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Grelle Farben, laute Box

Test Motorola RAZR i: Kann Intel Smartphone?
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Super-AMOLED-Display mit schrillen Farben

Wie schon angedeutet, steckt im Gehäuse des Motorola RAZR i ein Bildschirm mit einer Diagonale von 4,3", der mit einer für diese Klasse üblichen Auflösung von 960 x 540 Pixeln arbeitet. Der Hersteller nutzt für das Panel die Super-AMOLED-Technologie, was auch bedeutet, dass die Ansteueung der einzelnen Pixel über eine Pentile-Matrix erfolgt, die im Ruf steht, nicht unbedingt optimal für die Bildqualität zu sein. Vor allem die Kantenschärfe wird bei Displays diesen Typs immer wieder kritisiert, und das gilt auch für das RAZR i, auch wenn man aufgrund der insgesamt recht hohen Auflösung auf hohem Niveau meckert.

Augenscheinlicher ist da schon, dass sich der Hersteller viel Mühe bei der Sättigung der auf dem Display angezeigten Farben gegeben hat. Diese leuchten derart schrill, dass sich so mancher Nutzer beim ersten Anschalten schon fast geblendet fühlt. Und dabei ist die Helligkeit des Bildschirms nicht mal umwerfend. Maximal konnten im Test 251 cd/m² gemessen werden, das erste RAZR lieferte in unserem Test noch eine Helligkeit von 280 cd/m². Allerdings wirkt das Display aufgrund der mehr als kräftig leuchtenden Farben heller und kann auch mit seinen hohen Kontrasten überzeugen.

Box mit hoher Lautstärke und nur mäßigem Sound

Das Motorola ist mit seiner schlanken Form, seiner hochwertigen Verarbeitung und dem, wenn man von den dicken Schrauben absieht, eher auf Understatement getrimmten Äußeren durchaus ein guter Kandidat für den Einsatz im Business-Bereich.

Dazu passen auch die Eigenschaften beim Telefonieren. Sowohl am Ohr als auch per Lautsprecher ist die Leistung des RAZR i stimmig - und das obwohl der Lautsprecher auf der Rückseite des Gerätes verbaut ist und somit im Normalfall unterhalb des Geräts in Richtung Auflagefläche schallt. Doch aufgrund einer vergleichsweise hohen Lautstärke bleibt das Gespräche auch in nicht gänzlich leisen Umgebungen verständlich.

Anders sieht es da schon aus, wenn die kleine Box Medieninhalte - z.B. Filme oder Musik - wiedergeben soll. Zwar scheppert der Lautsprecher auch dann nicht, wenn die Lautstärke das Maximum erreicht hat, allerdings leidet die Klangqualität erheblich, wenn das Smartphone mit der Rückseite auf einem Tisch aufliegt. Und das ist gerade beim Filmschauen hinderlich. Außerdem ist Bass ein Fremdwort für das RAZR i, sodass weder das Hören von Musik noch das Betrachten von Filmen zu einem wirklichen Erlebnis wird.

Software

Motorola ist nicht gerade für große Eile bekannt, wenn es darum geht die Betriebssysteme seiner Smartphones auf einen aktuellen Stand zu bringen - obwohl der Hersteller mittlerweile ein Teil von Google geworden ist und somit eine schnelle Aktualisierung auf jeweils neuste Version fast zum guten Ton gehören sollte. Doch das RAZR i wird zunächst noch mit Android 4.0.4 (Ice Cream Sandwich) ausgeliefert. Angeblich soll ein Update auf 4.1 bis zum Jahresende erfolgen; bei den vielen Besserungsgelöbnissen, die bisher auch nicht eingetroffen sind, bleibt das aber abzuwarten.

Die vorinstallierten Programme gehören größtenteils zu den Android-Standardanwendungen. Allerdings scheint der Hersteller eher auf Privatanwender zu zielen. So sind vorab bereits die Öffi-Apps zur Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs installiert. Hobbyfilmer können ihre Aufnahmen gleich vor Ort mit einer entsprechenden App bearbeiten. Für professionelle Anwender gibt es überdies ein vollwertiges, ebenfalls zum Google-Imperium gehörendes, Quickoffice. Vermissen werden sie jedoch den einen Dateimanager, der sonst zumeist zur Standardausstattung gehört und eigentlich recht angenehm ist um den Überblick über die im Telefonspeicher gesammelten Apps und Daten zu behalten, vor allem dann, wenn die Kapazität von Speicher und Speicherkarten umfangreich genutzt werden. Warum Motorola auf diesen verzichtet, ist unklar.

Unschön ist darüber hinaus der Zwang die Motocast-Synchronisationssoftware nutzen zu müssen, wenn man Daten von einem Rechner auf das Handy schieben will, denn das Smartphone wird nur noch als Mediengerät oder Kamera erkannt. Die Option es als einfaches Speicherlaufwerk anmelden zu können fehlt.

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