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Erste 3 Terabyte-Festplatte: WD prescht vor

Erste 3 Terabyte-Festplatte: WD prescht vor
Von , Achim Roos

Western Digitals neuer Speicherriese kam in der IT-Welt nicht unerwartet; dennoch hat die Branche bis zuletzt geschlafen. Anwender müssen mit Ärger rechnen, denn von so großen Laufwerken können Sie meist nur booten, wenn Sie gleich einen neuen PC kaufen.

Seit knapp zwei Jahren hingen die Kapazitäten für 3,5”-Festplatten bei 2 TB. Vor wenigen Monaten war bereits Seagate soweit und stellte ein externes Laufwerk auf Basis eines 3-TB-Laufwerks vor, die FreeAgent GoFlex Desk. Doch das Ausbleiben einer internen Variante mit konventioneller SATA-Schnittstelle hat guten Grund: nur wenige Systeme können mit Kapazitäten über 2 TB heute tatsächlich sinnvoll umgehen. Trotz einiger Hürden traut sich nun Western Digital als erstes auf den Markt für interne Festplatten und stellt die Caviar Green mit 2,5 TB und 3,0 TB Gesamtkapazität vor.

Vier gewinnt: 4 Platter, 4-KB-Sektoren

Die neuen Laufwerke basieren auf Platter-Kapazitäten von 750 GB, welche Western Digital unter anderem durch das so genannte Advanced Format erreicht. Dahinter verbirgt sich die Umstellung der physischen Sektorspeicherkapazität von 512 Byte auf 4 KB. Aufgrund der geringenen Speicherplatzanforderungen für die Fehlerkorrekturdaten (ECC) ergibt sich eine erhöhte, nutzbare Kapazität. Im Vergleich zu herkömmlichen 512-Byte-Sektoren liegt der Zuwachs bei ca. 10%. Mit dem Wissen um die Speicherkapazität pro Platter ergibt sich, dass WD in beiden Varianten mit vier Plattern arbeitet. Damit steigt die Komplexität der Laufwerke wieder an, denn in den letzten Monaten verschlankte der Hersteller seine 2 TB Caviar Green-Laufwerke von vier auf nun drei Platter. Der gewonnene Platz wird heute in die Kapazitätssteigerung gesteckt.

Festplatten nicht wegzudenken

Aufgrund der Tatsache, dass schnelle und Strom sparende Flash SSDs die konventionelle Festplatte mittelfristig als Systemlaufwerk ablösen werden, erlebt der Storage-Markt eine gewisse Korrektur: Wo bislang noch hochdrehende Festplatten rotieren, werden künftig SSDs zur Ausführung des Betriebssystems dienen. Für echte Storage-Anwendungsfälle, also die reine Ablage von Daten aller Art, stellen Festplatten auch langfristig die einzig sinnvolle Alternative dar: hohe Kapazitäten, niedriger Energieverbrauch und geringe Kosten pro Gigabyte sind mit Speicherchips bis auf weiteres nicht realisierbar.

Caviar Green steht für Vernunft

In diese Ecke zielt die Caviar Green-Serie von Western Digital ab. Es handelt sich inzwischen um die fünfte Generation dieser Produktfamilie. Moderate 5.400 U/Min ermöglichen vergleichsweise geringen Stromverbrauch, niedrige Abwärme, geringe Geräuschentwicklung und die Speicherung der Datendichten. 3-TB-Laufwerke auf Basis von 7.200 U/Min sind zwar sicherlich machbar, jedoch noch aufwändiger als diese ersten Modelle. Die WD30EZRS bringt mit Ausnahme der Speicherkapazität effektiv wenig Veränderung, bedeutet aber trotzdem einen Meilenstein – auf den Anwender kommen in der Praxis nämlich Probleme bei der Inbetriebnahme zu.

