Tom's Audio-Test: Wavemaster Two - Aktives 2.0 fürs Wohnzimmer?

Wenn eine deutsche Firma versucht, aus dem asiatischen Vorgaberegal mit den etwas höherwertigen Komponenten am Ende etwas Eigenständiges zu designen, dann darf man durchaus einen Blick und auch ein Ohr riskieren. Doch was bekommt man wirklich für 236 ...

Man muss fairerweise trennen in Firmen, die selbständig produzieren und ggf. auch Teile der Produktion auslagern und andererseits den ambitionierten Unternehmen, die sich bewusst im Baukastensystem asiatischer OEMs bedienen und trotzdem bestrebt sind, dem Ganzen durch gezielte Eingriffe in einzelne Baugruppen eine individuelle Note zu verpassen. Von denen, die nur ein Label auf Massenware kleben, wollen wir in diesem Test jedenfalls nichts schreiben. Kommen wir zurück zu HMC. Mit dem Wavemaster Two hat man sich neben dem Moody recht selbstbewusst in eine wesentlich höhere Preiskategorie vorgewagt und für fast 250 Euro Listenpreis ein 2.0-System gestaltet, das es heute zu testen gilt. Übrigens ist auch ein Vergleich des Wavemaster Two betreffs Aussehen und Features mit dem älteren Audioengine 5 (nicht 5+) gar nicht mal so abwegig, was sicherlich auch einiges über die Herkunft mutmaßen lassen könnte.

Trotzdem besitzt der Wavemaster Two eine eigenständige und aus meiner Sicht auch sehr bemerkenswerte Klangcharakteristik, die das gute Stück zwar im Nahfeld fürs Monitoring ein wenig disqualifiziert, mit denen es dafür in kleineren Wohnräumen gediegen punkten kann. Doch dazu später mehr in den Messungen und dem subjektiven Hörtest. Zunächst wie immer die nackten Fakten.

Technische Daten im Überblick
Typ
2.0 System
Abschirmung
Keine Angaben
Ausgangsleistung
60 Watt RMS (2x 30 Watt RMS, Herstellerangabe)
Verstärkertyp
Digitalverstärker
Frequenzbereich
45 Hz bis 22 kHz (Herstellerangabe)
Abmessungen
256 mm (Höhe)  x 180 mm (Breite) x 205 mm (Tiefe)
Material
MDF, Klavierlack (Schwarz oder Weiß)
Treiber
20 mm Seidenkalotte (Ferrit-Magnet)
130 mm Tieftöner (Kevlar-Membran, Ferrit-Magnet)
Eingänge
1x RCA L/R (Chinch)
1x 3,5 mm Klinke (keine Umschaltung)
Ausgänge
USB-Charger für Player etc.
Zubehör
3,5 mm Klinken-Anschlusskabel
Leistungsaufnahme
Stand-By: 0,2 Watt
Leerlauf: 7.9 Watt
Durchschnitt: 31,7 Watt
Maximum: 48,1 Watt
Schutzschaltungen
Schmelzsicherung mit Schraubeinsatz
Netzspannung
Umschaltbar 110/230V, 50/60Hz
Preis
ab ca. 236 Euro (Geizhals-Link)

  

Noch ein Wort vorab zur Angabe des Frequenzgangs durch den Anbieter. Wirklich linear ist die ganze Chose nämlich nicht. Setzt man die Messlatte etwas höher auf ca. +/- 5dB, dann kommt man im schalltoten Raum mit der üblichen Anordnung auf ca. 50 bis 20 KHz, was einerseits nämlich schon recht ordentlich ist und andererseits wohl auch etwas ehrlicher wäre. Die angegebene RMS-Leistung scheint hingegen plausiblel.

Positives kann man über die Leistungsaufnahme schreiben, denn die Abschaltung im signalfreien Zustand funktioniert blendend. Damit sinkt die Leistungsaufnahme ohne Signal faktisch auf Null (0,2 Watt) und die Zuschaltung bei anliegendem Signal erfolgt ohne wahrnehmbare Verzögerung. Nicht wirklich bahnbrechend neu, aber es ist ein gern genommenes Feature und liegt zudem voll im Trend. Da wir nun so schön dabei sind, geht es auf der nächsten Seite jetzt gleich weiter mit den Äußerlichkeiten.

