Keine »Three-Strikes«-Regelung in Spanien
Einige europäische Länder tun es Frankreich gleich und führen die so genannte »Three Strikes«-Regelung ein. Nicht jedoch Spanien: Dort ist die umstrittene Regelung der Internet-Sperrung vom Tisch.

In diversen europäischen Ländern hat sich die Medienindustrie in ihrem Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen – insbesondere durch Filesharing – durchgesetzt: Vorbild ist Frankreich mit seinem Gesetz namens Hadopi (Haute Autorité pour la Diffusion des oeuvres et la Protection des Droits sur Internet; »Behörde für die Verbreitung der Werke und der Schutz der Urheberrechte im Internet«). Nach der umstrittenen Regelung müssen die Internet-Provider des jeweiligen Landes die persönlichen Daten ihrer Kunden auf Aufforderung herausrücken, damit solche mutmaßlichen Urheberrechtsverletzer belangt werden können (siehe »Frankreich stimmt für Internet-Sperren«).
Wird auf diese Weise etwa nachgewiesen, dass ein Provider-Kunde geschützte Dateien heruntergeladen oder weiter verbreitet hat, erhält er zwei Warnungen; beim dritten Mal ist Schluss: Der Internet-Zugang wird für ein Jahr gesperrt, die Kosten für den Vertrag mit dem Provider jedoch weiter zu bezahlen. Auch in Irland hat sich die Medienindustrie durchgesetzt. Dort müssen die ISPs mit der IRMA (Irish Recorded Music Association) zusammenarbeiten (siehe »Urheberrechtsverletzung: Irland greift durch«).
In Spanien hingegen wird die Regelung nicht eingeführt. Wie Billboard meldet, haben sich die Provider erfolgreich gegen die Medienindustrie zur Wehr gesetzt, die auch dort eine Three-Strikes-Out-Regelung geplant hatten. Schon Ende April waren Gespräche zwischen ISPs und der Medienvereinigung SGAE (Sociedad General de Autores y Editores) gescheitert, nun ist der Plan endgültig vom Tisch. Nach der ablehnenden Haltung gegenüber der Forderung eines 3-Stufen-Modells wurde versucht, die Provider zu einer Geschwindigkeits-Drosselung zu überreden – was diese ebenfalls ablehnten.
»Wir wollen Internet-Nutzer nicht kriminalisieren, weil sie illegale Downloads vornehmen«, wird der Spanische Koalitionspräsident Aldo Olcese zitiert. Er ist damit ganz auf der Seite von Miguel Canalejo, dem Präsidenten der Vereinigung Redtel, zu der unter anderem Provider wie Telefonica, Vodafone und Orange gehören: »Piraterie ist kein Phänomen, das verfolgt werden müsste«, so Canalejo bereits vor einigen Wochen. Er sieht die Probleme der Medienindustrie als hausgemacht: Sie biete einfach keine legalen und attraktiven Alternativen zum Filesharing an.
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Das ist ja mal ne ordentliche Ohrfeige für die Medienindustrie. Aber wo er Recht hat...
In Spanien gibt es ein Recht auf P2P-Nutzung und nur wer gewerblichen Nutzen daraus zieht, kann zur Verantwortung gezogen werden. Rechtlich kann in Spanien einer beim Downloaden in irgendeiner Weise belangt werden. Dieses Jahr wird ein Modellversuch gestartet, in dem Filmemacher für jeden im P2P-Netz downgeloadeten Film den Preis einer Kino-Eintrittskarte gutgeschrieben bekommen, vom Staat! Dieser nimmt ja über die Abgaben auf CD-Rohlinge, Festplatten usw. Geld ein, das zweckverwandt verwendet werden muss.
Ja - endlich ma normale Leute hier in Spanien ^^
Wenns bei uns so ähnlich kommt, werden die Piraten sehr stark hier. (Piratenpartei)
Endlich mal einer, der sich der Medienmafia nicht beugt.
Wir bezahlen Abgaben für DVDs, CDs, Papier, Tinte, ...
Das bedeutet doch: Kopieren ist legal, schließlich hab ich mit dem Rohling dafür bezahlt. Oder darf ich die Gebühren zurückfordern, wenn ich die gekauften Dinge nicht zum Kopieren urheberrechtlich geschützter Werke genutzt habe?
Ist doch eine gute Idee, wer an steinzeitlichen Vertriebsmaßnahmen vehement festhält muss halt andere Wege erforschen oder beim Staat schnorren, naja, so erfüllen die Abgaben wenigstens einen Sinn.
Liecht OT
Freut sich der Verleger: "Super, kann ich mir endlich meine Yacht
kaufen!"
Lacht der Komponist: "Ja, und ich kann mir endlich meine Limosine
kaufen."
Sagt der Musiker: "Ja, und ich kaufe mir einen Pullover..."
Darauf die beiden anderen: "Und der Rest..?"
Der Musiker: "Na ja, den Rest, den schießt meine Oma zu..."
Es stimmt schon... illegales Kopieren schädigt den Urheber, aber was generell immer ausser Acht gelassen wird, sind die Sonderabgaben für jeden Benner, jeden Rohling, überhaupt so ziemlich alles, was irgendwie Vervielfältigen kann. Überigens sind wir ALLE ausnahmslos ganz böse Raubkopierer, denn schließlich beginnen wir schon im Kindesalter damit, uns geistiges Eigentum Anderer ohne deren Wissen und vollkommen Gebührenfrei anzueignen. Und wehe dem kleinen 12-jährigen Genie, dass da gar einen Picasso nachmalen kann...
Alles Bauernfängerei - und Lobbyismus. In Spanien sind die einfach viel lockerer und anscheinend noch nicht so durchsetzt mit den ganzen Aufsichtsräten und Politikern, welche in irgendwelchen Führungsriegen irgendwelcher Konzerne sitzen und umgekehrt.
Nur wo will man dann in DE mit aufräumen anfangen?
Ich sag mal, ein Volk bekommt immer die Regierung, die es verdient hat - wir sind anscheinend ein sehr miserables Volk....
Das Problem ist einfach: ein Konzept, wie es dem Filesharing zugrunde liegt ist mit einer Konsumgesellschafft, wie sie uns von den Konzernen und Regierungen aufgezwungen wird überhaupt nicht kompatibel...
Auch der Open-Source-Gedanke passt hier einfach nicht dazu. Dass hier die Politiker und Konzerne gegen den Willen der Menschen vorgehen ist doch eindeutig anhand des stetig steigenden Interesses zu erkennen.
Was die einfach noch nicht kapiert haben, ist,
1. dass sie gegen ihre eigenen Kunden vorgehen und
2. dass sie nicht Gewinnen können
Je länger sie Zeit verschwenden um rechtliche und andere Barrieren aufzubauen und sich nicht darum kümmern, legal nutzbare und leistbare Angebote zu kreieren, desto eher werden sie eingehen.
Garantiert jeder, dem einmal von der Urheberrechts-Industrie der Internetzugang gesperrt wurde, wird niemals wieder etwas von denen kaufen!