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Vorsicht: 3 TB meist nicht nutzbar!

Erste 3 Terabyte-Festplatte: WD prescht vor
Von , Achim Roos

Schnon vor 18 Monaten testeten wir ein Serial-ATA-Laufwerk mit einer physischen Gesamtkapazität von 4 TB: Es handelte sich damals um ein LaCie 4big. Dieses externe Storage-System arbeitet mit vier Festplatten, die intern in einem RAID-Modus betrieben werden. Zum Host-System wird das 4big via eSATA angebunden, so dass elektrisch kein Unterschied zu Serial-ATA-Schnittstellen wie der der WD30EZRS besteht.

Wir stellten damals fest, dass unser Testsystem lediglich 800 GB anzeigte – obwohl das System mit 4x 1 TB im RAID 5 konfiguriert war und somit 3 TB bzw. 2,8 TB Gesamtspeicherkapazität unter Windows anzeigen sollte (bei 1024 Bytes pro Kilobyte). Die Limitierung auf nur 800 GB kam durch das “Ausblenden” der ersten 2000 GB durch den Storage-Treiber – ein Resultat des 32-Bit-Systems, dessen Treiber in unserem Fall schlicht erst darüber ansetzt.

Problem 1: 32-Bit-Betriebssysteme

Die Schwierigkeiten liegen hier die Adressierung von Festplattenblöcken via LBA (Logical Block Addressing), die bei 232 endet. Damit landen Sie bei 2,19 TB ausgehend einer Sektorengröße von 512 Byte. Notwendig ist daher die korrekte Implementierung von Long LBA, so dass 264 Blöcke adressierbar werden. Bei 18 Exabyte hätten wir dann die nächste Grenze, doch diese sollte noch ein paar Jahre auf sich warten lassen. Für die Unterstützung von Long LBA ist ein 64-Bit-Betriebssystem zwingend notwendig, sofern Sie von Ihrem 3-TB-Laufwerk auch booten wollen. Sollten Sie es als reines Datenlaufwerk einsetzen wollen, so genügt teilweise auch ein 32 Bit Betriebssystem ab Windows Vista SP1, allerdings mit modernem AHCI-Controller und Treibern, die mit großen Laufwerken umgehen können. Mit Apples Bootcamp werden Sie Schwierigkeiten bekommen; Linux-Systeme prüfen Sie am besten je nach Distribution. BIOS- und Treiber müssen für den reibungslosen Betrieb zusammenarbeiten können.

Problem 2: GPT statt MBR notwendig

Im Zuge der Umstellung muss die Partitionstabelle MBR, der Master Boot Record, durch die GUID Partition Tables, kurz GPT, ausgewechselt werden. Dies ist für Long LBA mit 264 Blöcken immer notwendig.

Problem 3: UEFI statt BIOS notwendig

Mit einem AHCI-konformen SATA-Controller sowie einem für große Laufwerke angepassten Treiber umschifft man die Notwendigkeit des Universal Extensible Firmware Interface, welches das BIOS über kurz oder lang ersetzen wird. Um ein Laufwerk > 2,19 TB allerdings bootfähig zu machen, ist ein UEFI-System zwingende Voraussetzung.

Ziel von UEFI ist eine Implementierung von Treibern, die den Betrieb von Geräten schon vor dem Starten eines Betriebssystems ermöglichen. Dummerweise sind auch heute noch viele Motherboards mit einem klassischen BIOS statt moderner UEFI-Lösungen bestückt. Dies betrifft nach unserer Erfahrung heute immer noch den Großteil des Marktes. Ironischerweise ist Apple hier der Zeit voraus gewesen.

Zusammenfassung: Was geht?

  • Mit Windows XP sind Sie bei 2 TB pro Partition am Ende angelangt.
  • Windows Vista SP1, Windows 7 oder andere moderene 64-Bit-Betriebssysteme sind generell für Laufwerke > 2,19 TB notwendig. In manchen Situationen sind 32-Bit-Systeme ausreichend; booten können Sie davon allerdings nicht.
  • Als Datenlaufwerk ist nichts weiter notwendig, als die Partitionierung mit GPT statt über MBR durchzuführen.
  • Als Boot-Laufwerk brauchen Sie zusätzlich ein UEFI-System mit passenden Treibern.

Western Digital umschifft die Probleme mit Ausnahme des Boot-Szenarios durch das Bundling der WD30EZRS mit einem PCI Express Controller, der passende Treiber und AHCI-Unterstützung mitbringt. Ein modernes Betriebssystem vorausgesetzt können Sie das 3-TB-Laufwerk auch auf einem vier Jahre alten Pentium-4-Rechner noch installieren. Notwendig ist dann natürlich ein PCI-Express-Slot für den Controller.

