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BSA-Studie: Die Hälfte aller PC-Nutzer sind Software-Piraten

Von , Douglas Perry - Quelle: BSA | B 18 kommentare

Laut einer Studie der Business Software Alliance (BSA) geben 57 Prozent der PC-Nutzer weltweit freiwillig zu, dass sie Software stehlen. Zumindest so irgendwie.

Denn diese Zahl ist natürlich der Durchschnitt einer globalen Befragung, deren nationale Ergebnisse sich je nach Region stark unterscheiden.

Laut der BSA sind die Softwarepirateriequoten in Entwicklungsländern wesentlich höher als in den Industrienationen. In den USA liegt sie beispielsweise bei 19 Prozent, in Deutschland bei 26 Prozent und in Australien bei 23 Prozent. Indien wird dagegen mit 63 Prozent, China mit 77 Prozent und Kenia mit 78 Prozent geführt.

Diese Zahlen spiegeln allerdings nicht das finanzielle Volumen illegaler Software wider: Während der Software-Industrie in den USA 9,8 Mrd. US-Dollar durch die Hände gehen sollen, sind es in China trotz der viermal so hohen Piraterierate nur 8,9 Mrd. US-Dollar.

Insgesamt soll der Gegenwert der weltweit illegal genutzten Software 2011 bei 63,4 Mrd. US-Dollar gelegen haben; 2010 waren es noch 58,8 Mrd. US-Dollar.

Kommentarbereich
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  • olligod , 24. Mai 2012 21:23
    In den meisten Fällen ensteht eh kein reeller wirtschaftlicher Schaden, da die meisten Leute, auch wenn sie nicht die möglichkeit des illegalen Downloads hätten, sich die Software dann trotzdem nicht kaufen würden. Wenn eine Software richtig gut ist, wird sie dann wohl auch gekauft in vielen Fällen. Also Ihr Konzernaffen, schafft ein gutes Produkt, dann macht ihr schon euer Geld!
  • Wut-User@guest , 25. Mai 2012 00:27
    @olligod: Leuten mit Ihrer Geisteshaltung sollte man einfach mal 10% vom Gehalt abziehen. Da entsteht Ihnen eh kein reeller wirtschaftlicher Schaden, da man Ihnen ja nicht 10% wegnimmt, sondern trotzdem 90% gibt. Schon mal drüber nachgedacht, wovon die Programmierer bezahlt werden? Ach ja? Und warum meinen Sie, dass sich da immer nur andere beteiligen müssen, und Sie nicht? Also Ihr Piratenaffen, zahlt gefälligst, wenn Ihr von der Arbeit anderer profitiert!
  • keinpirat@guest , 25. Mai 2012 00:41
    @Wut-User:
    ollogod hat Recht und ihr vergleich ist....nett gesagt nicht zutreffend. Natürlich entsteht bei 10% weniger einkommen ein Verlust.
    Aber eine Software nicht verkauft zu haben, weil der Nutzer einer nicht lizensierten Kopie sie sich nicht gekauft hätte ist per se kein Verlust.
    Wie olligod schrieb, programmiert gute Software und verkauft sie zu einem bezahlbarn Preis und vor allem kapiert, das der Käufer nicht euer Feind ist, sondern dafür sorgt das ihr zu beissen habt! und behandelt ihn entsprechend. Wenn ich eine Software kaufe will ich nicht eine Zwangsjacke und öffnung aller meiner Kontakte dazu.
  • anonymous1234@guest , 25. Mai 2012 01:36
    @keinpirat
    dem ist nichts hinzuzufügen
  • selbstschuld@guest , 25. Mai 2012 08:18
    Tja, würden die Riesen bezahlbare H&S-Pakete schnüren so wie es MS und Corel mittlerweile äußerst erfolgreich vormachen, würden sicher sehr viel mehr bezahlte Photoshops als Gehackte den Weg auf die Festplatten von Privatanwendern finden.
  • DasFruehstueck , 25. Mai 2012 08:35
    Als ehrlicher Kunde hat man irgendwie immer das Gefühl verarscht zu werden ... das geht los bei Spielen die nicht funktionieren weil die Server der Hersteller nicht funktionieren (Die Cracker lachen sich natürlich ins Fäustchen und spielen trotzdem) geht über Zwangstrailer oder Menüs bei Blu-Rays die nicht übersprungen werden können (Verwender von Raubkopien lachen sich ins Fäustchen und fangen sofort an die Film zu sehen) bis hin zu TV-Filmaufnahmen deren Werbung der ehrliche Nutzer nicht überspringen kann und der Nutzer von "nicht-lizenzierten Aufnahmegeräten" macht natürlich genau das was er möchte.

