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Dell will Rechner zum Anziehen entwickeln

Von - Quelle: Tom's Hardware DE | B 0 kommentare

Der Hersteller will mit eigenen Devices wie einer Smart Watch Boden im Geschäft mit mobilen Rechnern gut machen

Einst war Dell einer der weltweit bedeutensten Computerhersteller, doch den aktuellen Veränderungen konnte der der Hersteller nicht folgen. Auf der einen Seite wurden die Amerikaner von asiatischen Notebook-Fertigern immer stärker unter Druck gesetzt, sodass die Margen zurückgingen, auf der anderen Seite wurden neue Trends zu anderen Geräten und Betriebssystemen vernachlässigt oder gänzlich verschlafen. Im letzten Quartal sanken die Einnahmen um 9% auf 8,9 Milliarden US-Dollar auf, der Gewinn ging sogar um 65% zurück und lag bei nur noch 225 Millionen. Auch die Ausblicke bis hin zum kommenden Geschäftsjahr sind nicht gerade rosig.

Dementsprechend musste Sam Burd, zweiter Chef des weltweiten Geschäfts im Bereich Personal-Computing, in einem Interview mit dem Guardian Defizite einräumen. Die schwierige Situation wird zudem weiter dadurch angeheizt, das neue Produktentwicklungen nicht den erhofften Erfolg gebracht haben, etwa Tablets mit Windows RT und Windows 8.

Zwar konnte der Hersteller einige einige hunderttausend Exemplare absetzen, insgesamt wurden die Erwartungen jedoch enttäuscht, wobei nicht zuletzt das Betriebssystem den entscheidenden Unterschied ausmacht, wie Burd unterstreicht: "Tablets brauchen Windows 8 um sich wirklich gut zu verkaufen." Flachrechner mit einem vollwertigen Windows haben sich demnach durchaus zu einem Erfolg entwickelt, wenn auch auf kleiner Flamme. Allerdings sieht der Dell-Mann an dieser Stelle die Entwicklung noch am Anfang und hofft zukünftig, das Windows-Tablets auf einen Marktanteil von 30 bis 40% kommen.

Große Potentiale verspricht sich Burd auch im Bereich von sogenannten "Wearables", also kompakten Rechnern, die in Smart Watches oder Brillen wie Googles Glass untergebracht werden. Er sieht an dieser Stelle große Wachstumspotentiale, was sich zum einen schon am Engagement von Konkurrenten wie Apple, LG, Philipps, Samsung oder Sony ausmachen lässt; zum anderen treffen diese Geräte aber auch das Kundeninteresse: "Ich sehe keine magischen neuen Formate wie das iPad - ich denke auch nicht, dass man die Veränderungen, die dieses Gerät gebracht hat, vorsehen konnte. Aber die Zahl von Rechnern pro Person explodiert."

Bisher hat Dell allerdings noch nichts konkretes angekündigt. Während immer mehr Konkurrenten zumindest erste Prototypen zeigen, sucht man bei Dell noch nach eigenen Ideen und entwickelt lediglich im Stillen. Sollte Burd mit seiner Einschätzung recht behalten, bleibt jedoch abzuwarten, ob der Hersteller an dieser Stelle nicht gerade wieder den nächsten Trend verschläft.

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