Spieler-Firma gründen: Das Unternehmen Clan

Die richtige Rechtsform: GbR, Ltd., Verein oder GmbH?

Um solche Fragen zu klären, müssen rechtliche Gerüste her, die das Clan-Gebilde stützen: ein Verein, eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) oder eine Limited Company (Ltd). Dies alles sind Rechtsformen, mit denen sich ein Clan auf dem Weg in die Professionalität ausstatten kann.

»Ich denke, mit einer GbR oder auch mit der Limited Company ist man schon gut beraten. Sollte mehr Kapital zur Verfügung stehen, ist bei jungen Unternehmen grundsätzlich die Gründung einer GmbH zu empfehlen«, sagt Nico Schötensack, 1. Vorsitzender des Clans POD, momentan als eingetragener Verein organisiert (allerdings wird eine GbR angestrebt). Auch n!faculty ist ein e. V., doch wurde hier die »n!faculty Management Gesellschaft« aus dem Hauptverein ausgegliedert. Bei ihr sind auch die Spieler angestellt – ganz nach dem klassischen Modell, welches im »echten« Sport verwendet wird. Der Hobby-Bereich des Vereins ist getrennt vom professionellen Teil. Frank Pinter, 1. Vorsitzender von n!faculty, erklärt die Idee dahinter: »Zum reinen Sporttreiben sollte ein eingetragener Verein bevorzugt werden, weil nur so der eSport etabliert und in einem vernünftigen Dachverband vereint werden kann. Vereine setzen erwachsene Mitglieder voraus, die Kontinuität, vernünftige Geschäftsführung und eine Kontrolle der Mitglieder im Sinne des klassischen Sports gewährleisten.« Wenn man aber mit dem eSport Geld verdienen wolle, sei eine GmbH mit angegliedertem e. V. das Ziel, so Pinter. Denn eine GmbH könne steuer-, vertrags- und haftungsrechtlich sauberer arbeiten.

Alternative aTTaX

Patrick Becker, Geschäftsführer bei mousesports, empfiehlt hingegen, eine Limited Company (Ltd.) zu gründen, »wobei eine GmbH sicherlich auch nicht verkehrt wäre, wenn man das Stammkapital von 10.000 Euro aufbringen kann. Einfach aus dem Grund, weil sie bei vielen Institutionen in Deutschland mehr Akzeptanz findet als eine Limited Company«. Eine Sonderform stellt Alternate aTTaX dar, das (wie z. B. der Fußballverein Bayer Leverkusen) ein Werks-Team ist. Manager Peter Schlosser erklärt: »Das Gaming-Projekt ist fest in die Alternate Computerversand GmbH integriert, so dass fast alle Entscheidungen hier im Hause getroffen werden und der Clan sämtliche Ressourcen des Unternehmens, zum Beispiel die PR- oder Marketing-Abteilung, nutzen kann. Aus diesen Gründen besitzt Alternate aTTaX auch keine eigene Rechtsform, sondern zählt zur Alternate Computerversand GmbH.« Doch das hat auch Nachteile, denn einige Entscheidungen und Projekte dauern laut Schlosser »einfach etwas länger als bei normalen Szene-Clans«.

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8 Kommentare
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    Dein Kommentar
  • Anonymous
    Auf Seite 8 scheint sich ein Fehler eingeschlichen zu haben. Die Überschrift lautet "Clan Rechtsform Verein", berichtet wird aber über die GmbH.
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  • Uwe
    @DaMasta
    Danke für den Tipp. Ist korrigiert.
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  • drno
    Toller und sauber recherchierter Bericht. Gute Info's für alle, die das Onlinesöldnern professionell betreiben wollen.
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  • nuts
    also vor einer unüberlegten gründung einer Ltd. aufgrund des geringen stammkapitals kann ich nur warnen!
    in die Ltd. - Falle sind schon einige unternehmen getappt!
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  • Sok4R
    kleine Ergänzung zu Seite 9: SK hat seit einigen Tagen auch ein Call of Duty 4 Team: http://www.sk-gaming.com/content/15832-SK_Gaming_welcomes_CoD4_team
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  • rogard
    Interessanter Artikel. Well done.
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  • slurm_mckenzie
    Toller Beitrag, danke.

    Ich bin seit längerer Zeit passiver THG-Leser und habe mich entschlossen, THG für einen schönen Bericht mal Danke zu sagen. Da ich mich nicht in der eSports-Szene bewege, ist es mal schön zu sehen, welche professionellen Züge das ganze angenommen hat.
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  • Anonymous
    Das heißt Alternate Attax ^^ nicht alternative ^^
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