Freie TLDs finden Zuspruch

Gestern hat die ICANN beschlossen, Marken-, Städte- und Eigennamen als Top-Level-Domains zuzulassen. Künftige Domainnamen wie hans.meier oder bars-in.berlin stoßen auf Zuspruch in der Branche.

Die Zeiten, als .tv, .org oder .name neben .com und .de noch exotisch klangen, sind längst vorbei. Ab nächstem Jahr wird es aber beim Eintippen von Webadressen wieder abenteuerlich: Die ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers), oberster Hüter von TLDs (Top Level Domains), hat sich nämlich dazu entschlossen, Marken-, Städte- und Eigennamen zuzulassen.

Ab 2009 soll es demnach möglich sein, sich bei Webadressen nicht nur die Zeichenfolge vor dem berühmten »dot« auszusuchen — sofern sie überhaupt noch frei ist. Auch dort, wo bisher meist länderspezifische, so genannte ccTLDs (country code) stehen, könnte sich 2009 eine Fülle bunter Eigennamen tummeln. Städte und Gemeinden etwa könnten ihren Internet-Auftritt durch die Domain .berlin oder .hamburg schmücken — New York wartet etwa auf .nyc — und Unternehmen werden ihren Firmennamen registrieren. »Die Möglichkeiten sind vielfältig. Sie verkörpern eine ganz neue Art und Weise, wie sich die Menschen im Netz darstellen können«, erklärt ICANN-Chef Paul Twomey. Auch die Branche findet das gut: »Damit wird das Internet noch flexibler und vielseitiger«, meint etwa Bitkom-Präsident Scheer.

Zudem sollen Domains auch in allen Sprachen möglich werden: Asien wünscht sich schon lange etwa chinesische Schriftzeichen, auch Kyrillisch wird nach langen Jahren der lateinischen Vorherrschaft im Web kommen.

Bis es so weit ist, wird aber noch einige Zeit vergehen. Zunächst sollten Städte, Regionen oder Unternehmen die jeweils gewünschte TLD beantragen, das wird nicht vor dem zweiten Quartal 2009 möglich sein. Mit TLDs für Einzelpersonen ist erst gegen Ende 2009 zu rechnen.

Bildausschnitt: Wikipedia

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11 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Die werden die Große eher von dir einklagen *gg*

    Aber prinzipiell find ich's gut. Bzw. es stört nicht. Mittlerweile muss man ja schon lange kein http oder www eintippen. Also Surf-Technisch wirds spassig. statt www.coca-cola.de einfach coca.cola ^^
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  • ich muß sagen ich find des bescheuert. man stelle sich vor da is ne firma die z.b. ein umlaut im nahmen hat. außer jemand der ne deutsch tastatur hat weiß wie man sowas eintippen soll? von chinesichen schriftzeichen will ich erst gar net reden. und was macht es bitte schon für nen unterschied? da bin ich dann ständig am rumrätseln wie die domain jetzt wirklich heißt.
    @bobbitz: um mal dein beispiel aufzunehmen. www war noch nie ne plicht. die ersten websites waren halt unter www erreichbar weil man am dns einfach port 80 in der subdomain www für den webserver freigeschalten hat. wenn man z.b. aus ner firma raussurft, kann man so port 80 benutzen, da ja der webserver net damit kollidiert. der is ja schließlich auf www.irgendwas.tld
    und ich finds net witzig. da weiß ich jetzt nimmer ob ich coca.cola oder coca-cola.de aufrufen muß. was ist wenn dann andere colahersteller kommen? afri.cola, topstar.cola usw ... find ich persönlich nen riesen käse.
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  • Hmm, ist tatsälchich irgendwie unvorteilhaft, bisher konnte man meistens, wenn man die TLD nicht wusste, einfach .de oder .com eingeben und kam dann auf die richtige Seite, dass wird dadurch natürlich wohl unmöglich.
    Dann gibt es in 5 Jahren an die 5.000.000 TLD´s in 120 verschiedenen Sprachen, welch ein Glück.
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