Im Blickpunkt: USB 3.0-Nachbrenner UAS

USB 3.0 schickt den 2001 angetretenen und damit schon reichlich altmodischen USB-2.0-Standard in Rente. Statt der nominellen „Hi-Speed“-Bandbreite von 480 Mb/s bei USB 2.0, von denen aber selten mehr als 25 MB/s übrig bleiben, sind mit „SuperSpeed“ USB 3.0 bis zu 5 Gb/s möglich, was theoretisch ein 10-fach höheres Tempo bedeutet. Die zahlreichen USB-3.0-Sticks und -Festplatten, denen wir im Testlabor schon auf den Geschwindigkeitszahn gefühlt haben, waren dann auch tatsächlich um einiges flotter unterwegs als die USB-2.0-Speicher.

Eine 10-mal höhere Performance haben wir bei herkömmlicher USB-3.0-Peripherie zwar noch nicht gesehen, doch die Testgeräte sind nur ganz knapp an dieser Marke vorbeigeschrammt.  Wenn man eine schnelle SSD wie die Samsung PM830 in ein USB-3.0-Gehäuse packt (siehe unser Vergleichstest mit 9 Laufwerken), sind in dieser Kombination beim sequenziellen Lesen rund 230 MB/s möglich. USB-3.0-Sticks wie der Kingston HyperX Max 3.0 oder der Super Talent SuperCrypt erreichen in der gleichen Disziplin knapp unter 200 MB/s, während besonders flotte externe Festplatten wie die Toshiba STOR.E CANVIO DESKTOP oder die Seagate FreeAgent GoFlex Desktop 3,5” auf etwas weniger als 160 MB/s kommen.

Ok, wir haben ein bisschen geschummelt, denn uns ist in der Tat schon ein Gerät über den Weg gelaufen, das eine mehr als 10-mal höhere USB-3.0-Performance erreicht. Die Rede ist von der Angelbird SSD2go, ein mit einer SSD ausgestattetes USB-3.0-Laufwerk. Das hört sich recht gewöhnlich an, aber die SSD2go erreicht Lesewerte jenseits der 400 MB/s und kommt auf Schreibwerte von über 200 MB/s. Der Trick liegt darin, dass die SSD2go das leistungsfähigere USB 3.0-Protokoll USB Attached SCSI (UAS) unterstützt. UAS bringt es gegenüber dem standardmäßig bei USB-Massenspeichern verwendeten USB Mass Storage Protocol (BOT, Bulk Only Transport) auf einen höheren Datendurchsatz. Im Folgenden beleuchten wir, was UAS anders macht als das Standard-USB 3.0, welche Produkte es abgesehen von der SSD2go unterstützen und welche Betriebssysteme dazu kompatibel sind.

Erstelle einen neuen Thread im Artikel-Forum über dieses Thema
Dieser Thread ist für Kommentare geschlossen
5 Kommentare
    Dein Kommentar
  • fragger
    Wird über UASP das Sata Protokoll getunnelt, oder ist es eine Eigenentwicklung für USB, welche in etwa das selbe macht wie Sata und versucht, Sata Kommandos entsprechen umzusetzten?
    Wäre interessant, ob und wie NCQ umgesetzt wird und ob z.B. TRIM über UASP geht.

    Ansonsten denke ich, dass UASP für herkömmliche Festplatten, welche wohl den Hauptteil der USB3 Geräte ausmachen werden, ehr uninteressant sein wird.
    0
  • Berserkus
    Wie sieht es den mit den Renesa/NEC, Etron und VIA USB 3.0 Chipsätzen aus?
    Können die UAS und wen ja, können auch das die Treiber?
    0
  • Mike42
    Erstmal, den Punkt 5. auf Seite 3 könnt ihr komplett streichen: Das Betriebsystem muß UAS NICHT extra unterstützen!
    Es braucht NUR einen UASP tauglichen USB-Treiber fürs Betriebsystem [siehe 1.]. Der Knackpunkt, den gibt es nur von Asmedia für Windows 7 separat. Und leider lässt ASUS dessen Vermarktung nur mit ASUS oder Asrock Boards zu. Daher muß man zwangsweise für andere UASP-taugliche USB-Controller für UAS ein Betriebsystem nehmen, das einen solchen Treiber “zufällig“ schon dabei hat. Das wären ein modernes Linux und Windows 8.
    Im Prinzip könnte aber jeder USB-Controller-Hersteller für jedes beliebige Betriebsystem seit Windows 95 einen UASP-USB-Treiber schreiben.
    Das Apple ab MacOS X 10.8 einen UASP-tauglichen USB3.0-Treiber serienmäßig mitliefert ist meines Wissen nur ein unbestätigtes Gerücht.

    USB Attached SCSI hat übrigens nicht im geringsten was mit SATA oder PATA zu tun, da es auf dem ATA/IDE deutlich überlegenem guten alten SCSI Protokoll fußt. Das hatte schon in den frühen 90ern Command Queing. {Also quasi 'Original Command Queing' statt der Kopie “Native Command Queing“.} Ein guter USB3.0-zu-SATA-Controllerchip dürfte trotzdem das echte Command Queing in Native Command Queing für die SATA-Festplatte umsetzen.

    Da das Paralelle SCSI {als Hardware} irgendwann nicht mehr weiterentwickelt wurde, setzt man im professionellen Bereich mittlerweile die reinkarnation Serial Attached SCSI ein, dort hat man die Hardware samt Rohdatenprotokoll von SATA geklaut, je zwei Leitungen zusammengebunden und ein vollwertiges SCSI oben drauf gesetzt. {Als retourkutsche zu ATA quasi, da man für SATA, AHCI und UDMA 33 damals Teile des SCSI-Protokolls wie NCQ, den DMA-Modus samt Multiword billig kopiert hat. Ohne das wäre SATA für moderne Rechner untauglich.}
    Firewire nutzt übrigens schon immer mit genehmigung Teile des SCSI Protokolls.

    Was im Artikel garnicht rüberkommt: UASP bringt seinen größten Vorteile erst mit mehreren Geräten auf einmal am Bus besonders durch seine viel bessere Echtzeitfähigkeit und seine geringeren Datenrateneinbrüche wenn mehrere Geräte senden. Der größte Unterschied, bei BOT werden alle Geräte der Reihn
    0
  • Mike42
    ... der Reihe nach abgefragt, ob sie Daten haben, bei SCSI/UAS darf jedes Gerät jederzeit frei senden.

    Und es macht auch bei relativ langsamen Magnetfestplatten einen Unterschied ob UAS an ist, denn im Gegensatz zu SSDs verlieren moderne Festplatten ohne Command Queing einen großen Teil ihrer Performance. Und ohne UAS kein Command Queing über USB.

    Aber die eigentliche Frage ist: Wo bleiben die Echtzeit-Gamer-Mäuse mit UASP?
    0