Touchscreens: Hat die Revolution begonnen?

Kapazitive Touchscreens

Die kapazitiven Touchscreens bilden die zweite Gruppe der am häufigsten verwendeten Modelle. Ihre Konzeption unterscheidet sich stark von derjenigen der resistiven Monitore, obwohl beide Systeme Ähnlichkeiten aufweisen. Wie bei den oben genannten Modellen beruht auch diese Technologie auf einer berührungsempfindlichen Schicht auf der Oberfläche des Monitors.

Wie funktioniert das?

Funktionsweise eines kapazitiven Touchscreens

In diesem Fall ist die Glasoberfläche des Monitors mit einer leitfähigen Schicht versehen, die in der Regel aus Indium-Zinn-Oxid (ITO) besteht. In sehr geringer Stärke ist dieses Material transparent. Diese Schicht ist mit Elektroden verbunden, die sich an den Rändern des Monitors befinden. Auf diese Weise wird auf der Oberfläche des Monitors ein gleichmäßiges elektrisches Feld erzeugt. Oder anders ausgedrückt: Die Oberfläche ist gleichmäßig aufgeladen. Wenn sich ein Finger diesem elektrischen Feld nähert, springt ein Teil der Ladung auf den Finger über. Diese Störung wird dann von der Steuerung des Monitors wahrgenommen.

Bei den ersten kapazitiven Touchscreens war die ITO-Schicht außen angebracht. Sie nutzte sich daher schnell ab, was die Lebensdauer des Produkts einschränkte. Heutzutage sind die Algorithmen für die Berührungserkennung so weit entwickelt, dass eine größere Entfernung zwischen ITO-Schicht und Finger möglich ist. So besteht die Oberfläche des Monitors jetzt nur noch aus einfachem Glas. Abnutzung ist also kein Thema mehr.

Auch nicht das Nonplusultra

Der Hauptvorteil der kapazitiven Touchscreens liegt in der wesentlich weniger reduzierten Helligkeit des Monitors. Die geringe Stärke der Leitschicht gewährleistet eine hohe Transparenz (über 90 %). Zudem bieten sie eine ausgezeichnete Auflösung. Und das Steuerungsmodul ist besonders kompakt.

Allerdings sind sie nach wie vor wesentlich teurer als resistive Touchscreens. Zudem reagieren sie nur auf leitende Objekte. Ein nackter Finger ist ideal, bei einem elektronischen Zeichenstift oder einem behandschuhten Finger tut sich hingegen gar nichts. Auch auf Wasser oder Feuchtigkeit auf der Bildschirmoberfläche reagieren diese Modelle empfindlich.

Dennoch unumgänglich

Auch der Trackpad eines Notebooks funktioniert nach dem gleichen Prinzip

Insgesamt überwiegen bei zahlreichen Anwendungen die Vorteile der kapazitiven Touchscreens. Als Beispiel sei hier nur das allgegenwärtige iPhone von Apple genannt. In diesem speziellen Fall musste Apple, um einen "Multi-Touch-Screen" zu schaffen, den Monitor in verschiedene Zonen einteilen und unterhalb des Monitors ein Elektrodengitter anbringen. Weitere Beispiele sind die Trackpads oder Touchpads, mit denen 99 % aller Notebooks auf dem Markt ausgestattet sind. Obwohl es sich in diesem Fall natürlich nicht um Monitore handelt.

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22 Kommentare
    Dein Kommentar
  • nea
    "Erst das iPhone verhalf Touchscreens zum Durchbruch."
    Also das halte ich für eine wirklich sehr gewagte Aussage.

    "Erst das iPhone verhalf Touchscreens zum Durchbruch in den Massenmedien."
    trifft es da vielleicht schon eher. Aber zum Durchbruch von Touchscreens, also das halte ich von persönlicher Seite aus für gewagt in meinen mittlerweile über einer Dekade mit Touchscreens privat. Und ich sehe auch nicht das urplötzlich mehr Touchscreen Elemente genutzt werden. Es wird ihnen maximal mehr Achtung geschenkt.
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  • legan
    Ende der Maus? Nie!

    So praktisch und einfach Touchscreens in ihrer Anwendung bzw bei der Bedienung sein können werden sie die Maus so schnell nicht ablösen können.

