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64 Bit: Benchmarks mit 4 bis 16 GB

Hubraum statt Spoiler - Lohnen sich 8 und mehr GB RAM?
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Teil 1- Gaming

Fakt ist, dass vor allem ältere single-threaded 32-Bit-Anwendungen kaum vom extremen RAM-Ausbau profitieren, solange Benchmarks exklusiv als einzige Applikation ausgeführt werden. Wir wissen anhand früherer Benchmarks und Artikel auch, dass 32-Bit-Spiele in einer 64-Bit-Umgebung kaum oder gar auf direktem Wege nicht von RAM-Ausbauten oberhalb 4 GB profitieren, solange man dies einfach in reinen Frames pro Sekunde ausdrücken möchte. Es gilt auch hier die Regel, dass eine Beschleunigung nur auftritt, wenn (a) weniger bzw. schneller ausgelagert werden kann bzw. (b) das Schreiben der temporären Dateien enorm schneller abläuft. Womit wir wieder bei der bereits im 32-Bit-Abschnitt erläuterten Problematik wären. Mit Hilfe einer RAM-Disk ließen sich die Ladezeiten extrem verkürzen, auf die eigentlichen fps hätte es kaum Auswirkungen. Auch das Verfügen der Grafikkarte über mehr allozierbaren zusätzlichen Speicher tritt eher als subjektiv wahrnehmbare Komponente auf. Bedauerlicherweise ist eine subjektiv spürbare Beschleunigung nicht in Zahlen darstellbar. Trotz allem testen wir erneut die ausgewählten Spiele. Wir setzen wiederum die gemessenen Werte der Spiele bei 4 GB als 100%-Marke und rechnen danach die einzelnen Werte bei höherem Speicherausbau zum besseren Gesamtvergleich prozentual um:

Soweit, so ärgerlich. Außer dem 64-Bit-Clienten von Half Life 2 mit installiertem Bombast-Mod profitiert kaum eine Anwendung direkt in fps  von mehr RAM. Lediglich GTA IV gewinnt durch die höhere Zuweisung an RAM für die Grafikkartennutzung und es kann die Rate der Darstellungsfehler sichtbar reduziert werden. Einzig die Ladezeiten könnten noch wirksam verkürzt werden, würde man das Temporärverzeichnis in eine RAM-Disk auslagern. Hier wird man aber abwägen müssen, was sinnvoller ist: das gesamte System gleich auf eine SSD zu verfrachten oder eben eine RAM-Disk anzulegen, was aber mindestens 12 GB RAM voraussetzt, um sinnvoll zu bleiben.

Teil 2 - Produktivanwendungen

Auch hier erwarteten wir nur dann Steigerungen, wenn die gemessenen Programme auch wirklich in der Lage sind, so viel Speicher zu allozieren und vor allem auch zu benötigen. Dann erst greift der "Swap-Effekt", den man aber, wie bereits geschildert, auch mit einer SSD abmildern kann. Wir erwarten also nur dann einen Performance-Sprung, wenn auch wirklich annähernd so viel RAM benötigt wird, wie installiert ist. Im Folgenden zwei Beispiele mit messbaren, wenn auch nur kleinen Verbesserungen:

Synthetische Benchmarks bringen bisher keinen nennenswerten Leistungsvorteil zum Ausdruck, wir haben deshalb auf die Erstellung weiterer Charts mit identischen Balken verzichtet, weil es bereits auch aus unserem Haus schon genügend Erhebungen dieser Art gibt. Fakt ist, dass eine gut dimensionierte RAM-Disk mehr Performance bringt, als das bloße Vorhandensein eingebauten Speichers oberhalb einer Mindestgrenze. Wir verweisen deshalb auch an dieser Stelle auf die Ergebnisse in unserem 32-Bit-Benchmark. Die Aussagen gelten nämlich in gleichem Maße auch für die 64-Bit-Äquivalente. Trotz allem würden wir im Hinblick auf die Usability eines Systems mit mehr als nur einer laufenden Anwendung ebenfalls auf eine Mindestgröße von 8 GB hin orientieren, auch wenn hier der Faktor Grafikkarte nicht so schwer ins Gewicht fällt. 6 GB sind eine Art Zwischenlösung, die man auf Triple-Channel-Systemen als Mindestkonfiguration durchaus noch akzeptieren kann.

