Geheimtipp oder billiger Jakob? Super Flower schickt sich an, mit der neuen Golden Green Reihe den 80+ Gold Sektor neu aufzumischen. Faire Preise für hochwertige Komponenten statt Bling-Bling und überflüssigem Zubehör sorgen für reichlich Gesprächsstoff.

Super Flower? Wir erinnern uns. Wir stießen bereits oft auf diesen Hersteller, wenn wir uns mit OEMs beschäftigt haben, die für andere Firmen Netzteile fertigen. Immerhin - über 17 Jahre Erfahrung in Entwurf, Umsetzung und eigener Fertigung sollten eigentlich für eine lange Tradition und eine hohe Bekanntheit sorgen. Leider ist dieser Hersteller in Deutschland bisher kaum selbst in Erscheinung getreten und wenn, dann durch sehr günstige Produkte, die dem eigentlichen Ruf des Herstellers sicherlich nicht wirklich gerecht wurden. Denn auch hier ging die Ausübung des Volkssports Geiz meist vor Qualität und Haltbarkeit. Aber - auch bei Super Flower hat man bereits vor einiger Zeit die Zeichen der Zeit erkannt und setzt nun verstärkt auf Qualität und innere Werte. Verbunden mit einem trotz allem sehr erfreulichen Preis, schickt sich das Unternehmen an, derzeit sogar zu einer Art Geheimtipp zu avancieren. Deshalb stellen wir an dieser Stelle das mit 450 Watt bisher kleinste Modell der Golden-Green-Reihe, das Golden Green SF-450P14XE, etwas genauer vor. Die Sensibilisierung für Effizienz und Umweltschutz ist uns ein wichtiges Anliegen, das wir gern mit unseren Lesern teilen wollen.
Verpackung und Inhalt
Sauber und ohne überflüssigen Schnickschnack verpackt, erreichte uns das Testobjekt staubsicher in Folie eingeschweißt. Neben einem Handbuch sind 4 Rändelschrauben für den schnellen Einbau beigelegt - ein nettes Angebot, wie wir finden. Obwohl der aktuelle Listenpreis von knapp unter 60 Euro nicht extrem billig ist - für ein 80+ Gold-Netzteil mit einer derart wertigen Anmutung ist es sicher nicht zu viel. Das zumindest war unser erster Eindruck nach dem Auspacken.
Inwieweit Funktionalität, Innenleben und Praxistauglichkeit diesen Eindruck bestätigen, das werden wir sofort testen. Denn es ist eigentlich für diesen Preis fast eine Art Kampfansage. Wer uns kennt - wir wären die Letzten, die sich ein Schnäppchen mit sauberem Background entgehen lassen würden.
Einbau und Praxistauglichkeit
Das Netzteil besitzt sehr lange Anschlusskabel, ideal für das Nachrüsten in große Gehäuse. Wer jedoch einen kleinen Midi-Tower besitzt, stößt mangels Kabelmanagement schnell an Platzgrenzen. Trotzdem würden wir Umfang und Länge positiv bewerten, denn so etwas ist nicht unbedingt selbstverständlich. Mit nachgemessenen 79cm für die Molex-Stränge und fast 85cm für SATA, befindet man sich stets auf der sicheren Seite. Alle Kabel sind sauber vor der Gehäusedurchführung zusätzlich abgebunden und ordentlich ummantelt. Schrumpfschlauch ist ebenfalls kein Fremdwort, so dass wir erst recht auf das Innenleben gespannt waren.

Abteilung Inneres - Aufgeräumt und hochwertig
Nach dem Aufschrauben setzt sich das bisher positive Bild fort. Übersichtlich, sauber gelötet, keine Flussmittelreste und ordentlich abgebundene Kabel im Inneren. Man erkennt ein klares und vor allem durchdachtes Konzept. Der dicke Baum ist innen und außen straff abgebunden und gesichert, die Durchführung ist ausreichend gepolstert. Ein Verdrehen der Stränge führt zu keiner übermäßigen Kabelbelastung im Inneren. Vorbildlich.
Der 105-°C-Kondensator kommt von Nippon-Chemicon aus Japan, die restlichen immerhin noch überwiegend von CapXon. Die Transformatoren und Spulen sind hochwertig, die Verlötung und Befestigung gut. Auf Heißklebstoffe wurde weitgehend verzichtet. Die MOSFETs (IPP040N06N3, IPP60R190C6) stammen von Infineon und sind qualitativ mit das Beste, was derzeit zu vertretbarem Preis auf dem Markt erhältlich ist.