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22 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Danke für den lang ersehnten Test! Das System wird wohl bei mir einziehen :)
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  • Keine Ursache, mir hat das Teil beim Testen auch irgendwie Spaß gemacht. Vor allem ist es trotz der leichten Pseudo-Loudness recht ehrlich und definitiv kein Ohrenschwindel.
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  • Welcher Idiot hat eigentlich Klavierlack erfunden? :/
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  • Schau halt mal im Telefonbuch unter Klavier. :D
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  • Interessant in dem Zusammenhang wäre doch ein Test der Samson MediaOne-Aktivlautsprecher. Diese China-Boxen haben in ihrer Preisklasse (120 Euro für das paar in der größtem Ausführung) einen exzellenten Ruf.
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  • Falls Du irgendwo einen Kontakt hast, dann schreib mal, sonst suche ich mal danach. Anregungen sind immer willkommen.
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  • Nein, Kontake habe ich keine, ich habe sie nur als interessierter Kunde ins Auge gefasst, weil der Name in einschlägen Foren doch häufiger fällt und Samson als günstiger Anbieter von Studio-Equipment eigentlich immer gutes P/L geboten hat.

    Aber Foren-Empfehlung mitsamt dem damit verbundenen Subjektivismus sind eine Sache, mich interessieren Messwerte. Sind die Dinger wirklich für den neidrigen Preis so gut? Die MediaOne gibts in 3 Größen (a3, a4, a5) und kosten je nach Größe 80-120 Euro fürs paar. Beziehen kann man sie über die üblichen Verdächtigen (Thomann und Co.).

    Für mich interesssant an den Dingern ist auch der Kopfhörerausgang an der Front, das gibts leider nicht häufig. Allerdings hat mich bisher der Mangel an verlässlichen Tests mit Messwerten vom Kauf abgehalten.
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  • Ok, dann mal Thomann :)
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  • Fall noch weitere Anregungen gewünscht sind für PC-geeignete aktive Lautsprecher:

    Untere Preisklasse:
    Microlab SOLO6C (135 Euro / Paar)
    Behringer MS40 Multimedia Speaker (130 Euro / Paar)
    ESI nEar05 und nEar08 (175 bzw. 210 Euro / Paar)
    Alesis M1 Active 520 USB (220 Euro / Paar)
    Prodipe Pro 5 V2 Active Studiomonitors (260 Euro / Paar)

    Mittlere Preisklasse:
    ELAC AM 150 Active Monitor (400 Euro / Paar)
    ABACUS C-Box 2 (500 Euro / Paar)
    Bowers & Wilkins MM-1 (500 Euro / Paar)
    Adam Artist 3 (600 Euro / Paar)

    Und falls mal die Nuberts als Referenz durch was "erwachsenes" ersetzt werden sollen, würden sich die Neumann KH 120 A für €1300 / Paar anbieten.

    Ich persönlich finde gerade die niedrige Preisklasse spannend, weil da der Durchschnittsuser für vergleichbar schmales Geld wirklich viel rausholen kann. Ich würde mich freuen, wenn es in der Klasse von 100-250 Euro mehr gute Tests geben würde.
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  • Oh, fast vergessen:
    M-Audio BX5 D2 für €200 das Paar.
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  • Bis 250 Euro finde ich auch spannend, sogar wenn ab und zu ein 50-Euro-Brüllwürfelchen dabei ist. Damit man mal den Unterschied sieht
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  • Es gibt halt mittlerweile auch aus dem Low-End Studiobereich viele interessante Produkte (teils sogar mit DAC fürs zuspielen über USB), die auch für den PC-Gamer mit schmalen Geldbeutel gute Alternativen darstellen zu dem Kram, der im PC-Bereich sonst verbreitet ist (Logitech und Co.).
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  • Wie wahr.... :)
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  • das Dingens um den Hochtöner nennt man nicht "Mulde", sondern das ist ein "Waveguide". Sicherlich nicht der größte, aber es ist einer. Und aufgrund dessen Größe ist eine Rückseitige Montage des HTs auch nicht möglich und die Schrauben lassen sich daher auch nicht verstecken.


