US-Richter fordert Verlinkungs-Verbot
Mit einer kruden Idee will ein US-Richter Zeitungsverlage vor ihrem vermeintlichen Untergang retten: Links auf den Content Dritter sollen verboten beziehungsweise nur nach Zustimmung erlaubt werden.
Derzeit wird rege darüber diskutiert, wie einerseits Verlage mit Content im Web Geld machen können – und andererseits mit traditionellen Print-Medien angesichts der Kostenlos-Mentalität im Web auf lange Sicht überhaupt überleben können. Auch Richard Posner, Richter am US-Bundesberufungsgericht, hat einen Vorschlag zum Thema: In seinem Blog schlägt er vor, die wichtigste Funktionalität des World Wide Web zu unterbinden: Links auf die Inhalte Dritter sollten untersagt werden; müssen welche gesetzt werden, solle es zur Pflicht werden, eine Zustimmung einzuholen. Links zu geschützten Inhalten gehörten grundsätzlich verboten.
Für viele Verlage ist vor allem Google das Böse schlechthin: Der Suchmaschinen-Dienstleister versorgt Anwender weltweit nicht nur mit immer ausgefeilteren Web-Applikationen und Informationen. Er tut dies dazu noch kostenlos und kontrolliert nebenbei auch noch den Advertising-Markt im Web. Erst letzte Woche bezeichnete der Herausgeber des Wall Street Journals, Les Hinton, Google als »digitalen Vampir«.
Eine Änderung des Urheberrechts im Sinne von Posner ist aber sicher nicht der Weisheit letzter Schluss: Allein die Vorstellung, pro gesetztem Link eine Erlaubnis einholen zu müssen, ist absurd. Über Jahrzehnte erarbeitete, gewohnt schnelle und globale Kommunikation wäre unterbunden. Und auch Steve Ballmers Vision wäre am Ende: Der Microsoft-CEO prophezeite ebenfalls letzte Woche zwar den Niedergang der traditionellen Medien. Sie würden aber komplett ins Web abwandern (siehe »Ballmer: »Traditionelle Medien sterben aus«) – ohne die Möglichkeit der spontanen Verlinkung wird auch dies eine Vision bleiben.





oh gott!
Es kommen immer dümmere Ideen in die Öffentlichkeit. Was ist mit den Leuten los, warum verschließen sich die alle immer vor dem Fortschritt?
Der wird so oder so durchgesetzt.
gut da kann man auch bei allen rootservern den stecker ziehen
Mit 70 hat man noch Träume...
Willkommen in Absurdistan, Herr Posner. Der Vorschlag ist-ja, wie soll ich sagen?- link?
vielleicht ist ja der richter so klever, dass er sehr wohl weiss, dass dies idiotisch ist, aber ebenso weiss er, dass er einigen zahlungskräftigen aus der seele spricht...
Ja ne klar, dadurch würde ein großer Teil der Kommunikation im Internet zusammen brechen, gerade kleinere Seiten würden darunter leiden oder auch Blogger die mal flux eine gefundene News präsentieren und weiter verteilen wollen.
... entschuldigt meine blöde frage, aber was ist eine "krude Idee" ??
Krud bedeutet so viel wie grob, plump, rüde, rau oder roh.

Eine Schande, dass die Jugend dieses gute alte Wort nicht mehr kennt.
ok, das Problem haben wir doch schon, es ist nicht allzu lange her, da wurden Forenbetreiber in Deutschland abgeamhnt, weil dort Inhalte Dritter veröffentlicht wurden. Dies führt lediglich dazu, das es geschlossene Foren und Blogs geben wird. Allso dass die Inhalte nur noch "bekannten Mitgliedern" zugänglich sein werden.
@Weltenspinner
Er kennt es nicht, ich schon
Soll er doch direkt das Internet und Fernsehen verbieten, dann müssen die Leute Zeitung lesen *g
@f1delity: Das Radio und Kino nicht vergessen.
[ironie]Schwachsinnig.
Damit die Traditionellen Medien (Zeitung, TV, Radio) nicht bevorzugt sollte man dort auch die Angabe von Webadressen verbieten - schließlich werden die Leser/zuschauer/zuhörer dadurch motiviert sich wieder im verteufelten Internet zu informieren. (betrifft allerdings hauptsächlich Werbung, Anzeigen und große Themen wie z.B. Wahlen)
In weiterer Folge verbietet man auch die Nennung von Telefonnummern, weil die auch ein "Hyperlink" sind.
