ATI im Rückwärtsgang? 2D-Leistung bleibt auf der Strecke
Inhaltsverzeichnis
- 1 – Einführung: 2D-Grafik – ungeliebtes Stiefkind oder Routineübung?
- 2 – Windows: Die Maus als Fensterputzer
- 3 – Die Grenzen von 2D: ein Raum mit mehreren Fenstern
- 4 – 2.5D: Der Mythos 2D-Hardwarebeschleunigung
- 5 – Windows XP: Old school 2D und die Grenzen des WM_PAINT
- 6 – Windows Vista: Echter Fortschritt und die Kunst des Weglassens
3D top, 2D Flop? Unerwartete Probleme mit der Radeon HD5000-Serie plagen ATI, denn im Office-Bereich und beim Zeichnen bricht die Performance unter Windows 7 dramatisch ein. Wir erläutern Grundlagen und Wichtigkeit dieser Funktionen.
Seit der Einführung von Windows 7 sind einige Monate ins Land gegangen. Die Grafikkartenhersteller haben zum Teil neue Modelle vorgestellt, sowie Treiber weiterentwickelt und veröffentlicht. Somit sollte auch genügend Zeit vorhanden gewesen sein, um anfängliche Fehler auszumerzen und damit objektive Tests zu ermöglichen, die über ein reines Beta-Stadium hinaus gehen.
Wir fanden deshalb, dass es endlich auch einmal an der Zeit ist, nicht nur die 3D-Leistung der aktuellen Hardwaregeneration zu testen, sondern dass es sich durchaus auch lohnen kann, einen Blick auf einen Bereich zu werfen, den wir täglich wie selbstverständlich nutzen, ihm aber nie größere Aufmerksamkeit schenken: den 2D-Bereich.
Ehrlicherweise müssen wir dazu im Vorfeld jedoch auch anmerken, dass diese Idee eines umfangreicheren Tests nicht zufällig entstand. Während das Hauptaugenmerk der meisten Anwender fast nur auf der Anzeigegeschwindigkeit der Betriebssystemoberfläche liegt und Windows 7 im Vergleich zu Vista allerorts nur gelobt wird, haben wir leider feststellen müssen, dass die eigentliche „Neuerung“ von Windows 7, nämlich die propagierte Wiedereinführung der bis Windows XP vorhandenen und mit Vista still und leise abgeschafften 2D-Grafikbeschleunigung, ganz offensichtlich bei einem der Grafikchiphersteller noch nicht ganz angekommen zu sein scheint, zumindest wenn es sich um die Belange der sauberen Implementierung von GDI-Aufrufen (Graphics Device Interface) handelt. Die sogenannte „2D-Grafik“ besteht eben nicht nur aus netten Überblendeffekten und animierten Menüs mit Schatten, sondern zunächst erst einmal aus ganz trivialen Sachen wie Pixeln, Linien, Kurven, Rechtecken, Kreisen, Polygonen und vielem mehr.
Wichtige Vorbemerkung
Wir möchten diesem Artikel keine emotionale Note geben, auch wenn sich die Anhänger der einen oder anderen Grafikkartenfraktion sicher die Augen reiben werden. Wir haben uns, weil wir die Ergebnisse erster Tests so nicht glauben wollten, im Interesse aller Betroffenen extra mehr Zeit genommen, um möglichst aussagefähige Ergebnisse zu erhalten und diese dann auch möglichst objektiv miteinander vergleichen zu können. Wir werden auch keinem Hersteller eine bewusste Vernachlässigung dieses Anwenderbereiches unterstellen, sondern verstehen unseren Artikel als Beitrag und Hilfe für diejenigen, die an ihren PCs nicht nur spielen, sondern auch arbeiten wollen und müssen.
Ausgehend davon, dass es aktuell sehr schwierig ist, beispielsweise mit einer HD 5870 und den aktuellen Treibern unter Windows 7 einigermaßen produktiv im 2D-Bereich zu arbeiten (einfache vektorbasierte Zeichen- und Gestaltungsprogramme, einfache oder komplexere CAD-Anwendungen) oder 2D-Spiele in hoher Qualität zu spielen, wollten wir nicht nur pauschal kritisieren, sondern den eigentlichen Ursachen auf den Grund gehen.
