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Duell der iGPUs: AMDs Trinity und Intels Ivy Bridge bei FullHD im Test

Duell der iGPUs: AMDs Trinity und Intels Ivy Bridge bei FullHD im Test
Von , William van Winkle

Bislang konnte man froh sein, wenn eine integrierte GPU Mainstream-Spiele bei 1280x720 schaffte. AMD verspricht mit Trinity einen Performance-Sprung. Liefert die Virgo-Plattform ausreichend hohe Frameraten, um moderne Titel bei 1920x1080 zu spielen?

1080. Diese Zahl bestimmt aktuell den Displaymarkt, egal ob es sich um den Schreibtisch oder das Wohnzimmer handelt. Wer heute einen Fernseher kauft, wird sich kaum mit weniger als 1080p zufrieden geben, und Monitorkäufer bekommen dank stetig fallender Preise inzwischen bereits ein sehr anständiges 23“-Display mit 1920x1080 Bildpunkten für deutlich unter 200 Euro.

Bei den Inhalten sieht es nicht anders aus, denn der Kunde wünscht sich knackig scharfe Filme, egal ob auf Blu-ray oder per YouTube oder andere Streaming-Angebot. Im Wohnzimmer bilden oft Konsolen die Schnittmenge, und sowohl Sonys Playstation 3 als auch Microsofts Xbox 360 können FullHD ausgeben. Selbst die kleine Box mit Namen AppleTV gibt 1080p Material aus. Nachteil an den Konsolen und reinen Mediaplayern: Man kettet sich oft an eine Welt, und manche Spiele sind einfach nicht verfügbar.

HTPCs sind die flexiblen Wandler zwischen den Welten: Sie können, richtig zusammengestellt, hervorragend Medien jeglicher Art wiedergeben und taugen gleichzeitig zum Spielen – auch bei 1920x1080. Leise sind diese Unterhaltungskistchen meist auch, denn wer will schon als Soundtrack den rauschenden Lüfter hören? Dafür muss man aber auch Abstriche hinnehmen, denn die volle Grafikpower einer High-End-Karte will gekühlt werden, und das geht in einem kleinen und leisen Gehäuse schlechterdings nicht. Stattdessen steckt idealerweise eine passiv gekühlte Einsteiger- bis Midrange-Karte im System.

Oder man verlässt sich gleich auf die zunehmend leistungsfähige integrierte Grafikeinheit moderner CPUs, womit man auf einen Schlag das Platz- und das Lüfterproblem löst. Außerdem hat man so auch gleich die Fähigkeiten mit an Bord, Filme recht schnell in andere Formate zu konvertieren oder einfach einzudampfen. OpenCL spielt ebenfalls eine immer wichtigere Rolle, und die integrierten GPUs von Intel und AMD sind dafür gerüstet. Damit stellt sich aber die nächste Frage: Sind aktuelle integrierte Grafiklösungen überhaupt in der Lage, Spiele bei der besagten FullHD-Auflösung von 1920x1080 darzustellen? Und damit meinen wir natürlich richtige, aktuelle 3D-Spiele, nicht Mahjong oder Bejeweled.

AMDs Llano-Plattform war schon vielversprechend und wies in die richtige Richtung, wie wir in unserem Artikel AMDs A8-3850 im Test: Llano mischt die Einsteigerklasse auf feststellten, doch zu oft reichte die Geschwindigkeit immer noch nicht für Mainstream-Spiele. In unserer exklusiven Vorschau auf die kommende Trinity-Generation Trinity auf dem Desktop: Vorab-Test von AMDs A10-5800K, A8-5600K und A6-5400K konnten wir AMDs neuer integrierte GPU einen deutlichen Fortschritt attestieren, der für weitgehende Spielbarkeit sorgte – wenn auch nach wie vor mit verminderten Detaileinstellungen.

Im Folgeartikel Trinity auf dem Desktop, Teil II: Vergleich mit A8-3870K und Core i3 erweiterten wir das Testfeld noch um Intel-CPUs mit der integrierten HD Graphics 2000 und 3000, die von ihren AMD-Pendants hoffnungslos deklassiert wurden. Die Sandy-Bridge-Grafik ist also offensichtlich nicht wirklich fürs Spielen ausgelegt, zumindest bei den Auflösungen und Qualitätsstufen, die wir noch als ausreichend ansahen. Zu dem Zeitpunkt hatte Intel leider noch keine CPUs im gleichen Preissegment im Angebot, die schon mit HD Graphics 4000 oder 2500 aufwarten konnten, weshalb wir uns noch kein Bild von der Gaming-Tauglichkeit dieser Ivy-Bridge-CPUs machen konnten. Inzwischen ist aber auch die Core-i3-Familie mit Ivy-Bridge-Architektur verfügbar, die bereits die neueren Grafikeinheiten mitbringt.

