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WD RED: Neue NAS-Festplattenserie von Western Digital im Test

WD RED: Neue NAS-Festplattenserie von Western Digital im Test
Von , Achim Roos

Mit der Red-Modellreihe stellt Western Digital heute die allerersten auf Heim- und SOHO-NAS-Geräte optimierten Festplatten heraus. Wir haben die 2-TB-Version sowie das 3-TB-Spitzenmodell zum Marktstart getestet.

In Heim- und SOHO-NAS-Geräten kommen aus Kostengründen meist Desktop-Laufwerke zum Einsatz, die streng genommen jedoch nicht auf die spezifischen Belastungen eines Netzwerkspeichers ausgelegt sind, etwa was den Dauerbetrieb angeht. Ausnahmen gibt es aber dennoch: So ist beispielsweise die Desktop-Reihe Hitachi Deskstar laut Hersteller für den 24/7-Betrieb zugelassen und zieht damit zumindest in dieser Hinsicht mit der Enterprise-Laufwerksserie Hitachi Ultrastar gleich. Fragt man dagegen bei Seagate nach, erfährt man, dass die Desktop-Serie Barracuda nicht für den Dauerbetrieb gedacht ist. Doch selbst mit Dauerbetrieb-Etikett wächst eine Desktop-Festplatte nicht über sich hinaus, sondern bleibt weiterhin das, was sie ist, nämlich eine Desktop-Festplatte.

Nearline-Festplatten für den Dauerbetrieb

Mehr Zuverlässigkeit gibt es erst mit Nearline-Festplatten, also Desktop-Laufwerken, die durch Änderungen in der Firmware und Hardware fit für den 24/7-Einsatz gemacht wurden. Bei solchen Laufwerken spielen die bei Desktop-Festplatten typischen Kaufkriterien wie Übertragungsgeschwindigkeit und Preis pro GB weiterhin eine wichtige Rolle, ebenso relevant sind nun aber auch Tugenden wie eine hohe Robustheit, eine geringe Wärmeentwicklung sowie ein niedriger Stromverbrauch. Nearline-Laufwerke setzen auf eine widerstandsfähigere und damit qualitativ höherwertige Mechanik als ihre Desktop-Kollegen und müssen außerdem mit den höheren thermischen Belastungen fertig werden, die während der wesentlich längeren Laufzeit entstehen. Für die Hersteller bedeutet das eine geringere Fertigungstoleranz und ausführlichere Belastungstests, alles in allem ein Mehraufwand, den sie preislich an den Endkunden weiterreichen. In den meisten Fällen dürfen sie sich dann aber auch über eine gegenüber den Standardmodellen höheren Garantiezeit freuen.

Für Enterprise- und Nearline-Storage-Aufgaben typische Laufwerksserien wie Hitachi Ultrastar, Seagate Constellation und Western Digital RE4 besitzen nicht selten bis zu 5 Platter und arbeiten mit 7.200 U/Min oder noch höheren Drehzahlen. Weil die Laufwerke für den Einsatz im Server-Rack mit zahlreichen anderen Festplatten ausgelegt sind, verwenden die genannten Serien aller drei Hersteller auch einen RV-Sensor (Rotational Vibration), der die Positionierung der Schreib-/Leseköpfe optimiert und damit verhindert, dass sich die Zugriffszeit durch Vibrationen benachbarter Laufwerke erhöht. Während Desktop-Festplatten einen typischen Power-On-Hours-Wert von 2400 Stunden pro Jahr erreichen (zum Beispiel die Seagate Barracuda 7200.14), sind es bei Nearline-Laufwerken bis zu 8760 Stunden pro Jahr, was umgerechnet einem 24/7-Betrieb entspricht.

NAS statt Desktop oder Nearline: WD Red

Die Western Digital Red ordnet sich genau zwischen solchen Festplatten ein, die für Desktop-spezifische Anforderungen ausgelegt sind, und den Nearline-Festplatten, die eher an Server-Aufgaben ausrichtet sind. Damit sitzt das Laufwerk zwischen den Stühlen, denn der Hersteller ordnet seine neue Festplatten-Modellreihe weder dem einen noch dem anderen Einsatzgebiet zu. WD visiert explizit eine dritte Klientel an, nämlich eine NAS-Kundschaft, die kein Profi-NAS im 19-Zoll-Server-Rack oder ähnlicher Größenordnung betreibt, sondern einen kleinen Netzwerkspeicher in den eigenen vier Wänden oder in einer Büroumgebung einsetzen will.