Theorie und Praxis:
Da den meisten Lesern die eigentlichen Funktionen und Hintergründe der 2D-Beschleunigung von Windows XP bis Windows 7 nicht bekannt sein dürften, haben wir diesen sehr umfangreichen Artikel zweigeteilt. In diesem ersten Teil werden wir zunächst die wissenswerten Hintergründe und technischen Grundlagen vermitteln, damit die Tests des zweiten Teils auch so verstanden werden können, wie man sie interpretieren muss. Dazu haben wir passend ein eigenes kleines Benchmarkprogramm entwickelt, das wir dann natürlich auch allen interessierten Anwendern zum Download anbieten werden. Informativ, lesens- und wissenswert ist auf alle Fälle beides.
Beginnen wir deshalb zunächst mit den Grundlagen und merken, dass ein wenig Hintergrundwissen nicht unbedingt schadet.
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Weiter so THG nach dem Solarprojekt der erste tolle lange und informative bericht den ich hier lese. Die Kurzen artikel sind nett aber So ein langer ausführlicher Bericht ist doch immer wieder ein Highlight ich hätte gern mehr davon. Auch ein paar neue Modding Artikel Videos wären mal wieder eine nette abwechslung (alla Öl PC etc)
"Die sogenannte „2D-Grafik“ besteht eben nicht nur aus netten Überblendeffekten und animierten Menüs mit Schatten, sondern zunächst erst einmal aus ganz trivialen Sachen wie Pixeln, Linien, Kurven, Rechtecken, Kreisen, Polygonen und vielem mehr."
Das reicht mir schon um nicht weiter zu lesen ...
Inwiefern?

Für die meisten besteht "2D-Grafik" nur aus dem, was sie als Benutzeroberfläche auf dem Desktop sehen. Niemand wird sich die Mühe machen zu unterscheiden, ob es sich nun um das Zeichnen an sich mit grundlegenden Funktionen von GDI, GDI+ oder Direct2D oder das Fenstermanagement handelt. Das alles kann, in der Summe betrachtet, durchaus im Allgemeinenfall relativ flott ablaufen, aber in einigen Anwendungsszenarien eben auch bremsen. Wenn Dein Auto am Berg keine Leistung bringt, dann kannst Du auch pauschal sagen, die Kiste zieht nicht - oder Dich eben auf die genaue Ursachensuche machen. Dann wirst Du ins Detail gehen und die Einzelteile überprüfen müssen. Denn ganz umsonst steht ja "2D-Grafik" nicht in Gänsefüßchen
Dein Nick sei I-HaTe2D. Oder?
Toller Bericht! Zumindest weiss ich jetzt, warum auf meinem Notebook mit VB6 die Desktopgestaltung auszuschalten ist, um brauchbar mit der IDE zu schaffen.
Wenn man hier nicht so findige Tüftler, wie FormatC hätte, wäre ich heute noch im Ungewissen, warum eine alte 2D-Applikation da so gemütlich vor sich hinschleicht, wenn ich ein Fenster verschiebe.
Es ist echt traurig, dass die Hersteller zugunsten der 3D-Leistung die 2D-Leistung vollkommen vernachlässigen. Oder ist dies sogar gewollt? Schliesslich gibt es ja sog. Workstation-Karten beider Hersteller (QuadroFX, FireGL), welche auch auf den 2D-Bereich getrimmt sind.
Hier wäre es gut, zu wissen, wie die Karten im Vergleich zu ihren 3D-Gamerkarten abschneiden. Wenn die Workstation-Karten wieder DEUTLICH schneller wären, könnte man Mutwillen den Herstellern unterstellen, da sie entweder ihre Treiber entsprechend "kastrieren", damit Kunde "Depp" sich entweder für eine 3D-Karte oder eine (z.T. sündhaft teure) Workstationkarte entscheidet.
Schade, dass die Hersteller scheinbar solche Tricksereien notwendig haben, um eine künstlich grosse Produktpalette aufzubauen, denn wenn man bedenkt, wass die heutigen Grafikmonster an Rechenpower haben, dann sollte so 2D-Rendering für die Karten eigentlich "*Rülps* und verdaut" sein...
Wie eingangs erwähnt! SEHR lesenswerter Artikel, der auf der Startseite durchaus als Topic (2D unter Vista/Seven) verankert werden sollte, denn ich glaube mal, dass es ETLICHE Anwender gibt, die mit diesem Problem konfrontiert sind!
