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Proprietäre Treiber: Nvidia bei Geschäft in China chancenlos

Von - Quelle: Phoronix | B 6 kommentare

Aufmerksamen Beobachter der Szene ist der erst wenige Wochen alte Ausraster von Linus Thorvald sicherlich noch gut im Gedächtnis: Der Erfinder des Betriebssystems Linux machte in ziemlich eindeutigen Worten klar, was er von Nvidias mangelhafter Unterstützung des freien OS hält. Nun führen die fehlenden Linux-Treiber für Nvidia zu Konsequenzen: China vergibt einen Auftrag für 10 Millionen GPUs im Gesamtwert von 300 bis 500 Millionen Dollar an AMD aus dem einzigen Grund, weil der Hersteller – auch wenn unvollständig – offene Treiber für seine Grafikkarten bereitstellt.

Der Grund liegt auf der Hand: In China wurde mit dem Loongson ein Prozessor entwickelt, der auf eine gerade im PC-Bereich eher ungebräuchliche MIPS-Architektur aufsetzt. Nur Nvidia stellt ausschließlich Treiber für x86-Chips (sowohl 32- als auch 64-bit) bereit und deren Souce-Code ist für andere nicht einsehbar. Damit ist klar, dass der Deal nur mit einem Hersteller abgewickelt werden kann, der für seine Grafikchips Treiber bereitstellt, die auch auf andere, in diesem Fall eben eine MIPS-Architektur, angepasst werden können. Sicherlich sind auch noch andere Gründe für diese Entscheidung im Spiel, die Gerüchte deuten allerdings daraufhin, dass die proprietären Nvidia-Treiber der ausschlaggebende Punkt waren (die Qualität der Treiber selbst kann dabei kaum eine große Rolle gespielt haben, denn auch AMD spart unter Linux einige Funktionen ein).

Für Nvidia dürfte das entgangene Geschäft nicht nur deshalb ärgerlich sein, weil es dabei schon um ein recht ordentliches Volumen geht, sondern auch, weil es ein recht prestigeträchtiges ist. Bleibt zu hoffen, dass zukünftig öfters derartige Großaufträge mit der Bedingung vergeben werden, dass die Treiber unter einer Open-Source-Lizenz genutzt werden können, denn nach wie vor verzichtet ein großer Teil der Hersteller darauf – und darunter leiden nicht zuletzt auch die Alternativ-Betriebssysteme.

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  • klomax , 2. Juli 2012 16:06
    Das ist mal eine Reaktion, die Schule machen sollte.

    Wer keine Leistung bringt und auch noch Stolz darauf ist, der fliegt hochkant wieder aus der Ausschreibung raus.

    Allerdings habe ich erst gestern wieder entnervt den AMD-Treiber unter Ubtuntu gedowngraded...Auch nicht immer besser.
  • fatbender@guest , 2. Juli 2012 18:58
    Ich kann aber verstehn dass nivida kein bock hat sources an china rauszugeben, amd koennte sich nich wundern
  • Lisi@guest , 2. Juli 2012 21:54
    @fatbender@Guest
    Und was denn ?
    Warum haben Nivida kein bock ?
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  • Niemals@guest , 2. Juli 2012 22:07
    Ich denke nicht das fehlende Treiber hier tatsächlich das Problem waren, als würde Nvidia nicht bei 300 bis 500 Mio Dollar MIPS Treiber bereitstellen.
  • Krampflacher , 3. Juli 2012 09:48
    @Niemals: Würde ich auch sagen. Bei diesem Umfang ist sicher jeder Auftragnehmer bereit, seine Sourcecodes zumindest an einen beschränkten Kreis offenzulegen.
  • balou74@guest , 3. Juli 2012 16:13
    eben "einem beschränkten Kreis", genau darum haben sie den Auftrag nicht bekommen ;)  quelloffen bedeutet für jeden ;) 
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