EdocSync - P2P-Synchronisation
Mit EdocSync präsentiert das französische Unternehmen SyncEvolution ein Programm das sich vornehmlich an Geschäftskunden richtet. Ein Blick auf die Herstellerwebseite verrät, dass EdocSync beim Organisieren, Verteilen und Synchronisieren von Dateien behilflich sein soll. Soweit nichts Ungewöhnliches. Interessanter wird es allerdings, sobald man etwas genauer mit den Aussagen des Herstellers auf der Website beschäftigt.
Auf den zweiten Blick wird klar, dass EdocSync nach dem Peer-to-Peer-Prinzip funktioniert, bei dem Daten zwischen mehreren Computern direkt ausgetauscht werden. Ein zentraler Server ist für den eigentlichen Betrieb des Programms nicht notwendig. Diese Funktionsweise dürfte vielen Anwendern vor allem im Zusammenhang mit Filesharing und illegalen Downloads bekannt sein. Neugierig geworden haben wir uns das Programm etwas näher angeschaut.
Version für Privatanwender
EdocSync ist nur für die Windows-Plattform verfügbar und benötigt gemäß Hersteller mindestens Windows 2000 mit installiertem Service Pack 4 um ordnungsgemäß zu funktionieren. Die Installation unter Windows Vista und Windows 7 verlief bei unserem Test problemlos. Zudem ist das Programm in den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch verfügbar. Neben der Pro-Version die sich vorwiegend an Geschäftskunden richtet, bietet SyncEvolution noch eine kostenlose, aber im Funktionsumfang erheblich reduzierte Version für Privatanwender an. Die Preise für die Pro-Version variieren je nach Anzahl der Lizenzen zwischen 79 Euro für eine Einzellizenz und 3800 Euro für 25 Lizenzen inklusive eines "Meeting Point"-Servers für das Firmennetzwerk. In diesem Punkt geizt der Hersteller SyncEvolution etwas und Informationen finden sich nur bei genauerem Studium der Internetseite.
Netzwerkprobleme mit "Meeting Point" umgehen
Der "Meeting-Point"-Server wird dann notwendig, wenn eine Kommunikation zwischen EdocSync-Clients innerhalb eines Unternehmensnetzwerks mit EdocSync-Clients außerhalb des Firmennetzwerk kommunizieren sollen. Denn einerseits würden im Normalfall die Kommunikationsversuche der EdocSync-Clients von einer im Unternehmen installierten Firewall geblockt werden, zum anderen ergibt sich auf Grund der der Peer-to-Peer Architektur die Problematik der sogenannten Network Address Translation (NAT).
Diese bewirkt, dass alle privaten IP-Adressen (z.B. 192.168.1.1, 192.168.1.2, etc.) innerhalb eines Firmennetzwerks in eine einzige im Internet öffentliche IP-Adresse "übersetzt" werden. Verrichten nun innerhalb des Firmennetzwerks 20 Clients ihren Dienst, kann ein externer Client nicht mit allen 20 EdocSync-Clients im Firmennetzwerk kommunizieren da ihm nur eine, die öffentliche, IP-Adresse bekannt ist. Neben der Lösung diverser Problematiken im Netzwerkverkehr stellt der "Meeting Point" noch weitere Funktionen wie eine "Zentrale Überwachung der Dokumentenübertragung" sowie eine vollständige "Verwaltung aller Netzwerkteilnehmer" (Zitat von der Herstellerwebseite) zur Verfügung.
"Doch auch wenn die Bereitstellung eines zentralen Netzwerkspeichers viele Vorteile mit sich bringt und unter anderem das Verteilen von Dateien durch kopieren auf einzelne Computer überflüssig macht, so wird ein Problem damit nicht gelöst: Das Vorhalten von Dateien mit verschiedenen Versionsständen. Denn wenn eine Datei bearbeitet und wieder abgespeichert wird, dann wird durch diesen Vorgang die ursprüngliche Datei überschrieben. Sie ist damit in den meisten Fällen unwiederbringlich verloren. Ein ähnliches Problem tritt auch auf, wenn eine zu bearbeitende Datei auf dem lokalen Computer abgespeichert und nach der Bearbeitung wieder auf den Netzwerkspeicher kopiert wird. Wurde die Datei auf dem Netzwerkspeicher zwischenzeitlich geändert, sind diese Änderungen nach dem Kopiervorgang nicht mehr verfügbar.