Herausgekommen ist ein Laufwerk, das sich in puncto Ausstattung aus beiden Lagern munter bedient. Seine Drehzahl von 5.400 U/Min spricht eher für ein Mainstreamlaufwerk, der 24/7-Betrieb und andere Enterprise-typische Merkmale dagegen für Nearline-Festplatten. Laut Western Digital ist diese Mischung aber ideal für kleinere Netzwerk-Speicher aus dem Heim- und SOHO-Bereich. Die WD Red ist in Kapazitäten von 1 TB, 2 TB und 3 TB erhältlich – die beiden größeren Ausgaben des SATA-6-Gb/s-Laufwerks haben wir im Testlabor unter die Lupe genommen.

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Beispiel: Notebook, Festplatte, Speicher

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  • Anonymous , 10. Juli 2012 15:43
    Vielleicht kommt die Platte demnächst auch mit 7200/rpm und die Desktop Performance fällt dann etwas besser aus.
    Warten wir mal ab.
  • benkraft , 10. Juli 2012 15:53
    Warum möchtest du eine NAS-Platte als Desktop-Laufwerk nutzen?
  • oXe , 10. Juli 2012 16:25
    Die Platten eigenen sich super für Langzeitarchive.

    Beispiel:
    iSCSI mit 8 Platten im Raid 5 und einem Gigabit Anschluss. Hier sind nicht die Platten der Flaschenhals.

    Die Teile haben in Desktops nicht viel verloren, ausser man betreibt einen Dauer-DL-Client xD
  • VollAhnungslos , 10. Juli 2012 17:19
    Schade, dass kein Test im Zielszenario, also in einem NAS mit Linux und in einer RAID-Konfiguration dabei ist. Vielleicht hätte die darauf angepasste Firmware, z.B. durch eine dafür optimierte Cache-Verwaltung da noch ungeahnte Stärken gezeigt.
  • Anonymous , 10. Juli 2012 18:13
    Zitat :
    Warum möchtest du eine NAS-Platte als Desktop-Laufwerk nutzen?

    Verstehe die Frage nicht so ganz.
    Ist im Test als Fortschritts Balken dargestellt.
    24/7 Platten sollten im Raid Verbund (NAS, Server) auch angewendet werden, wo sonst.
  • fffcmad , 10. Juli 2012 18:56
    VollAhnungslosSchade, dass kein Test im Zielszenario, also in einem NAS mit Linux und in einer RAID-Konfiguration dabei ist. Vielleicht hätte die darauf angepasste Firmware, z.B. durch eine dafür optimierte Cache-Verwaltung da noch ungeahnte Stärken gezeigt.


    Welche Staerken? In einem RAID, besonders mit Parity, ist hoechstens noch der Lesecache der Platten aktiv und der Schreibcache ist maximal noch im Write-Through Betrieb. Alles andere waere hahnebuechen. Dabei wird die Performance der Festplatten also eher sinken als steigen. Da wird dann ein zusaetzlicher RAID-Controller performancerelevanter sein. Bei jedem gutem RAID-Controller wird zudem der Cache des Betriebssystems nur auf den Lesecache beschraenkt. Ein Schreibcache gibts dann nur noch ueber den Controller. Das wirkt sich auch negativ auf die Performance aus. Zumindest im reinem Desktopbetrieb. Es sei denn der Controller ist boese schnell mit richtig großem Cache >>1GByte und das RAID-Volume ebenso.
  • n4pst3r , 10. Juli 2012 20:19
    benkraftWarum möchtest du eine NAS-Platte als Desktop-Laufwerk nutzen?


    Vielleicht weil sie mit niedrigen Temperaturen läuft im Gegensatz zu so mancher Desktop-Platte. Schade, dass Seagate Samsung geschluckt hat, denn Samsung hatte das deutlich besser im Griff als Seagate. Meine FreeAgent Xtreme läuft locker mit 60-70°C. Der Seagate-Support wiegelt da zwar ab und ich hab auch 5 jahre Garantie. Aber wie siehts bei den neuen aus? 60°C (sucht in Google...) und 2 jahre Garantie. Spricht nicht unbedingt für Vertrauen in seine eigenen Produkte.