Mit dabei: Der Marvell-Controller ermöglicht den Betrieb der WD30EZRS auch auf älteren Systemen. Wichtig ist aber immer ein aktuelles Betriebssystem.

Alle 22 Kommentare anzeigen.
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  • seppjo , 20. Oktober 2010 08:58
    Interessant, da wird es wieder ein paar Anlaufschwierigkeiten geben. Trotzdem lassen sich diese Laufwerke ja als externe Datenbunker für (HD-)Filme... einsetzen. Ich werde noch ein wenig abwarten und irgendwann zu solch einem Speichermonster greifen. Für meine ganzen TV/SAT Aufnahmen wäre es eine perfekte Lösung.
  • matradix , 20. Oktober 2010 09:43
    Ja, für meine Filmaufnahmen wären 3TB ideal!
    Würde den ein Netzwerkmedienplayer mit solch einem eingebauten 3TB Laufwerk klarkommen? (ev. durch Firmware update?)
  • Anonymous , 20. Oktober 2010 09:59
    wenn es usb ist kommt der damit klar, nur dauert es ewig bis er die ganze platte durchgesucht hat, wobei das sicher typabhängig ist. Mein HDX1000 brauch bei 2TB erheblich länger als bei 1TB mit 3 wäre es wohl unerträglich
  • bluray , 20. Oktober 2010 10:06
    Habe selbst ein NAS auf DLNA-Basis. Während die VANTEC-Lösung die Playsi 3 mit dem Fehler 2116 oder 2110 den Fork-Vorgang abbrechen lassen und mir auch keine Mediendaten angezeigt hat (was mich auch zu einer Rekla veranlasst hat), tut die LaCie-Lösung sauber ihren Dienst. Die Mediendateien werden rasch angezeigt und im Gegensatz zur VANTEC-Lösung kann die LaCie-Lösung noch im Hintergrund weiterforken und bereits Medieninhalte streamen. Allerdings sei dahingestellt, ob die Firmware in dem Gerät auch eine 3TB-Platte verdauen könnte...

    DAS stell ich mir eher problematisch vor, da der Artikel ja bereits auf Unzulänglichkeiten mit 32bit-Systemen hinweist!

    Letztendlich kommt es auch auf den Hersteller an, wie er das DLNA umgesetzt hat und wie gut die Firmware ist.
  • matradix , 20. Oktober 2010 10:22
    Dem Artikel nach sollen die 3TB an einem PC über USB angeschlossen funktionieren. Aber würde das auch über USB an meinem QNAP NAS gehen? (dann ev. auch per DLNA vom NAS auf den TV streamen)
  • puri , 20. Oktober 2010 10:46
    Hallo, was in dem Arikel noch fehlt, ist die Kompatibilität mit den verschiedenen Chipsatz-SATA-Controllern. Da war doch was, dass nur die 55/58-Intel Chipsätze und die 8xx-AMD-Chipsätze so große Platten ansprechen können ??? Sicherlich wird ein eigener Controllern mitgeliefert, der verschiebt das Problem aber nur.
  • fuchur , 20. Oktober 2010 11:23
    Worauf auch dringend hingewiesen werden sollte ist, dass WD den Einsatz von Caviar Green EARS-Platten unter Linux explizit nicht unterstützt.

    Sprich: Man erhält keinen Support bei den bekannten LCC-Problemen, wenn man die Festplatten unter Linux einsetzt.
    Kling komisch. Ist aber so. (Siehe Forum Synology)
  • Anonymous , 20. Oktober 2010 11:37
    Wenn die mal zuverlässig läuft. Schon die alte 2GB-Variante machte bei mir erhebliche Probleme, 2 von 5 Platten wiesen keine Fehler auf.
  • seppjo , 20. Oktober 2010 11:42
    @Frame,
    2GB ? Das ist schon etwas länger her oder? :D 
  • derGhostrider , 20. Oktober 2010 13:53
    "Nicht Booten" -> Gilt das denn nicht nur, wenn man eine riesige Partition anlegt? Wäre das Problem nicht automatisch behoben, wenn die Boot-Partition kleiner als 2 TB ausfällt?

    Und seit wann wird "Stromverbrauch pro Kapazität" als entscheidend angesehen und nicht mehr "Stromverbrauch bei bestimmten Operationen" oder "Stromverbrauch pro Zeit", was doch durchaus über die laufenden Kosten entscheidet? Klar, sobald man zwei Platten durch eine neue ersetzt, ist die Argumentation nachvollziehbar, aber sonst?

