Kabellose PC-Steuerung mit Nintendo Wiimote

Wir bauen eine richtige Sensorbar für ganze 5 Euro

So eine Sensorbar ist weder geheimnisvoll, noch schwer nachzubauen. Mittlerweile sind auch diverse fertige Nachbauten zum Preis zwischen 8 und 30 Euro im Online-Handel erhältlich, aber viele getestete Produkte sind entweder wegen zu geringer Leistung oder kurzer Laufzeit für einen sinnvollen Betrieb nicht geeignet. Außerdem kann man einen Eigenbau den konkreten Belangen besser anpassen. Wir werden aufgrund der flexibleren Einsetzbarkeit eine schnurlose Sensorbar bauen, die nicht auf eine externe Stromversorgung angewiesen ist. Deshalb kommen auch nur zwei der vier möglichen Infrarot-Dioden zum Einsatz, um möglichst lange ohne Akkuwechsel auszukommen.

Material und Werkzeug:

  • 2 leistungsstarke Infrarot-Dioden, 1.3 Volt, mind. 100 mA
  • 1 bis 2 Batteriehalter
  • 1,2 Volt Akku(s), Größe AA (R6), 2000 bis 2700 mAh
  • 1 einfacher Ein-Aus-Kippschalter (optional)
  • Gehäuse, Draht, Lötkolben (25 Watt), Feinlot und Flachzange

Kostenpunkt unserer Sensorbar ohne Akkus: 4,92 Euro

Schaltplan ohne Vorwiderstand Schaltplan ohne Vorwiderstand

Die richtige LED:

Wir haben der Einfachheit halber für unser Projekt absichtlich Dioden mit 1.3 Volt Spannung ausgesucht, da wir diese Dioden gefahrlos auch ohne Vorwiderstand an den 1.2 Volt Akku direkt anschließen können. Außerdem sollte eine Leistung von mindestens 120  bis 200 mW erreicht werden, damit auch in großen Räumen bei entsprechenden Entfernungen noch eine sichere Erkennung gewährleistet ist. Die Dioden werden dabei parallel betrieben. Sollten andere Dioden oder Spannungsquellen genutzt werden, dann muss auf alle Fälle ein passender Vorwiderstand benutzt werden! Die Berechnung ist denkbar einfach, wenn Versorgungsspannung, Dioden-Spannung und der maximale Strom der Diode bekannt sind.

Widerstand = Spannung / Stromstärke

Benutzen wir beispielsweise die 5 Volt-Leitung des USB-Anschlusses, ergibt sich bei unseren LEDs eine Spannungsdifferenz von 3.7 Volt (5 Volt - 1.3 Volt). Da die Dioden einen Strom von maximal 100 mA vertragen ergibt sich folgende Rechnung

Widerstand = 3.7 Volt / 0.1 Ampére = 37 Ohm

Infrarot-LED, der lange Anschluss ist Plus Infrarot-LED, der lange Anschluss ist Plus

Achtung:

Beim Anlöten der Spannungszuführung an die LED müssen die zwei Anschlussfahnen mit einer Flachzange festgehalten werden, um die Wärme abzuführen. Das Kürzen der Anschlüsse sollte nur geübten Bastlern vorbehalten bleiben. Je niedriger der Schmelzpunkt des verwendeten Lötzinns und je niedriger die Leistung des Lötkolbens, umso sicherer ist die Anbringung der Lötstellen.

Passende Akkus:

Als Stromversorgung sollten ausschließlich Akkus verwendet werden, da die Laufzeit höher ist und außerdem Umwelt und Geldbeutel entlastet werden. Außerdem gestattet die etwas geringere Spannung den direkten Anschluss ohne Vorwiderstand. Wir haben in unserer Lösung zwei Akkus parallel geschaltet, um die Laufzeit zu verdoppeln. Da der Stromfluss und die Kapazität der Akkus bekannt sind, lässt sich auch die Laufzeit einfach berechnen:

Laufzeit = Speicherkapazität / Stromfluss

In unserem Beispiel mit zwei Akkus á 2700 mAh ergibt dies:

Laufzeit = 5400 mAh / 200 mA = 27 Stunden.