Bei ATI ist die 2D Leistun schon seit jahren auf dem Rueckmarsch. Seit der x800ter Serie werden 2D Funktionen eingespart. Ab dieser Generation muss man damit Rechnen, einer Ruckelorgie gegenueber zu stehen, wenn der Windows Media Player laeuft, und nebenher ein Transparentes Fenster aufpoppt. (WinXP) Das wurd irgendwann vor 2 Jahren per Treiberupdate nachgebessert. Trotzdem beherrscht eine ATI Karte aktuell nicht mal das Noetigste von 2D Instruktionen. Da, wo Nvidia damals immer eingespart hat, hat ATI seit ein paar Jahren schoen aufgeholt. Problem nur, das z.B. die GTX280 ein deutlich besseres Set an 2D Funktionen mitbringt, als ATI Karten frueher. Komisch is des.
Was auch erklärt, dass die 280er GTX bei mir unter Seven wie eine Rennsau läuft und ich für die VB6 IDE die Desktopgestaltung nicht deaktivieren muss. Sie läuft spürbar flotter als die 4650HD in meinem Schleppi... eigentlich traurig... wenn ich sehe, was die karten an Rechenleistung haben, sollte doch gerade 2D den onboard-Lösungen um ein Vielfaches überlegen sein... oder geht der Trend dahin, dass man für 2D einen onboard-Grafikchip braucht und für 3D dann ein Grafikmonster, wie die heutigen Karten.
Vermutlich steckt dahinter die Idee der Hybrid-Grafiklösungen...
Das ist wohl ein Copy-Paste Fehler...
Auf was für einem Mainboard liefs denn nu?
Dass ich damit gar nicht so falsch liege, zeigen u.a. mehrere Threads hier im Forum:


http://www.tomshardware.com/de/for [...] er-betrieb
@bluray:
Was VB6 betrifft, die SDI-GUI ist echt ein Fall für sich. MS hat bei der Oberfläche ein wenig tief in die Trickkiste gegriffen, was nun ab Vista leider rächt. Das, was z.B. bremst (und nicht nur in VB6) ist das Verschieben der Steuerelemente während der Laufzeit, in dem man der Steuerelementeklasse Eigenschaften gibt, die sie sonst nicht hat (z.B. Rahmen bei Buttons). Diese ganze Fensterjongliererei geht allerdings davon aus, dass die Steuerelementeklassen "sauber" sind. Derartiger Missbrauch ist nun mal nicht vorgesehen. Solange ich diese GDI-Aufrufe selbst an den Treiber schicken kann, klappt das (Windows Basic), sobal der DWM (Aero) aktiv ist, weiß Windows nicht mehr so recht, was es damit machen soll
@SpielerZwei:
Es muss richtig heißen: DFI Lanparty DK X48-T2RS. Das kommt vom Stress, weil die Linien nicht funktionieren
ich spekulier mal wieder!!!
scheinbar brauchen die 2d apis alle sammt einen gewissen takt der gpu um rund zu laufen!!! auf jeden fall klingt das für mich so wenn ich mir die klagen von format c durch lese!!! das kann durch aus auch ein miss verhältnis sein das durch die enorm schnellen cpus entsteht die eine gpu mit datenraten füttern für die die abarbeitungs geschwindigkeit der gpu nicht ausreicht und so einen pufferoverflow (glaub das kann man in dem fall ruhig so sagen) verursachen!!! würde auch den absturz der 2dtreiber einheit erklären wenn man schnell zurückwechselt und die im allgemeinen nicht vorhanderne hardware beschleunigung... glaub ich halt!!!
thg könnte mal versuchen mit einem alten cpu und langsamen ram die test zu fahren...
is mir klar dass das an der realität vorbei wäre...
Lass Dir den Test und die Probleme der ganzen Leute hier mit der Aero-Oberfläche unter W7 mal auf der Zuge zergehen:
[*]Die Ausgabe von 2D-zeichenobjekten erfolgt OHNE Aero und damit ohne DWM mit 157 MHz um Welten schneller als bei 850 MHz und Aero + DWM!
[*]Die Oberfläche als solche läuft stabiler und vor allem auch ohne Darstellungsfehler, sobald Aero ausgeschaltet ist!