    Von der neuen Platte bin ich bei den Diagrammen eher ein wenig enttäuscht. Dort stehen gruselige Zugriffszeiten beim Schreiben. 9ms wären top, 12ms ok, aber über 20ms? Ich weiß ja nicht so recht. Das ist als "Datengrab" akzeptabel, aber als Systemplatte sollte man vielleicht doch lieber die Finger von solch einem Monstrum lassen.
    So wie die Platte halt auch vom Hersteller gedacht ist: Ein Massenspeicher.
  • aarfy , 20. Oktober 2010 15:28
    derGhostrider"Nicht Booten" -> Gilt das denn nicht nur, wenn man eine riesige Partition anlegt? Wäre das Problem nicht automatisch behoben, wenn die Boot-Partition kleiner als 2 TB ausfällt?


    Nope der MBR ist ja das Problem - und der steht nicht in einer bestimmten Partition.. Somit sch.. egal wie du die partitionierst.
  • TGH1978 , 20. Oktober 2010 17:53

    Wenn man die Platte unbedingt auch fürs OS einsetzten will, bereitet das aus, den im Artikel schon erwähnten Gründen, natürlich eine Menge Schwierigkeiten... aber meiner Ansicht nach mach das sowieso keinen Sinn...

    So eine Platte dient ja wohl in erster Linie als "Datengrab" und wenn man das OS auf eine eigene Platte verlegt (welche auf Tempo und nicht Datenplatz ausgelegt ist) dann bleibt eigentlich nur noch die Problematik mit dem AHCI-Standard und das MBR | GPT Problem...
    Und das sind beides Dinge die man in den Griff bekommen kann...


    Ich finde die neue 3TB Platte von WD eine gute Sache, da ich denke, dass somit auch bald andere HDDs mit über 2TB Kapazität folgen werden und das so die MB Herstellern vielleicht endlich etwas unter "Druck" kommen damit sie von BIOS auf (U)EFI umstellen!


    Ich stand bereits vor über 3 Jahren das erste Mal vor der Problematik, dass ich eine Partition mit über 2TB hatte... seit damals habe ich 6x750GB HDDs mit Hilfe eins Gigabyte P35 Board in ein Raid 5 zusammengeschalten (das sind "Netto" 3492 GB) und bin von MBR auf GPT umgestiegen, brauchte einige zusätzliche Treiber usw. aber es ging...
    Als OS hatte ich auf einer eigenen schnellen Platte parallel Win XP 32 und Win XP 64 laufen...

    inzwischen habe ich als OS Platte einer SSD nachgerüstet auf der Win 7 x64 läuft und habe nach wie vor die 6x750GB die ich wohl bald mal gegen größere austausche...

    wahrscheinlich erstmal 4x2TB (also "Netto" 5588 GB) - dann kann ich in ein Jahr später bei Bedarf immer noch 2x2TB nachrüsten... schaue sowieso meistens das ich die Platten von verschiedenen Händlern kaufe... natürlich das gleiche Modell vom gleichen Hersteller... aber dadurch stammen sie aus verschiedenen Chargen, und wenn wirklich mal eine Charge eine Produktionsfehler hat, fallen einem dann nicht gleich alle Platten zugleich aus...


    Ich persönlich würde mir aber momentan trotzdem keine 3TB Platte kaufen - dann zb. schon eher 3x1,5TB und die über ein Raid 5 nützen...


    kommt preislich und Speicherplatz technisch aufs Gleiche - solange man sich mit einem aktuellen Borad fürs Raid begnügt (wie gesagt ich nütze noch ein P35 und das war nie ein Problem) und keinen eigenen Raidcontroller dazu kauft...

    natürlich darf man sich von dem Mainboard Raid kein Wunder erwarten, aber so schnell wie die Einzelplatte ist es alle mal noch und man hat zusätzlich eine gewisse Ausfall Sicherheit falls eine Platte kaputt geht...

    Möchte hier ausdrücklich darauf hinweisen, dass man ein Raidsystem nicht als vollwertiges Backup sehen darf !!!

    Aber es ist heutzutage halt doch so, dass einer der häufigsten Gründe von Datenverlusten nach wie vor defekte HDDs sind!
    ...und da hilft einem auch ein "simples" Mainboard Raid schon oft weiter, so das man "nur" eine neue Platte kaufen muss, und dann halt einen halben Tag lang das Raid wieder herstellt... ist für Firmen sicher nicht zumutbar - aber als Privatperson läuft das dann einfach über Nacht und paßt...