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Beispiel: Notebook, Festplatte, Speicher

Alle 107 Kommentare anzeigen.
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  • Haribo_74 , 1. November 2010 08:53
    Das ist ja mal ein schöner informativer Test. Vielen Dank. Werde mich mal dann nach mehr Speicher umschauen :D 
  • FormatC , 1. November 2010 09:04
    Machma :) 
  • Nicht ich , 1. November 2010 09:05
    Hehe, wusste doch, dass die 8 GB sinnvoll sind, die ich mir vor 2 Jahren gegönnt habe :D 
  • noskill , 1. November 2010 09:10
    Kann ich nicht nachvollziehen!
    Ich habe keine SWAP unter meinem Spielewindows und die 4GB RAM habe ich noch nie ansatzweise voll bekommen.
    Ich würde davon abraten, wegen dem Test hier jetzt den RAM aufzurüsten, es sei denn man holt sowieso einen neuen Rechner.
  • goch , 1. November 2010 09:20
    Für mich persönlich ist die THG Seite durch FormatCs informative Berichte und Tests sehr viel lesenswerter und interessanter geworden.

    Super Bericht!
  • Anonymous , 1. November 2010 09:26
    Wer mit CAD arbeitet sollte schon genug RAM (8Gb und mehr) zur Verfügung haben. Auch das arbeiten mit dem virtuellen PC so ca. 6Gb.
    Videoschnitt Programme ebenfalls mit 8Gb und mehr.
  • FormatC , 1. November 2010 09:39
    @noskill:
    Schau mal lieber in den Abschnitt mit den Grafikkarten, das ist für mich aus Spielersicht das wichtigste Argument überhaupt. Bei Fallout New Vegas mit HD-Texturmod sind die 4GB Grafikspeicher total zugebumst. Aber wen(n) Texturenmatsch und Aufplopperei nicht stören... ;) 

    Und noch was:
    Ab Vista / Windows 7 kannst Du das Swapfile deaktivieren wie Du willst - wenn der physikalische Speicher ausgeht, schafft sich das System eine eigene Notlösung mit mehr virtuellem Speicher. Du glaubst nur, kein Swapfile zu haben. Diesen Effekt umgehst Du nur mit mehr RAM :) 
  • noskill , 1. November 2010 09:44
    @FormatC

    Das ist nicht korrekt, da es ein Kollege von mir geschafft hat bei einem Win7 mit deaktiverter SWAP beim Buteforcen den RAM so zuzuladen, dass das System eingefroren ist.
  • FormatC , 1. November 2010 10:04
    Das System ist eingefroren, aber Du hast garantiert keine Meldung über mangelnden physikalischen Speicher bekommen. Das Problem ist, dass über Größe und Arbeitsweise dieser "Notfallsicherung" keine detaillierten Infos zu bekommen sind.

    Trotz allem sind 4GB ohne Swapfile Nonsens in Tüten. Rechne mal mit: Der WMP braucht allein 300 MB+ RAM, nur durch im Voraus allozierten Speicher. Dieser Müll landet normalerweise erst einmal im Swap, da nicht aktuell benötigt und mit Daten gefüllt. Das ganze kommt erst dann in den RAM, wenn man es braucht. Ergo sind 500 MB Swapfile immer noch besser, als gar keine. Soweit ich feststellen konnten, bügelt Windows 7 Mehranforderungen im MB-Bereich locker auch mal aus. Einen mies programmierten Bruteforcer hat man da natürlich nicht im Programm ;) 

    Wenn ich was nicht verstehe:
    Ihr kauft Grafikkarten für 200-500 Euro, sträubt Euch aber im Gegenzug, mal 60€ für mehr RAM auszugeben. Das ist wie ein 300-PS-Sportwagen auf billigen chinesischen Reifen aus dem Supermarkt.
  • epic-fail , 1. November 2010 10:13
    Ich fahre den X1090T @ 4GHz mit 16 GB RAM und SSD - das rennt einfach nur wie sau! Speichermangel Fehlanzeige, selbst wenn sich ein CAD oder 3D Programm mal eben 5 GB Speicher einverleibt.

