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Karteileichen bei Premiere — Aktie stürzt ab

Von - Quelle: Tom's Hardware | B 10 kommentare

Krise bei Premiere: Knapp eine Million Abonnenten hat der Bezahlsender bislang zu viel gezählt, und für 2008 wird vor Steuern ein Verlust von bis zu 70 Millionen Euro erwartet. Die Premiere-Aktie ist auf Talfahrt.

Räumt derzeit bei Premiere auf: Der neue CEO Mark WilliamsGerade mal drei Wochen ist der neue Premiere-CEO Mark Williams im Amt, da stellt sich heraus, dass die Gesamtzahl der Abonnenten als viel zu hoch eingeschätzt — und bisher auch kommuniziert wurde. Der vom Großaktionär News Corporation nach Unterföhring bei München entsendete Williams hat Michael Börnicke bereits Mitte September ersetzt. Eine seiner ersten Amtshandlungen war die Aufschlüsselung der stets mit rund 3,3 Millionen kolportierten Abonnentenzahlen. Dabei kam heraus: Es sind nur 2,4 Millionen — bei knapp einer Million an Kunden handelt es sich um Karteileichen. Rund 606.000 davon sollen zwar bei Premiere-Händlern subventionierte Digitalreceiver gekauft, aber ihr Abonnement nie aktiviert haben. Weitere 334.000 haben gekündigt, fanden sich aber immer noch im Premiere-System.

Nach der Bekanntgabe der korrekten Kundenzahl — »auf Grundlage der neuen Klassifizierung«, wie Premiere es nennt — stürzte die Aktie des Bezahlsenders ab. Von 9,25 Euro zum Wochenende auf rund 3,80 Euro am heutigen Montag.

Doch damit nicht genug. Ex-CEO Börnicke ging noch davon aus, dass Premiere 2009 wieder Gewinne schreiben würde. Das wird wohl nicht der Fall sein. Es wird im Gesamtjahr 2008 ein Verlust zwischen 40 und 70 Millionen Euro vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen erwartet. Die Konsequenz: Der bisherige Finanzvorstand Alexander Teschner hat sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Die Verantwortung für das Finanzressort obliegt nun ebenfalls Williams. Der will wohl endlich Nägel mit Köpfen machen und hat »Gespräche mit Banken über die Restrukturierung von Kreditvereinbarungen aufgenommen«. Im Web wird bereits über ein Delisting der Premiere-Aktie spekuliert. Auch ist die Rede davon, dass Rupert Murdochs NewsCorp die komplette Kontrolle des deutschen Bezahlsenders anstrebt.

Bild: Premiere.de

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10 Kommentare anzeigen.
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  • momo2k , 6. Oktober 2008 16:58
    Ich unterstell Premiere mal, dass diese "Überzählung" nicht ganz unabsichtlich geschehen ist, oder zumindest gebilligt wurde.
    Doppelzählungen, Phantom-Akten usw doch eine gängige Methode, um sich seine eigenen Bilanzen zurechtzufälschen, frei nach Otto von Bismarck.
  • Anonymous , 6. Oktober 2008 17:01
    ich habe ehrlich gesagt keine ahnung von aktien, aber wäre dies nicht ein guter zeitpunkt zu kaufen?
  • Derfnam , 6. Oktober 2008 17:03
    Lesen, staunen, über nix mehr wundern: http://www.werbeblogger.de/2008/09/25/wie-mir-sevenload-und-premiere-heute-kostbare-lebenszeit-mit-shanghai-marketing-raubten/
  • Anonymous , 6. Oktober 2008 17:13
    Bei einer Firma die immer kurz vorm Untergang steht?
  • niffler , 6. Oktober 2008 17:36
    Oooch.. wurden vorher aus Versehen 1% der Schwargucker mitgezählt? ;-)
  • samcook , 6. Oktober 2008 18:23
    Ein HOCH auf die Schwarzgucker...Premiere ist ja soooo scheiße, aber für umsonst. Naja, dann schaut ihr bald halt wieder ARD ZDF RTL und co... Schon die GEZ überwiesen??
  • jehaa , 6. Oktober 2008 19:07
    d.h. premiere hat etwa 40% mehr kunden angegeben als real existieren...! also das nenn ich mal krass, würd mich nich wundern wenn da auch noch börsenaufsicht u.a. sich einschalten. solch ein desaster kann premiere in seiner jetztigen form sogar das genick brechen, wies weitergeht wird sich zeigen.
  • Anonymous , 6. Oktober 2008 19:11
    Das Premiere Programm ist für seine Qualität halt viel zu teuer und die Programmpakete zu unflexibel. Wenn man das ganze dann in eine TV Landschaft setzt die massig "kostenloses" Sender hat kann das eben nix werden. Wenn man Filme unbedingt vor dem Start im free TV sehen will ist es mittlerweile wahrscheinlich billiger sich die DVDs zu kaufen.
    Einziger Grund für Premiere sind die HD Kanäle und Fussball, beides Sachen die zumindest mich nicht ansprechen.
  • kmueho , 7. Oktober 2008 01:33
    Hallo Herr Williams,
    wie wäre es denn mal mit PayTV ohne Abo. Aber bitte nicht dieser Mist mit den FlexCards. Und bitte HD nicht ausschließen. Und wenn ich nichts gucke, dann will ich auch nichts bezahlen - wie in einer Videothek, nur dass ich nicht mehr hinfahren muss. Dann hätten Sie garantiert einen neuen Kunden.
  • stanfordbinet , 7. Oktober 2008 03:44
    Überaus dubios!

    Da wird unter anderem der bisherige Finanzvorstand EINIGES zu erklären haben.

    .... so schlecht kann die Buchhaltung gar nicht sein.



    bleibt spannend :)