Die Rückkehr der VelociRaptor: Schneller und Größer

Die Raptor-Festplattenfamilie von Western Digital war eine Erfolgsgeschichte. Mangels Konkurrenz sind diese Festplatten mit einer Rotationsgeschwindigkeit von  10.000 U/Min nicht nur eine gute Wahl für Enthusiasten und Basis-Server. Vielmehr gelang es Western Digital die Festplatten der Raptor-Familie bzw. die neuere VelociRaptor-Famile als eine eigenständige Geräteklasse zu etablieren. Das neueste Modell bietet nun Speicherkapazitäten von 450GB und 600GB sowie verbesserte technische Eigenschaften und eine höhere Performance.

Folge dem Trend

Seit mehr als einem Jahrzehnt erhöhen die Hersteller bei Mainstream-Festplatten die Rotationsgeschwindigkeit. Die ersten Desktop-Laufwerke mit 7.200 U/Min erschienen 1997 in Form der Seagate Barracuda ATA auf den Markt und weitere Festplatten anderer Hersteller folgten. Der nächste logische Schritt waren Laufwerke mit einer Rotationsgeschwindigkeit von 10.000 U/Min. Da Seagate bereits 1996 mit der Cheetah-Reihe Laufwerke für das Unternehmenssegment anbot, die diese Rotationsgeschwindigkeit aufwiesen, war die Umsetzung für den Mainstream-Markt lediglich eine Frage der Zeit.

Glücklicherweise hatte Western Digital zwischen 1997 und 1999 mit seinen SCSI-Enterprise-Laufwerken keinen großen Erfolg, denn diese dienten als Grundlage für die Raptor-Serie - die ersten und bis heute einzigen Desktop-Laufwerke mit 10.000 U/Min. Andere Laufwerkshersteller sind mit Rücksicht auf ihr bestehendes Angebot an Server/Enterprise-Festplatten gar nicht erst das Risiko eingegangen, derartige  Laufwerke auf den Markt zu bringen. WD jedoch hatte in diesem Segment nicht viel zu verlieren.

Obwohl Desktop-Festplatten 10.000 U/Min. bislang noch nicht überschritten haben, so konnten in den vergangenen Jahren dennoch Fortschritte verzeichnet werden. Aus heutiger Sicht lässt sich nicht nur eine Zunahme der Datendichte feststellen, sondern auch, dass WD aus der 3,5“ Raptor eine VelociRaptor mit 2,5“ gemacht hat und damit abermals einem Trend folgt. In Server-Umgebungen hat sich bei der Umstellung von 3,5- auf 2,5-Zoll-Laufwerke die Speicherdichte erheblich verbessert, da nun bedeutend mehr Laufwerke auf gleichem Raum untergebracht werden können.

Neue Rekorde?

Wir waren verblüfft, als uns bewusst wurde, dass die VelociRaptor bereits seit zwei Jahren auf dem Markt ist, was bei Einzelkomponenten einer der längsten Produktzyklen in den vergangenen Jahren ist. Erstaunlicherweise erledigt das 300GB-Laufwerk seine Aufgabe noch immer sehr gut, da nur wenige 3,5-Zoll-Laufwerke eine bessere Low-Level-Performance bieten. Allerdings verdeutlichen die Anwendungs-Benchmarks, dass neuere Festplatten-Modelle mit 7.200 U/Min.  heutzutage die bessere Alternative darstellen. Immerhin bieten diese Laufwerke die sechsfache Speicherkapazität, eine bessere Performance und dies zu ähnlichen Preisen einer Raptor oder VelociRaptor. WD weiß dies nur zu gut, weshalb es nun auch an der Zeit ist, sich die Performance-Krone zurück zu erobern.

Erstelle einen neuen Thread im Artikel-Forum über dieses Thema
Dieser Thread ist für Kommentare geschlossen
30 Kommentare
Im Forum kommentieren
    Dein Kommentar
  • fragger
    Das ist zwar eine schöne Festplatte, aber in meinen Augen ist es ehr ein letztes Aufbäumen einer veralteten Technologie aus den 60er Jahren.
    Festplatten sind Technologisch quasi am Ende und die Perormancesteigerungen von einer Produktgeneration zur nächsten werden immer kleiner (auch wenn sie natürlich noch vorhanden sind)
    Daran ändert auch 'ne neue Raptor nichts mehr.

    Die Flash Laufwerke sind hingegen noch relativ am Anfang ihrer Entwicklung und sind jetzt schon ein vielfaches schneller, als die schnellste Festplatte...