    Bei kleinen Geräten wie Handy, Musikspieler oder zur Bedienung von einem Mediacenter o.ä. ist die Technik vorteilhaft (wenn auch eher als Ersatz für Tasten als für eine Maus).

    Wenn ich mich aber jedes mal über den Schreibtisch strecken müsste um irgendetwas anzuklicken, zu verschieben oder zu markieren ist meine Maus ganz schnell wieder in der Hand.

    Touchscreens als Ergänzung definitiv ja. Als vollständigen Ersatz für die Maus in absehbarer Zeit definitiv nein.
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  • kowa
    "Eine direkte Bedienung ist intuitiver als die Computermaus."
    Das mag ja am PC stimmen, aber viele Kleingeräte wären besser mit (nicht doppelbelegten) Tasten und Rädern ausgestattet.
    Die Darstellung auf dem Monitor ändert sich je nach Menüpunkt und Status des Gerätes. Eine blinde Bedienung ist oft nicht möglich (Rufnummer wählen, SMS schreiben,Audio-Quelle wählen) ohne auf das Display zu schauen.
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  • BCT81
    Zitat:
    Wenn ich mich aber jedes mal über den Schreibtisch strecken müsste um irgendetwas anzuklicken, zu verschieben oder zu markieren ist meine Maus ganz schnell wieder in der Hand.


    Wenn du einen Touchscreen an deinem Computer hättest, dann würde auch dein Monitor dichter an dir dran stehen, so dass du dich eben NICHT über den ganzen Schreibtisch beugen mußt. Wenn eine Touchscreeneingabe zum Stand der Technik werden sollte, dann werden sich auch die Arbeitsplätze dementsprechend verändern.

    Zitat:
    Die Darstellung auf dem Monitor ändert sich je nach Menüpunkt und Status des Gerätes. Eine blinde Bedienung ist oft nicht möglich (Rufnummer wählen, SMS schreiben,Audio-Quelle wählen) ohne auf das Display zu schauen.


    Das Navigieren durch Menüs funktioniert auch ohne Touchscreen nicht blind. Und wenn du Texte schreiben willst, da gibt es durchaus Möglichkeiten, dass der Texteingabebereich immer im selben Teil des Monitors an den selben stellen ist. Dann kannst du da genauso gut oder schlecht blind tippen wie auf einer Tastatur. Was sich aber ändern muß, das wäre dann ganz sicher das Design der Geräte, weil wenn ich mir vorstelle auf meinem Monitor tippen zu müssen, dann wäre das alles andere als ergonomisch und mir täten sicherlich bald die Handgelenke weh.
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  • bwolf
    @BCT81:
    Keine Ahnung was du für Bildschirme hast, aber ich hätte ehrlich gesagt wenig Lust, mir meinen 24"er in Armreichweite zu stellen.

    Und wie legan bereits sagte, so sehe ich das auch: Ergänzung ja, Ablösung definitiv nicht.

    Oder wie soll ich Bildbearbeitung mit dem Finger machen oder z.B einen Shooter per Touchscreen spielen?
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  • Der_Paddy
    Wenn PCs per Touchscreen bedient werden, würden die Monitore sicher eher wie ein Buch vor die liegen anstatt wie ein Fernseher vor dir zu stehen.

    Dürfte aus ergnomischer Sicht doch eh besser sein oder?
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  • legan
    Der_PaddyDürfte aus ergnomischer Sicht doch eh besser sein oder?


    Das weiß ich nicht, kann schon sein, aber auch ein liegender oder sogar in den Tisch integrierter Touchscreenmonitor wird nicht alle Bedürfnisse befriedigen und Probleme lösen können.
    Als Ergänzung aber auf jeden Fall Interessant!
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  • miagi1
    Ich finden den Touchscreen in meinem Archos 605 (160GB) Video-/MP3-Player
    grossartig, es macht die bedinung einfacher und das surfen im internet ueberhaupt erst moeglich.