22 Kommentare anzeigen.
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  • seppjo , 20. Oktober 2010 08:58
    Interessant, da wird es wieder ein paar Anlaufschwierigkeiten geben. Trotzdem lassen sich diese Laufwerke ja als externe Datenbunker für (HD-)Filme... einsetzen. Ich werde noch ein wenig abwarten und irgendwann zu solch einem Speichermonster greifen. Für meine ganzen TV/SAT Aufnahmen wäre es eine perfekte Lösung.
  • matradix , 20. Oktober 2010 09:43
    Ja, für meine Filmaufnahmen wären 3TB ideal!
    Würde den ein Netzwerkmedienplayer mit solch einem eingebauten 3TB Laufwerk klarkommen? (ev. durch Firmware update?)
  • Anonymous , 20. Oktober 2010 09:59
    wenn es usb ist kommt der damit klar, nur dauert es ewig bis er die ganze platte durchgesucht hat, wobei das sicher typabhängig ist. Mein HDX1000 brauch bei 2TB erheblich länger als bei 1TB mit 3 wäre es wohl unerträglich
  • bluray , 20. Oktober 2010 10:06
    Habe selbst ein NAS auf DLNA-Basis. Während die VANTEC-Lösung die Playsi 3 mit dem Fehler 2116 oder 2110 den Fork-Vorgang abbrechen lassen und mir auch keine Mediendaten angezeigt hat (was mich auch zu einer Rekla veranlasst hat), tut die LaCie-Lösung sauber ihren Dienst. Die Mediendateien werden rasch angezeigt und im Gegensatz zur VANTEC-Lösung kann die LaCie-Lösung noch im Hintergrund weiterforken und bereits Medieninhalte streamen. Allerdings sei dahingestellt, ob die Firmware in dem Gerät auch eine 3TB-Platte verdauen könnte...

    DAS stell ich mir eher problematisch vor, da der Artikel ja bereits auf Unzulänglichkeiten mit 32bit-Systemen hinweist!

    Letztendlich kommt es auch auf den Hersteller an, wie er das DLNA umgesetzt hat und wie gut die Firmware ist.
  • matradix , 20. Oktober 2010 10:22
    Dem Artikel nach sollen die 3TB an einem PC über USB angeschlossen funktionieren. Aber würde das auch über USB an meinem QNAP NAS gehen? (dann ev. auch per DLNA vom NAS auf den TV streamen)
  • puri , 20. Oktober 2010 10:46
    Hallo, was in dem Arikel noch fehlt, ist die Kompatibilität mit den verschiedenen Chipsatz-SATA-Controllern. Da war doch was, dass nur die 55/58-Intel Chipsätze und die 8xx-AMD-Chipsätze so große Platten ansprechen können ??? Sicherlich wird ein eigener Controllern mitgeliefert, der verschiebt das Problem aber nur.
  • fuchur , 20. Oktober 2010 11:23
    Worauf auch dringend hingewiesen werden sollte ist, dass WD den Einsatz von Caviar Green EARS-Platten unter Linux explizit nicht unterstützt.

    Sprich: Man erhält keinen Support bei den bekannten LCC-Problemen, wenn man die Festplatten unter Linux einsetzt.
    Kling komisch. Ist aber so. (Siehe Forum Synology)
  • Anonymous , 20. Oktober 2010 11:37
    Wenn die mal zuverlässig läuft. Schon die alte 2GB-Variante machte bei mir erhebliche Probleme, 2 von 5 Platten wiesen keine Fehler auf.
  • seppjo , 20. Oktober 2010 11:42
    @Frame,
    2GB ? Das ist schon etwas länger her oder? :D 
  • derGhostrider , 20. Oktober 2010 13:53
    "Nicht Booten" -> Gilt das denn nicht nur, wenn man eine riesige Partition anlegt? Wäre das Problem nicht automatisch behoben, wenn die Boot-Partition kleiner als 2 TB ausfällt?

    Und seit wann wird "Stromverbrauch pro Kapazität" als entscheidend angesehen und nicht mehr "Stromverbrauch bei bestimmten Operationen" oder "Stromverbrauch pro Zeit", was doch durchaus über die laufenden Kosten entscheidet? Klar, sobald man zwei Platten durch eine neue ersetzt, ist die Argumentation nachvollziehbar, aber sonst?

    Von der neuen Platte bin ich bei den Diagrammen eher ein wenig enttäuscht. Dort stehen gruselige Zugriffszeiten beim Schreiben. 9ms wären top, 12ms ok, aber über 20ms? Ich weiß ja nicht so recht. Das ist als "Datengrab" akzeptabel, aber als Systemplatte sollte man vielleicht doch lieber die Finger von solch einem Monstrum lassen.
    So wie die Platte halt auch vom Hersteller gedacht ist: Ein Massenspeicher.
  • aarfy , 20. Oktober 2010 15:28
    derGhostrider"Nicht Booten" -> Gilt das denn nicht nur, wenn man eine riesige Partition anlegt? Wäre das Problem nicht automatisch behoben, wenn die Boot-Partition kleiner als 2 TB ausfällt?