Desweiteren sollte der Prozess für die Einholung der Erbaubnis zum Nennen von Links / Telefonnummern / Adressen möglicht Bürokratisch gestaltet werden, sodass der Auftraggeber einer (Werbe)anzeige nicht bei der Aufgabe der Anzeige einfach einen Haken malen muss bei der Option "Ich erlaube, dass folgende Kontaktadressen abgedruckt werden: _____", sondern:
Der Verlag / Sender muss mit einem eigenen umfangreichen Formular nach eingang des Auftrags beim Auftraggeber anfragen welche Kontaktadressen er abdrucken darf.
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Ich sollte in die Politik gehen... [/ironie]
ok, jetzt mal ernst: Stellt euch mal aus der sicht eines Herstellers folgendes vor: Ihr entschließt euch eine Software kostenlos herzugeben und Informiert mal alle über einen Newsletter - plötzlich kommen mehrere Tausend Anfragen, ob man den Link zu der News / zum Download auf seinen Blog etc. setzen darf.
Auch Blog / Forenbetreiber werden dadurch einen hohen mehraufwand haben, weil sie bei jedem Link, den die User schreiben nachfragen müssen, ob er autorisiert ist bzw, ihn autorisieren lassen.
Abmahnanwälte sind hingegen auf eine neue Goldmine gestoßen.
Man sollte Jura- und BWL-Studiengänge verbieten! oO
Stattdessen Computerkurse für Politiker zur Pflicht machen!
Offensichtlich muss man auch als Richter nicht zwingend viel im Kopf haben. Erstens gälte diese Regelung im besten Fall national in den USA.
Würde ich dann meine Internetseite in meinem Impressum mit einer pauschalen Verlinkungserlaubnis versehen, wäre jedwede andere Regelung schon wieder ausgehebelt.
Ergebnis! Die Suchmaschinen klassifizieren weiterhin nach Links und jeder der eine solche Erlaubnis nicht gewährt verschwindet im Nirvana!
Dieser Inhalteschutz der so durchgesetzt würde, würde ad absurdum geführt. Denn was man nicht findet hat keine Relevanz.
Wenn man offensichtlich zu dumm ist die technische Seite des Internets zu verstehen, noch in der Lage ist sich mit Welt welche aus dem Internetzeitalter hervorging abzufinden, sollte dringend über den Ruhestand nachdenken!
Presenile Demenz!
Dem guten Posner hat wohl die Sonne zu lange auf die Kalotte geschienen.
Folgt man seiner "Idee", müssten alle Suchmaschinen verboten werden, da diese ja ausschließlich "Links auf den Content Dritter" als Suchergebnis anbieten.
Unglaublich, diese News (und die Kommentare) beweist das von Posner beschriebene Szenario im Bezug auf die Qualität von Journalismus. Vielmehr noch ist diese News eine Falschmeldung. Wer hat sich das so katastrophal falsch und übersetzt? Mein englisch ist gut, aber ich wollte sicher gehen und habe den Blog-Post mehrmals gelesen. Der Mann hat nicht mit einer Silbe gefordert, was hier unterstellt wird.
Er hat auf das Blog-Post-Thema bezogen, das in dieser News nicht mal genannt wird, Fakten gebracht (die man freilich prüfen sollte) und in der Folge ein Frage aufgeworfen und zur Diskussion gestellt. Aber der Kontext ist ein ganz anderer als das war hier kolportiert wird!
Hier wird der Leser für dumm verkauft und für dumm verkaufen lässt er sich! Eine Schande ist das...
bufferlow
Falschmeldung also?
Aber leider in der heutigen Zeit so glaubwürdig, dass es keiner anzweifelt^^
Wie war das noch mit den Reitpeitschenherstellern in England im 19. Jahrhundert?
Am Anfang des 19. Jahrhunderts gab es noch viele Reitpeitschenhersteller. Von Jahr zu Jahr schwanden diese aber rapide. Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts waren es nur noch halb so viele. Und am Ende des 19. Jahrhunderts verblieben nur noch 2 Harsteller am Markt.
Was war geschehen? Die Eisenbahn machte in diesem Jahrhundert unglaubliche Fortschritte und die Preise für eine Zugfahrt oder den Transport per Bahn sanken beträchtlich. So benutzten die Leute nicht mehr ihre Fuhrwerke, um ihrer Waren oder sich selbst in die nächste Stadt zu transportieren...
Diejenigen, die derzeit noch den "alten" Medien anhängen sollten dies bedenken...