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Zwei Mainboards mit USB 3.0 von ASUS und Gigabyte

Zwei Mainboards mit USB 3.0 von ASUS und Gigabyte
Von , Thomas Soderstrom

Die Hersteller versprechen sich (und den Kunden) vom Umstieg auf USB 3.0 einen gehörigen Performance-Schub. Nach und nach kommen nun die passenden Controller auf den Markt, wenngleich sie vorerst noch recht spärlich gesät sind. Um die Möglichkeiten der neuen USB-Version auszuloten wäre auch ein Endgerät vonnöten, das mindestens so schnell wie der Controller ist. Bislang gibt es ein solches aber noch nicht, denn man bräuchte schon eine Datenrate von über die 500 MB/s, um die theoretischen Grenzen der Schnittstelle zu erreichen.

Man sollte auch nicht damit rechnen, dass auf absehbare Zeit Geräte erscheinen, die schnell genug sind, die Geschwindigkeitsvorteile auszunutzen. Immerhin dauerte es auch beim „Hi-Speed“ USB 2.0 über ein Jahr, bis die ersten externen Laufwerke es auf 35 MB/s schafften – und selbst das war noch weit vom theoretischen Maximum von 480 MBit/s (60 MB/s) entfernt.

Erneut fehlt es also an schnellen Endgeräten, und dieses Mal liegt die theoretisch erreichbare Datenrate sogar noch weit höher. Das könnte bedeuten, dass noch einige Jahre ins Land gehen, bevor die ersten Laufwerke diese Schnittstelle wirklich ausreizen. Doch nur weil es noch wenige USB-3.0-Laufwerke gibt, heißt das nicht, dass wir uns nicht anschauen können, wie USB 3.0 auf den neusten Mainboards implementiert wird. Sollten die Ergebnisse gut ausfallen, darf man damit rechnen, dass bald sehr viel mehr Hardware für dieses Interface in den Regalen zu finden sein wird.

Bevor wir uns aber dem „Wie“ der USB-3.0-Implementierung widmen, ist auch das „Wieso“ nicht uninteressant. Immerhin sollte eSATA doch völlig ausreichend sein, oder nicht? Auf den ersten Blick könnte man einwenden, dass USB 3.0 mit 5 GB/s eine höhere Datentransferrate besitzt als eSATA mit 3 GB/s, doch wird auch eSATA in Bälde ein Update auf 6 GB/s erfahren. USB 3.0 wird also zwar meistens als Geschwindigkeitsupgrade beworben, doch könnte ihm zusätzlich auch die Rolle zufallen, einige der Probleme zu lösen, die eSATA nach wie vor plagen.

Zum einen ist USB 3.0 im Gegensatz zur SATA-Schnittstelle nicht auf ATA- und ATAPI-Geräte beschränkt. Vom Prinzip her funktioniert es wie ein externer PCI-Express 2.0 Link, der zusammen mit USB 2.0 denselben Stecker nutzt und so dieselbe Konnektivität mitbringt, wie die ExpressCard-Slots, die sich in vielen Notebooks finden. Es dürfte spannend werden zu sehen, ob es auch ähnliche Endgeräte wie Video-Capture- und Grafikkarten geben wird. Wie der Vorgänger USB 2.0 kann die neue Revision außerdem über ihre (abwärtskompatiblen) Pins die angeschlossenen Geräte mit Spannung versorgen, was es für externe Laufwerke zu einer interessanteren und praktischeren Lösung als der eSATA-Anschluss macht, der nur auf die Datenübertragung spezialisiert ist und keine Versorgungsspannung liefert. Gleichzeitig fällt die maximale Stromstärke mit 900mA höher aus als bei USB 2.0 (500mA). Insgesamt stellt USB also eine bessere Lösung für mobile Laufwerke dar als die die USB/eSATA-Combo-Buchsen, die man an einigen Mainboards, Notebooks und USB-Sticks findet.

Einer der größten Vorteile von USB 3.0 ist aber, dass es von vornherein für den Anschluss von Geräten ausgelegt wurde, die im laufenden Betrieb entfernt werden können. So sollte dieser Anschluss-Standard vor den Problemen gefeit sein, die bei den SATA/eSATA-Controllern vieler Mainboards verhindern, dass die Windows-Funktion „Hardware sicher entfernen“ richtig funktioniert. So mag USB 3.0 aus der Storage-Perspektive einfach nur „noch ein Interface“ sein. Seine hohe Flexibilität setzt es aber von eSATA ab, mit dem es in gewisser Weise konkurriert.

Jetzt, wo geklärt ist, wie und wo man USB 3.0 einordnen kann, schauen wir uns an, wie zwei Mainboard-Firmend die neue Schnittstelle auf ihren Mainboards implementieren.

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  • checkmate , 10. Februar 2010 14:47
    Zitat :
    Um die Möglichkeiten der neuen USB-Version auszuloten wäre auch ein Endgerät vonnöten, das mindestens so schnell wie der Controller ist. Bislang gibt es ein solches aber noch nicht, denn man bräuchte schon eine Datenrate von über die 500 MB/s, um die theoretischen Grenzen der Schnittstelle zu erreichen.


