Neue Mainboards von ASUS und Gigabyte

14:30 - Mittwoch, 10. Februar 2010 von Benjamin Kraft, Thomas Soderstrom

Mainboard-Firmen geben sich gern als besonders innovativ indem sie die neusten Schnittstellen integrieren. Im Falle von USB 3.0 ist das aber erst einmal gar nicht so einfach, da Intel den neuen Standard noch nicht im Chipsatz integriert und auch keine Anbindung bereitstellt, die eine ausreichend hohe Datenrate liefern könnte. Die 16 PCIe-2.0-Lanes, die beim Sockel LGA 1156 durch den Prozessor zur Verfügung gestellt werden, versorgen normalerweise die Grafikkartenslots. Alle weiteren PCIe-Geräte müssen über die PCIe-Lanes des Platform Controller Hub (PCH) des P55-Chipsatzes angebunden werden. Die entsprechen aber noch der ersten PCIe-Generation und verfügen deshalb nur über die halbe Datenrate, nämlich 2,5 GT/s. Ein einzelner PCIe-2.0-Link böte mit seinen 5 GT/s ausreichende Bandbreite, die hat der P55-Chipsatz aber eben nicht im Angebot.

ASUS P7P55D-E Premium

ASUS löst dieses Problem, indem der Hersteller eine PLX-PCIe-Brücke verbaut. Sie ist im obigen Foto als großer Chip mit dem silbernen Logo links von den Power- und Reset-Knöpfen zu erkennen. Die PLX-Brücke fasst die vier PCIe Lanes des PCH mit ihren jeweils 2,5 GT/s zu zwei Lanes à 5 GT/s zusammen, was es ASUS erlaubt sowohl den USB-3.0-Adapter als auch den SATA-6.0-GB/s-Controller mit voller PCIe-2.0-Datenrate anzubinden. Der heutige Artikel beschäftigt sich primär mit der Umsetzung von USB 3.0, doch wird das ASUS-Mainboard P7P55D-E Premium auch in einem zukünftigen Mainboard-Artikel noch einzeln besprochen werden.

Gigabytes P55A-UD4P kostet gute 70 Euro weniger als das ASUS-Board. Möglich wird das, weil Gigabyte auf zusätzliche Bausteine verzichtet und stattdessen die schnellen PCIe-2.0-Verbindungen des Prozessors nutzt, um die beiden Controller mit hohen Anforderungen an die Bandbreite anzubinden: Zwei der PCIe-Lanes, die  normalerweise den Grafikkarten zur Verfügung stehen, versorgen stattdessen die Bausteine für USB 3.0 und SATA 6.0 GB/s. Sechs weitere Lanes deaktiviert Gigabyte komplett, womit es sich beim oberen PEG-Slot effektiv um ein x8-Interface in x16-Länge handelt. Wird aber in jeden der beiden PEG-Slots eine Grafikkarte gesteckt, nutzen der USB-3.0- und der SATA-6.0-GB/s-Controller die langsameren 2,5 GT/s-PCIe-Lanes des PCH. So steht bei einer CrossFire- oder SLI-Konfiguration jeder Grafikkarte eine x8-Anbindung zur Verfügung.

Gigabyte P55A-UD4P

Entweder gibt man als Nutzer mit nur einer Grafikkarte also die Hälfte der möglichen Bandbreite an die schnellen USB- und SATA-Controller ab, oder man verbaut zwei Grafikkarten, bremst dann aber USB 3.0 und SATA 6 GB/s aus, weil sie dann mit langsameren 2,5 GT/s angebunden werden. Keine der beiden Optionen sollte bei heutiger Hardware dramatische Auswirkungen haben, doch wer sein System möglichst zukunftssicher gestalten möchte, könnte das als inakzeptablen Kompromiss einschätzen.

Gigabyte ist aber auch bewusst, dass manche Käufer lieber ein wenig mehr zahlen, als auf Performance zu verzichten, weshalb die Firma mit dem P55A-UD7 ein weiteres Modell im Angebot hat, das zusätzlich zu der PLX-Brücke des ASUS-Boards noch einen nForce-200-Chip an Bord hat. Das hat seinen Preis, und so ist das P55A-UD7 auch teurer als ASUS‘ P7P55D-E Premium.

Kommentare
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checkmate 10/02/2010 14:47
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Zitat :Um die Möglichkeiten der neuen USB-Version auszuloten wäre auch ein Endgerät vonnöten, das mindestens so schnell wie der Controller ist. Bislang gibt es ein solches aber noch nicht, denn man bräuchte schon eine Datenrate von über die 500 MB/s, um die theoretischen Grenzen der Schnittstelle zu erreichen.


In der Praxis geht es lediglich darum, den Flaschenhals USB2.0 zu terminieren. Endlich könnte man mit 100MB/s kopieren anstatt mit 35MB/s. Schnittstellen ausreizen ist eh Mist, weil ab da die Schnittstelle zum Flaschenhals wird, siehe USB2.0

Ich bin jetzt schon Fan von USB3.0, nicht weil es so toll ist in Relation zu eSATA oder FireWire, sondern weil es funktioniert und weite Verbreitung finden wird. Und auch, weil meine USB2.0 Festplatte weiterhin in Gebrauch bleibt, wenn es 2011 Zeit wird, mir einen neuen Desktop anzuschaffen...