Dieser Problematik begegnen viele Unternehmen durch den Einsatz datenbankgestützter Dokumentenmanagementsysteme. Für Privatanwender oder kleine Unternehmen stellen diese jedoch meist keine Lösung dar, da die Einrichtung eines solchen Systems zu teuer oder die Implementierung im Verhältnis zum angestrebten Zweck zu aufwändig wäre."
Windows Server haben seit Server 2003 schon den Volume Shadow Copy Service (VSS), der kann bis zu 64 Versionsstände speichern, also eigentlich ohne großen Aufwad machbar...
"Doch auch wenn die Bereitstellung eines zentralen Netzwerkspeichers viele Vorteile mit sich bringt und unter anderem das Verteilen von Dateien durch kopieren auf einzelne Computer überflüssig macht, so wird ein Problem damit nicht gelöst: Das Vorhalten von Dateien mit verschiedenen Versionsständen. Denn wenn eine Datei bearbeitet und wieder abgespeichert wird, dann wird durch diesen Vorgang die ursprüngliche Datei überschrieben. Sie ist damit in den meisten Fällen unwiederbringlich verloren. Ein ähnliches Problem tritt auch auf, wenn eine zu bearbeitende Datei auf dem lokalen Computer abgespeichert und nach der Bearbeitung wieder auf den Netzwerkspeicher kopiert wird. Wurde die Datei auf dem Netzwerkspeicher zwischenzeitlich geändert, sind diese Änderungen nach dem Kopiervorgang nicht mehr verfügbar.
Dieser Problematik begegnen viele Unternehmen durch den Einsatz datenbankgestützter Dokumentenmanagementsysteme. Für Privatanwender oder kleine Unternehmen stellen diese jedoch meist keine Lösung dar, da die Einrichtung eines solchen Systems zu teuer oder die Implementierung im Verhältnis zum angestrebten Zweck zu aufwändig wäre."
Windows Server haben seit Server 2003 schon den Volume Shadow Copy Service (VSS), der kann bis zu 64 Versionsstände speichern, also eigentlich ohne großen Aufwand machbar...
Wie mein Vorredner schon erwähnte: Schattenkopien gehören mittlerweile schon zum Alltag. Auch viele NAS haben diese Funktionen inne. Ich weiß nicht welcher "IT-Experte" auf die Lösung P2P zugreift. Sicherheitstechnisch ein absoluter Supergau!!!!, da zusätzl. Software benötigt wird um mit Clients von aussen zu kommunizieren.
"Der "Meeting-Point"-Server wird dann notwendig, wenn eine Kommunikation zwischen EdocSync-Clients innerhalb eines Unternehmensnetzwerks mit EdocSync-Clients außerhalb des Firmennetzwerk kommunizieren sollen. Denn einerseits würden im Normalfall die Kommunikationsversuche der EdocSync-Clients von einer im Unternehmen installierten Firewall geblockt werden, zum anderen ergibt sich auf Grund der der Peer-to-Peer Architektur die Problematik der sogenannten Network Address Translation (NAT)."
richtig so! Es muss geblockt werden!!!
Weil zusätzl. Datenverkehr stattfindet!!!:
"Da uns für unseren Test kein "Meeting Point"-Server zur Verfügung stand und die Kommunikation zwischen EdocSync-Client und "Meeting Point"-Server SSL-Verschlüsselt stattfindet, lässt sich nicht genau sagen welche Informationen, neben den für die Identifizierung des Clients notwendigen Daten, noch übertragen werden."
Fazit: kein vernünftiger Admin lässt auf seiner FW ein P2P-Netzwerk zu.
Jeder x-beliebige Router aus dem MediaMarkt kann heute viele VPN-Verbindungen parallel verwalten. Habe ich Windows Server 2003 aufwärts kann ich auch mit diesem problemlos VPN-Verbindung simultan fahren!!!
Gruß
IT-Turtle
IT-Turtle ... mmhhh... Frage ist, ob hier zielgruppenkonform bewertet wurde.