    Meiner Meinung nach sollten sich die Entwickler von Festplatten also nicht mehr mit "Performance" Laufwerken aufhalten, denn im Gegensatz zu 'ner ordentlichen SSD ist deren Performance gradezu lächerlich.
    Stattdessen sollten Sie sich auf den letzten großen Vorteil der Festplatte, der sicherlich auch noch ein paar Jahre bestehen bleibt, konzentrieren: Möglichst viel Speicherplatz für wenig Geld...
    -1
  • bluray
    Allgemein gesehen ist die neue WD6000HLHX eindeutig nicht in der Lage aktuellen Flash-SSDs die Stirn zu bieten, weshalb sich wahre Enthusiasten für Flash-SSDs und gegen die neue VelociRaptor entscheiden sollten. Allerdings bietet kein anderes Speicherprodukt eine vergleichbare Kombination aus hoher Performance, Kapazität und akzeptablem Preis.

    Und genau darum geht es ja, sind die 97 MB/s für einen magnetspeicher echt gut, so haben sie klar gegen SSDs keine Chance. Aber man darf mal vergleichen, was eine 512GB-SSD kostet und was diese Platte hier kosten wird.

    WD macht hier wahrlich einen brückenschlag zwischen SSD und Magnetspeicher. Somit bedient WD genau jenen Bereich, den SSD-Hersteller imemr noch meiner Meinung nach vernachlässigen: Grosser, Schneller und verhältnismässig günstiger Speicher.

    Es darf wohl davon ausgegangen werden, dass sich auch diese Velociraptor gut verkaufen wird, es sei denn, die SSD-Hersteller gehen mit den Preisen auf angenehmes Niveau runter (wovon in nächster Zeit nicht ausgegangen werden kann...)
    3
  • bensen
    Zitat:
    SATA 6Gb/s ist zwar angenehm, derzeit aber noch nicht unbedingt notwendig. Die maximale Transferrate der neuen VelociRaptor mit 600GB erreicht ein ähnlich hohes Niveau wie das Vorgängermodell.
    Der Abschnitt ist amüsant. Wie soll die denn auhc höher sien wenn ihr keinen SATA-6Gbps Controller verwendet?

    Aber die geringere Leistungsaufnahme gegenüber dem Vorgänger hat mich überrascht. Die hat jetzt imerhin einen Platter mehr an Board.
    0
  • kevchen
    Sie ist schnell, sogegeben. Aber was mich beeindruckt, ist die Leistung der anderen Hersteller. Die Lücke zur Velociraptor ist nicht so groß wie zu Zeiten der 36GB oder 72GB Modelle (komme jetzt nicht auf den Namen).
    Lohnt der Geschwindigkeitsvorteil im Vergleich zum Preis?
    0
  • fragger
    @blueray
    welcher Privatanwender braucht denn den Mittelweg mit mittelmäßiger Performance und ehr mäßigem Speicherplatz fürs Geld?
    Entweder brauche ich relativ wenig Speicherplatz mit hoher Performance für Betriebssystem, Datenbanken, laufende Software oÄ. oder ich brauche billigen Speicherplatz für große Datenmengen wie Video, Audio und son' Krempel. Dabei ist die Performance aber herzlich egal.

    Ich will nicht bestreiten, dass die Raptoren eine Nische besetzen und im (semi)professionellen Bereich eventuell eine Daseinsberechtigung haben (wobei mir der nicht klar ist)
    0
  • avatar_87
    fragger trifft es auf den Punkt. Die Raptoren sind gestorben, weil es praktisch kein sinnvolles Einsatzgebiet gibt.
    -1
  • goch
    Was ist denn mit Leuten die Viedeobearbeitungs betreiben? Die brauchen Unmengen an Speicher und die Geschwindigkeiten ist denen bestimmt auch nicht unwichtig
    1
  • fragger
    Die lineare Lese und Schreibperformance, und das zählt bei Videobearbeitung, einer herkömmlichen "nicht performance" Desktopfestplatte mit 2TB ist nur unwesentlich geringer als bei der Raptor. Nur dass die 2TB Platte weniger kostet und wesentlich mehr Speicherplatz bietet.
    Gegenfrage:
    Warum sollte ich mir, als Videobearbeiter, 'ne Raptor kaufen?
    2
  • Levi88
    Sorry Jungs,

    Ja SSDs sind ganz toll und wirklich schnell. Ja sie sind die Zukunft.
    Sind sie jetzt wirklich eurer Meinung nach tauglich um bei jedem noch so unbedarften oder (wie mich) faulen PC Anwender verwendet zu werden? Meiner Meinung nach Nein. Es gibt immernoch viel zu viele Probleme, die ich bei mir definitiv nicht haben möchte. Die Kapazität ist da nur die Spitze des Eisberges. Ich hab zB momentan auf der Raptor ca 120 GB befüllt.. da sind keine Daten drauf! Somit bräuchte ich mindestens die 160GB IntelSSD, was mri wiederum deutlich mehr als zuviel Geld ist.