    Die paar ehrlichen die sich finden werden behandelt als seien sie ein lästiges Anhängsel und gleichzeitig wird auf die eingedroschen die sich nicht alles bieten lassen ... werdet kundenfreundlicher!!!!
  • robberlin , 25. Mai 2012 11:34
    Kein Wunder wenn die Softwareentwickler keine mechanismen gegen Doppelaktivierung und Co reinprogrammieren. Dass dies durchaus möglich ist zeit meine aktuelle TurImage Home 2012 Software und auch Nero 11 welches erkennt sobal man es Testweise ein zweites mal aktivieren will auf einem anderen Rechner.

    Natürlich gibt es immer wieder möglichkeiten diese Funktionien illegal zu umgehen aber so wird es zumindest erschwert.
    Ein uneingeschränter Funktionsumfang in einem gewissen Testzeitraum hilft ebenso sich entweder für oder gegen eine Software entscheiden zu können.

    @DasFruehstück kann ich absolut nur unterstützen.
  • pivo , 25. Mai 2012 12:15
    @robberlein
    Nero ist eh ein höchst seltsames Konstrukt.
    Alles in einem, aber nichts richtig und dann noch richt fätte Kohle dafür aufrufen.
    Außer der Brenn-Engine, die ist kaum zu toppen - abwohl, der kostenlose CDBurnerXP kommt auch der Brenn-Engine schon (bedrohlich) nahe.

    Wenn die nicht schnell wieder auf den Boden zurückfinden wird in Karlsbad irgendwann Feierabend sein - egal ob mit oder ohne Raubkopien.
  • wellano920 , 25. Mai 2012 19:06
    @ selbstschuld@Guest

    Da ich Photoshop CS5 besitze (900€ gut angelegt) finde ich deine Ansicht ziemlich schwach.Denn für Privat Anwender gibts die Elements Version die zwischen 80 und 100 € kostet und meiner Meinung nach Preislich voll in Ordnung geht. Warum sollte ein Unternehmen Software die sehr umfangreich ist und mit der Leute Geld verdienen können für einen Apfel und ein Ei verschenken, nur damit Otto-Normal Verbraucher einaml im Jahr total überfordert mit dieser Sofware sein Urlaubsfotos überbearbeitet. Ich werde mich demnächst auch beim Ferrari Händler und beschweren weil dort ein Auto 200.000 € kostet während man für den 3er bei BMW nur 40.000€ hinblättern muss. So eine ungerechtigkeit weil der Ferrari währe doch viel eher mein Auto.
  • pivo , 25. Mai 2012 22:10
    Tja, @wellano, das kann aber schön in die Hose gehen.

    Unsere Marketingabteilung nutzt logischerweise PS, klar.
    Nun wurden aber viele Marketingaufgaben vor ca. einem Jahr ins Produktmanagement verlagert, wozu natürlich für so 10 bis 20 Arbeitsplätze mit einer EBV ausgestattet werden mußten.

    An Adobe ging dieser Auftrag komplett vorbei weil viele der Mitarbeiter aus oben genannten Gründen keine PS-, dafür aber umso mehr Gimp-Erfahrung hatten und deshalb wurden die Arbeitsplätze kurzerhand mit Gimp ausgestattet.
    Übrigens Acrobat wird aus ähnlichen Gründen momentan abgeschafft - und das betrifft in Summe etwa 10.000 Installationen weltweit.

    Was lernen wir daraus?
    Für die private Nutzung preiswert angebotene Profiprogramme könnten ein einträglicher Multiplikator sein.
    Arroganz, so wie Adobe sie praktiziert können zu Millionenverlusten führen.

    Btw.
    Einem engagierten Hobbyisten zu erklären, für ihn reicht gefälligst Elements ist diesselbe Arroganz, mit der sich die Big Player immer häufiger ihr angestammtes Kerngeschäft kaputtmachen.
    Gegen rote Augen hilft der richtige Blitz und viel mehr kann mit Elements nun wirklich nicht machen und die beste Bilderverwaltung ist noch immer eine vernünftige Ordnerstruktur, dazu braucht man dieses hoffnungslos überteuerte Spielzeug wirklich nicht.

