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Vergleichstest: Fünf 2,5-Zoll-Festplatten mit USB 3.0

Vergleichstest: Fünf 2,5-Zoll-Festplatten mit USB 3.0
Von , Achim Roos

USB-3.0-Festplatten sind so günstig wie USB-2.0-Laufwerke, aber deutlich schneller. Wir haben fünf aktuelle „SuperSpeed“-Laufwerke im 2,5-Zoll-Formfaktor getestet und dabei große Geschwindigkeitsunterschiede festgestellt.

Bei genügsamen USB-Peripheriegeräten wie Mäusen und Tastaturen spielt die Geschwindigkeit des Datenbusses keine Rolle. Die Schnittstelle bietet schon in ihrer ersten Inkarnation USB 1.0 mit 12 Mb/s mehr als genügend Bandbreite für die Übermittlung von Mausbewegungen oder Tastatureingaben. Spätestens seit dem theoretisch 40-mal schnelleren Nachfolger USB 2.0 gilt das auch in vollem Umfang für Geräte wie Drucker, Scanner, Webcams und DVD-Brenner, die zwar deutlich mehr Daten über den Bus schicken, dafür aber die USB-2.0-Bandbreite von nominell 480 Mb/s nutzen können. Schnelle Massenspeicher wie USB-Sticks und externe Festplatten wurden dagegen nie wirklich mit USB 2.0 glücklich. In der Praxis bleibt nur ein Bruchteil der Bandbreite übrig und der Datentransfer erreicht selten mehr als 25 MB/s. Die Übertragung großer Datenmengen durch das USB-2.0-Nadelöhr kann so leicht zum Geduldsspiel geraten.

Der bereits 2008 spezifizierte Nachfolger USB 3.0 will nun alles besser machen und den Universal Serial Bus wieder deutlich beschleunigen. Das als „SuperSpeed“-USB bezeichnete USB 3.0 stellt auf dem Papier eine mindestens 10-Mal höhere Datenrate als USB 2.0 in Aussicht und soll bis zu 640 MB/s übertragen. Für das Plus an Übertragungsgeschwindigkeit benötigt USB 3.0 zwei zusätzliche Kabelpaare samt neuer Abschirmung und bei den Stecker-Typen A und B jeweils 5 neue Kontakte. Äußerlich hat sich aber fast nichts geändert: Der schmale Steckertyp A besitzt in der USB-3.0-Variante die gleichen Abmessungen wie der USB-2.0-Stecker, weshalb sich ein USB-2.0-Konnektor vom Typ A problemlos mit einer USB-3.0-Buchse von Typ A verbinden lässt und umgekehrt. Anders sieht es beim USB-Steckertyp B aus: Dessen USB-3.0-Version ist durch die neuen Kontakte deutlich größer geworden, akzeptiert aber dennoch die USB-2.0-Stecker vom Typ B. Andersherum klappt es aufgrund der größeren Kontaktfläche allerdings nicht. Beim Mikro-USB-Stecker gab es ebenfalls eine Veränderung. Zum USB-2.0-Steckerteil kommt nun direkt daneben ein weiterer Steckerpart mit den USB-3.0-Pins hinzu. Dadurch dürfte ein Micro-USB-3.0-Stecker nur in den wenigsten Fällen noch in eine USB-2.0-Buchse passen.

Gelöster Knoten beim USB-Datentransfer

Eine PC-Schnittstelle mag technisch noch so beeindruckend sein, durchsetzen kann sie sich nur, wenn die Leistung der Endgeräte stimmt und Mainboard-Hersteller ihre Funktionen in die Chipsätze integrieren, also nativ bereitstellen. Bereits in unserem letzten Test von USB-3.0-Festplatten hat sich gezeigt, dass zumindest beim ersten Punkt alles passt. Befeuert durch die USB-3.0-Schnittstelle konnten alle Testkandidaten eine beeindruckende Leistung abliefern und waren teilweise so schnell wie vergleichbare interne Festplatten.