    In der Praxis geht es lediglich darum, den Flaschenhals USB2.0 zu terminieren. Endlich könnte man mit 100MB/s kopieren anstatt mit 35MB/s. Schnittstellen ausreizen ist eh Mist, weil ab da die Schnittstelle zum Flaschenhals wird, siehe USB2.0

    Ich bin jetzt schon Fan von USB3.0, nicht weil es so toll ist in Relation zu eSATA oder FireWire, sondern weil es funktioniert und weite Verbreitung finden wird. Und auch, weil meine USB2.0 Festplatte weiterhin in Gebrauch bleibt, wenn es 2011 Zeit wird, mir einen neuen Desktop anzuschaffen...
  • Anonymous , 10. Februar 2010 15:56
    Für alle, die kein Steinzeitbetriebssystem von vor sieben Jahren einsetzen ist eSATA durchaus stabil hotpluggingfähig. Funktioniert unter Linux im AHCI Modus problemlos. Nutze das täglich sowohl auf SATA (hotplug Rahmen) als auch auf eSATA (Quickport). Ist stabiler und flotter in der Erkennung als USB2.0.
  • drno , 11. Februar 2010 00:32
    Basic facts: 900ma aus dem USB 3.o! damit kann man seine externe Platte gleich welchen Standarts endlich vernünftig bestromen. Alles weitere ist erst mal....eine Story aus der Spätermalabteilung!
  • Anonymous , 11. Februar 2010 06:46
    Es waere schoen, wenn es moeglich ist, die eingebaute Seagate-Festplatte gegen eine schnelle SSD auszutauschen um eventuell andere Engpaesse der verschiedenen Implementierungen zu finden.

    Die Abwaertskompatibilitaet mit USB 2 wird wohl weiterhin verhindern, dass externe Geraete im laufenden Betrieb immer entfernt werden können. Auch wenn es unter W7 weniger geworden zu sein scheint, die Meldung, dass Geraet sei noch in Benutzung, gibt es immer noch.
  • Rimtech , 11. Februar 2010 08:11
    Seite 5 - Durchsatz, Streaming und Schnittstellenleistung

    vorletzter Absatz
    Zitat :
    Vergleichsweise mager fällt nach wie vor die Leistung mit USB 2.0 aus. Egal ob man also USB 2.0 oder eSATA wählt, der Geschwindigkeitsvorteil fällt spürbar aus.


    letzter Absatz
    Zitat :
    So treten dann auch die Performance-Grenzen beim Lesen und Schreiben bei Gigabytes eSATA und ASUS‘ USB 2.0 deutlicher zu Tage.


    In beiden Fällen nehme ich an, dass es "USB 3.0" heißen sollte.

    Mein Gigabyte P55A-UD4 habe ich schon zu Hause liegen. :) 
    Warte nurnoch aufs Gehäuse, die gesamte Hardware habe ich seit gestern komplett.
    USB3 und SATA3 werde ich aber erstmal deaktivieren, da derzeit ja noch unnütz.
    Wenn man USB3 aktiviert und die PCIe x16 Schnittstelle der Grafikkarte dann auf x8 beschränkt wird, müsste dank Generation 2.0 doch die Geschwindigkeit immer noch reichen für die Grafikkarte. Limitiert wird sie doch letztendlich sowieso durch die CPU. Weis jemand wieviel Leistungsverlust das ausmacht?
  • benkraft , 11. Februar 2010 08:37
    @Rimtech:
    Danke, hast Recht. Ist geändert.
  • bensen , 11. Februar 2010 12:06
    Zitat :
    Um eine Schnittstelle zu testen, deren maximaler Datendurchsatz bei 5 GB/s liegen soll, ist eine Mainstream-Festplatte wie diese eigentlich nur bedingt geeignet. Andererseits bremst schon das SATA-3.0-GB/s-Backend den USB-3.0-Adapter aus.
    Das ist doch gar nicht das Problem. Die Festplatte ist das Problem. Die praktisch möglichen 260MB/s hätten zumindest deutlicher gezeigt was USB 3.0 kann. Da hättet ihr nur ne SSD ins Gehäuse verfrachten müssen.


    Und warum habt ihr nicht den "Fallback" Modus auf dem Gigabyte-Board getestet? Würde bestimmt auch einige interessieren die nicht gewillt sind, der Grafikkarte die PCIe-Lanes zu beschneiden, ob das umschalten auf eine PCIe-Lane des P55 mit 250MB/s eine HDD ausbremst oder nicht.
  • franz0501 , 11. Februar 2010 19:25
    ... und es kann gut sein, dass die Bastler und der Endkundenmarkt als Ganzer eine Wiederholung dieser Planlosigkeit nicht dulden.

    Das können diese nicht beeinflussen!
  • Anonymous , 11. Februar 2010 22:30
    Wann ist das eigentlich zur Mode geworden, dass man immer größere Kühlkörper auf die Boards hängt, die vom Wärmetransport immer idiotischer gestaltet werden, um dann noch das letzte bisschen Luftstrom mit großen Herstellerlogos zu killen. Zählt heute auch bei Mainboards etwa nur noch die Optik?
  • bensen , 12. Februar 2010 14:13
    Versteh ich auch nicht. Ganz normale Kühlrippen wären viel effektiver. Aber da bekommt man ja nicht das Herstellerlogo drauf, was eh keiner im geschlossenen Gehäuse sieht. :rolleyes
  • Anonymous , 18. Februar 2010 22:37
    eSata ist für USB 3.0 keine Konkurrenz und wird sich niemals durchsetzen. USB 3.0 hat den Vorteil das es abwärtskompatibel zu USB 2.0/1.0. Man muss kein Experte sein um vorauszusagen das spätestens in einem Jahr die meisten Motherboards USB 3.0 haben werden und viele Festplatten. Der USB Standart hat sich als der Standart schlechthin etabliert und wird mit der Version 3.0 lediglich aufgefrischt.