    Übrigens - eine Photoshop ist und bleibt eine Kopie.
    Kopien eines Ferrari habe ich noch keine gesehen.
    ==> ziemlich sinnbefreites Beispiel.
  • Wutuser@guest , 26. Mai 2012 00:00
    @keinpirat:
    Und warum ist mein Vergleich nicht zutreffend? Die entgangenen Einnahmen durch gecrackte Programme können dem Hersteller also nicht verloren gegangen sein, weil das Geld ja nie beim Hersteller ankam? Die 10% weniger auf Ihren Gehaltkonto sollen aber sehr wohl ein Verlust sein, obwohl sie Ihnen nie überwiesen wurden?
    Irgendwie seltsam: Sobald man Leuten ihre eigene Ideologie richtig dick auf's Brot schmiert, kriegen sie auf einmal Schluckbeschwerden. Aber wozu erzähle ich Ihnen das. Dass das Gemecker über zu hohe Preise und schlechten Kundenservice nur eine billige (und leider auch keine besonders intelligente) Ausrede für den eigenen Geiz ist, wissen Sie ja selbst -- und alle anderen auch! Wem das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht passt, der soll das Produkt halt im Regal stehen lassen. Das funktioniert z.B. im Supermarkt ganz wunderbar.
  • MortiPCM , 26. Mai 2012 19:31
    @Wutuser:
    DU raffst scheinbar einfach nicht (und ja, im Netz dutst man sich in aller Regel), dass mindestens 50% der Leute, die illegal solche Software nutzen, sich legal diese Produkte einfach NICHT kaufen KÖNNEN, weil ihnen die finanziellen Mittel fehlen - nicht um sonst ist der prozentuale Anteil in ärmeren Ländern deutlich höher.
    Und ob Leute ein Produkt nicht kaufen weil sie es nicht finanzieren können und dann nicht nutzen oder ein Produkt nicht bezahlen können und es dann doch nutzen macht für das Unternemen keinen Unterschied, denn Geld bekomen sie so oder so nicht.

    Das Argument, das die Entwickler bezahlt werden müssen ist im Übrigen lächerlich, denn nur ein Bruchteil des Erlöses geht an die "Schöpfer"!
  • Raubkopien zu nutzen ist kein Kavaliersdelikt sondern zu Recht strafbar. Gratissoftware nennt man Freeware.
    Aussagen wie „Wenn eine Software richtig gut ist, wird sie dann wohl auch gekauft“ sind auch keine Rechtfertigung für Diebstahl. Klingt wie, wenn das Bier nicht schmeckt, dann zahle ich einfach nicht und schon gibt es kein gutes Bier mehr in der Kneipe.
    „Die entgangenen Einnahmen durch gecrackte Programme können dem Hersteller also nicht verloren gegangen sein.“ Na wenn alle so denken, was würde dann wohl passieren, wenn keiner mehr für Software und Filme bezahlt? (Die Lösung des Rätsels überlasse ich euch.)
    Das nächste Service zahle ich auch nicht. Begründing: „ Wenn mein Wagen nicht in der Werkstätte wäre, dann würden sich die Mechaniker nur langweilen.“
    Zitat von MortiPCM –
    „.. Produkt nicht kaufen weil nicht sie es nicht finanzieren können und dann nicht nutzen oder ein Produkt nicht bezahlen können und es dann doch nutzen macht für das Unternehmen keinen Unterschied, denn Geld bekommen sie so oder so nicht.“
    Wir sollten alle Ferraris klauen. Macht keinen Unterschied. Um den Preis würde ich keinen kaufen – also würde der Flitzer sowieso im Laden stehen. Den Schaden begleicht eh die Versicherung. Für das Unternehmen ist es langfristig ein Gewinn, da ich ja das nächste Service – ach so, das zahle ich ja auch nicht…. Tanken wäre noch ein Problem – aber bei so kreativen Realitätsbeugern lässt sich sicher eine Möglichkeit entwickeln. Los Leute, haut in die Tasten, mein Tank ist fast leer…
    Anscheinend müssen die Softwareschmieden Spiele und Anwendungen mit einem PC, oder die Filmindustrie Blu-ray’s mit Player verkaufen, damit hier einige raffen, dass sehr wohl ein Schaden entsteht.
    Oder wie wäre es mit Bankraub – gib das Geld einfach nicht aus. Außerdem, die Euroscheine sind eh hässlich. Gehören aus dem Verkehr gezogen. A – wir drucken selbst. Das kurbelt sogar die Wirtschaft an – schließlich braucht man ja Papier, Drucker und Tinte. (Am besten eine Kopie aus China – weil ist eh egal).

