Adaptec gegen LSI: SAS-RAID-Controller mit PCIe 3.0 im Test

Drei SAS-RAID-Controller treten zum Vergleichstest an, der eine neue Runde im Duell zwischen Adaptec und LSI einläutet. Wie die Benchmarks zeigen, ist es dieses Mal ein knappes Kopf-an-Kopf-Rennen.

Wenn ein RAID-System die höchste Leistung abliefern soll, geht das nur mit einem entsprechend performanten Hardware-Unterbau. Als Herzstück sollte dort ein möglichst schneller Controller sitzen, idealerweise mit PCI-Express-Interface nach 3.0-Standard und reichlich Anschlüssen für SATA/SAS-Laufwerke bestückt, damit sowohl bei Bandbreite als auch RAID-Level keine Flaschenhälse aufkommen. Mindestens genauso wichtig sind weitere Faktoren wie die Schnittstellen-Bandbreite, die interne Kommunikation der einzelnen Komponenten untereinander, die Konfigurationsmöglichkeiten per Software und nicht zuletzt die verwendeten RAID-Laufwerke, wobei für maximale Leistung eigentlich nur Enterprise-Festplatten oder SSDs in Frage kommen. Sollen IOPS die erste Geige spielen, führt ohnehin kein Weg an den Flash-Laufwerken vorbei. Wer professionelle RAID-Controller einsetzt, landet aber beileibe nicht immer bei SATA, sondern kann je nach vorhandener Speicherinfrastruktur mit den seriellen Schnittstellenkollegen Serial Attached SCSI (SAS) oder Fibre Channel (FC) unter Umständen deutlich besser fahren.

Unsere drei an den Serverbereich ausgerichteten Testkandidaten Adaptec RAID 72405, LSI MegaRAID SAS 9271-8i und LSI Nytro MegaRAID NMR 8110-4i erfüllen auf dem Papier allesamt den Anspruch sehr schneller RAID-Controller: Als Schnittstelle nutzen sie jeweils ein x8 PCI Express-Interface nach 3.0-Standard, das theoretisch eine Datenrate von 7877 MB/s ermöglicht und damit fast doppelt so viele Bits und Bytes über den Bus schicken kann wie mit 8 Lanes ausgestattete PCIe 2.0-Controller. Hinzu kommt eine SAS/SATA-Bandbreite von 6 Gb/s pro Port, was speziell für SSDs einen Flaschenhals aus der Welt schafft, weil SATA 3 Gb/s einzelne schnelle Flash-Laufwerke mittlerweile schon ausbremst. Das gilt natürlich erst recht, wenn wie im Fall der RAID-Controller mehrere SSDs zusammengeschlossen werden: Ohne Expander passen vier Laufwerke an den LSI Nytro MegaRAID NMR 8110-4i, acht an den LSI MegaRAID SAS 9271-8i und der Adaptec RAID 72405 bietet sogar 24 interne Ports.

3x Integrierter Lese- und Schreibcache

Alle drei Testkandidaten bieten die Möglichkeit, einen Cache hinzuzuschalten, der sowohl Schreib- als auch Lesevorgänge beschleunigen kann. Beim LSI MegaRAID SAS 9271-8i lässt sich diese Funktion mit der CacheCade-Software freischalten. Dafür muss man allerdings extra bezahlen und benötigt obendrein ein oder mehrere Caching-Laufwerke, idealerweise SSDs, die entsprechenden einen oder mehrere Controller-Ports belegen. Auf genau die gleiche Weise läuft das Zusatz-Caching beim Adaptec RAID 72405 ab, wobei sich die Caching-Funktion dort maxCache nennt. Lediglich für den LSI Nytro MegaRAID NMR 8110-4i braucht man für den schnellen Zwischenspeicher keine zusätzlichen SSDs, weil bereits zwei Flash-Laufwerke je 100 GB fest auf diesem Controller integriert sind, wodurch auch keine Ports reserviert werden müssen.

Noch ein Wort zum Adaptec RAID 72405: Wer auf der Webseite des Herstellers nachschaut, erkennt schnell, dass Adaptec diesen Controller gar nicht mit der maxCache-Funktion anbietet, denn der schnelle Zwischenspeicher lässt sich nur bei Produkten der Series 7Q zuschalten. Unser Testexemplar aus der Series 7 unterstützt sie aber trotzdem – bei dieser Karte handelt es sich um ein Unikat, eine RAID 72405 samt angehängtem „Q“, die es so nicht zu kaufen geben wird. Abgesehen von der Caching-Performance leisten unsere „72405Q“ und die reguläre Adaptec RAID 72405 laut Hersteller jedoch exakt das Gleiche, weshalb wir sie letztlich so in den Test aufgenommen haben.

Welche Performance lässt sich mit dem Gespann aus x8 PCIe 3.0-Schnittstelle und SAS/SATA 6 GB/s-Ports herausholen? Und ist LSI wie schon im letzten Test von SAS-RAID-Controllern auch dieses Mal schneller als Adaptec? Wie viele IOPS lassen sich herausholen, wenn 16 SSDs am Adaptec RAID 72405 im RAID-0-Verbund laufen? Die Antworten liefert unser Praxistest.

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2 Kommentare
    Dein Kommentar
  • derGhostrider
    Quote:
    Außer Konkurrenz hier die Benchmarks-Resultate, wenn man 16 der Test-SSDs am Adaptec RAID 72405 anschließt und als RAID 0 konfiguriert.
    Jo, bei 4k-Reads ist der Controller trotzdem nicht vorn...

    Ich würde es mal so formulieren: LSI muß etwas bei den sequentiellen Schreibvorgängen nachbessern, dann ist das Ergebnis wieder eindeutig.
    Zumal LSI doch eigentlich eh erste Wahl ist.

    Bleibt fast nur eine Frage:
    Lohnt es sich überhaupt Controller + 8x Enterprise SSDs zu kaufen, oder wäre dann eine Karte von FusionIO (IODrive Octal, etc) vielleicht sogar schon schneller und trotzdem im gleichen Preisbereich?
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  • gillian
    Leider bietet LSI nichts für 16 SSDs an.

    Hmm das Octal kostet 100K Dollar, ein Raid könnte also doch etwas günstiger sein! ;-)
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