Sun bringt erste Server mit Niagara-2-CPU auf den Markt
Die UltraSparc-T2-CPU liefert noch mehr Rechenpower als der Vorgänger und bildet die Basis dreier neuer Server von Sun.
Der Multi-Core-Chip UltraSparc T2 (Scalable Processor Architecture, Codename Niagara 2) ist der Nachfolger des Modell T1 und soll laut Sun eine doppelt so hohe Performance als dieser bieten. Zwar verfügen beide über acht Kerne, doch wurde die Zahl der insgesamt parallel ausführbaren Rechenaufgaben auf 64 verdoppelt; acht pro Kern gibt Sun an. Neben einer verbesserten Fließkommaverarbeitung soll der T2-Prozessor auch gleich acht Kryptografie-Co-Prozessoren integrieren, die für die derzeit zehn gängigsten Verschlüsselungsmethoden zuständig sind. Darunter auch AES-256-Bit, RSA-1024 -Bit, DES, Triple DES und MD5. Damit ist laut Sun der komplette IP-Traffic je nach Voreinstellung zu verschlüsseln. Die T2 unterstützt zudem 10-Gbit-Ethernet und PCI-Express I/O direkt auf der CPU.




Als erste Server werden damit die Modelle Sun Sparc Enterprise T5120, T5220 und das Blade-Modell T6320 ausgestattet. Sie sollen dank der neuen Niagara-CPU wie 64 eigenständige Server arbeiten. Die Maschinen sind laut Sun besonders für die Verarbeitung und die Client-Belieferung von Inhalten geeignet, die hohe Arbeitslast erfordern – etwa Webserver, die Videos für viele Nutzer gleichzeitig bereitstellen müssen. Als Betriebssystem wird derzeit nur Solaris 10 unterstützt, eine Linux-Zertifizierung ist in Arbeit. Für nächtes Jahr hat Sun zudem schon eine UltraSparc-T2-CPU mit 16 Kernen angekündigt.

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64 eigenstaendige Server... das will ich sehen! Ein einzelner Thread der T1 reisst nichts vom Hocker, da ist jeder gammlige P3 um einiges schneller. Diese Maschine lebt ausschliesslich von hochgradig multithreaded Software, also z.B. Web- oder Mailservern (wobei ich bei letzteren meine Bedenken haette, fuer sowas wie Spamfilterung fehlt diesen Kernen einfach der Biss).
Man muss sich naemlich stets vor Augen halten, dass wir hier kein Hyperthreading ala P4 haben, sondern eher eine Art "Thread-machine-gun": Die Ausfuehrungseinheiten iterieren einfach ueber die (je Kern) 8 Threads, wobei die Umschaltung dank monstermaessiger Registersaetze nichts kostet). Diese Idee lebt einzig und alleine davon, dass normalerweise immer Phasen des Rechnens und des Wartens auf Daten abwechseln... waehrend letzterer sind die anderen 7 Threads dran. Out-of-order usw. sind Fremdworte fuer die Dinger... wenn man also wirlich single-thread-performance braucht (was IMO "64 eigenstaendige Server" suggeriert), war es das, keine Chance. Im nbench ist in meinem Test so ein Kern (Ultrasparc T1 mit 1GHz) etwa auf das Niveau eines 400 MHz Celeron gekommen.
Ergaenzung: Meine Werte gelten fuer die T1... aber selbst eine Verdopplung (die IMO nur durch die doppelte Threadanzahl kommt) macht es nicht viel besser.
Dennoch: Fuer einen Webserver mit vielen Threads gut, weil echt parallel und wenig Stromverbrauch.
@amdintelvia
Das Ding als "64 eigenständige Server" zu bezeichnen ist vieleicht etwas hoch gegriffen. Immerhin kann man damit 20GB/s an SSL Trafic tatsächlich verarbeiten.
"Out-of-order usw. sind Fremdworte fuer die Dinger... wenn man also wirlich single-thread-performance braucht[..]"
Wer auf Single-Threaded Performance Wert legt kauft sich kein solches Durchsatzmonster. Da gibt es bessere Angebote von Intel/AMD. Mal sehn wie sich "Rock" dieser Konkurenz stellen wird.
@Redaktion
"Für nächtes Jahr hat Sun zudem schon eine UltraSparc-T2-CPU mit 16 Kernen angekündigt."
Das halte ich für ein Gerücht! Sun hat bisher nur Rock (16 Cores, aber andere Architektur wie T2) und Victoria Falls (Multi-Socket Variante von T2) angekündigt. VF wird nicht mehr Cores/Chip haben, sondern nur mehr Chips/Server ermöglichen! D.h. ein dual Socket System (Codename Maramba?) mit 2xT2 kommt damit auf besagte 16 Cores.
"Wer auf Single-Threaded Performance Wert legt kauft sich kein solches Durchsatzmonster."
Sagte ich ja... da haben die keine Chance. Ich fuerchte nur, dass Sun mit Spruechen wie dem obigen "64 eigenstaendige Server" jemanden auf die idee bringen koennte, dass es doch geht und dann entsprechend Enttaeuschung erntet.
"Da gibt es bessere Angebote von Intel/AMD. Mal sehn wie sich "Rock" dieser Konkurenz stellen wird."
Ich druecke ihnen die Daumen, aber ich fuerchte, sie haben nicht wirklich eine grosse Chance. Die pure Masse des x86 Markts und die daraus resultierenden gewaltigen verkauften Stueckzahlen erlauben Entwicklungskosten, die jenseits von gut und Boese ist. Suns Budget fuer die CPU-Entwicklung ist ein Bruchteil davon und kann bei den aktuellen Stueckzahlen fuer Sparc-CPUs auch kaum wirklich wachsen, wenn sich das ganze noch lohnen soll.
Ich hab die genauen Zahlen nicht parat... aber irgendwer schrieb mal, dass die ganze Entwicklung des P4 das TAUSENDFACHE dessen gekostet hat, was Sun fuer die UltraSparc III eingesetzt hat. Das wird bei aktuellen CPUs aehnlich sein - und damit sieht es nicht wirklich rosig aus. Sicher... man kann geniale Ideen haben, aber gerade bei der Chipentwicklung und -fertigung (Sun fertigt ja nicht selbst... sie lassen fertigen) spielt Geld leider eine sehr grosse Rolle.
J.