    Auch bei noch so vehementen Versuchen, die Straftaten schön zu reden, Raubkopieren bleibt einfach illegal und schädigt die Wirtschaft.
  • Techniker Freak , 28. Mai 2012 14:05
    Nochmal zum mitschreiben, eine illegale Kopie ist kein Raub!
    So lange ich meine kopierte Software nicht weiter verteile oder verkaufe können die mich zwar zivilrechtlich belangen aber nicht strafrechtlich. Diebstahl wäre es nur wenn ich mir auf unrechtmäßigen Wege eine echte Lizenz der entsprechenden Software beschaffe.
  • nicht alles, was hinkt ist auch ein vergleich. die sache mit software, spielen und filmen entwickelt sich seit jahren in eine richtung, die eigentlich niemanden etwas bringt. angefangen von den ersten zarten versuchen eines kopierschutzes (welchen es nie geben wird, selbst für reine onlinespiele haben findige leute private server gebastelt) über sinnfrei zwangseinblendungen/vorspann bei dvd/blurays über zwangsregistrierungen und permanenten onlinezwang bei spielen.
    software ist und bleibt nunmal schnell kopierbar(da sie am ende nur eine zustandsänderung der bits auf einem datenträger ist) im gegensatz zu greifbaren dingen (autos usw...). solange sich eine firma erlauben kann, 40-70€ für ein spiel zu verlangen, welches dann unspielbar ist wegen bugs oder nicht funktionierenden kopierschutzservern, wo inhalte beworben werden, die nicht existieren, welches nicht weiterverkauft werden kann/darf und ohne aktive internetverbindung nichtmal offline spielbar ist, solange hält sich mein mitleid in grenzen. ich hab seit jahren keine "illegale" software im einsatz aber mir deswegen auch nicht mehr software gekauft. wenn wir also schon beim schönen autokauf/kopiervergleich sind: würdest du es anstandslos hinnehmen, dass du dein auto um xxx€ kaufst, es aber statt den angegeben 250ps nur 150 hat (vielleicht kommt noch ein update), vorm starten jedesmal der zündschlüsselcode online überprüft wird (wenn der server funktioniert), du vorm wegfahren jedesmal ein paar sekunden unüberspringbare werbung siehst und bis dahin nicht fahren kannst und nach ein paar jahren vor dem problem stehst: verschrotten oder in die garage zu den anderen stellen, denn verkaufen ist nicht möglich, der zündschlüsselcode wurde dir eingepflanzt und ist an deine dna gekoppelt. abgesehen davon wird der käufer beim autokauf genauso angelogen, wenn es um den ermittelten verbrauch unter unrealistischen bedingungen geht und alles beschönigt wird.
  • pivo , 29. Mai 2012 11:22
    Full Ack!
    Eine reine Zustandsänderung eines Sack voll Bits auf der Festplatte kann man nicht mit einem physischen Gegenstand vergleichen. Physische Gegenstände können nicht so einfach kopiert werden und wenn man sie "raubt" ist in irgendeinem Lager ein Loch vorhanden, wo vormals der Ferrari oder was auch immer stand.
    Bei Software werden die entsprechenden Bits auf den Servern der Hersteller (sofern man hier überhaupt von "Hersteller" sprechen kann) nicht zwingend "genullt".

    Zuallererst ist Anfertigung und Nutzung raubkopierter Software moralisch genauso verwerflich wie der Diebstahl physischer Gegenstände - auch, wenn beide Fälle strafrechtlich unterschiedlich behandelt werden.

    Mein Anliegen ist es, das Augenmerk der "Premium Hersteller" auf die Möglichkeit zu lenken, nach dem Vorbild von Corel und Microsoft (leider sind da auch nicht wirklich die "Premium-Anwendungen" enthalten) preiswerte Softwarepakete für die ausschließlich private Nutzung anzubieten.

