Klein, leise, sparsam und trotzdem schnell? Wir wollen in einem Nachbauprojekt beweisen, dass dies durchaus kein Widerspruch sein muss. Tests, Anleitungen und ein Ergebnis, das sich sicher sehen lassen kann. Lasst uns gemeinsam etwas Tolles bauen!
Sei doch endlich mal leise!
Nein, wir wollen kein unartiges Kind erziehen, dafür gibts schließlich mehr oder weniger passende Formate im Privatfernsehen, wir widmen uns an dieser Stelle lieber den Unarten unserer Technik, hier konkret in der Form von entstehender Abwärme und den damit in der Folge verbundenen Geräuschen aktiver Entlüftung. Statt wütend zurück geschleudertem Spinat an der Wand riskieren wir höchstens Abstürze, Bluescreens und defekte Hardware. PCs können genauso bockig sein wie unser Filius, aber mit etwas Logik und Experimentierfreude sind sie dann doch einfacher zu bändigen.
Was also haben wir im Einzelnen vor? Ziel ist ein möglichst kleiner, dabei so schnell und trotzdem so leise wie möglich agierender PC, der auch beim moderaten Gaming nicht gleich klein bei gibt und zudem noch sparsam ist. Unmöglich? Dachten wir anfangs auch, nur die Technik macht durchaus große Schritte in die gewünschte Richtung und so haben wir nach einigem Experimentieren am Ende dann doch eine praktikable und zudem auch recht nachbausichere Variante gefunden, die wir in mehreren Teilen vorstellen wollen.

Den Großteil des Risikos nehmen wir dem Leser hierbei mit Absicht ab, denn der Einzelne wird kaum über die Vergleichs- und Testmöglichkeiten verfügen, die uns in der Redaktion zur Verfügung stehen. Deshalb ist dieser Nachbau-Vorschlag nicht nur thematisch in einzelne Schritte gegliedert, sondern wir erklären auch ganz genau, warum wir uns für das eine oder andere Produkt entschieden haben. Was erwartet den Leser nun im Detail?
• Die Auswahl des Kühlprinzips und des dazu passenden Gehäuses
• Das richtige Netzteil fürs Kühlprinzip
• Die Auswahl von CPU, Mainboard und Speicher
• Vorauswahl der restlichen Komponenten
• Die Auswahl des geeigneten CPU-Kühlers und Lüfters (3 Kühler und 8 Lüfter)
• Untervolten fur Dummies - Sparen kann so einfach sein
• Einbau und Erstinbetriebnahme
• Ausbaustufe 1 - der lautlose HTPC ist fertig
Wir werden die Leistung im zweiten Teil steigern und z.B. zeigen wie man billig und mit eigenen Mitteln eine Passivgrafikkarte selbst baut, wie man professionelle VGA-Kühler verbaut und am Ende mit einem Kompromiss aus semi-passiver Kühlung und Leistungssteigerung das maximale Ergebnis für die gewählten Komponenten erreicht.
• Wir wollen auch richtig spielen, was tun?
• Verwendung kleiner käuflicher Passivkarten und deren Grenzen
• Resteverwertung für eine selbst umgebaute semi-passive HD 6670
• Dual-Grafik und Crossfire zur ersten Leistungssteigerung
• Steigerung der Gehäuselüftung mit niedrigstem Geräuschpegel
• Umbau stärkerer Karten mit handelsüblichen VGA-Lüftern
• Große Benchmark-Suite für verschiedene Ausbau- und Leistungsstufen
Es ist ein komplexes Thema, deshalb lässt sich all dies natürlich nicht in einen einzigen Teil pressen. Aber wir haben es auch so aufgeteilt, dass nach diesem ersten Teil bereits ein brauchbares Produkt fertiggestellt ist, das sich auch schon trefflich nutzen lässt. Doch genug geschrieben, fangen wir einfach an!
- Einführung und Übersicht
- Kühlprinzip: Reicht Dämmung aus?
- Kühlprinzip: Wir setzen lieber auf Airflow
- Das passende Gehäuse: Lian Li V353
- Das ideale Netzteil: passiv oder aktiv?
- Unser Favorit: Superflower Golden Silent 500 Watt 80+ Platinum
- Auswahl der richtigen CPU - AMD oder Intel?
- Passend zum Prozessor: Mainboard und RAM
- CPU-Kühlung: 8 Lüfter und 2 lautlose Sieger
- CPU-Kühlung: 3 Kühler und 1 Sieger
- Untervolten für Dummies: Ein bisschen Theorie
- Untervolten für Dummies: Wir gehen schrittweise vor
- Untervolten für Dummies: Stabilitätsprüfung
- Untervolten für Dummies: Klasse Ergebnis!
- Wir bauen den Rest zusammen
- Fazit, Zusammenfassung und Vorschau
Ich bin gespannt auf die Benchmarks, kann mir das Ergebnis schon beinahe ausmalen. Der Samuel ist ein netter Tipp, wenn man auf der Suche nach einem passendem Kühler in diesen Rahmen ist. Ich hätte ja gern noch den Noctua NH-U9B SE2 gesehen im Vergleich. Ansonsten erscheint das Netzteil doch etwas überdimensioniert, oder?