    Allerdings sind die RAM Disks kein Allheilmittel: von der Planung 6 der 16 GB permanent als RAM Disk zu nutzen bin ich entzwischen ab, da das Initiieren der Disk jeden Systemstart von 30 Sekunden auf mehrere Minuten verlangsamt. Weiß nun nicht ob das ne Eigenart von Superspeed RamDisk ist, aber ich schätze auch andere Hersteller brauchen so lange...
  • FormatC , 1. November 2010 10:21
    @epic-fail:
    Unter x86 dauert es maximal 2 Sekunden, da der RAM nicht "vom System erkannt wird". Versuche mal, bei x64 über die Startconfig das System auf 8 GB künstlich zu begrenzen und danach den "Rest" per Superspeed RAMDisk einzubinden ;) 

    Ohne Tricks dauert der Windows-Start bei mir 17 Sekunden nach BIOS, eine 4 GB RAM-Disk zusätzlich keine Minute.
  • noskill , 1. November 2010 10:32
    @FormatC

    Ich habe eine zwei Jahre alte, damals 136€ Grafikkarte. ;-)
    Und über RAM-Mangel konnte ich mich bisher nur beklagen, als ich 3 virtuelle Maschinen parallel auf hatte, denen ich jeweils 1GB Speicher fest zugewiesen hatte.
    In der Regel läuft bei mir aber maximal eine virtuelle Maschine.
  • FormatC , 1. November 2010 10:39
    Ich habe in meiner Bürogurke auch nur 4GB drin und fluche den halben Tag, weil es oft genug zu wenig ist. Hier wird demnächst definitiv nachgebessert. Ich bin zwar extrem leidensfähig, aber die lächerlichen 50€ werde ich wohl aus dem Kontingent noch rauswirtschaften können :) 
  • NukeBit , 1. November 2010 10:44
    Ja, RAM ist eben durch nichts zu ersetzen - außer durch mehr RAM. lol
  • holgiheftig , 1. November 2010 10:53
    Es wird geschrieben es sei sinnvoll den Browser cache auf RAM Disk zu legen.
    Könnte denn dieser Cache inhalt nach einem Neustart nicht noch einmal benötigt werden um Websites schneller zu laden?
  • FormatC , 1. November 2010 11:00
    Wie oft sieht man keine neuen Artikel, weil noch der alte Müll im Cache ist? In Zeiten von DSL ist das eher Rille ;) 
  • fragger , 1. November 2010 11:07
    Das Problem mit der "langen" Initialisierung der Ramdisk tritt auf, wenn ihr Inhalt beim Abschalten des Systems gesichert und beim Systemstart zurückkopiert wird...
    Bei 'ner 6GB Ramdisk kann das je nach Qualität der Software und Füllstand der Ramdisk einige Sekunden bis mehrere Minuten am Systemstart verschlingen...

    btw: der Browsercache hat durchaus seine Dasiensberechtigung. Ich hab ihn ausgeschaltet, weil ich eh noch 'nen Linux Proxy und 50Mbit VDSL habe... Aber ohne Proxy und mit 1 oder 2 Mbit DSL Strippe oder UMTS macht es durchaus Sinn, den Browsercache nicht bei jedem Systemstart zu löschen.
  • holgiheftig , 1. November 2010 11:26
    Würde es in einem 64 bit system mit 12-16GB RAM sinn machen, falls man die SWAP nicht deaktivieren möchte, diese auf RAM Disk zu legen?
    Um Windows und Programmen ein performantes Swappen zu gönnen falls sie dies trotz reichlich RAM möchten.
  • FormatC , 1. November 2010 11:31
    Genau das ist doch mit Benchmarks im Artikel ausgetestet worden. Schau einfach mal unter den 32-Bit-Messungen ;) 
    Wobei dies nur dann Sinn macht, wenn die Programme wirklich ein Swapfile benötigen.
  • holgiheftig , 1. November 2010 11:40
    ich finde keine benchmarks folgender Konstellation:

    64bit 16GB , davon 4GB RAMDISK-Swap
    VS
    64bit 16GB + 4GB SSD-SWAP

    Die eigentliche Frage ist, ob man sich einen gefallen damit tut, wenn man sich 4GB vom Ram klaut für die SWAP.
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