    Ich glaube wir sind uns mittlerweile weitgehend einig, daß - um beim Beispiel Photoshop zu bleiben (AutoCAD, Corel Technical Suite, ..., um ausgeglichener zu sein), eine für 100 Euro verkaufte Home-Lizenz echte 100 Euro in die Kasse spült, aber eben KEINE, für 100 Euro verkaufte Home-Lizenz nicht 950 Euro sondern Null Euro in die Kasse spült.
    Nicht integre Zeitgenossen werden eine lauffähige Kopie (!!) "besorgen" und die Software für lau zu nutzen.
    Moralisch integre Zeitgenossen werden sie für 950 Euro eben garnicht nutzen.

    Wie weiter oben beschrieben kann das dann dazu führen, daß Menschen eben keine Photoshop-, als engagierte Hobbyisten dafür aber umso mehr Gimp-Erfahung mitbringen und jeder Arbeitgeber wird jubeln, wenn er seinen Mitarbeitern Gimp für lau aufspielen kann, das sich im Übrigen (im Gegensatz zu Photoshop) sogar recht gut virtualisieren lässt.

    Die Hersteller dürfen nicht vergessen, daß privat genutzte "Premium-Software" häufig ein Multiplikator für das eigentliche Kerngeschäft der gewerbliche genutzten Installationen darstellt und wer im gewerblichen Bereich raubkopiert, dem ist schlicht nicht zu helfen.

    Vor gut 25 Jahren hat es AutoDesk den Studenten schon fast peinlich einfach gemacht, damals die Autocad- Versionen 2.6 und 10 zu hacken und sie ohne Dongle betreiben zu können - unter Informatikern war das schon auffällig und ein running Gag.
    Damals wurde kolportiert, daß AutoDesk die Jungspunde ganz bewußt als Multiplikator benutzt hat wohlwissend, daß die es sein werden (wir sind gerade Ende der 80er Jahre unterwegs), die aller Wahrscheinlichkeit nach bei ihren späteren (mittelständischen) Arbeitgebern CAD-Software einführen dürfen und was läge hier näher, als den (illegalen) Verbreitungsgrad der eigenen Software unter den späteren Entscheidern zu maximieren.

    Schauen wir uns MS an.
    Die heutige Macht von MS liegt zu einem sicher nicht unerheblichen Teil daran, daß MS zwar immer wieder "sportliche" Hürden einbaut die es zu nehmen gilt, aktives Raubkopieren aber nie wirklich ernsthaft verhindert hat. Eine illegale Aktivierung von Windows oder Office ist auch heute noch nur wenige Mausklicks entfernt und stellt selbst für einen Dau keine wirkliche Herausforderung dar.
    Allein dieser Fakt impliziert, daß genau dieses Verhalten von den Herstellern nicht nur toleriert (wird es offiziell zwar nicht), doch aber sehr wohl vertriebsunterstützend ganz bewußt genutzt wird - eben um den, auch denen nicht unbekannten Multiplikatoreffekt zu nutzen.

    Daher nochmal mein Appell an die Big Player, legt die Latte hoch, dorthin wo sie technisch gehört und treibt uns ehrliche Hobbyisten nicht zu Gimp & Co. sondern bindet auch uns an eure Marke.
    NEIN, ich werde bei der VHS nicht zum fünften Mal einen Photoshopkurs belegen, nur um in den Genuß einer ein einziges Mal installierbaren und ein Jahr laufenden Studentenlizenz zu kommen.
    Da bleibe ich dann lieber bei Gimp und empfehle das dann auch weiter (auch meinem Chef, der mir dann die Hälfte der gesparten 950 Euro zukommen lässt).
    Diese engagierten Hobbyisten sind es nämlich, die bei der Anschaffung neuer Software um ihre Expertise gebeten werden und spätestens hier kostet die Big Player ihre eigene Unbeweglichkeit richtiges Geld.

    Baut man diesen Gedankengang noch ein wenig aus könnte man fast sagen, ein privater Raubkopiennutzer nutzt den Big Playern unterm Strich mehr als ein moralisch integrer Zeitgenosse, der mit Freeware arbeit und folglich als Multiplikator ausfällt.
  • Moralverdreher@guest , 30. Mai 2012 03:11
    Och, wie immer die Schlaubis der Marke "Ich bau mir die Moral so lange um bis sie passt". Immer zu schön, ich freue mich SEHR darauf wenn ihr das der Polizei erzählen könnt. Die freuen sich auf solche Zurechtdreher wie ihr es seit. Mein Lieblingsspruch in all den Jahren von meinen Kunden: Ich teste es nur, wenn das Spiel gut ist kaufe ich es dann -> eine Woche später: Nö, jetzt habe ich es durchgespielt und es war nicht so gut.