    Schön wäre es aber erstmal, wenn ihr euch lieber noch etwas Fachwissen aneigenen würdet, bevor ihr Messungen in Themenbereichen startet, von denen ihr so ziemlich Null Ahnung habt.
    Eure Messungen sind extrem verfälscht und unbrauchbar. Erstens weil Nierenmics einfach ungeeignet sind für eine Messung (ich hatte im übrigen schon exakt das gleiche Mic bei mir daheim um eben mal selbst zu testen, was denn bei Messungen rauskommt), und weil euer Raum völlig falsch bedämpft ist. Wenn ihr den Usern schon Akustik nahlegen wollt, dann auch richtig. Und Teppiche und Vorhänge sind defacto nicht Bestandteil einer guten Raumakustik. Die sollten bei einer hochwertigen Akustik sogar weggelassen werden. Dafür muss natürlich was anderes rein, dass ist klar.


    Weiterhin wäre eine Fensterung eurer Messung angeraten gewesen, zumindest im Nahfeld. So haben wir hier immer nur eine völlig vom Raum beeinflusste Messung und vom eigentlichen Lautsprecher ist fast nichts zu sehen. Beurteilung des Lautsprechers ist völlig unmöglich. Oder wenigstens mal eine Referenzmessung vom Raum mit standardisierten Messmethoden (terzgemittelte RT60 Messung mittels Dodekaeder und Energiefrequenzgang am Hör/Messplatz).

    und was soll diese schwachsinnige 1kHz Messung. Der Nutzwert ist null, da vermutlich eh alles in die Messung eingeflossen ist... Raum, Mic, Lautsprecher, Frequenzweiche, Verstärker usw. Lasst das doch einfach weg, es verwirrt einfach nur unnötig.


    und wenn ihr schon den Frequenzgang beurteilt... warum nicht auf die gigantische Fehlleistung im Hochtonbereich eingehen (die aber auch von der Kombination Aufstellung/Raum/Mic kommen könnte, wer weiß). Alles darunter ist ne typische Badewannen-Abstimmung, die aber auch einige Anteile vom Raum bekommen haben kann.


    Eure subjektiven Bewertungen sind im übrigen auch sehr .... lustig. Wirklich verwertbare Eindrücke gewinnt man dabei aber kaum. Auch wenn man subjektiv beurteilt, sollte man trotzdem die Objektivität dabei nicht komplett außen vor lassen.


    Und warum so ein billiges System von nubert als Referenz gewählt wird, erschließt sich mir auch nicht. Grafikkarten und Rechner usw für tausende Euros, aber bei der Soundwiedergabe schaut ihr euch nur im untersten Preissegment um. Als ob kein Gamer bereit wäre, mehr Geld in die Hand zu nehmen für guten Sound. Schaut mal so in die Richtung Genelec oder Klein und Hummel, oder ADAM Audio, und da nicht unbedingt die kleinsten Vertreter. Gibt natürlich noch viele mehr. Die Liste ist leider endlos lang.


    bin halt nur trotzdem enttäuscht. Die Hardware-Reviews hier sind bisher immer nett gewesen, wenn auch oft nur oberflächlich... aber diese neue Sparte hier ist nicht mal wirklich erträglich.


    Und PS: leistet euch bitte mal ne gescheite Kamera. Die Bildqualität der Fotos lässt ziemlich zu wünschen übrig. Gerade die Nahaufnahmen sind schrecklich unscharf und teilweise noch voll mit CA (chromatische Abberationen).
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  • Quote:
    Grafikkarten und Rechner usw für tausende Euros, aber bei der Soundwiedergabe schaut ihr euch nur im untersten Preissegment um. Als ob kein Gamer bereit wäre, mehr Geld in die Hand zu nehmen für guten Sound. Schaut mal so in die Richtung Genelec oder Klein und Hummel, oder ADAM Audio, und da nicht unbedingt die kleinsten Vertreter.

    Niemand behauptet, dass "kein Gamer bereit wäre, mehr Geld in die Hand zu nehmen für guten Sound", aber der Markt für 2.0-Systeme jenseits der 750 Euro am PC dürfte eine sehr kleine Nische darstellen. Braucht's wirklich 800 Euro Adams oder irgendwelche ultra-neutralen Profi-Monitore, damit's bei Battlefield befriedigend aus den Boxen kracht oder um zwischendrin mal ein wenig Metal oder elektronische Musik zu hören?