    Allerdings halte ich einen Touchscreen aufm schreibtisch der an einen DesktopPC angeschlossen ist fuer nich so praktisch. Wenn er Tocuhscreen aufgestellt wird wie ein normaler monitor hat man nach 15 minuten bis 30 minuten muede arme und keine lust mehr staendig mit ausgestreckten armen am screen herumzufummeln. Ein aufm schreibtisch liegender screen bewirkt eine ungemuetlich nach unten gerichtete haltung, die gegenueber den traditionellen sitzhaltungen an einem standart monitor auf keinen fall vorteilhaft ist.

    Bei z.B. einem Kuehlschrank mit Monitor ist ein Touchscreen wieder ein vorteil. Mein traum ist ein notebook das als benutzeroberflaeche nur EINEN touchscreen hat der sich in der mitte zusammenfalten laest wie ein buch. das ware cool.
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  • Anonymous
    Ich denke eher, dass das zukünftige Prinzip des PCs nach dem Vorbild des Nintendo DS gestaltet sein wird.
    Ein zweites Touch-Display als Tastaturersatz, sozusagen mit integrierter Maus.
    Bei einem Shooter sollte schon geradeaus schauen können ;)
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  • BCT81
    Zitat:
    Keine Ahnung was du für Bildschirme hast, aber ich hätte ehrlich gesagt wenig Lust, mir meinen 24"er in Armreichweite zu stellen.


    Gar keinen ;)
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  • momo2k
    Ich finde diese Technologien schon eine tolle Sache.
    Vor allem bei Microsofts Tischchen fühlt man sich doch Star Trek & Co ein Stückchen näher. Ich würde es cool finden, wenn mein PC darauf reagiert, wenn ich etwas bestimmtes auf den Tisch lege.
    "Computer!"

    Als Bedienelement für den täglichen Gebrauch wären Touchscreens mit den Aktuellen GUIs wohl sehr unpraktisch - Leute, die heutigen GUIs wurden genau für DIESE Eingabegeräte: Maus, Tastatur - entwickelt!
    Jedoch dürfte man selbst als der offenste Mensch der Welt etwas Bedenken vor einer radikalen Umgestaltung der Bediensysteme haben.
    Programme müssten anders entwickelt werden.
    Was auch cool wäre, wär eine Touchscreen-Tastatur im Stil des LCARS-Betriebssystemes aus Star Trek.
    Für alle nicht-Kenner: Die Tastatur könnte - vom Benutzer für jede Aufgabe frei anpassbar - verschiedene Schaltflächen und Informationen anzeigen.
    Macht man Word auf - vorausgesetzt, bis dahin ist die perfekte Spracherkennung noch nicht erfunden - erscheint eine Tastatur samt einiger nützlicher, programmierbarer Shortkeys auf dem Tastatur-Screen. Macht man hingegen den Flight Simulator an, erscheint ein an ein Flugzeuginstrumentenbrett angelehntes Panel.

    (Vorsicht: das ganze war jetzt mit Absicht etwas sehr Traumtänzerisch ausgedrückt ;) )

    Die Maus kann ich mir allerdings nicht Tot vorstellen.
    Sie stellt eine perfekte, ermüdungsfreie Handauflage, mehrere, extrem komfortabel erreichbare Knöpfe und kurze "Zeigewege" bereit.
    Allein schon das Halten des Gewichtes der eigenen Hand bei einem Touchscreen ermüdet doch schnell!
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  • Anonymous
    Ich finde es wäre langsam an der Zeit das die laptops einen touchscreen kriegen. Anstatt die eingebaute maus die ist sinlos finde ich.
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  • metal_alf
    Ich glaube wie einige hier anwesende, dass der logische nächste schritt eine "Touchpad-Tastatur" sein wird. Also dass nebst dem normalen Bildschirm eine Eingabefläche auf dem Tisch liegt welche evtl. sogar als 2t Bildschirm genutzt werden kann. Das gute am ganzen wäre, dass die gebotenen Knöpfe je nach geöffnetem Programm angepasst werden können, evtl. sogar dass bei einem Photoshop die Tatstur zum bildschirm wird wo man dann per Stift auf der zu bearbeitenden Grafik rumkurven kann.
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  • Anonymous
    @ momo2k:

