Netzteile mit hoher Effizienz ab 50 Euro, Teil 2

Vier Netzteile ab gut 50 Euro hatten wir bereits im Mai im Test. Jetzt folgen weitere vier, darunter auch das Seasonic G-360 mit 80 PLUS Gold Einstufung. In dieser Preisklasse ein echtes Novum. Oder doch nur ein goldener Blender?

Im ersten Teil unseres Roundups von Austauschnetzteilen in der Preisklasse ab 50 Euro traten vier Modelle mit Leistungen zwischen 350 und 550 Watt an, allesamt mit einem 80 PLUS Bronze Logo verziert. Bis auf das Cougar A350 tragen alle Testgeräte diese Auszeichnung zurecht. Im aktuellen Testfeld reichen die Wattwerte von 360 bis 520, liegen also auf einem ähnlichen Niveau. Und drei der vier Probanden versprechen erneut eine Effizienz auf Bronze-Niveau. Mit dem Seasonic G-360 ist aber auch ein Netzteil dabei, das den meist erheblich teureren Geräten vorbehaltenen Gold-Standard erreichen soll - und das zu einem Straßenpreis von etwa 55 Euro. Das erregt bestimmt nicht nur unsere Aufmerksamkeit. Dennoch wollen wir die Konkurrenten nicht zu kurz kommen lassen. Gegen das goldene Seasonic treten an: Cooler Master Silent Pro M2 520W, Corsair CX500 und Gigabyte Greenmax Plus 450W. Letzteres ist aktuell jedoch noch nicht in den bekannten Shops lieferbar, soll aber im Laufe des Monats Juni erscheinen.

Wie bereits im ersten Teil führen wir auch eine Bewertung der Lautstärke durch. Damit kommen wir einem vielfachen Leserwunsch nach, den wir schon lange vernommen haben, bisher aber keine sinnvolle, objektiv vergleichbare Messmethode zur Hand hatten. Ab sofort jedoch testen wir die Lautstärke der Netzteile in jeweils drei Lastzuständen: 40 Watt als Simulation des Idle- oder Office-Betriebs, 200 Watt für einen leistungsfähigen Spiele-PC und 600 Watt, um zu zeigen, wie laut die Lüfter werden, wenn das Netzteil richtig gefordert wird. Liegen die 600 Watt über der maximalen kombinierten Leistung der 12-Volt-Leitung eines Test-Netzteils, verzichten wir auf diesen Test und beschränken uns auf die beiden niedrigeren Lastzustände.

Um die Lasten zu simulieren, haben wir eine Plattform konstruiert, die mithilfe von 12-Volt-/40-Watt-Glühlampen eine Ohmsche Last erzeugt. Insgesamt sind 15 Glühlampen vorhanden, sodass jede Last zwischen 40 und 600 Watt in 40er-Schritten erzeugt werden kann. Natürlich verhalten sich Ohmsche Lasten anders als induktive oder kapazitive, gerade hinsichtlich einer eventuellen Phasenverschiebung. Als definierte Ersatzlast eignet sich das aber für unser Vorhaben, die Lautstärke von Netzteilen in bestimmten Lastzuständen zu ermitteln, perfekt. Gemessen wir die Lautstärke in 30 Zentimeter Entfernung zum Netzteillüfter, nachdem das Netzteil eine halbe Stunde mit der jeweiligen Last gelaufen ist.

Anmerkung: Wir haben bereits im ersten Test auf die Eigenheiten unserer Messstation hingewiesen. Kurz zusammengefasst: Nach einem Tausch der Verkabelung zeigten unsere Messungen bei allen Kandidaten Spitzen, die zuvor nicht auftraten. Nach Rücksprache mit den Herstellern klärte sich das Phänomen; die bessere Verkabelung, die noch genauere Messungen erlaubte, war der Auslöser. Wer mehr wissen möchte, sollte sich diese Seite des vorangegangenen Tests durchlesen.