    Nope der MBR ist ja das Problem - und der steht nicht in einer bestimmten Partition.. Somit sch.. egal wie du die partitionierst.
  • TGH1978 , 20. Oktober 2010 17:53

    Wenn man die Platte unbedingt auch fürs OS einsetzten will, bereitet das aus, den im Artikel schon erwähnten Gründen, natürlich eine Menge Schwierigkeiten... aber meiner Ansicht nach mach das sowieso keinen Sinn...

    So eine Platte dient ja wohl in erster Linie als "Datengrab" und wenn man das OS auf eine eigene Platte verlegt (welche auf Tempo und nicht Datenplatz ausgelegt ist) dann bleibt eigentlich nur noch die Problematik mit dem AHCI-Standard und das MBR | GPT Problem...
    Und das sind beides Dinge die man in den Griff bekommen kann...


    Ich finde die neue 3TB Platte von WD eine gute Sache, da ich denke, dass somit auch bald andere HDDs mit über 2TB Kapazität folgen werden und das so die MB Herstellern vielleicht endlich etwas unter "Druck" kommen damit sie von BIOS auf (U)EFI umstellen!


    Ich stand bereits vor über 3 Jahren das erste Mal vor der Problematik, dass ich eine Partition mit über 2TB hatte... seit damals habe ich 6x750GB HDDs mit Hilfe eins Gigabyte P35 Board in ein Raid 5 zusammengeschalten (das sind "Netto" 3492 GB) und bin von MBR auf GPT umgestiegen, brauchte einige zusätzliche Treiber usw. aber es ging...
    Als OS hatte ich auf einer eigenen schnellen Platte parallel Win XP 32 und Win XP 64 laufen...

    inzwischen habe ich als OS Platte einer SSD nachgerüstet auf der Win 7 x64 läuft und habe nach wie vor die 6x750GB die ich wohl bald mal gegen größere austausche...

    wahrscheinlich erstmal 4x2TB (also "Netto" 5588 GB) - dann kann ich in ein Jahr später bei Bedarf immer noch 2x2TB nachrüsten... schaue sowieso meistens das ich die Platten von verschiedenen Händlern kaufe... natürlich das gleiche Modell vom gleichen Hersteller... aber dadurch stammen sie aus verschiedenen Chargen, und wenn wirklich mal eine Charge eine Produktionsfehler hat, fallen einem dann nicht gleich alle Platten zugleich aus...


    Ich persönlich würde mir aber momentan trotzdem keine 3TB Platte kaufen - dann zb. schon eher 3x1,5TB und die über ein Raid 5 nützen...


    kommt preislich und Speicherplatz technisch aufs Gleiche - solange man sich mit einem aktuellen Borad fürs Raid begnügt (wie gesagt ich nütze noch ein P35 und das war nie ein Problem) und keinen eigenen Raidcontroller dazu kauft...

    natürlich darf man sich von dem Mainboard Raid kein Wunder erwarten, aber so schnell wie die Einzelplatte ist es alle mal noch und man hat zusätzlich eine gewisse Ausfall Sicherheit falls eine Platte kaputt geht...

    Möchte hier ausdrücklich darauf hinweisen, dass man ein Raidsystem nicht als vollwertiges Backup sehen darf !!!

    Aber es ist heutzutage halt doch so, dass einer der häufigsten Gründe von Datenverlusten nach wie vor defekte HDDs sind!
    ...und da hilft einem auch ein "simples" Mainboard Raid schon oft weiter, so das man "nur" eine neue Platte kaufen muss, und dann halt einen halben Tag lang das Raid wieder herstellt... ist für Firmen sicher nicht zumutbar - aber als Privatperson läuft das dann einfach über Nacht und paßt...

    Wichtige Daten sollten auch bei einem Raidsystem nach wie vor auf Scheiben und/oder (je nach Menge der Daten) auf externen Platten doppelt vorhanden sein !!!

    Ich persönlich habe alle Daten die ich am Raidsystem habe zusätzlich noch auf Externen Platten liegen (Übertragung per eSATA)... und zusätzlich die besonders wichtigen Daten - zb. Dokumente, Fotos, private Videos, usw. auf Scheibe früher DVD inzwischen BD...