    Nicht jeder hat gehobene audiophile Ansprüche, aber viele Leute sind durchaus interessiert, sich etwas besseres als ihre €40 Logitech-Jogurthbecher anzuschaffen. Und mittlerweile kann man (teilweise dank China-Produktion) mit überschaubaren finanziellen Mitteln viel erreichen. Für die meisten User stellen die Samson MediaOne A4 für €99 Euro bereits ein massives Upgrade zu den 08/15-PC-Aktivbrüllwürfeln darf. Legt man einen Hunni drauf, gibts ESI, Alesis und M-Audio. Der Kram ist dann für die meisten Ansprüche absolut ausreichend.

    Klar, für mehr Geld gibts besseres, aber man betritt hier sehr schnell "Diminishing Returns"-Territorium. Lohnt es sich, 200 Euro mehr auf den Tisch zu legen, um ein Paar Adam Artist 5 anstatt Nubert A20s zu kaufen? Ist der Gewinn an Klangqualität für ungeübte Ohren groß genug? Klingen die Dinger denn wirklich besser oder einfach nur anders? Oder greift hier bereits der weitverbreitete audiophile Placebo-Effekt und man hört besseren Klang, weil man für 35% Aufpreis eben besseren Klang erwartet?

    Zumal sich zum gelegentlichen Musikgenuss in hoher Qualität für den Durchschnittsanwender sowieso eher ein Kopfhörer-Verstärker + DAC mit einem gutklassigen KH anbieten, da man sich hier auch nicht mit Raumakkustik usw. rumschlagen muss. Hier tut es dann übrigens ein €70 Fiio E7 und ein AKG701 für €200. Für die meisten würde es sicher auch ein BeyerDynamics DT770 Pro für €150 tun.

    Die Kombination von brauchbaren €200 Aktivlautsprechern am PC fürs Gaming oder Filme am PC gucken und die gelegentliche Party-Raumbeschallung und 220-280 Euro für KH + DAC/Verstärker fürs "ernsthafte" Musikhören dürfte für die meisten Anwender deutlich sinnvoller sein, als 1400 Euro bei Klein+Hummel zu lassen.

    Spannend ist doch nicht, ob es in der gehobenen Preisklasse gute Aktivboxen gibt. Klar gibts die. Wäre ja auch traurig, wenn das nicht so wäre. Viel spannender ist hingegen, ob es für vergleichsweise kleines Geld Produkte gibt, die viel mehr bieten, als es der Preis erwarten lässt.
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  • @poison nuke:
    Dass man die Mulde des Hornvorsatzes nutzt (muss es denn wirklich immer das bedeutungsheischende Denglisch sein?), um eine Bündelung im Übergangsbereich analog zum Mittel-/Tieftöner zu erzeugen, das weiß ich auch. Aber es wird die mitlesende Allgemeinheit kaum interessieren, weil es hier nun mal keine HiFi-Ecke für das Zelebrieren akustischer Spitzfindigkeiten ist und die vorstehenden Schrauben samt der Löcher dann sogar eher kontraproduktiv wirken. Im Übrigen kann man die Vorsätze auch ohne die Schrauben anbringen, der Audioengine 5/5+ kommt exakt vom gleichen Fließband und da ging es ja auch. Ich bin persönlich kein großer Freund der Hornvorsätze, weil einem die Räumlichkeit etwas abhanden kommt. Aber über diesen Punkt streitet man sich selbst unter Fachleuten bis heute erbittert.

    Der Spagat, und genau das habe ich bei der Beschreibung der Messmethodik nun wirklich breit getreten, ist für all die vollzogen worden, die sich UNTERHALB der Summe von vielleicht 400 Euro nach einem anständigen System umsehen möchten, das auch mittleren Anforderungen standhält. Wir haben, auch das steht in der Einführung zu den Messungen, mit mehreren Referenzsystemen gearbeitet und auch den Raum, unsere Aufstellung und das Equipment mit Werten eines Ausnahmeraumes verglichen. Das Setting habe ich mir auch nicht allein ausgedacht, sondern einige Leute vorher zu Rate gezogen, wie man eine Aufnahmesituation möglichst an die vorherrschenden Räumlichkeiten beim Nutzer anpassen kann. Wir WOLLEN ja die Raumeinflüsse mit berücksichtigen (und nicht vermeiden), daher auch die Niere.