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10 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Tesetilaro
    Wenn Ihr jetzt noch 2 relevante Lautstärkewerte in die abschließende Tabelle einfügt, ist der Test perfekt, vielen Dank!!!
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  • Tesetilaro
    Anonymous sagte:
    Seite 11, ganz unten. Als wie relevant du die nun ansiehst, Tesetilaro: ?


    narf, danke, ich hatte in der letzten Tabelle danach gesucht *g*
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  • Casi
    Die Kritik bezüglich der Anschlussvielfalt am sehr guten Seasonic kann ich nicht nachvollziehen. Natürlich wäre ein paar Stecker mehr nett, andererseits in vielen Bereichen wo das kleine Netzteil zum Einsatz kommt einfach überflüssig. Der Großteil der Nutzer müsste also etwas zahlen was nicht benötigt wird.
    Viel mehr Wert sollte doch auf den hohen Wirkungsgrad und die gute Verarbeitung zum absolut vernünftigen Preis gelegt werden. Das alles kombiniert mit einem nicht zu mehreren 100 Prozent überdimensionierten Netzteil, top! Das alles findet man eigentlich nur bei Seasonic oder Enermax.

    Was mir grundsätzlich fehlt bei den Tests sind Angaben über die tatsächlichen Kabelanschlüsse und die verbauten Schutzschaltungen. Jeweils 2 Sätze dazu, das hätte doch keinen erheblichen Mehraufwand bereitet, wäre aber eine nützliche Information ohne dass man direkt wieder Google bemühen muss.
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  • klomax
    Das Seasonic ist ja ganz schnuckelig, vorgemerkt.
    Von be quiet gab es (leider nicht mehr erhätlich) auch eine Gold Variante, das BQT F1-350W bzw. 400W, etwa die Preisklasse des Seasonics.
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  • alterSack66
    Was micht etwas wundert ist, dass die Seasonic G-Serie in fast allen anderen Test als relativ laut unter Last beschrieben wird.
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  • alterSack66
    Jo hast recht, bei 200 W kommt das hin. Hab nur mal http://www.silentpcreview.com/article1297-page4.html angeschaut ab 300 W wird es schon lauter.
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  • pescA
    Solltet ihr einen Teil 3 planen, würde ich mich sehr über einen Test des FSP Aurum Gold 500W ( http://geizhals.at/de/fsp-fortron-source-aurum-gold-500w-atx-2-3-au-500-a614775.html ) freuen! Mit 65€ liegt es preislich im Mittelfeld, bietet aber 80+ Gold und 5 Jahre Garantie. Zudem wird die gleiche Basis leicht modifiziert auch in anderen High-End Modellen (z.B. Antec EarthWatts EA-450 Platinum) verbaut.
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  • alterSack66
    Dummerweise wills FSP scheinbar nix verkaufen. Bei allen großen Versendern staht seit ewigen Zeiten bestellt, nicht lagernd usw. Schade eigentlich.
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  • shaadar
    Achtung: laut Seasonic hat das G-360 nur 12 A bei 3,3 und 16 A bei 5 V. Scheint mir zwar wenig, ich habe diese jedoch auch überall im Netz wiedergefunden.
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  • unknownID01
    Was die Messungen der Ripple-Spannungen angeht: Das Setup würde ich gerne sehen; wenn das bei diesen Strömen nicht sauber ist (also keine unnötigen Schleifen, am besten mit Differentialtastköpfen), sagt die Verwendung eines 300MHz-Oszi gar nichts aus.

    Wenn "höherwertige" Kabel tatsächlich höhere Spannungsspitzen produzieren, deutet das außerdem auf eine reduzierte Leitungsinduktivität durch eine kompaktere Leitungsführung zurück, was die Leitung für HF-Spitzen doch bis zu einem Faktor 2 durchlässig macht - das plus ein kleines Schleifchen beim Abgriff reichen aus um die Messung wertlos zu machen.
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