    sowas tolles gibts doch schon ;)
    http://www.artlebedev.com/everything/optimus/
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  • momo2k
    Das ist es nicht. So etwas ähnliches für schweineteures Geld wurde auch bei THG schon vorgestellt.
    Das da sind feste Tasten, die einen Bildschirm haben. Toll.
    Sowas hilft höchstens Leuten, die sich nicht merken können, welche belegung jede einzelne Taste in einem bestimmten Programm hat.
    Was ich meine, ist eine Tastatur (fast?) ohne feste Tasten. Einfach ein Touch-Screen in Tastaturformat.
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  • Anonymous
    Da wo Platz ist -auf dem Schreibtisch z.B.-, sehe ich auch eher die Kombination aus normaler Anzeige groß und weiter entfernt und einer Touchscreenkonsole, die man sich mit Buttons und anderen Interaktionsmöglichkeiten belegen kann.

    @alex
    Die Tastatur sieht schon witzig aus, presst einen aber in das alte Schema und erlaubt lediglich Buttons als Interaktionsmittel, wie übrigens LCARS auch.

    Ein richtiger Multi-Touch-Screen mit frei konfigurierbarer Oberfläche, wäre schon was feines.
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  • Anonymous
    Touchscreens werden mit Sicherheit Maus und Tastatur nicht in absehbarer Teit ersetzen können. Schon allein aus ergonomischen und Kostengründen.

    Aber es gibt zur zeit noch ein viel großeres Problem. Nämlich eines mit Multi-touch. Keine GUI API ist zur Zeit wirklich für Mehrpunkteingaben gemacht. Zusätzlich gibt es noch keine klare Interaktionssprache, und außer Bilder herumschieben und Zoomen gibt es noch nicht viel, das mit Multi-touch intiutiver wird.

    Die Hardware ist eigentlich schon ganz gut entwickelt. Die Software ist aber noch weit davon entfernt.
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  • Anonymous
    Als Ergänzung für den PC, oder besonders für das Notebook auf Reisen, wo es vor einem liegt, sicher toll. Auf meine klassische Sitzposition mit Monitor möchte ich aber nicht verzichten. Eine berührungsempfindliche Fläche, welche auch Inhalte darstellen kann, statt Tastatur wäre ideal. Beim Text eingeben könnte sie sich je nach Anwendung in eine Tastatur verwandeln. Besonders hübsch wäre dies mit fühlbarem Feedback, wie zum Beispiel bei den Touchscreens der Alpine Moniceiver, bei denen man den "Tastenklick" auf dem Screen auch spürt, was sich prima nach Taste anfühlt und blindes tippen enorm erleichtert.
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  • Anonymous
    Für micih ist touch screen technick die Zukunft die maus wird jedoch dadurch nicht ersetzt sondern durch sprach befehle.

    Es wird einfacher für Leute sein einfach zu sagen was sie machen wollen als einen ganzb estimmten schritt zu machen. Und gerade für alte leute ist es einfacher mit dem Finger auf etwas zu zeigen als mit der Maus dort hinzu Navigieren.
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  • Miles
    Seit dem Umstieg auf ein HTC Touch ist für mich klar: Touchscreen auf dem Handy ist nicht mehr als ein Vermarktungstrick. Es bringt keinerlei Vorteile. Dafür muss das Display ständig von Fingerabdrücken gereinigt werden. Ein Touch-Button kann auch nicht erfühlt werden, dass verlangt einen permanenten Sichtkontakt um zu sehen, was gerade gedrückt wird. Touch Reaktion und Treffsicherheit sind weitere Nachteile.
    Fazit: gut platzierte Knöpfe sind einem Touchscreen überlegen. Einzig die Handschrifterkennung macht Sinn, alles andere ist eine reine Werbemasche.
    Zum PC mit Touchscreen fällt mein Urteil genau so aus: bringt mehr Nachteile. Etwa genauso unnötig, wie damals die Sprachsteuerung. Wie sollte ich so meinen HTPC in 4 Metern Entfernung dann steuern? Oder meinen PC Monitor immer mit ausgestreckten Armen betatschen und verschmieren? Neien danke. Reine Werbeaussagen um den gesättigten Markt zu beleben. Mit etwas das Null Mehrwert bietet und zudem noch langsamer ist, als mittels Maus zu navigieren.
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