    Das Zauberwort heißt Praxisrelevanz, denn ich bin mir extrem sicher, dass noch nicht einmal 2% aller User überhaupt Willens oder in der Lage sind, ihre Räumlichkeiten der Akustik unterzuordnen. Deshalb gern noch einmal: es geht darum, wie ein System auch unter absolut durchschnittlichen Bedingungen noch klingt und nicht um audiophile Wolkenkuckucksheime und das genüssliche und selbstbeweihräuchernde Dozieren von Begriffen, die der Durchschnittsuser kaum versteht. Das überlasse ich gern den HiFi-Magazinen und ihrer sehr exklusiven und in sich gekehrten Leserschaft.

    Bitte lies auch die verlinke Einführung, dann wirst Du merken, wofür der 1 KHz-Test gedacht ist. Da die Strecke bis zum Lautsprecher immer die selbe ist, sieht man sehr wohl Unterschiede, vor allem dann, wenn es um Verzerrungen geht. Und bitte, die subjektiven Einschätzungen der einschlägigen HiFi-Schreiberlinge mit großer, aufgezogener Bühne, Klangwolken und Bassgewittern ist kaum weniger unterhaltsam, als das Feuilleton der FAZ.
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  • @poison nuke:

    Du hast mit deiner Meinung mit Sicherheit nicht Unrecht. Aber man muss sich irgendwo für ein Abstraktionsniveau entscheiden. Professioneller geht's immer - da kommt man aber vom Hundertsten ins Tausendste. Auch bei Berücksichtigung deiner Vorschläge würde wieder ein weiterer dieses Szenario als unzulänglich und dilettantisch empfinden.

    Vielen Lesern ist es mit Sicherheit bereits im jetzigen Moment zu komplex alles zu lesen und verstehen zu wollen. Dir scheinen sich hingegen die Nackenhaare aufzurichten. Manche verleiern bei Preisen jenseits der 100€ die Augen, du verspottest das Nubert als Vergleichssystem.

    Dies ist eine Hardware-Seite, die mit Sicherheit keiner audiophilen Plattform das Wasser abgraben will und/oder kann. Das eigene Klientel soll bedient werden. Und das sind eben Computerliebhaber, die eben auch etwas Bedarf nach "etwas" Peripherie haben. Und genau diesen Anspruch (inklusive Budget) zu berücksichtigen ist zielführend.
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  • Endlich mal einer, der das Anliegen verstanden hat :)

    Übrigens hatte ich einige Testkandidaten, die für normal bei der "Melissa"-Sonderbehandlung im schallharten Raum glänzen und auch im Standard Messaufbau super linear und cool erscheinen. Im profanen Wohnumfeld klingen die Teile denn plötzlich schlimmer als der von manchen verspottete nuPro A-10 (denn ich dem A-20 vorziehe). Früher konnte ich mir mein Wohnzimmer nach meiner Anlage hin einrichten, heute habe ich Familie und begriffen, dass man manschmal auch die anlage den gegebenen Räumlichkeiten anpassen muss. Dann klingt ein Teil mit "Badewannen"-Abstimmung plötzlich besser, als meine alten Klipsch, die den Filius eh immer zu Turnübungen verleitet haben. Komische Welt, aber es ist so. Veränderte Umstände ergeben auch sehr oft völlig neue Ein- und Ansichten :D
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  • Ich muss poison nuke leider auch Recht geben!
    Die Grundlagen zur Durchführung und vor Allem zur Interpretation der Messergebnisse fehlen hier zu einem großen Teil!
    Ich weiß nicht, wer beratend für diesen Messaufbau zur Seite stand, aber wirkliche Fachkräfte können das nicht gewesen sein! Die könnten Dir nämlich auch sagen, warum der Hochtonbereich so früh zum Sinkflug ansetzt; das ist nämlich bei dem Messaufbau (und noch schlimmer duch die 2-Kanal-Messung) logisch!
    Bei der Gelegenheit solltest Du Dir auch erklären lassen, dass mit dem "1-kHz-Test" ausschließlich nichtlineare Verzerrungen aufgenommen (von "messen" zu sprechen, gingen an der Stelle etwas zu weit) werden, da die linearen Verzerrungen (nur!) durch den Frequenzgang dargestellt werden. Deswegen heißen sie ja linear, weil sie durch einen konstanten System-Offset (EQ) vollständig ausgeglichen werden können, was mit K2, K3, K4,... nicht geht!!!