    Ich hatte in den letzten 13-15 Jahren (früher hauptsächlich Seagate und später hauptsächlich Samsung Platten) alles in allen sicher schon 20 HDDs bei mir in Verwendung - immer gut gekühlt und mir sind davon trotzdem im Laufe der Zeit (teilweise auch erst nach mehreren Jahren Betrieb) insgesamt schon 3 Platten kaputt gegangen - habe Platten durschnittlich 3 Jahre in Verwendung (einzige Ausnahme war lange eine 18 GB SCSI Platte), bevor ich sie per Ebay verkaufe oder im Freundeskreis weiter gebe...

    Achja ich hatte dabei nie auch nur ein Byte Datenverlust! Und ich kann nur sagen, das seit ich Raidsysteme einsetzte (ca. seit 6-7 Jahren) die Wiederherstellung der Daten um einiges komfortabler wurde...

  • kaan , 21. Oktober 2010 07:13
    Kann TGH 1978 nur zustimmen.
    Bevor ich mir eine Platte einbaue mit 3 Terabyte nimm ich lieber 3 Platten mit 1 Terabyte und mach ein Netten Raid draus, schneller, sicherer und defekte Platten sind austauschbar ohne Datenverlust.

    Vor allem sind WD Platten nicht dafür bekannt ewig zu halten.
  • Anonymous , 21. Oktober 2010 10:04
    Wenn ich mal so 8-Jahre zurück denke, da wahr es unvorstellbar Festplatten mit einer Größe von 3-4TB zu produzieren. Die Entwicklung geht eben ihren Weg.
    In den nächsten Jahren wird die Scheibdichte der Magnetscheiben warscheinlich noch kompakter aber irgendwann ist Schluß dann geht nicht mehr an Dichte!
    Dann bleiben ja noch die ssD's und die werden in den nächsten Jahren ihre Kapazität verdoppeln oder auch verfünffachen! Bin mal darauf gespannt wie lange das dauert.
    Der Test kam gut an, Dank an die Schreiber! ;) 
  • Goldman , 21. Oktober 2010 10:48
    3 TB lässt noch auf sich warten, vom Preis kaum zu reden.
    ABer 2 TB von Samsung bekommt man schon für weniger als 79€ da sollte man zuschlagen. Auch die Leute mit Raid....
    Ich habe bisher noch nie eine Platte verloren und nutze kein Raid.
  • Levi88 , 21. Oktober 2010 12:38
    Ich auch nicht, auser 2 Seagates der Unbelehrbaren (nimm die nicht, doch der hat gesagt die sind so toll) und ner Menge Samsung HDDs.

    3,5" kannsde die 80€ auch gleich gegen die Wand schmeißen hat meiner Meinung nach den selben Effekt.
  • lrlr , 21. Oktober 2010 14:21
    @kaan

    totaler schmarn, wenn du 3*1TB nimmst ist es NICHT sicherer.. (ganz im gegenteil)
  • kaan , 21. Oktober 2010 15:18
    Solltest dich mal Informieren nur weil du irgendwas nicht kannst oder kennst ist es noch lange nicht möglich.

    Beim Raid mit 3x 1TB kannst du eine Defekte Platte austauschen und ersetzten. Die Daten werden wieder auf die neue Platte Syncronisiert.
    Datenverlust gibts keinen.

    Geht dir eine 3TB Platte flöten dann ist diese futsch inkl alle Daten.

    Was soll da schmarn sein?
  • Iceheart , 22. Oktober 2010 07:36
    Rein von der Entwicklung finde ich es einen tollen Schritt. Und wie hier schon mehrfach gesagt wurde bzw. auch im Artikel beschrieben, ist es höchste Zeit, dass die anderen Komponenten endlich ihren Status quo aufgeben und aktualisert werden, z.B. UEFI statt des betagten Bios'es, aktuelle Treiber vom Makrtführer etc.
  • Anonymous , 22. Oktober 2010 15:55
    Bei 3x 1TB im RAID 5 hast Du 2TB zum Nutzen, die 3. Platte ist zur sicherung verbraucht., Du brauchst also 4x 1 TB im RAID5 um 3 TB nutzbaren Speicher zu bekommen.
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