    Die WD ist kühl und effizient. Und hat zumindest mal 3 Jahre Garantie.
    FÜr mich ist somit klar was als nächstes gekauft wird, sollte ich eine brauchen...
  • Brat , 10. Juli 2012 22:52
    die hitachis bleiben unter 40°C in normalen umgebungen
  • robberlin , 10. Juli 2012 23:18
    Also ich hatte in meiner Synology DS410J mit RAID5 mal 4x1TB Platten von WD mit 7200u/min und bin dann zur Caviar Green 4x2TB Platte mit 5400U/min gewechselt um ein Speicherupgrade zu machen.
    In gelichem Maße wie die Geschwindigkeit der Rotation sank sank auch das Durchsatzvollumen beim Lesen und Schreiben - nächste mal beim 4x 3TB Upgrade kommen wieder 7200er oder 10.000er Platten rein (wenn es die mit 3TB geben sollte) soviel steht fest.
  • RaidUser@guest , 11. Juli 2012 00:19
    Ist bei diesen Festplatten eigentlich die TLER Funktion aktiv?
  • stevez , 11. Juli 2012 08:49
    Wieso hat die Platte beim CB Test eine viel höhere Leistungsaufnahmen?
    http://www.computerbase.de/artikel/laufwerke/2012/kurztest-western-digital-red-nas-hdd/3/
  • benkraft , 11. Juli 2012 10:27
    @stevez - Ich erlaube mir zu den Testmethoden der Kollegen bei CB keine Aussagen. Zumal man dort Fragen müsste, was und wo eigentlich gemessen wurde.
  • VollAhnungslos , 11. Juli 2012 10:36
    Das NAS-Szenario mit Raid hast Du zwar ausführlich beschrieben, aber die Herausforderung liegt eben auch da im Detail! Eine Besonderheit der Firmware beschreibt WD wie folgt:
    "Steuerung der Fehlerbehandlung: Desktop-Laufwerke sind normalerweise nicht für RAID-Umgebungen ausgelegt und haben eine Steuerung, die den RAID-Controller daran hindern, im Falle eines Fehlers einzugreifen. Als Folge davon kann das Laufwerk nach einer gewissen Zeitspanne vom RAID getrennt werden. Der Neuaufbau eines RAID dauert oft mehrere Stunden, mit erheblichen Auswirkungen auf Stillstandszeiten und die Produktivität."
    Weitere Hinweise beziehen sich auf die mit NAS-Herstellern getesteten/abgestimmten Funktionen Energiespar- und SMART-Funktionen. Und bei der Verwaltung des Lese-Caches kann man auch einiges optimieren, wenn denn die Platte die Verwendung im Raid erkennt.
  • derGhostrider , 11. Juli 2012 17:45
    doll-by-dollVielleicht kommt die Platte demnächst auch mit 7200/rpm und die Desktop Performance fällt dann etwas besser aus.Warten wir mal ab.

    Das wird sicherlich nicht passieren, da WesterDigital bereits mit den RE-Baureihen 24/7 zertifizierte Festplatten für RAIDs mit 7200rpm im Angebot hat. Es wäre nicht gerade sinnvoll eine zweite Baureihe mit gleichen Anforderungen herauszugeben.

    VollAhnungslosSchade, dass kein Test im Zielszenario, also in einem NAS mit Linux und in einer RAID-Konfiguration dabei ist. Vielleicht hätte die darauf angepasste Firmware, z.B. durch eine dafür optimierte Cache-Verwaltung da noch ungeahnte Stärken gezeigt.

    Die Stärken der Festplatten werden doch bereits gezeigt: Geringe Leistungsaufnahme, geringe Wärmeabgabe, (relativ gesehen) gute Geschwindigkeitswerte. Mehr braucht man in einem NAS sicherlich nicht. Eine Controller-Firmware kann da auch nichts weiter zaubern.

    RaidUser@GuestIst bei diesen Festplatten eigentlich die TLER Funktion aktiv?

    Höchst wahrscheinlich ja. Stand als Vermutung so auf Heise.de. Davon abgesehen: Wenn der Hersteller sagt, daß die Platten speziell für NAS-Geräte ist, also im RAID-Verbund laufen soll, dann muß TLER vorhanden sein, da die Platten ansonsten regelmäßig aus dem RAID fliegen. (Wie die Caviar Black)

    Ich finde die Platten gar nicht so schlecht. Natürlich sind die im Desktop fehl am Platz, da viel zu träge. Aber wie sieht's mit einem Media-Receiver aus, dem digitalen Videorecorder? Die Platte ist ruhig, riesengroß und hat eine geringe Wärmeabgabe. Top!
    Und das gilt auch im NAS: Da man vom NAS eh nicht booten oder Applikationen starten wird, sondern primär Daten ablegt, sind die Platten dafür super geeignet.