Lüfter und Lautstärke
Der 140mm-Lüfter von Global ist kugelgelagert und arbeitet relativ vibrationsfrei. Die thermische Regelung sorgt dabei für eine angenehme Lautstärke in unteren Lastbereichen, jedoch ist das Netzteil unter Last kein wirklicher Leisetreter. Es ist nicht laut, aber für Ultra-Silent-Systeme nicht die beste Lösung. Es ist mit etwas unter 25db akzeptabel und brauchbar, aber eben nicht Spitzenklasse. Zur Ehrenrettung muss man jedoch sagen, dass in einem normalen und nicht auf Silent ausgelegten Rechner bei Volllast die Lüfter des CPU-Kühlkörpers und vor allem die der Grafikkarte das Netzteil im eingebauten Zustand im Gesamtschallpegel locker überdecken. Somit auch hier ein Kompliment für diese Preisklasse, man kann für diesen Preis auch kaum mehr erwarten.
Spannungen und Belastbarkeit
Verheizen wollten wir es nicht, aber an die Grenzen führen schon. Auf unserem Testsystem mit Intel Core i7 2500k @4,5 GHz und einer übertakteten GTX 480 Calibre von Sparkle musste bewiesen werden, dass auch die Grenzbereiche stabil überstanden werden. Leider existieren nur ein 6+2-poliger und ein 6-poliger PCIe-Stecker - wir haben deswegen einen weiteren Adapter verwendet. Ein kräftiges SLI ist mangels weiterer PCIe-Anschlüsse also kaum sinnvoll, deshalb auch die Beschränkung auf eine große Einzelkarte. Mit knapp 430 Watt bei Belastung aller Komponenten waren alle Spannungen stabil.
| 12 Volt | 5 Volt | 3,3 Volt | |
|---|---|---|---|
| Idle (ca. 104 Watt) | 12,22 Volt | 5,10 Volt | 3,31 Volt |
| Volllast (ca. 430 Watt) | 12,01 Volt | 5,06 Volt | 3,24 Volt |
Eine genaue Messung zur Effizienz konnten wir in einem Kurztest im Hinblick auf den Aufwand nicht machen. Allerdings kan man anhand eines bekannten Systems, dessen Verbrauch bekannt ist, einen sehr guten Vergleich ziehen, indem man einfach das Netzteil austauscht. Wir hatten unlängst mittels Stromzange, Adaptern und einem guten Multimeter unser neues Grafikkarten-Testsystem intern vermessen und somit quasi für die neuen Grafikkarten-Charts "geeicht". Der Musterverbrauch des Core i5 2500K @4,5 GHz auf einem Gigabyte P67A UD5 inclusive einer SDD und dem Kühlerlüfter, 16 GB RAM, allerlei benötigtem USB-Klimbim und einer HD5450 als Referenzkarte liegt im Idle bei ca. 55-55,5 Watt. Das schwankt ein wenig mit der Lüfterdrehzahl der zwei geregelten Vortex. Nimmt man nun dieses System als Referenz zu Hilfe, messen wir primärseitig beim Golden Green zwischen 70 und 71 Watt, aber auch hier schwankt der Wert etwas. Das entspricht bei ca 12% Auslastung noch sehr guten 80%. Diese Aussage ist etwas zu relativieren, weil wir die Effizienz nur durch eine Vergleichbetrachtung ermitteln konnten. Trotz allem sollte dieser Wert annähernd stimmen.
Fazit und Kaufempfehlung
Was besonders augenfällig ist - durch die hohe Effizienz ist sogar ein ausgewiesenes 450 Watt Netzteil in der Lage, ein sehr potentes PC-System stabil zu versorgen! Es muss also nicht immer ein 750 Watt-Netzteil sein, sondern durch Effizienz kann die in Frage kommende Leistungsklasse extrem nach unten korrigiert werden. Was wiederum die Anschaffungskosten von knapp 60 Euro mehr als relativiert und in sehr günstigem Licht erscheinen lässt. Unserer Meinung nach ist das Super Flower Golden Green 450 Watt mit 80+ Gold und dieser Ausführung eine echte Empfehlung wert.
Vorschau
Dieser Hands-On-Test ist nur ein Auszug aus unserem neuen Praxisartikel über eine sinnvolle Auf-oder Umrüstung von Netzteilen und somit auch zugleich ein Vorgeschmack auf das, was der Leser demnächst erwartet.