    Auch Short Stroked HDDs bieten nicht den Zugriff einer Raptor.. denkt daran, auch bei dieser Platte liegt das OS vorne (nur falls jetzt jemand mit 500GB Platter @ 1. 100GB (ca 8.5-9ms Zugriffszeit) gegenargumentieren will).

    Da mein Frauchen gerne was schnelleres hätte als ne 640ger Blue wirds wohl meine "alte" Raptor richten und ich hol mir das neue Ungeheuer.
    Ich möchte mich weder mit Firmwareupdates belasten, noch mir das gequengel meiner Freundin anhören, wenns das Teil nichtmehr tut!
    1
  • fragger
    von den Problemen, die SSDs zugebenermaßen am Anfang (wie übrigens jede neue Technologie) hatten, merke ich jetzt im Alltag... richtig: nichts!
    Ich halte SSDs in Kombination mit Windows 7 auch sehr wohl tauglich für unbedarfte User, denn sie verhalten sich im Alltag genauso wie eine Festplatte und sind nur schneller und müssen nicht defragmentiert werden.
    Natürlich gibt es immer DAUs, die für diese Welt einfach zu blöd sind, aber da SSDs mechanisch deutlich robuster als HDDs sind, sehe ich SSDs sogar dort im Vorteil.

    btw: meine Systempartitionen sind selten zu mehr als 30 GB gefüllt.

    Ich vermute mal, dass eine solche 600er Platte mehr als 200€ kosten wird.
    Für das Geld bekomme ich auch 'ne 64GB Indilix SSD und 'ne herkömmliche 1TB HDD, was in meinen Augen die in jeder Hinsicht überlegene Lösung darstellt
    0
  • Lord Nelson
    Ich verstehe echt nicht, was manche Leute für ein Problem mit dem Sinn der Velociraptor haben.
    Ich besitze das Modell von 2008 und bin äußerst zufrieden mit dem Ding. Vor dem Kauf hatte ich längere Zeit mit SSDs geliebäugelt, mich dann aber doch für die "herkömmliche" Platte entschieden, da man hier, wie schon ein paar mal erwähnt, relativ gute Performance kombiniert mit hoher Kapazität und recht günstigem Preis erhält.
    Ich vergleiche hier mal die Szenarios:
    1.:
    Eine schnelle, mittelgroße HDD im PC, auf der ich alles oft Benötigte ablegen kann. Datenbunker ist extern.
    Kostenpunkt: 130€ (Raptor) + 60€ (extern) = 190€.

    2.:
    Eine langsame große Festplatte als Datenbunker, sowie eine kleine SSD, beide im PC.
    Kostenpunkt: 200€ (SSD) + 70€ (HDD) = 270€.
    Dazu habe ich eine höhere Geräuschkulisse, mehr Stromverbrauch, wesentlich weniger nutzbaren SCHNELLEN Speicherplatz (man muss sich mal überlegen, dass heutige Spiele locker mal auf 8GB kommen). Eventuell auch noch Firmwareprobleme o.ä.

    Die Entscheidung fiel bei mir klar auf 1.
    0
  • Anonymous
    Was ich nicht verstehe:

    600 GByte --> 3 Platters, daraus folgt 450 Gbyte --> 3 Platters

    Warum macht man nicht eine 200 Gbyte Version, eine mit 400, eine mit 600 ...
    0
  • avaka
    Mittelfristig läuft es auf die Kombination heraus, ne schnelle SSD für Betriebssystem UND Anwendungen!, sowie ne 5400er Festplatte fürs Datengrab. An sich eine gescheite und leise Kombination nur braucht man schon ne SSD jenseits der 100GB damit auch sämtliche Anwendungen drauf gehen und da sehe ich die Lücke für die Raptor. SSDs sind einfach schweineteuer.
    Isses die allerletzte Sekunde und Megabyte Datenrate echt wert?
    Mit der 600GB Raptor fährt man halt Oldschool und trotzdem schnell. Ein gutes Defragprogramm druff und glücklich sein. Wenn das Teil für 140€ übern Tresen geht ist die Platte nach 2 Jahren Mühsal mit ner 30GB SSD echt ne Überlegung wert.
    1
  • sasfan
    Na, ich hoffe dass die VR200M nicht das Whining (sprich hochfrequentes Dauersummen vom Antrieb her) der bisherigen Velocis hat, wie es auch (wenn auch viel stärker) die ersten 10000er SCSI-Laufwerke hatten. Das nervt nämlich tierisch, wenn das Case nicht gut isoliert ist.