Anonymer Nutzer 10/02/2010 15:56
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Für alle, die kein Steinzeitbetriebssystem von vor sieben Jahren einsetzen ist eSATA durchaus stabil hotpluggingfähig. Funktioniert unter Linux im AHCI Modus problemlos. Nutze das täglich sowohl auf SATA (hotplug Rahmen) als auch auf eSATA (Quickport). Ist stabiler und flotter in der Erkennung als USB2.0.

drno 11/02/2010 00:32
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Basic facts: 900ma aus dem USB 3.o! damit kann man seine externe Platte gleich welchen Standarts endlich vernünftig bestromen. Alles weitere ist erst mal....eine Story aus der Spätermalabteilung!

toudoku 11/02/2010 06:46
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Es waere schoen, wenn es moeglich ist, die eingebaute Seagate-Festplatte gegen eine schnelle SSD auszutauschen um eventuell andere Engpaesse der verschiedenen Implementierungen zu finden.

Die Abwaertskompatibilitaet mit USB 2 wird wohl weiterhin verhindern, dass externe Geraete im laufenden Betrieb immer entfernt werden können. Auch wenn es unter W7 weniger geworden zu sein scheint, die Meldung, dass Geraet sei noch in Benutzung, gibt es immer noch.

Rimtech 11/02/2010 08:11
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Seite 5 - Durchsatz, Streaming und Schnittstellenleistung

vorletzter Absatz

Zitat :Vergleichsweise mager fällt nach wie vor die Leistung mit USB 2.0 aus. Egal ob man also USB 2.0 oder eSATA wählt, der Geschwindigkeitsvorteil fällt spürbar aus.


letzter Absatz
Zitat :So treten dann auch die Performance-Grenzen beim Lesen und Schreiben bei Gigabytes eSATA und ASUS‘ USB 2.0 deutlicher zu Tage.


In beiden Fällen nehme ich an, dass es "USB 3.0" heißen sollte.

Mein Gigabyte P55A-UD4 habe ich schon zu Hause liegen. :)
Warte nurnoch aufs Gehäuse, die gesamte Hardware habe ich seit gestern komplett.
USB3 und SATA3 werde ich aber erstmal deaktivieren, da derzeit ja noch unnütz.
Wenn man USB3 aktiviert und die PCIe x16 Schnittstelle der Grafikkarte dann auf x8 beschränkt wird, müsste dank Generation 2.0 doch die Geschwindigkeit immer noch reichen für die Grafikkarte. Limitiert wird sie doch letztendlich sowieso durch die CPU. Weis jemand wieviel Leistungsverlust das ausmacht?

benkraft 11/02/2010 08:37
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@Rimtech:
Danke, hast Recht. Ist geändert.

bensen 11/02/2010 12:06
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Zitat :Um eine Schnittstelle zu testen, deren maximaler Datendurchsatz bei 5 GB/s liegen soll, ist eine Mainstream-Festplatte wie diese eigentlich nur bedingt geeignet. Andererseits bremst schon das SATA-3.0-GB/s-Backend den USB-3.0-Adapter aus.
Das ist doch gar nicht das Problem. Die Festplatte ist das Problem. Die praktisch möglichen 260MB/s hätten zumindest deutlicher gezeigt was USB 3.0 kann. Da hättet ihr nur ne SSD ins Gehäuse verfrachten müssen.


Und warum habt ihr nicht den "Fallback" Modus auf dem Gigabyte-Board getestet? Würde bestimmt auch einige interessieren die nicht gewillt sind, der Grafikkarte die PCIe-Lanes zu beschneiden, ob das umschalten auf eine PCIe-Lane des P55 mit 250MB/s eine HDD ausbremst oder nicht.

franz0501 11/02/2010 19:25
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-0+

... und es kann gut sein, dass die Bastler und der Endkundenmarkt als Ganzer eine Wiederholung dieser Planlosigkeit nicht dulden.

Das können diese nicht beeinflussen!

derbene 11/02/2010 22:30
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-2+

Wann ist das eigentlich zur Mode geworden, dass man immer größere Kühlkörper auf die Boards hängt, die vom Wärmetransport immer idiotischer gestaltet werden, um dann noch das letzte bisschen Luftstrom mit großen Herstellerlogos zu killen. Zählt heute auch bei Mainboards etwa nur noch die Optik?

bensen 12/02/2010 14:13
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Versteh ich auch nicht. Ganz normale Kühlrippen wären viel effektiver. Aber da bekommt man ja nicht das Herstellerlogo drauf, was eh keiner im geschlossenen Gehäuse sieht. :rolleyes

Anonymer Nutzer 18/02/2010 22:37
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eSata ist für USB 3.0 keine Konkurrenz und wird sich niemals durchsetzen. USB 3.0 hat den Vorteil das es abwärtskompatibel zu USB 2.0/1.0. Man muss kein Experte sein um vorauszusagen das spätestens in einem Jahr die meisten Motherboards USB 3.0 haben werden und viele Festplatten. Der USB Standart hat sich als der Standart schlechthin etabliert und wird mit der Version 3.0 lediglich aufgefrischt.

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