[*]Auch die Treiberzurücksetzerei entfällt - weil nichts mehr abstürzt. Netter Nebeneffekt.
Mein ursprünglicher Gedanke, den Takt zu erhöhen, um ständig unter 850 MHz zu arbeiten hat sich im Nachhinein als falscher Lösungsansatz herausgestellt. Aero weg, damit 2D-Hardwarebeschleunigung weg und schon läufts.
Warte geduldig auf Teil 2, dann gibts hier beim Tom auch das Benchmarkprogramm als Download
Gerüchte, dass die 2D-Peformance der ATI-Treiber stinkt, gibt es schon seit längerem in der Linuxwelt, siehe z.B.:
http://www.phoronix.com/scan.php?p [...] n_2d&num=1
http://en.wikipedia.org/wiki/Fglrx
Angeblich sollen da die Opensourcetreiber sogar bessere Ergebnisse liefern:
http://ubuntuforums.org/showthread.php?t=963185
Das lässt hoffen, dass es sich hier nicht um ein Hardwareproblem handelt, sondern einfach nur um Schlamperei von Seiten ATIs Treiberabteilung...
Der Witz ist ja, unter Vista ist die Karte durchaus einen ganzen Zacken schneller. Wobei sie in kaum einem Fall die Performance einer Geforce erreicht. Vor allem die Werte der älteren Karten. Das Blitting ist ok, Stretchen taugt auch nichts. Es ist echt zum Haareraufen.
Wie immer Igor, ein außergewöhnlich toller Artikel!
Danke, THG. Endlich mal wieder was lesensbares!
Sehr genialer Test/Bericht!
Also ich habe grad so viel gelernt wie in meiner ganzen Schulzeit zusammen
Jetzt endlich verstehe ich, wieso im Desktop Bereich mein Rechner so zügig läuft, wie eine Oma mit Krücken und beim Zocken es mich eher an Roadrunner auf Speed erinnert!!!
Mir sind noch zwei kleine patzer aufgefallen
Bei Test 3,4,5 im Diagram steht immer zweimal "HD4870 GPU" und in Test 6 im Diagram taucht 3 mal die HD5870 auf.
Was mir grad noch zudenken gibt ist, wie sich dieses Verhalten auswirk wenn der Prozessor einen Integrierten Grafikchip hat?
Ist das nicht der Stoff aus dem die Verschwörungstheorien sind?
Na fassen wir mal zusammen: Intel bringt neue CPU´s MIT Grafikkern integriert... 3D Leistung gleich null, 2D, na ja, da kommt Microsoft in´s Spiel, optimiert Windows 7 für diese Hardware...
Nun kommen ATi und Nvidia in´s Spiel um uns auch 3D zu ermöglichen...
Also, wer demnächst wieder ein alltags- und freizeittaugliches PC-SSystem braucht, der MUSS einen neuen INTEL Proz kaufen, WIN 7 installieren UND eine 3D Grafikkarte dazu... Die restliche Hardware natürlich auch in NEU, weil alles alte bremst ja das neue Zeugs aus...
Verkauft wird das ganze als "Baukastenlösung", Wer nicht zocken will dem reicht die "Prozessor-Grafik" und wer zocken will, der schont im Desktop die Umwelt weil die 3D-Karte ja ausgeschaltet und deaktiviert ist...
Na ja, ich sag´s ja immer, die Amis haben im Marketing mehr drauf als wir, alle brauchen neue PC´s und die Konjunkturkriese ist überwunden! Und das was unsere Händler drann verdienen dürfen, na ja, vieleicht hilft es ja auch...
@format c
ich glaub es liegt an irgend einem software seitigem puffer und das könnte man durch niedrigere daten raten umgehen!!! warum das so ist möchte ich nicht unterstellen!!! aber das 3200 spu's bei egal welchem takt nicht in der lage sind popplige 2d vektoren zu berechnen bezweifel ich doch sehr stark!!!
sry... 1600spu's!!! statment bleibt das selbe...
Wie schlagen sich eigentlich die neuen Grafikkarten im transcodieren von Videofilmen? Ich denke dabei an das neuberechnen von selbstgedrehten Videosequenzen mit Adobe Premiere, Pinnacle Studio usw. wo ja auch die Grafikkarte zum tragen kommt...