    Aber ganz klar, das Ding wird am Hw-Raidcontroller meine alten WD6400AAKS ersetzen. Wenns nicht zu teuer wird.
    0
  • sasfan
    @avaka: Des mit 140€ für die 600er wirst vergessen können. Schätze zwischen 250-300€ (eher Obergrenze) zur Einführung.
    1
  • mm2knet
    Für mich machen die Raptoren aus einem einfachen Grund sinn:
    Die mtbf.

    Als Datengrab hab ich diverse Raid5 und Raid1 Systeme laufen, die sich gegenseitig absichern. Aber meine Workstation muss immer sicher laufen. Und da ich da kein Raid 1 haben möchte (das Teil ist so schon laut und schwer genug), muss halt ne Platte her, die wesentlich zuverlässiger ist, als 08/15 HDDs.
    SSDs waren zum Zeitpunkt der Anschaffung noch kein Thema, zumindest noch kein ernsthaftes. Und wenn ich jetzt aufrüste, kommt da eine 80-160gb ssd fürs System und ne Raptor für die Daten rein. Und wenn es nur fürs gewissen ist. Aber grundsätzlich zahlt man nicht nur Geschwindigkeit und Neidfaktor sondern vor allem auch Zuverlässigkeit.
    Jeder soll sich selbst aussuchen, wie er sein System zusammenbaut. Ich kann mir keine Ausfälle leisten, daher verbaue ich bei mir hochwertige Komponenten.
    Und Videoschnitt ist auch was feines mit den Raptoren. Als ich das letzte Mal Videoschnitt gemacht habe, hatte ich zwar noch SCSII Platten mit 10.000rpm, aber man hat den Unterschied zu normalen Platten damals deutlich gemerkt :D

    SSds sind toll, aber kein Allheilmittel!
    0
  • avatar_87
    Das klingt alles so, als wäre eine Velocirapor leistungsmäßig irgendwo mittig zwischen einer SSD und einer herkömmlichen Festplatte anzusiedeln.
    Preisleistung ist bei der Velociraptor deutlich mieser. Bei einer SSD bekommt man immerhin was fürs Geld. Z.B ~ 70 mal geringere Zugriffszeiten und diesen Unterschied merkt jeder.
    99% der Anwender brauchen mit Sicherheit auch keine 100GB+ als Systemplatte. Und wer meint seine Games darauf installieren zu müssen um die Ladezeiten zu verringern, dem kann man nicht helfen. Der kann dann gerne tiefer in die Tasche greifen...
    0
  • avatar_87
    Wer sagt, dass die Raptoren besonders zuverlässig sind? Letztenendes geht es bei diesen Modellen vorrangig um Geschwindigkeit.
    Ein Formel 1 Wagen ist schließlich auch deutlich unzuverlässiger als ein Golf.
    Lege ich besonderen Wert auf Datensicherheit, mache ich regelmäßig Backups auf externen Festplatten und verwende Serverplatten die für den 24/7 Dauerbetreb zertifiziert sind.
    0
  • Levi88
    Man kann Beiträge editieren.

    Natürlich installiere ich die Spiele auf der Raptor, warum auch nicht?
    Wenns nur ums System geht, tja, sorry ca 10 Sekunden Bootzeit (meist weniger) sind mir den Aufpreis nciht wert.

    Dir hingegen wünsche ich schon viel Spaß beim ersten Spiel, dass gezwungenermaßen auf der Systempartition installiert werden möchte (ja das gibt es).

    Wenns bei diesen Modellen nur im Geschwindigkeit ginge, hätte sie auch 15k, schonmal drann gedacht?
    Gegenüber den 15k HDDs haben sie aber immernoch die besseren Transferraten.

    Ansonsten denke ich, dass jeder seine Entscheidungen für sich fällen sollte, ob SSD ja oder nein.

    PS: Viel Spaß mit der MTBF bei Server HDDs.. wenn du die genauso anschaltest, wie deinen normalen PC wirst du dein Wunder erleben können, wie HDDs plötzlich nicht mehr anlaufen.
    0
  • fragger
    Zitat:
    Dir hingegen wünsche ich schon viel Spaß beim ersten Spiel, dass gezwungenermaßen auf der Systempartition installiert werden möchte (ja das gibt es).
    Beispiel?
    Sowas ist mir zumindest noch nie untergekommen.

    Ansonstne geb ich dir Recht: Jeder muss für sich selbst entscheiden, was er haben will und was, aus welchen Gründen auch immer, ungeeignet erscheint.
    0