USB 3.0 im Alltag: Eine Performance-Analyse
Inhaltsverzeichnis
- 1. USB 3.0 jetzt erschwinglich
- 2. USB-3.0-Testlaufwerk: Samsung S2 (2.5” Portable 3.0)
- 3. Upgrade zu USB 3.0: Controller nachrüsten
- 4. Testkonfiguration und Durchsatztest
Schneller soll die dritte USB-Generation sein, aber wie macht sich der Unterschied in der Praxis bemerkbar? Wir testen Performance und zeigen, wie das USB-Upgrade funktioniert.
Es ist schon so eine Krux mit dem schnellen Standard: 5 Gb/s statt 480 Mb/s Bruttobandbreite, Kompabilität zum Vorgängerstandard und eine inzwischen gute Verfügbarkeit von USB-3.0-Festplatten oder Flash-Laufwerken stehen auf der Haben-Seite. Doch trotzdem kommt der Standard noch nicht vollends in Fahrt. Dass es dafür technisch keinen Grund gibt soll dieser Artikel zeigen.
Preislich liegen portable Festplatten mit USB-3.0-Schnittstelle im Vergleich zu Modellen mit USB 2.0 ein wenig höher; daran wird sich auch mittelfristig nicht viel ändern. Doch der Preisunterschied rechtfertigt die Investition, denn sobald größere Datenmengen gelesen oder geschrieben werden spart man eine Menge Zeit. Noch dazu sind portable Daten via USB 3.0 praktisch genauso schnell verfügbar als ob sie auf einer im Systemeingebauten Festplatte lägen. Soweit die Theorie aus Anwendersicht.
Das Problem liegt jedoch darin, dass es bisher keine Chipsätze gibt, die USB 3.0 nativ unterstützen. Das bedeutet, dass jedes System, welches mit der schnellen Schnittstelle ausgerüstet werden soll, dies über sogenannte Third-Party-Komponenten ermöglichen muss. Konkret bedeutet das, dass Motherboards sowie Notebook-Designs mit zusätzlichen Controller-Chips ausgestattet sein müssen.
Was nicht dramatisch klingt hat in der Praxis allerdings Auswirkungen: Bei Notebooks zählt schon in der Designphase jeder Millimeter, so dass vor allem möglichst hoch integrierte Komponenten gefragt sind. Gehäusehersteller und Lieferanten von Storage-Zubehör müssen sich fragen: Macht es Sinn, USB 3.0 Schnittstellen in ihren Produkten vorzusehen, wenn Controller weiterhin nicht großflächig zu haben sein werden? Erschwerend kommt eine unglückliche Entscheidung bei Intel hinzu: Für die kommende P67-Plattform (Sandy Bridge) wird es bekanntlich kein USB 3.0 geben – der Standard sei nach Abschluss der Design-Phase erst fertig geworden, so Intel.
Wie dem auch sei: Alle Rechner mit freier PCI-Express-Schnittstelle lassen sich mit wenig Aufwand und zu Weihnachts-kompatiblen Kosten mit USB 3.0 nachrüsten, so dass sich die schnellsten Laufwerke und Thumb Drives mit vollem Tempo nutzen lassen.

Was mich noch interessieren würde, wäre, ob sich die IO Leistung von USB2 und USB3, signifikant unterscheidet...
Mit einer normalen Festplatte wird man das sicher nicht rausfinden können, aber vermutlich mit 'ner Intel oder Sandforce SSD in 'nem externen USB3 Gehäuse.
Grad für Festplatten finde ich USB3 nicht sinnvoll, wegen der Prozessorlast. Hier sollte man eher auf Sata/Esata Lösungen setzen, wo man noch mehr Performance rausholen kann.
Hallo,
fragger hat recht: Die IO-Leistung mit einer Festplatte zu überprüfen ist irgendwie nicht gerade gelungen. Eine SSD wäre die weitaus bessere Wahl gewesen.
Die "Copy" Tests finde ich recht merkwürdig. JPEG, MP3 und Video... ? Jede dieser Dateien ist eigentlich groß genug, um es mit "streaming-read" oder "streaming-write" gleichzusetzen. Erkennbar ist dies auch an den beinahe identischen Ergebnissen. Warum man das in drei einzelne Graphen aufteilt, ist mir nicht so recht klar.
Eine sprachliche Anmerkung:
Streicht doch mal bitte das Wort "Performance" aus eurem Wortschatz. Es wird nur noch als Lückenfüller verwendet und erweckt häufig den Anschein, daß der Autor nicht genau weiß, was er zum Ausdruck bringen möchte. Anstatt präzise auf sequentielle Lesegeschwindigkeiten oder Zugriffszeiten einzugehen, wird einfach mal der alles abdeckende schlabberige Begriff "Performance" verwendet. "Wird schon stimmen" - auf die ein oder andere Weise. Das ist schade.
Achtet bitte darauf, denn der inflationäre Gebrauch des Wortes ist auffällig.
@shodan
Volltreffer! Der Ursprung von USB lag bei Peripheriegeräten, z.B. Drucker/Scanner etc.
Der Protokolloverhead bei allen USB-Schnittstellen ist ziemlich fett.