    Lieber moralloser Zurechtreder: Einfach Hirn an und alle Geschäftsbereiche gleich behandeln. Nur weil das eine Software und das andere Hardware ist besteht KEIN Unterschied.
  • pivo , 30. Mai 2012 09:14
    Um das Ganze mal nicht von der moralischen, sondern von der knallharten betriebswirtschaftlichen Seite zu betrachten, mal ein Beispiel in "echter" Hardware:

    Viele Mietwagenfirmen bieten immer mal wieder "Premiumfahrzeuge" zu absoluten Dumpingpreisen an.
    Finanzieren tun das am Ende die Autohersteller und mittelbar jeder einzelne, der sich einen 3er BMW oder einen schicken A4 oder was auch immer von seinem sauer verdienten Geld gekauft hat.

    Dahinter steckt nichts anderes als Sourcing in Form geschickt plazierter Probefahrtmöglichkeiten.
    Daß es funktiuoniert steht außer Frage - ob es der ehrlich zahlenden Kundschaft gegenüber moralisch integer ist, das müssen die Controller klären.
    In der Drogenszene nannte man das weiland "anfüttern".

    Lieber Moralverdreher, wären alle deine Kunden moralisch integer, was meinst du, wieviele Photoshops (auch an Unternehmen) würdest du dann noch verkaufen?
    Keiner hätte damit Erfahrung und alle würden gimpen.
    Wie wolltest du einen Unternehmer von den Vorteilen einer 950-Euro-Software im Gegensatz zu einer GNU-Lizenz überzeugen, wo dessen Mitarbeiter selbst alle nur von Gimp redeten?

    In unserem Unternehmen (und das kann ich gerne einem Notar gegenüber belegen) wird den Premiumherstellern allein in diesem Jahr eine 7-stellige Summe durch die Lappen gehen, weil die Mitarbeiter auch im Büro am liebsten mit der Software arbeiten, die sie auch zu Hause, im Hobby oder im Verein gewohnt sind.
    Warum sollen wir zig Kollegen auf teure Photoshop-Kurse schicken, wenn sie Gimp aus dem ff beherrschen?
    Das ist nicht zielführend und fällt deshalb aus.

    Den Vergleich Photoshop vs. Gimp nenne ich lediglich stellvertretend für die vielen anderen denkbaren Kombinationen.
    Allein in den Bereichen ERP und R&D setzt unser Konzern noch auf Kaufsoftware und das hat wenig mit der Leistung der Softwarepakete, sondern viel mehr mit Wartung und Verfügbarkeit zu tun, weil es das Backbone eines jeden Unternehmens darstellt.

    PDF werden wir in diesem Jahr auf OpenSource umstellen, in den kommenden beiden Jahren sind die Office-Pakete einschließlich der Premiums wie Project dran.
    Mit anderen Worten, in diesem Jahr werden wir uns komplett von Adobe trennen und ab 2015 wird MS nur noch OS-Lieferant sein.
    SQL haben wir schon in den frühen 2000ern auf OpenSource umgestellt.
    Hier kam nicht der Impuls, sondern der Druck von den Entwicklern, weil die alle massig MySQL-Erfahrung mitbrachten und die berechtigte Frage stellten, warum man jährlich 6-stellige Beträge nach Redmond überweist, wo es etwas kostenloses gibt, das vieles sogar besser kann als das vermeintliche Original.

    Das darfst du dir jetzt auf der Zunge zergehen lassen und dir die berechtigte Frage stellen, mit was du in 10 Jahren deine Brötchen verdienen willst, zumal nicht absehbar ist, daß die Premium-Hersteller irgendwann in der Lage sein werden, die Entwicklungen an den Märkten richtig zu interpretieren.

    Diese Entwicklung (Linux wird auch immer besser) können die altehrwürdigen Softwareschmieden nur aufhalten, wenn sie für eine maximale Verbreitung ihrer Software im LEGALEN Endkundenmarkt sorgen und das funktioniert nicht, wenn man den Endverbrauchern (auf deren Akzaptanz die Hersteller an deren Arbeitsplatz letztlich angewiesen sind) 950 Euro für ein Photoshop abknöpfen will.

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