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Lizenzstreit: Skype ist unter Druck

von - quelle: Tom's Hardware DE

Joltid macht ernst: Das Softwarehaus, dem Skype vor dem Kauf durch eBay angehört hat, könnte dem VoIP-Anbieter die Lizenzrechte für essentiellen Code zur Sprach-, Video- und Chat-Übertragung in P2P-Netzen entziehen.

Der Streit dauert schon länger an und er dreht sich um Code, den eBay für Skype von Joltid nur lizenziert hat. Der VoIP-Dienst gehörte früher zu Joltid und wurde in wichtigen Teilen auch von den Joltid-Gründern Janus Friis und Niklas Zennström entwickelt. Nach dem Kauf von Skype durch eBay für 2,6 Milliarden US-Dollar (siehe »Offiziell: Ebay übernimmt Skype«) erwarb das Auktionshaus die Rechte, den so genannten »Global Index« in Lizenz zu nutzen.

Schon im Juni zeichnete sich ab, dass Joltid die Software als Druckmittel gegen eBay einsetzen könnte (siehe »Streit um Teile des Skype-Codes«). Denn Zennström und Friis sind verstimmt: Erst klappte der Rückkauf von Skype nicht (siehe »Geht Skype zurück an die Gründer?«). Auch sind die beiden gegen den geplanten Börsengang des VoIP-Portals (siehe »Skype soll an die Börse«); später verklagte eBay Joltid auf Herausgabe der Rechte an dem Code.

Doch Joltid könnte am längeren Hebel sitzen, und eBay rechnet mit dem Schlimmsten, nämlich der Einstellung von Skype: In einem Bericht an die US-Börsenaufsicht geht das Auktionshaus davon aus, dass Joltid das Lizenzabkommen aufkündigt. Deshalb wird zwar ein eigener P2P-Code für Skype entwickelt für den Fall, dass eBay den Rechtsstreit verliert. Allerdings »ist es möglich«, so eBay, »dass die Entwicklung des eigenen P2P-Programmes nicht erfolgreich ist, oder zu einem Verlust von Nutzern führt«. Im Klartext: Den Joltid-Code darf Skype in absehbarer Zeit nicht mehr nutzen, und geht bei der Code-Entwicklung etwas schief, gerät der Zeitplan aus den Fugen oder kostet die Entwicklung zu viel Geld, würde dies das Ende von Skype in der bisherigen Form bedeuten.

Ungeachtet dessen will eBay aber Skype noch immer an die Börse bringen: »Unsere Pläne, Skype zu separieren, haben sich nicht geändert«, ist von eBay-Sprecher John Pluhowski zu hören. Aber vielleicht der Zeitplan, davon geht zumindest Kenneth Henderson von der Kanzlei Bryan Cave aus, der einen Börsengang im Jahr 2010 für unwahrscheinlich hält: »Vor dem IPO [Initial Public Offering] müssen sie diese Sache mit eBay klären. Es wird sehr hart werden, einen erfolgreichen Start an der Börse hinzulegen, wenn das Gerichtsverfahren gewisse unliebsame Fakten zu Tage bringt«, so Henderson unter anderem gegenüber Pressetext.

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TheCritter 03/08/2009 13:34
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"Nach dem Kauf von Skype durch eBay für 2,6 Millionen US-Dollar"
Hätte gedacht es wären Milliarden gewesen...

tkr 03/08/2009 13:42
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@TheCritter: Selbstverständlich waren es Milliarden. Vielen Dank für den Hinweis.

hotpot 03/08/2009 14:35
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-0+

...würde dies das Ende von Skype in der bisherigen Form bedeuten.

Das wäre mal heftig. Nicht das es nicht genügend VOIP-Programme gäbe, aber die Verbreitung von Skype sucht wohl seinesgleichen. Ich wäre schwer schockiert wenn eines Tages mein Client sich nichtmehr verbindet!

Fühlt sich fast so an als dürfte man wegen eines Rechtssreits um das Patent um Autobahnparkplätze nun keine Raststätten mehr anfahren.

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