doch bis zur vollständigen Umstellung auf NDS werden noch ein paar Tage vergehen. Deshalb werden während der Umstellungsphase beide Verschlüsselungsverfahren parallel gesendet. Auch eine erweiterte Nagravisions-Variante für ältere Empfänger ist im Gespräch.

Mit dem Wechsel zu Videoguard NDS verspricht sich Premiere eine höhere Sicherheit gegenüber Schwarzsehern. Derzeit setzt der Pay-TV-Anbieter noch auf den vergleichsweise leicht zu knackenden Algorithmus von Nagravision. In letzter Zeit erschweren jedoch häufige - fast tägliche - Schlüsselwechsel das Leben der Cracker.

Weit verbreitet, veraltet und dennoch NDS-tauglich: Humax PR-HD1000

Kritisch dürfte es für Premiere-Abonnenten werden, die bisher das TV-Programm am PC genutzt haben - siehe Artikel HDTV-Werkstatt: Sat-Anlage umrüsten. Die Schnittstelle für Smartcards wird dort über ein CI (Common interface) hergestellt, welches prinzipiell die größte Flexibilität bei verschiedenen Verschlüsselungsverfahren bietet. Nach den Angaben von Premiere, wird Videoguard NDS nur über den Nachfolger CI+ entschlüsselbar sein.

Kürzere Wege: Der Entwickler von Nagravision, die Kudelski Nagra Group, hat ihren Sitz in der Schweiz am Genfer See. Die neue Niederlassung von NDS Videoguard ist in München/Unterföhring, wie auch der Firmensitz von Premiere.

Folgende Empfänger sind laut Premiere heute schon VDS-fähig:

  • Humax PR-Fox
  • Humax NA-Fox
  • Humax PDR-9700
  • Humax PR-HD1000
  • Imperial PNS
  • Philips DSR 2010
  • Philips DSR 2011
  • Premiere Interaktiv-Receiver Philips DIS2221
  • Premiere Interaktiv-Receiver Thomson DSI12PRE
  • Technisat Digit PR-S
  • Technisat Digital PR-S
  • Telestar Diginova 2PNS

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15 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Defragg
    Gut so, schiebt den Schwarzsehern ruhig den Riegel vor.

    Mehr Kunden wird es zwar dennoch nicht geben, also keine Massen zumindest. Irgendwelche Fussball-Junkies evtl., solange Premiere ihre bekloppte Preisgestaltung und Paketzusammenstellung nicht ändert, ist und bleibt es uninteressant für mich.
    Und nein, ich gucke nicht "schwarz", verfolge das Thema nur seit Jahren. Ich war mal Kunde :-)

    Gruss
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  • Anonymous
    --In letzter Zeit erschweren jedoch häufige - fast tägliche - Schlüsselwechsel das Leben der Cracker.--

    Sehr witzig, die letzten paar Monate war nicht einer!
    -1
  • Anonymous
    Kann eigentlich eine Kunde der deswegen das Gerät wechseln müsste dies aber aus Kostengründen nicht will, wenigstens bei Premiere fristlos kündigen da sich die Bedingungen geändert haben?
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