Fakt ist, Du hast Recht und die Sicherheitsbedenken sind begründet. Zumindest teilweise, denn die Daten werden ja verschlüsselt übertragen, was aus dem „Supergau“ ein nur noch „vorhandenes Sicherheitsrisiko“ macht, selbst bei P2P. Fakt ist aber auch, dass dieses Tool eine ganz andere Zielgruppe anspricht. Ich fahre ja auch nicht mit dem Fahrrad auf der Autobahn. :-)
Nein, mal im Ernst: Kleine Teams, die unstrukturiert und projektbezogen arbeiten und kurzfristig einberufen werden, ersparen sich mit eDocSync eine Menge Zeit. Die Software ist relativ einfach zu installieren und zu bedienen und bringt für Leute mit begrenztem IT-Sachverstand oder -Experimentierlust einen Luxus an Funktion und Sicherheit, den sie ansonsten nur von wesentlich aufwendigeren und kostenintensiveren Lösungen erwarten können.
Das EDocSync erinnert mich stark an SVN mit den filelocks/users/groups/branching...
)
Was das P2P angeht, so sehe ich da keine Probleme.
- Die Anwendung _muss_ ja auf irgendeine Art kommunizieren
- Die Kommunikation erfolgt im Netzwerk
- Das Netzwerk wird entlastet
- Docs werden nur zwischen den Clients geshared die auch in einer Gruppe sind und dementsprechend die Berechtigung dazu haben
Wer aber einen externen Zugriff auf sein Netzwerk haben will, muss in den Meetingpoint investieren. Wenn ich die Kritik von it-turtle aufgreife, so könnte man auch sagen, dass das Windows Filesystem ebenfalls ein P2P ist. Zugegeben, der Begriff P2P erinnert stark an Kazaa edonkey und emule was bei den Admins ein paar graue Haare verursacht. Ich definiere das mal als einen unglücklich gewählten Begriff und würde es als "direkte Kommunikation zwischen den Clients" bezeichnen.
Eine Verbindung zähle ich noch zu www.syncevolution.com:4454. Ich nehme an, dass dort die User DB liegt (Hatte keine Lust Wireshark anzuwerfen
> Fazit: kein vernünftiger Admin lässt auf seiner FW ein P2P-Netzwerk zu.
Da komm ich grad nicht mit? Wenn es nach de Aussage ginge, so müsste jeder Rechner eine komplette Portsperrung erhalten, angefangen bei den Netbios über EPMap und HTTP... Viel einfacher wäre es dann den Stecker zu ziehen, oder auf gut deutsch: Kein Netzwerk. Dann, ist die Anwendung aber definitiv ungeeignet
> Sicherheitstechnisch ein absoluter Supergau!!!!, da zusätzl. Software benötigt wird
Ist mir definitiv lieber als das meine Daten auf irgendeinem Fremdserver rumliegen. Da hoste ich lieber selbst eben Aufgrund der Sicherheit und überlasse meine Dokumente ungern auf irgendwelchen Server. Ebenso könnte man meinen, dass der Satz das Hosten eines Exchange Servers als einen Supergau deklariert nur weil ich eine Portfreigabe gemacht werden muss um Outlook Anywhere zu nutzen.
Eine Möglichkeit den Meetingpoint zu kicken wäre VPN. Das Programm ermöglicht auch die Adapterauswahl über welchen die Kommunikation erfolgen soll, ebenso einen Proxy. Aber dann bräuchte man ja eine Portfreigabe für VPN...
> Windows Server haben seit Server 2003 schon den Volume Shadow Copy Service (VSS), der kann bis zu 64 Versionsstände speichern, also eigentlich ohne großen Aufwad machbar...
Jip, aber das betrifft nur die Versionierung, nicht das eigentliche Arbeiten am Dokument. Hier, wenn modifiziert, wird mir der diff Angezeigt. Das sollte der eigentliche Zweck des Programms sein soweit ich das verstanden habe.
> Fakt ist, Du hast Recht und die Sicherheitsbedenken sind begründet.
Sicherheitsbedenken ist unter anderem das, was einen Admin ausmacht, sehe sie aber nciht als begründet...
Die GUI bedarf noch einer Überarbeitung, diverse Punkte sind unkonventionell angeordnet. Was mir gefällt ist der Notifier der bei einem Dokument, dass sich in Bearbeitung befindet die teilnehmenden User informiert. Der Notifier kann ebenfalls konfiguriert werden.
Das Chat System muss noch angepasst werden. Beim Bearbeiten eines Dokuments hat eine Incomming Message das Carret gefressen und 2 Sätze landeten im Messenger.
Da die Software verschlüsselt kommuniziert ("direkte Kommunikation zwischen den Clients"):
Fazit: Ideal geeignet um simultan an Dokumenten zu arbeiten, diverse Anpassungen an der GUI noch nötig.