Telekom stellt Breitbandausbau in Frage

Nach der gestrigen Senkung der Gebühren für die Teilnehmeranschlussleitung durch die Bundesnetzagentur will die Telekom Investitionen für den Ausbau von Breitband-Anschlüssen in ländlichen Gebieten auf »ihre Wirtschaftlichkeit« hin prüfen.

Dass die Telekom mit der Gebührensenkung der Teilnehmeranschlussleistung (TAL) nicht zufrieden ist, war abzusehen. Immerhin hatte sie ursprünglich eine deutliche Erhöhung der Gebühren gefordert, die die private Konkurrenz für die »letzte Meile« an den Konzern monatlich zahlen muss (siehe »Die letzte Meile wird günstiger«).

Telekom-Finanzchef Höttges ist mit der Entscheidung der BNetzA nicht einverstandenTelekom-Finanzchef Höttges ist mit der Entscheidung der BNetzA nicht einverstandenDie Entscheidung der Bundesnetzagentur (BNetzA) ist für den früheren T-Home-Vorstand und jetzigen T-Finanzvorstand Timo Höttges ein »Investitionshemmnis«. Nach Angaben der Telekom hat sie auf dem Breitbandmarkt einen Marktanteil von rund 50 Prozent und kann mit den nun geringeren Entgelten nicht die Breitband-Versorgung in Deutschland allein herstellen: »In einem liberalisierten Markt kann die Last des Ausbaus nicht von einem Unternehmen allein getragen werden«, so Höttges, »auch die Wettbewerber, die sich für eine Senkung stark gemacht haben, sind jetzt gefordert, in Breitband im ländlichen Raum zu investieren«. 2008 wurden laut Telekom rund 100 Millionen Euro investiert und über 400 000 Haushalte mit einem Breitbandanschluss versorgt. Für dieses Jahr war eine ähnlich hohe Summe vorgesehen, um die so genannten »weißen Flecken« auf der deutschen Landkarte mit schnellen Internetanschlüssen zu versorgen. Doch nun will Höttges diese Investitionen »neuen Wirtschaftlichkeitsberechnungen« unterziehen.

Zugleich kritisiert er die BNetzA scharf: »Während die Bundesnetzagentur in anderen Branchen wie Energie den Investitionsbedarf in moderne Infrastruktur durchaus berücksichtigt und Netz-Betreibern höhere Entgelte zubilligt«, so Höttges, »kennt sie bei der Regulierung des Telekommunikationsmarktes auch in einer Wirtschaftskrise nur ein Ziel: Dienstleistungen immer billiger machen«.

Mehr zum Thema bei Tom's Hardware:
Telekom: Mehr Geld für die letzte Meile (21. Januar 2009)
Die letzte Meile wird günstiger (1. April 2009)

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19 Kommentare
    Dein Kommentar
  • fabi87
    naja durchaus nachvollziehbar...

    nur leider ärgerlich für uns kunden :-( (bei mir geht nur max. DSL 3000)
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  • Derpet
    Was ist gegen DSL3000 zu sagen? Gibt genug Gegenden wo auch heute noch nur Modem geht...
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  • fabi87
    @derPet: eh klar, normal dürfte ich mich eh nicht beschweren. aber wenn nur ein paar hundert meter weiter dsl 16000 geht und bei mir nicht mal ein fünftel davon, ist das schon etwas ärgerlich. vor allem wenn man fürs 6000er bezahlt.

    lade auch viel über rapidshare wo zusätzliche bandbreite nie verkehrt ist :-D desweiteren sind die neuen angebote wie t-home durchaus interessant :-)
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