Mittlerweile sind die USB-3.0-Festplatten trotz ihres Performance-Vorteils nur noch unwesentlich teurer als USB-2.0-Laufwerke. Für den Kauf spricht außerdem die per USB-3.0-Spezifikation vorgeschriebene und oben angesprochene Abwärtskompatibilität zu USB 2.0, dann freilich zum Preis einer geringeren Übertragungsrate. Für die Neuauflage unseres Tests von USB-3.0-Festplatten haben wir uns dieses Mal auf die 2,5-Zoll-Laufwerke konzentriert und die folgenden fünf Exemplare ins Testlabor geholt: ADATA Classic CH11, Hitachi Touro Mobile Pro, PQI H567V, Seagate FreeAgent GoFlex Slim und Silicon Power Stream S10.

Nur AMD Fusion-Mainboards mit nativem USB 3.0

Obwohl die Mainboard-Hersteller hinsichtlich USB 3.0 auf einem guten Weg sind, bildet die native Unterstützung der Schnittstelle immer noch die Ausnahme. Will man USB 3.0 als direkte Funktion des Mainboard-Chipsatzes nutzen, führt der Weg derzeit zwangsläufig zu AMDs Fusion-Plattform. Deren Chipsätze firmierten vorher unter den Codenamen Hudson-D3 und Hudson-M3 und stehen inzwischen für Desktop-PCs (A75) und Netbooks (A70M) bereit. Dagegen hat Intel hat die rasante Entwicklung von USB-3.0-Geräten verschlafen. Das USB-3.0-Zeitalter will der Hersteller erst 2012 mit der in 22-Nanometer-Technik produzierten „Ivy Bridge“-Prozessorgeneration einläuten.

Besitzer älterer Desktop-PCs und Notebooks braucht diese Schieflage aber nicht zu kümmern, denn sie können ihre Geräte mit PCI-Express-Steckkarten respektive Express-Card-Produkten mit USB 3.0 aufrüsten. Zudem ergibt die Schnittmenge aus aktuellem Mainboard und USB 3.0 nicht zwangsläufig AMD, denn einige Anbieter integrieren die Schnittstelle über Host-Controller auf ihren Mainboards. Die Chips stammen beispielsweise von Eton oder klassischerweise von VIA.

Alle 11 Kommentare anzeigen.
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  • u9avatar@guest , 15. August 2011 10:19
    Mir fehlt in dem Test noch eine Aussage, ob die Stromversorgung auch bei Anschluss an USB 2.0 noch klappt, oder ob die Geräte dann Probleme machen.
  • sa@guest , 15. August 2011 11:52
    Das wäre für mich auch äußerst interessant ob die 2,5er auch an USB 2.0 laufen.
    Was nützt das mitnehmen wenn man den bekannten oder am Notebook die Platten nicht nutzen kann!
    trage doch nicht extra noch ein Netzeil mit rum!
  • Anonymous , 15. August 2011 16:19
    So viel ich weiß bringt der USB 3.0 Port bis zu 900mA (ist ja abwärtskompatibel) und das sollte für jede Platte reichen.
    Bei mir kommen die nur mit einem USB 3.0 Brett MB in Frage, das dauert noch ein bisschen !
  • RedKnight@guest , 15. August 2011 21:48
    USB-3.0-Platten laufen meiner Erfahrung nach nicht an USB 2.0 Ports, weil die Stromversorgung nicht ausreicht. Ich schätze, dass ist für die meisten Anwender ein KO-Kriterium, denn man möchte die Platte doch auch ans Notebook anschließen können und das hat in der Regel bloß 2.0
  • shodan , 15. August 2011 22:04
    Eben. Für mich war USB 3.0 eine von vornherein unnötige Sache. Für mobile Platten führt nach wie vor kein Weg an einer USB 2.0er vorbei, die man überall, auch an älteren Computern (wie etwa bei Muttern, wenn man mal Photos zeigen will, etc..) anschliessen will. Und wenn ich eine schnelle externe Platte haben will, dann kann ich gleich zu einer eSata (oder zu einem nach aussen geleiteten Sata-Port) greifen. Ist genauso Plug und Play, verhält sich jedoch angenehmerweise wie eine innere Platte, und ich kann auf ein schnelles 3,5er Modell zugreifen.
  • plastefuchs@guest , 15. August 2011 22:29
    ich wüsste nicht wieso die Platten nicht auch an 2.0 laufen sollten
    da stecken im Prinzip die gleichen HDDs drin wie in den anderen Gehäusen und die Controler werden sicher auch nicht mehr Strom ziehen als die alten.
    meine WD Passport mit USB 3.0 hat jedenfalls nur einen Stecker und die läuft an allen Geräten an die ich sie bis jetzt angeschlossen habe.
    Die fehlt mir übrigens noch in dem Test
  • aarfy , 16. August 2011 06:11
    @thg -> ich denke Ihr seht an den Fragen hier im Kommentarbereich was auf jedenfall noch nachgereicht werden sollte.. von den Lesern lernen heisst siegen lernen :-)