    Und wer andere Anforderungen hat, der möge einfach die dafür passenden Platten kaufen. Sowohl Seagate als auch WD haben passende Angebote mit 7200rpm, sowohl für den Desktop- als auch Server-Einsatz.
  • VollAhnungslos , 14. Juli 2012 19:20
    Zitat :
    VollAhnungslosSchade, dass kein Test im Zielszenario, also in einem NAS mit Linux und in einer RAID-Konfiguration dabei ist. Vielleicht hätte die darauf angepasste Firmware, z.B. durch eine dafür optimierte Cache-Verwaltung da noch ungeahnte Stärken gezeigt.

    Die Stärken der Festplatten werden doch bereits gezeigt: Geringe Leistungsaufnahme, geringe Wärmeabgabe, (relativ gesehen) gute Geschwindigkeitswerte. Mehr braucht man in einem NAS sicherlich nicht. Eine Controller-Firmware kann da auch nichts weiter zaubern.

    Wenn Du im gleichen Beitrag über TLER spekulierst, solltest Du nicht ein paar Zeilen vorher behaupten, dass die Firmeware nicht zaubern kann! Bitte ließ Dich doch einfach mal in die Details von Raid-geeigneten Platten ein. Ich weiß jedenfalls, was Platten in meinem NAS brauchen und eine Aussage im Test, ob TLER nun unterstützt wird, oder nicht, wäre sicher sinnvoll gewesen.

  • derGhostrider , 14. Juli 2012 23:54
    Von der WD-Homepage:
    "Intelligent error recovery controls prevent drives from dropping off the RAID due to long recovery cycles."

    Quelle: http://mobile.wdc.com/wdred/en/#t4
    (man muß auf NASware klicken)

    Das ist TLER.

    --

    Aber eine ominöse Firmware, wie von Dir oben in Bezug auf "NAS und Linux" angesprochen, oder eine "optimierte Cacheverwaltung", was auch immer Du damit meinst, denn die ist bei einer Festplatte immer für die Festplatte optimiert, kann an der Geschwindigkeit der Festplatten nichts weiter verändern.

    Die Geschwindigkeit wurde hier deutlich getestet. TLER ist vorhanden (laut Webseite von WD, siehe oben). Hättest Du auch selbst nachlesen können.
    Und so nebenbei: TLER ist auch keine Zauberei. Das ist nichts weiter als eine Zeitbegrenzung. TLER stellt keine Anforderungen an die Hardware der Festplatte als solche. Eigentlich könnte TLER in restlos alle Platten integriert werden, ohne daß es Nachteile für den User gäbe. Aber dann würden sich die teureren Server-Platten schlechter verkaufen.
  • overlordi@guest , 17. Juli 2012 19:52
    Ob man die Plattern in einem selbgebauten PC an einem Raid 5 betreiben kann für Filme - also direkt Filme von dem Gerät streamt?
  • fffcmad , 18. Juli 2012 07:40
    RAID 5 nur mit Hardware-RAID mit BBU, sonst eher nicht. Hoechtens RAID10 mit 4 Platten.
  • derGhostrider , 19. Juli 2012 12:14
    Zitat :
    RAID 5 nur mit Hardware-RAID mit BBU, sonst eher nicht. Hoechtens RAID10 mit 4 Platten.

    BBU ist nicht zwingend nötig, da Stromausfälle doch recht selten sind.

    Aber er sagte ja auch nur "in einem Selbstgebauten PC". Die korrekte Antwort lautet dann:
    Ja, das geht natürlich. Aber für ein RAID-5 sollte man auf jeden Fall einen ordentlichen Hardware-RAID-Controller verwenden, da man ansonsten schnell mehr Ärger hat als Spaß.
  • red_test@guest , 19. Juli 2012 21:58
    Sehr magerer Test der absolut nichts mit den vom Hersteller angegebenen Vorteilen im vorgesehen Einsatzszenario zu tun hat.

    Wenn ich diese Platten kaufen will, dann aufgrund genau dieser Eigenschaften und weil ich wissen will ob auf die sehr viel teureren "Enterprise" Platten verzichtet werden kann.

    Und hierbei gibt es mehr als nur das RV Kriterium.
    Wie hoch die Leistung und Leistungsaufnahme ausfallen ist schön und gut, das gehört in jeden Standard-Festplatten-Test.
    Wer sich für diese Testmethoden interessiert, den interessieren scheinbar Desktop Platten.
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