Portico: neue Generation von Touchscreens?
Ein Team von Wissenschaftlern und Ingenieuren haben sich dem Problem der klein gehaltenen Touchscreens von Tablets angenommen. Im Rahmen des Projekts namens Portico demonstrieren sie eine Idee, wie eine Bedienoberfläche virtuell vergrößert werden kann.
Hersteller von Geräten mit Touchscreen-Oberfläche stehen unter dem Druck nicht nur die Leistungsfähigkeit und Vielseitigkeit ihrer Geräte stetig optimieren, sondern diese Technik auch in immer kleinere, leichtere und vom Design her ansprechendere Gehäuse verpacken zu müssen. Oft stoßen sie dabei an die Grenzen des Möglichen, vor allem was die Benutzerfreundlichkeit angeht. Eine nicht zu verachtende Rolle spielt dabei auch die Größe des Touchscreens selbst.
Diesem Problem hat sich Jacob Wobbrock, ein Wissenschaftler der Universität Washington, in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren Sharam Izadi von Microsoft und Daniel Avrahami von Intel im Rahmen eines Projekt namens Portico gewidmet. Sie arbeiten gemeinsam an einer Technologie, die zukünftig die Bedienoberfläche für Tablets virtuell vergrößert, ohne die eigentliche Displaydiagonale des Geräts vergrößern zu müssen. Der umliegende Raum einer Touchscreen-Oberfläche könnte zukünftig mit der Hilfe von zwei an der Seite über dem Display befindlichen, ausklappbaren Mini-Kamers so vergrößert werden, dass man ihn für interaktive Anwendungen nutzen kann. Die Nutzbarkeit der Bedienoberfläche würde für ein Tablet mit einem 12-Zoll-großen Display somit dem Äquivalent eines 26-Zoll-Bildschirms entsprechen.
Wobbrock erklärte gegenüber dem Technology Review in seiner Online Ausgabe die ehrgeizige Idee von Portico: „Wir wollen einen interaktiven Bereich schaffen, der über den des Bildschirms hinausgeht“. Da das System die von den Kameras aufgezeichneten Bewegungen außerhalb des Bildschirms erkennt und stetig miteinander vergleicht, kann somit nicht nur die Höhe von Objekten bestimmt werden, sondern auch ermittelt werden ob der Bildschirm berührt wird oder nicht. Anhand einer Demonstration beweist das Team, dass physische Objekte genauso wie Handgesten, die mit dem Bildschirm interagieren, erfasst und auf dem Bildschirm darstellbar sind. Rollt man z.B. einen Ball neben dem auf einer Oberfläche liegenden Tablet in Richtung des Geräts, trackt das Tablet den Ball und stellt virtuell den Verlauf des Balls in gleicher Richtung und Geschwindigkeit dar, den er genommen hätte, wenn er nicht gegen das Tablet gerollt wäre.
Die Dozentin für Mensch-Computer-Interaktion an der Universität Strathclyde in Glasgow, Eva Hornecker, spricht dem Bericht zufolge zwar von einem wachsenden Interesse an der Verwendung von Kameras zur Gesten- und Objekterkennung, macht aber auch auf die noch zu bewältigen Hürden aufmerksam: einerseits müsse der Nutzer vorher den interaktiven Bereich genau definieren, andererseits sei das Problem mit Touchscreens, dass man nicht erkennen könne, was über der Oberfläche passiere.
Wer weiteres Interesse am Projekt Portico hat, kann sich das folgende Video ansehen.
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Jetzt geht es wohl endgültig los und Adobe, Apple und Microsoft verbrüdern sich gegen Open Video.
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"Wer weiteres Interesse am Projekt Portico hat, kann sich das folgende Video ansehen." Das ist damit wohl nicht nur vom Interesse abhängig.