Da nun also AMD und Intel beide mit neuen und stärkeren iGPUs antreten, kommen wir zurück zur Anfangs gestellten Frage: Kann man nun endlich auch ohne eine zusätzliche Grafikkarte bei 1920x1080 spielen, egal ob am Desktop oder im Wohnzimmer?

Welcher Chip darf’s denn sein?

Dass man mit einer gesteckten Grafikkarte hervorragende Gaming-Performance bei einer 1080-Auflösung erreicht, dürfte wohl jedem klar sein. Es gibt sogar Modelle, die das dank Passivkühlung ohne störendes Lüftergeräusch schaffen, wie beispielsweise Sapphires Ultimate Radeon HD 6670 1 GB. Allerdings kostet die auch um die 80 Euro, was den Preis des Gesamtsystems dann wieder in die Höhe treibt. Außerdem wollen wir heute ja gerade herausfinden, ob die integrierten Grafiklösungen, die aktuelle CPUs bzw. APUs auch ohne die Unterstützung einer PCI-Express-Karte bei 1920x1080 spielbare Frameraten liefern.

In der einen Ecke haben wir Intels Core-i3-CPUs mit Ivy-Bridge-Architektur. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ist die einzige Desktop-CPU, die mit der HD Graphics 4000 ausgestattet ist, der 3,3 GHz schnelle Core i3-3225 mit 3 MB L3-Cache und einer TDP von 55 Watt, der als Boxed-Version um die 130 Euro kostet. Beim Core i3-3220, der aktuell für rund 110 Euro zu finden ist, handelt es sich eigentlich um den gleichen Chip, nur dass diese Version stattdessen die HD Graphics 2500 an Bord hat. Beide werden in einem 22-nm-Herstellungsprozess gefertigt und verfügen über zwei physische Kerne, die dem Betriebssystem per Hyper-Threading jeweils einen weiteren logischen Kern anbieten. Um sie von den teureren Mittelklasse- und High-End-Modellen abzusetzen, enthält Intel der Core-i3-Familie die Turbo-Boost-Funktionalität vor und deaktiviert zudem AES-NI.

Hersteller
Modell
Kerne / Threads
CPU Freq.
Max. Turbo
GPU
Max. SpeichertaktTDP
AMD
A8-5600K
4 /4
3,6 GHz
3,9 GHz
HD 7560D
DDR3-1866
100 W
AMD
A10-5800K
4 /4
3,8 GHz
4,2 GHz
HD 7660D
DDR3-1866
100 W
Intel
Core i3-3220
2 /4
3,3 GHz
n.v.HD Graphics 2500
DDR3-1600
55 W
Intel
Core i3-3225
2 /4
3,3 GHz
n.v.
HD Graphics 4000
DDR3-1600
55 W

AMDs APUs der A-Serie liegen in ähnlichen Preisregionen und zielen ebenfalls auf das Einsteigersegment. Bei der Fertigungstechnik mag AMD noch um eine Generation im Rückstand sein, denn Trinity wird noch in 32 nm gefertigt. Dafür bringen die neuen APUs eine weitaus potentere integrierte Grafikeinheit mit.

Wir haben uns in der Hoffnung, allein mit der integrierten GPU des jeweiligen Chips spielbare Frameraten zu erreichen, absichtlich auf die Spitzenmodelle der jeweiligen Serien konzentriert. Schauen wir also, ob diese Rechnung aufgeht.

Das obige Bild stammt von AMD und soll die Vorteile der Trinity-basierten APUs gegenüber der Intel-Konkurrenz veranschaulichen. Auf den ersten Blick sehen diese Zahlen durchaus beeindruckend aus. Das relativiert sich aber schnell, wenn man einen Blick aufs Kleingedruckte wirft, denn dann stellt sich heraus, dass diese intern durchgeführten Benchmarks einen A10-5800K gegen Intels Core i3-2120 der letzten Generation antreten lassen, der nur über die HD Graphics 2000 verfügte. Für Intel ist das so ziemlich das ungünstigste Vergleichsszenario. Abgesehen davon, dass es auch Core-i3-Modelle der Sandy-Bridge-Generation mit HD Graphics 3000 gab, ignoriert man komplett die inzwischen erschienenen Ivy-Bridge-Nachfolger im Einsteigerbereich, die über HD Graphics 2500 oder sogar 4000 verfügen.  