    Defacto haben heute maximal 5% aller PC einen USB 3.0 Port -> somit MUSS man die Platten beim Datenaustauch immernoch über USB 2.0 betreiben -> somit wäre ein Performancevergleich bei USB 2.0 sowie der genannte Test ob mit oder ohne extra Stromversorgung gearbeitet werden kann eigendlich obligatorisch. Die USB 3.0 Werte sind eig. nur am Rande sowie für reine Backupnutzer interessant (dürfte wohl den geringeren Teil ausmachen -> da brauchts keine 2.5' Platte).
  • Freejack30@guest , 16. August 2011 12:06
    In dem Test ist leider viel zu wenig auf die Testkonfiguration eingeganen:
    Welcher USB 3.0 Controller wurde jetzt eigentlich verwendet, mit welcher FW Version und welchem Treiber ? Auch wurde nicht über die Unausgereiftheit von USB 3.0 berichtet (nicht zu letzt deshalb verzichtet Intel voerst darauf USB 3.0 in die Chipsätze zu integrieren). Fakt ist USB 3.0 ist leider noch weit von Massenmarkttauglichkeit entfernt (und solange sollte man lieber auf Alternativlösungen setzte wie eSATA oder Firewire 800).
  • smg72523889 , 16. August 2011 12:12
    also ich besitze eine Seagate Freeagent GoFlex akutell nur mit dem USB 2.0-Adapter und die läuft auf 1 USB-Port ohne probs. warum soll die auf einmal mehr verbrauchen nur weil ich den USB 3.0-Adapter aufstecke?
    Die Leistungsaufnahme der Festplatte ändert sich ja nicht.
  • checkmate , 18. August 2011 09:13
    Ich benutze eine Samsung HX-MTA64DA S2 640GB externe Festplatte (7200rpm, USB 3.0) Die läuft ohne murren an meinem Laptop an USB2.0. Kein Problem.

    @ smg72523889

    USB2.0 stellt 500mA zur Verfügung, USB3.0 900mA. Also darf eine USB3.0-Platte 900mA ziehen, was sie für USB20. disqualifizieren würde. In der Vergangenheit benötigten die Platten beim anlaufen und schreiben mehr, deshalb gab es die die tollen Y-Kabel für die doppelte Stromversorgung.

    Aktuelle PCs bringen USB3.0 mit und für mich gibt es keinen Grund mehr mit theoretischen 60MB/s rumzugurken... :ouch: 

  • checkmate , 23. August 2011 14:07
    Nachtrag:

    Ich hab vor kurzem ein paar Ordner mit Fotos von extern über USB3.0 (siehe oben) auf die interne Platte geschaufelt. Total Commander meinte dazu: 121.000 kbytes/s. Das ist schon bedeutend besser als die praktischen 40.000 kbytes/s von USB2.0.