Vorallem interessiert mich aber noch, was sich aus dem Llano noch herausholen lässt.
Danke für den Artikel!
Ist ja auch ein großer Unterschied
@dfx:
Der NH-U9B SE2 ist mit fast 13 cm viel zu hoch und außerdem für einen Silent-PC leider ungeeignet, da die eng stehenden Lamellen viel Druck brauchen, also einen hoch drehenden Lüfter benötigen. Das Netzteil muss im zweiten Teil auch noch richtige Grafikkarten verköstigen, der Artikel geht ja noch weiter - von daher passt das schon so. Außerdem ist es effizient genug.
Wenn man das Silent-Projekt nachrechnet, komme ich mit Mittelklasse-Grafikkarte am Ende auf ca. 1000 Euro. Ein 700-Euro-Mittelklasse-PC mit zusätzlicher richtiger Wasserkühlung ist LAUTER, größer und teurer.
Gleich mal probieren.^^
Schönes System!
Das Problem kenne ich noch zu gut... Es hat Jahre gedauert, bis ich endlich mal auf die Idee gekommen bin, den Power-Schalter im Windows zu deaktivieren. Weiß der Teufel, wie oft ich meinen Rechner beim vermeintlichen "einschalten" runtergefahren habe.
Mach es doch wie bei den Elektroautos. Man könnte permanent Festplatten-, Grafikkarten und sonstige Lüftergeräusche im Loop abspielen. Das Ganze ziehen wir groß als Downloadportal auf, Noise-Loops für Silent-PCs, nette Geschäftsidee!
"Hast Du schon den neuesten Power-PC-Loop mit HD6990 runter geladen?"
"Nö, der stinkt eh ab gegen meinen 5900FX Loop!"
Bei mir hat sich mal ein Grafikkartenlüfter fest gefressen, klang wie Tweety auf Extasy.
Ich sehe immer, ob mein Rechner an ist am Leuchten meiner externen 2,5" Platten - an den Power-Switch komme ich gar nicht dran, da der Rechner "falsch herum" im Regal steht.
Warum wurde das Untervolten nicht mit dem FusionTweaker durchgeführt?
>>zum Tool<<
damit sollten die Spannungen im idle z.b. noch ordentlich nach unten gehen, ich habe da meine ich schon was von 0.7V gelesen
Ansonsten super, finde solche Berichte abseits des 08/15-Rechners total gut, weil sie eben zeigen, dass man sich auch Gedanken zu Rechnern machen kann und schöne Individuallösungen finden kann.
Ich hab jetzt zwar nicht geschaut wie groß das Nofan Dingens ist von dem ihr da sprecht, aber von "klein" kann bei dem LianLi auch nicht wirklich die Rede sein. Das Ding frisst am Ende das gleiche Volumen wie ein Standard-Midi-Tower. Da muss man schon zufällig den richtigen Platz für eine solche Bauform haben.
Lian Li V353:
0.288 x 0.286 x 0.397= 0.032 m³
Antec Three Hundred als sehr kleines Midi-Case:
0.465 x 0.205 x 0.458 = 0.044 m³
Bevor ich mir so eine Salatschleuder anlache, surfe ich lieber auf meinem Taschenrechner
Falls man statt eines Towerkuehlers lieber einen Top-Blow-Kuehler verbauen moechte, waere der NH-C12P auch eine gute Alternative zum Samuel.
Die Standardluefter von Lian-Li sind dagegen ungeregelt kaum brauchbar und da sich die kleineren nicht zuverlaessig im Niedrigdrehzahlbereich betreiben lassen bzw. selbst dann noch rumklackern, ist fuer einen silent-PC deren Austausch eigentlich unumgaenglich. Naja, das Hoerempfinden variiert natuerlich von Person zu Person...
Ich haette wohl sicherheitshalber ein semipassives Netzteil verbaut.
Apropos kleine Gehaeuse:
Lian Li V353 0.288 x 0.286 x 0.397= 0.033 m³
Antec 300 0.465 x 0.205 x 0.458 = 0.044 m³
IW-BK623 =0.140 x 0.323 x 0.302 = 0.014 m³
Trotz der Kritik, danke fuer den guten Artikel!
Muahahahaha! Der war echt genial. Beim Detailanblick dieses abartig grossen Kühlers, musste ich auch sofort an eine Modern-Art-Obstschale denken...
Interessant, was auch Computerbase schreibt, dass bspw. der erste PCIe-Slot verdeckt wird, nur Standard-RAMs verbaut werden können, weil der Kühler so ausladend ist und der Fakt, dass das Gehäuse auch entsprechend dimensioniert ist!
Weiterhin finde ich einen Preisansatz von 349 US$ für ein Gehäuse mit "Salatschleuder" einfach überzogen!