Unser Ziel ist aber ein fairerer Vergleich, und das erklärt auch unser Testfeld. Ebenso, wie wir Intels Core i3-3225 mit HD Graphics 4000 gegen den grafisch schwächer ausgestatteten -3220 antreten lassen, darf auch AMDs Spitzenmodell dieser Reihe, der A10, zeigen, welche Vorteile er gegenüber dem kleineren A8-5600K geltend machen kann. Letzterer läuft mit 3,6 GHz und ist mit weniger Shadern ausgestattet, die zudem noch mit einem etwas niedrigeren Takt laufen.

Fairerweise möchten wir aber auch darauf hinweisen, dass die beiden Intel-Chips eine TDP von 55 Watt aufweisen, während die zwei Trinity-APUs in die gleiche TDP-Klasse von 100 Watt fallen wir ihre Llano-Vorgänger. Unter Last ist dann AMDs Referenzkühler auch merklich lauter – ein Faktor, der bei einem System, das (auch) im Wohnzimmer zum Einsatz kommen soll, durchaus eine Rolle spielen kann.

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  • n4pst3r , 27. September 2012 10:03
    Ein "anständiges Display" mit 1920x1080 gibt es nicht, da 16:9. Aber das hatten wir ja schon :D 
  • flatline , 27. September 2012 10:26
    Hm ich möchte gerne mal vergleichstest für EVE Online :-) und dann Bitte auch im Multi Boxing :-).
    Weil meine 6950 und ein I5 2500 mit 8 GB schnaufen scho sehr bei 4 Clients :-D
  • harry41 , 27. September 2012 10:55
    wünschenswert wäre noch die Verbrauchswerte.
  • crazymath , 27. September 2012 14:47
    Mal abgesehen vom Verbrauch wäre es also jedesmal sinnvoller (Ausser fürs ITX-Format, wo ich beim FM2 den grössten Pluspunkt sehe; Und wenn der Platz es nicht zulässt) direkt eine gebrauchte GPU für 30-60 Euro zu kaufen? Das wäre dann was vom Schlage einer HD5850, usw.

    Rein rechnerisch könnte es wie ihr erwähnt habt, mit DDR3-1866 bei vielen Spielen gerade reichen, sich von unspielbar zu spielbar zu retten. Und dabei wurde das System ja noch nichtmal übertaktet. Bin auf jedenfall gespannt, ob die GPU evtl. mit DDR3->1866 nochmals skaliert (5-10% können da wie gesagt entscheidend sein).

    Blockiert eigentlich das TDP-Limt wie bei den GPUs, dass dann einfach gedrosselt wird? Wenn ja, sollte AMD da evtl. ne Möglichkeit bieten, die Limite zu erweitern, wie es eben bei den GPUs auch möglich ist.

    Achja und weils grad um Gaming-Performance geht:

    Unten unter Ähnliche Beiträge kommt der Link zum Vorschein:
    http://www.tomshardware.de/AMD-Athlon-800-1000-Kryotech-SuperG,testberichte-90-14.html

    Hach, das waren noch Zeiten! 640x480 und Welten zwischen 16-bit und 32-bit:-)
  • Voyager , 28. September 2012 14:29
    http://www.golem.de/news/a10-5800k-bis-a4-5300-amd-kuendigt-desktop-trinitys-an-und-veraergert-tester-1209-94809.html

    THG hat sich also Mühelos vor den AMD Marketing Karren spannen lassen.
  • Binsenmeier , 28. September 2012 15:21
    Zitat :
    http://www.golem.de/news/a10-5800k-bis-a4-5300-amd-kuendigt-desktop-trinitys-an-und-veraergert-tester-1209-94809.html

    THG hat sich also Mühelos vor den AMD Marketing Karren spannen lassen.


    Häh, wieso jetzt?
    Golem meckert - zu Recht, übrigens, und so wie der TechReport auch - dass AMD erst mal mit der GPU glänzen will, bevor es ans Eingemachte (x86) geht. Auf CPU-Werte, Stromverbrauch usw will man also noch den Deckel draufhalten.

    Aber TH hat doch den Vorabtest mit x86 Infos... Und Stromverbrauch. Und Peformancevergleich gegenüber Llano - also Punkte, die AMD noch nicht sehen will. Okay, der Artikel ist aus dem Juni, aber die Infos sind drin.

    Damit tut man sich doch eher weniger einen (Marketing-)Gefallen - oder meinst du, die Tommies hier stehen bei AMD für die veröffentlichten Infos bei AMD ganz oben auf der Lieblingsliste?