Mit dem Referenz-Smartphone zeigt der Hersteller nicht nur die Leistungsfähigkeit des Betriebssystem sondern auch Samsungs Wunsch sich aus der Abhängigkeit von Android zu befreien
Mit dem Wechsel von der hauseigenen Entwicklung Bada hin zu den von Intel unter dem Namen Tizen weiterentwickelten Meego-Resten aus der zu Bruch gegangenen Allianz mit Nokia, ließ Samsung schon kurz aufhorchen. Nun unterstreichen die Koreaner die Ernsthaftigkeit dieses strategischen Wandels und präsentieren – kurz nach der Veröffentlichung von Tizen 1.0 – ein erstes Referenz-Smartphone, das sich schon durchaus sehen lassen kann. Denn für ein Referenz-Design, mit dem Entwickler eigentlich ihre ersten Schritte bei einem neuen System machen, ist das Tizen-Smartphone schon erstaunlich gut ausgestattet.
So sitzt hinter einem 4,65“ großen Super-AMOLED-Display, das eine Auflösung von 1280 x 720 leistet, Cortex-A9-Dualcore-SoC, der eine Taktfrequenz von 1,2 GHz erreicht und auf einen Speicher von 1 GB RAM zugreifen kann. Als Datenspeicher sind 16 GB fest verbaut. Außerdem stehen eine 8-Megapixel-Kamera sowie ein SIM- und GPS-Modul bereit. Nur die äußere Schale wirkt noch recht klobig.
Samsung wurde schon häufiger in Verbindung mit einem anderen Betriebssystem als Android gebracht; eigentlich mit jedem, dass zu einem günstigen Preis am Markt erhältlich war. So galt der koreanische Konzern als einer der, die HPs WebOS hätten übernehmen können. Und jüngst kam es zu Spekulationen, dass Samsung bei Blackberry einsteigen und entsprechende Smartphones auf den Markt bringen könnte.
Nun scheint Samsung auf der Suche nach einem Betriebssystem, das den Konzern aus der aktuellen Abhängigkeit zu Android befreit, fündig geworden zu sein, sonst hätte man kaum ein derart aufwendiges Entwickler-Smartphone präsentiert.
Dass sich der Hersteller mehr und mehr versucht von Android wegzubewegen, wird auch beim Galaxy S3 deutlich. Mit dem Kauf bekommen die Nutzer einen 50 GB großen Cloudspeicher bei Dropbox – Googles eigener Dienst, Google Drive, blieb außen vor, was schon als ein deutliches Zeichen gewertet werden kann.
Dieser Schritt ist für Google umso bedrohlicher, weil der kommerzielle Erfolg von Android im vergangenen Jahr in großen Teilen auf Samsung zurückzuführen ist, wo mandeutliche Wachstumsraten verzeichnen konnte – während die Konkurrenz eher schwächelte. Zwar zeigte auch HTC gute Ergebnisse, allerdings musste der Hersteller im letzten Quartal des vergangenen Jahres einen deutlichen Rückgang hinnehmen, der sich im ersten Quartal diesen Jahres fortsetzte. Und sowohl Motorola als auch LG und Sony mussten operative Verluste ausweisen. Auch wenn nicht zu befürchten ist, dass Samsung so schnell keine Android-Smartphones mehr produzieren wird, arbeitet der Hersteller doch mit Hochdruck an einer ernsthaften Alternative.
Dies zeigt auch das Betriebssystem selbst. Denn Tizen präsentiert sich auf dem Smartphone bereits als ein ausgereiftes System. Es läuft auf dem Smartphone nicht nur sehr flüssig, sondern besitzt – obwohl es eigentlich noch den Status eines Prototyps innehat – bereits eine Navigationssoftware, eine Funktion um Kontakte und Kalender zu verwalten, eine Anwendung zum Betrachten von Fotos, eine Anbindung an Twitter und Facebook ist bereits integriert, und selbst Tethering wird von dem System unterstützt. Dieser Eindruck wird schließlich vom Browser untermauert, der im Test HTML5Test.com schneller als ein aktuelles iPhone ist.
Im Vergleich zu den anderen Systemen, die sich aktuell versuchen neben iOS und Android zu etablieren, wie Blackberry 10 oder Boot2Gecko, scheint Tizen das mit dem höchsten Potential zu sein – nicht nur, aber auch weil es mit Samsung einen schwergewichtigen Unterstützer unter den Smartphone-Herstellern gefunden hat.
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0aarfy , 9. Mai 2012 12:22Cool, wenn sie es in 3 Jahren zugunsten von Android wieder fallen lassen, übergeben sie es vielleicht einer offenen Community zur freien weiterentwicklung :-)
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0sbdy , 9. Mai 2012 15:03ist ohnehin open source
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0Maemo , 9. Mai 2012 15:38Nachdem Nokia den Vorgänger von Tizen schändlich vernachlässigt hat, zeig nun Samsung hoffentlich wie man es besser macht, und welches Potential Open Source entfalten kann.
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0mynameisbuddy , 9. Mai 2012 16:44gott lob erreicht der 1,2 ghz schnelle dualcore prozessor eine taktfrequenz von 1,2ghz... das waer ja sonst betrug hoch zehn
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0mynameisbuddy , 9. Mai 2012 18:39verdammt es wurde wegeditiert, jetzt hat mein letzter post keinen sinn mehr...