    Wichtige Daten sollten auch bei einem Raidsystem nach wie vor auf Scheiben und/oder (je nach Menge der Daten) auf externen Platten doppelt vorhanden sein !!!

    Ich persönlich habe alle Daten die ich am Raidsystem habe zusätzlich noch auf Externen Platten liegen (Übertragung per eSATA)... und zusätzlich die besonders wichtigen Daten - zb. Dokumente, Fotos, private Videos, usw. auf Scheibe früher DVD inzwischen BD...

    Ich hatte in den letzten 13-15 Jahren (früher hauptsächlich Seagate und später hauptsächlich Samsung Platten) alles in allen sicher schon 20 HDDs bei mir in Verwendung - immer gut gekühlt und mir sind davon trotzdem im Laufe der Zeit (teilweise auch erst nach mehreren Jahren Betrieb) insgesamt schon 3 Platten kaputt gegangen - habe Platten durschnittlich 3 Jahre in Verwendung (einzige Ausnahme war lange eine 18 GB SCSI Platte), bevor ich sie per Ebay verkaufe oder im Freundeskreis weiter gebe...

    Achja ich hatte dabei nie auch nur ein Byte Datenverlust! Und ich kann nur sagen, das seit ich Raidsysteme einsetzte (ca. seit 6-7 Jahren) die Wiederherstellung der Daten um einiges komfortabler wurde...

  • kaan , 21. Oktober 2010 07:13
    Kann TGH 1978 nur zustimmen.
    Bevor ich mir eine Platte einbaue mit 3 Terabyte nimm ich lieber 3 Platten mit 1 Terabyte und mach ein Netten Raid draus, schneller, sicherer und defekte Platten sind austauschbar ohne Datenverlust.

    Vor allem sind WD Platten nicht dafür bekannt ewig zu halten.
  • Anonymous , 21. Oktober 2010 10:04
    Wenn ich mal so 8-Jahre zurück denke, da wahr es unvorstellbar Festplatten mit einer Größe von 3-4TB zu produzieren. Die Entwicklung geht eben ihren Weg.
    In den nächsten Jahren wird die Scheibdichte der Magnetscheiben warscheinlich noch kompakter aber irgendwann ist Schluß dann geht nicht mehr an Dichte!
    Dann bleiben ja noch die ssD's und die werden in den nächsten Jahren ihre Kapazität verdoppeln oder auch verfünffachen! Bin mal darauf gespannt wie lange das dauert.
    Der Test kam gut an, Dank an die Schreiber! ;) 
  • Goldman , 21. Oktober 2010 10:48
    3 TB lässt noch auf sich warten, vom Preis kaum zu reden.
    ABer 2 TB von Samsung bekommt man schon für weniger als 79€ da sollte man zuschlagen. Auch die Leute mit Raid....
    Ich habe bisher noch nie eine Platte verloren und nutze kein Raid.
  • Levi88 , 21. Oktober 2010 12:38
    Ich auch nicht, auser 2 Seagates der Unbelehrbaren (nimm die nicht, doch der hat gesagt die sind so toll) und ner Menge Samsung HDDs.

    3,5" kannsde die 80€ auch gleich gegen die Wand schmeißen hat meiner Meinung nach den selben Effekt.
  • lrlr , 21. Oktober 2010 14:21
    @kaan

    totaler schmarn, wenn du 3*1TB nimmst ist es NICHT sicherer.. (ganz im gegenteil)
  • kaan , 21. Oktober 2010 15:18
    Solltest dich mal Informieren nur weil du irgendwas nicht kannst oder kennst ist es noch lange nicht möglich.

    Beim Raid mit 3x 1TB kannst du eine Defekte Platte austauschen und ersetzten. Die Daten werden wieder auf die neue Platte Syncronisiert.
    Datenverlust gibts keinen.

    Geht dir eine 3TB Platte flöten dann ist diese futsch inkl alle Daten.

    Was soll da schmarn sein?
  • Iceheart , 22. Oktober 2010 07:36
    Rein von der Entwicklung finde ich es einen tollen Schritt. Und wie hier schon mehrfach gesagt wurde bzw. auch im Artikel beschrieben, ist es höchste Zeit, dass die anderen Komponenten endlich ihren Status quo aufgeben und aktualisert werden, z.B. UEFI statt des betagten Bios'es, aktuelle Treiber vom Makrtführer etc.
  • Anonymous , 22. Oktober 2010 15:55
    Bei 3x 1TB im RAID 5 hast Du 2TB zum Nutzen, die 3. Platte ist zur sicherung verbraucht., Du brauchst also 4x 1 TB im RAID5 um 3 TB nutzbaren Speicher zu bekommen.
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