USB 3.0-Controller: Nicht alle sind geich

Wir haben verschiedene USB 3.0-Implementierungen verglichen und die Ergebnisse lassen nicht nur Enthusiasten aufhorchen: Die mögliche Bandbreite variierte zwischen 113 und 173 MB/s.

Man könnte meinen USB 3.0 ist USB 3.0 – weit gefehlt. Bei unseren Test konnten wir sehen, dass fünf verschiedene auf dem NEC-Controller basierende Lösungen eine unterschiedliche Performance bieten.

USB 3.0 ist dieser Tage ein wirklich schwieriges Thema. Während die Vorteile unbestritten sind – es ist bis zu zehn Mal schneller als USB 2.0, bei entsprechenden Stückzahlen nicht zwingend teuerer und zudem abwärtskompatibel – dürfte es noch eine gewisse Zeit dauern, bis USB 3.0 eine hohe Verbreitung erfahren wird. Wir haben bereits USB 3.0 Speicher-Sticks, USB 3.0-Gehäuse für 2,5-Zoll-Festplatten, diverse Motherboard-Implementierungen mit USB 3.0-Unterstützung und ein paar externe USB 3.0-Speicherlösungen für Sie getestet. Wie erwartet leiden USB-3.0-Festplatten nicht mehr unter einem Flaschenhals und die Infrastruktur bereitet den Weg für einen Durchsatz von 300-400 MB/s.

Intel zögert

Eines der wichtigsten Unternehmen wird USB 3.0-Controller allerdings nicht in seine nächste Chipsatz-Generation implementieren. Der Nachfolger der P55-Familie namens Cougar Point mit leicht modifiziertem Sockel LGA 1155 (ein Pin weniger als heute und somit nicht kompatibel) unterstützt zwar 14 USB 2.0-Anschlüsse, er bietet aber keine Unterstützung für Superspeed USB 3.0. Während die meisten Anwender auf diese Entscheidung nur mit Unverständnis reagieren dürften, macht das ganze von einem ökonomischen Standpunkt aus betrachtet durchaus Sinn: Intel wartete bis 2002 mit der Implementierung von USB 2.0 in den ICH4-Chipsatz, da das Unternehmen USB 1.1 bereits Ende der 90er Jahre und damit verfrüht und schlussendlich wenig erfolgreich umgesetzt hatte. Da die Einführung von USB 3.0 Root-Controllern eine deutliche Design-Veränderung mit sich bringt und der Markt nicht innerhalb weniger Monate von USB 2.0 auf USB 3.0 umstellen wird, ist die konservative Einstellung also durchaus sinnvoll – auch wenn die meisten von uns eine aggressivere Vorgehensweise durchaus begrüßen würden. Immerhin dürfte uns der Sockel LGA 1155 länger erhalten bleiben als der LGA 1156.

Neue Controller Auf Dem Weg

Weitere Unternehmen wie Asmedia (Asus), Texas Instruments und VIA arbeiten bereits an USB 3.0-Controllern. Alle drei dürften unserer Meinung nach mit ihren Produkten gegen Ende dieses Jahres auf den Markt kommen. Dabei hoffen wir natürlich, dass die unterschiedlichen Implementierungen in diesem Bereich zum gewünschten Wettbewerb führen. In diesem Bereich ist derzeit lediglich der Hersteller NEC vertreten, wodurch die Kosten für eine massenhafte Verbreitung von USB-3.0-Controllern bis auf weiteres zu hoch sein dürften – infolgedessen dürften auch preiswertere Motherboards in absehbarer Zukunft kaum mit USB 3.0-Hardware ausgerüstet werden.

Optionen?

Derzeit haben Anwender lediglich zwei Möglichkeiten, um auf den USB 3.0-Zug aufzuspringen: Entweder sie kaufen sich ein Motherboard mit USB 3.0-Controller und zwei Anschlüssen oder sie entscheiden sich für eine Add-On-Karte, die praktisch den gleichen NEC PD720200 nutzt. Zudem gibt es noch Express-Card-Produkte, die ebenfalls auf den gleichen Controllern basieren und die Verwendung von USB 3.0-Geräten an Notebooks ermöglichen. Dabei sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass für alle Implementierungen x1 PCI Express-Steckplätze gemäß der PCI Express 2.0-Spezifikationen erforderlich sind. Mit anderen Worten: High-Speed USB 3.0-Lösungen können durchaus ausgebremst werden, sofern die Controller/Karten in auf 250 MB/s begrenzten PCIe 1.1-Steckplätzen betrieben werden. Dies ist bei allen Intel-Plattformen der Fall, bei denen die zusätzlichen PCIe-Anschlüsse durch die Southbridge bereitgestellt wird, sowie bei allen älteren PCI Express-Systemen. Derzeit sehen wir darin zwar noch kein Problem, man sollte diesen Umstand aber im Hinterkopf behalten.