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- Speedlink Cue - Kleine Maus, große Gesten
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Diesen Satz unterstütze ich zu 100%. Der Label(wahn)sinn bei 500-700W geht mir gehörig auf die Nerven. Da gehts schon fast zu wie bei der Wattleistung von HiFi-Anlagen.
Bei mir werkelt auch "nur" ein 480W BeQuiet und das reicht völlig um einen Standart-PC mit Gamerqualitäten zu versorgen.
Meine Meinung, mein I7-920@3.6Ghz + GF9800GTX + 12GB DDR3 + 3 HDD wird gerade mal von einem Corsair HX 450Watt angetrieben. Das Ding läuft bei mir lautlos und hat immer nur Raumtemperatur. Ein Qualitativ gutes Netzteil es wichtiger als die reine Maximalleistung, ich hatte 'ne ganze Reihe anderer Netzteile, welche richtige "Brüller" waren und geradezu heiß wurden. Leider war auch ein Be Quiet 470 Watt dabei, welches nur einen übertakteten C2D antreiben musste.
Und zur Lautstärke: Ist es denn dann wenigstens im Idle flüsterleise ?
aber ich bin gespannt auf den großen Praxisartikel, ich hoffe da gibt es ein paar schöne Messdiagramme der realen Effizienz von vielen Prominenten Vertretern samt Stabilität usw
Als Eure Redaktion damals das DTK Dragon Force DF-530GT 530W ATX 2.2 einem Test (http://www.tomshardware.de/Antec-CoolerMaster-Silverstone-Thermaltake-DragonForce,testberichte-240144-18.html) unterzogen hatte und es sich dort sehr gut schlug, fand ich - so wie hier zum wiederholten Male - Bestätigung, daß es nicht annähernd dreistellige Beträge erfordert, um gute bis sehr gute Verarbeitungsqualität und Effizienz bekommen zu können. Wenn ich das DF-530GT nicht bloß schon hätte...
Ich habe für derartige Kurztests keinen Meßarbeitsplatz zur Verfügung. Wir haben aber mittels Stromzange, Adaptern und einem guten Multimeter unser neues Grafikkarten-Testsystem intern vermessen und quasi für die neuen Grafikkarten-Charts geeicht. Der Musterverbrauch des Core i5 2500K @4,5 GHz auf einem Gigabyte P67A UD5 inclusive einer SDD und dem Kühlerlüfter, 16 GB RAM und einer HD5450 als Referenzkarte liegt im Idle bei ca. 55-55,5 Watt. Das schwankt ein wenig mit der Lüfterdrehzahl der zwei geregelten Vortex. Primärseitig messe ich beim Golden Green zwischen 70 und 71 Watt, auch hier schwankt der Wert etwas. Das entspricht bei ca 12% Auslastung noch guten 80%.
Ich veröffentliche solche mehr oder weniger volkstümlich ermittelten Ergebnisse ungern direkt in Tests, da zu viele individuelle Faktoren auch noch eine Rolle spielen. Man wird dann am Ende immer auf die letzte Kommastelle festgenagelt, worauf ich Null Bock habe.
viele andere sinken hier schon ab auf 50% oder so, bei prozentual so wenig Auslastung.
1. Wird der Strom vor dem Netzteil und nach dem Netzteil gemessen? Kann man die einzeln werden für jedem Kabel messen?
2. Oder gibt es eine Möglichkeit jede Komponente zu Messen und dann die Summe zu ermitteln?
PS@Mitlesern: ich bräuchte ein richtig leises Netzteil für meinen Rechner, wenn möglich auch mit 80+ (Silber, Gold), um die 500-600W, bis 100-150€
Ich habe ja beschrieben, wie ich es gemacht habe: eine Allstrom-Zange ist recht genau, den Rest macht man notfalls per Ampéremeter. Primärseitig misst man mit einem für Schaltnetzteile geeigneten guten Verbrauchsmesser, da bekommt man sogar noch den Leistungsfaktor.
Du bekommst auch Gold-Netzteile im 500-Watt-Bereich günstig. Das lohnt aber nur, wenn bei Dir die Differenz zwischen Idle und Volllast extrem groß ist (z.B. ein SLI- oder Crossfire-Gespann). Am Besten dimensioniert man man ein Netzteil, das überwiegend auf Dauerlast laufen soll so, dass das Netzteil genau in diesem Bereich den höchsten Punkt in der Effizienzkurve erreicht. Wer eher im Idle rumsurft, der sollte wirklich darauf achten, Netzteile nicht überzudimensionieren und hier eher mal in Gold-Regal zu greifen. Dann rechnet es sich durchaus.