Dazu kommen eine recht komplexe Treiberstruktur und die damit verbundenen Inkompatibilitäten.
Mir persönlich widerstrebt es, eine Festplatte an USB zu hängen. ESata ist viel leichtgewichtiger, aber wird halt recht stiefmütterlich verwendet.
Interessanterweise wird im Zeitalter von QuadCore und HexaCore Prozessoren leider sehr häufig die hohe CPU-Last von USB-Treibern als nicht relevant bezeichnet, frei nach dem Motto: Bei aktuellen Prozessoren hat man eh genügend Kerne. Paar Zeilen weiter wird dann über Green-IT gefaselt. USB ist absolut ANTI-Green, nur sagt das keiner.
Wenn man sich aktuelle und alte Schnittstellen mal im Detail betrachtet, dann ist USB der schlechteste Kompromis überhaupt geworden.
Wenige einflußreiche Firmen haben die Schnittstelle dann massiv in den Markt gepresst, andernfalls würde kein Hahn mehr nach USB krähen.
Mich hätte noch interessiert ab welcher Konstellation der PCIe 1x 1.0 Steckplatz den Flaschenhals bildet. Da dieser bei den meisten Motherboards sicher noch anzutreffen ist oder ob das bei einer einzelnen Festplatte (auch SSD) noch überhaupt nicht relevant ist.
USB 3.0 ist schon schnell wer eine solche Schnittstelle hat sollte diese auch nutzen!
Der Test ist Ok.
Mich hätte auch ein Vergleich neben USB 2.0 und 3.0 zu eSATA interessiert... denke auch, für Externe (SATA) Festplatten, ist doch die eSATA Schnittstelle eigentlich am sinnvollsten...
Ich plane demnächst auch ein Neukauf von externen Case + 2,5" Platte.
Nun steh ich auch vor der Entscheidung USB3.0 oder eSata.
Ich habe weder das eine noch das andere momentan am PC, eine Controller Karte müsste also sowieso her. Die wichtigsten Punkte sind jetzt für mich:
1. eSata benötigt immer noch extra Stromversorgung?
2. benötigt der PCIe Usb3.0 Controller wirklich ein 12V Kabel? (5V*0,9A=4,5W sollte doch der 75W PCIe Stecker doch locker liefern)
Interessant ist auch, dass die Verfügbarkeit des erwähnten Adapters, zumindest in Deutschland, endenwollend ist.
@schackeh:
Ja, für eSata benötigt man ein Stromkabel, für 2,5" Festplatten genügt dabei ein USB-Port als versorgung.
Den Vergleich zu eSata vermisse ich leider auch, für mich bleibt eSata der Favorit, zumal ich mir vor kurzem erst eine ICY BOX IB-290StUSD-B zugelegt habe. Durch die 3,5" Docking-Funktion benötige ich nicht einmal eSata um die Vorzüge an meinem Desktop PC zu nutzen und am Laptop geht dank eSata+Usb Strom alles genauso flink als wär die Platte eingebaut, ganz ohne Mehrkosten wie z.B. durch ein extra Usb3.0 Expresscard Dongle
USB gegen eSATA? Dazu sag ich nur, daß mein Video2000-Rekorder und mein VLB-Rechner viel cooler war als das was Ihr hattet. Mal ehrlich, wer mit PCs aufgewachsen ist sollte wissen, daß es nicht um die fetteste Schnittstelle geht sondern um Standards, die überall laufen. Und USB3 wird wohl einer werden, die ganzen Konkurrenzprodukte sind einfach daneben. Was nützt mir ne eSATA-Platte wenn ich unterwegs keinen Anschluß finde? Statt deutsch oder englisch zu reden können wir auch gerne jeder was eigenes, effizenteres entwickeln. Wäre voll cool, aber wie bestellt man dann ein Bier?
Na, wenn Du das so siehst, dann kauf Dir eine Konsole.
@anubisviech
danke für deine Ausführung. Die Stromversorgung bei eSata ist schon der größte Nachteil. Leider hat sich eSatap so gut wie kaum durchgesetzt. Die 3,5" Docking-Station ist sicherlich ein guter Ansatz, allerdings scheint die Umsetzung nicht sehr zuverlässig (diverse Kommentare mit "die Dockingstation ist übelster Plastikmüll"...) Leider sind meine 2 3,5" Schächte schon belegt und ein zukünftiges Gehäuse wird bestimmt keinen externen 3,5" mehr haben.
@5555-rgnf
du hast schon Recht mit deiner Betrachtung. Allerdings ist USB auch nicht das all-heil-mittel, da es egentlich nie für die übertragung von hohen Datenemengen gedacht war (anfänglich nur für Drucker,Scanner etc.) und der Umstand, dass sich seit der Einführung 2008 zumindest bei der Versorgung mit USB3.0 Anschlüssen so gut ie nix getan hat, ist für mich ein Grund auch Alternativen mit zu betrachten. Die momentanen USB3.0 PCIe Controller, die aussehen als würden sie in der Produktion keine 10cent kosten mit dem häßlichen 12V Stromstecker dran überzeugen mich auch nicht wirklich.