    Besonders deutlich unterstreichst Du allerdings das Fehlen entsprechender Kompetenzen dadurch, dass Du immer wieder betonst, Praxisbezug b.z.w. -relevanz zu schaffen!
    Hättest Du Dich eingehend mit der menschlichen Hörphysik beschäftigt, wüsstest Du, dass wir nicht im Frequenzbereich hören - so wie Du die Messungen durchführst - sondern im Zeitbereich! Wir nehmen breitbandige Impulse mit dem Trommelfell auf und die Hörschnecke und die darin befindlichen Sinneshärchen führen praktisch eine Echtzeit-FFT durch mit anschließender (durch das Gehirn!) Spektralanalyse. Und jetzt rate mal, wie die echten Wissenschaftler Akustik-Messungen durchführen... Genau, mit Breitbandimpulsen! Welches Verfahren hat also mehr Praxisbezug? Und jetzt komm bitte nicht mit dem Totschlagargument schlechthin, es sei ein schalltoter Raum (auf Schlau heißt das übrigens reflexionsarmer Raum!) nötig, das stimmt nämlich nicht! In der Praxis macht man einfach eine Impulsmessung der Länge, die die Raumgröße zulässt und für den Tieftonbereich eine Nahfeldmessung (evlt. noch eine Raummessung, für die relativen Pegelverhältnisse) - Fertsch!
    Lustigerweise hast Du jetzt schon Zugang zu allem, was nötig ist, um wirklich gute Messungen zu machen. Sogar das Mikro ist verwendbar, auch wenn ein Kugel(-Charakteristik)Messmikro eigentlich üblich ist. Fehlt nur noch eine Software wie ARTA, die zufällig (bei kaum eingeschränkter Benutzbarkeit) kostenlos ist.
    Das ARTA-Handbuch ist übrigens ein guter Anfang, die bei Dir dringend nötigen Grundlagen in Systemtheorie zu füllen!

    Ich wollte schon zu Deinem ersten Test einen Kommentar schreiben, aber bisher hat es nie gefruchtet, wenn ich über akustische Grundlagen aufklären wollte. Es war immer Zeitverschwendung und ich habe mir vorgenommen, nicht mehr darüber in Foren zu schreiben...
    So, jetzt bin ich mal gespannt, ob ich wieder meine Zeit verschwendet habe.
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  • Arta habe ich mir gerade eben mal angeschaut und werde mich heute auch mal länger damit hinsetzen, so ich jetzt noch dazu komme. Ändern und Verbessern kann man immer - wenn es sich lohnt. So gesehen wird es also nicht auf taube Ohren stoßen. Die Empfehlung für die vereinfachte Methodik stammt von einem Gebäudeakustiker; wir haben mit seinem (MLSSA) und meinem Equipment und insgesamt 5 grundverschiedenen Soundsystemen vergleichende Messungen durchgeführt und am Ende in etwa annähernde Ergebnisse erhalten. Dass sich das nicht genau decken kann, ist logisch, aber wenn man es auf eine halbe Oktave glättete, sahen die Spektren verflixt ähnlich aus.

    Eine Seite Deines Vorschlags fasziniert mich hierbei besonders: ich spare jede Menge Zeit :D

    Nachtrag:
    So, Arta getestet, nachdem ich die Geschichte mal eingehend kalibriert habe. So schlecht sieht der Raum gar nicht aus, auch wenn es meilenweit am Ideal vorbeischlittert. Die Soundkarte hingegen ist eine Enttäuschung. Irgendwann muss die Creative wohl weichen. Ich werde Arta sicher nutzen, aber da muss noch einiges umgestellt werden. Die Ergebnisse sind interessanterweise sehr ähnlich, wenn man die Kurven auf mehr als eine 1/4 Oktave glättet. Aber es spart echt Zeit und dürfte zudem etwas auch genauer sein. So gesehen hast Du erst mal meinen Dank :)
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