Zwei parallel geschaltete 2700 mAh Akkus im Batteriehalter  und der optionale, aber sinnvolle Schalter Zwei parallel geschaltete 2700 mAh Akkus im Batteriehalter und der optionale, aber sinnvolle Schalter

Im Prinzip ist es egal, welchen der Pole man mit einem Schalter versieht. Aber ein Schalter ist bequemer als das ständige Herausnehmen und Einsetzen der Akkus.

Gehäuse:

In diesem Fall gingen Funktion und Preis vor Schönheit, da das Ziel gesetzt wurde, billiger als die einfachsten fernöstlichen Ramschprodukte zu bleiben und trotzdem ordentlich Leistung zu erhalten. Weil die Grenze auf 5 Euro gesetzt wurde und eine fliegende Verdrahtung einfach nur hässlich aussieht, wurde eine einfache und billige Haushaltsbox verwendet.

Die fertige Sensorbar im Einsatz Die fertige Sensorbar im Einsatz

Der Abstand zwischen den LEDs sollte je nach Raum und Anwendungsort bzw. Abstand zwischen Wiimote und Sensorbar zwischen 28 cm (großer Raum oder Auditorium), 22 cm (normaler Wohnraum) oder 15 cm (PC-Arbeitsplatz am Schreibtisch) betragen. Hier haben wir zunächst experimentiert und uns dann im häuslichen Bereich für die 22 cm Lösung entschieden.

Da man letztendlich mit dem eigenen Auge nicht sieht, ob die Dioden richtig arbeiten, hilft ein kleiner Trick. Man kann mit einer Digitalkamera oder einem Foto-Handy leicht überprüfen, ob die LED arbeitet, da die Sensoren der Kamera auf das Infrarotlicht reagieren.

FunktionskontrolleFunktionskontrolle

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17 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Vor 1 Jahr bei YouTube gesehen...
    0
  • Ps.: Alles was ne WiiRemote kann, kann ne MX Air von Logitech auch :D
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  • Wirklich schönes Kompendium. Das hat mir viel Sucherei erspart. Gelungen ist auch der Abschnitt mit den Scripten. Lässt sich super für ein Whiteboard verwenden.

    @Vorredner:
    Anleitungen gibts seit Längerem. Aber nicht in komprimierter Form. Entweder fehlen die Erklärungen zu den Treibern oder die Scripte. Oder beides. Drehe mal die Air um die eigene Achse oder versuche das fette Teil ohne Schlaufe mindestens eine halbe Stunde als Whiteboard-Ersatz zu nutzen.
    0
  • @fruchtetee:
    Ich wusste gar nicht, dass Youtube auch Scripte und Bauanleitungen + Schaltpläne hostet. Oder hat da jemand den Artikel etwas gar nicht gelesen? ;)
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  • das Video von YouTube nutzt gibt alles Preis was man braucht:
    Software und "Baupläne"
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  • EDIT Maierbeer fettes Teil?
    Die ist kleiner wie son WiiTeil, und leichter!
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  • Ich hatte vor Kurzem mal eine MX Air zum Vergleich:

    Nachteile sind die insgesamt nur mickrigen 6 Zusatztasten (WiiMote 11), zum Spielen der meisten Spiele ist das nicht ausreichend. Außerdem sind einige Tasten fürs Gaming kaum sinnvoll zu benutzen. Ohne Daumentasten hat mich das echt nicht überzeugt.

    Man muss die Maus (fast 100g schwer), siehe Post von Maierbeer, wirklich ständig weglegen, wenn man sie nicht braucht (keine Schlaufe), sie besitzt auch keine auswechselbaren Akkus. Nach 8 Stunden war der eingebaute Akku schon fast leer. Und wer rennt schon mit einer Ladestation ins Auditorium? Natürlich ist die Wiimote etwas schwerer, aber man hält sie anders und kann durch die Schlaufe auch mal die Hand entlasten. Und die Wiimote gibts für unter 40€. Dazu ist sie robuster, besitzt eine Gummischlagschutz und man kann wenigstens die Akkus tauschen.

    Um Übrigens gings hier einfach nur mal darum, zu zeigen, wie es im Detail wirklich funktioniert. Und wie man es selbst richtig programmiert. Mit allen drei Achsen. Auch da hat die 2D-MX ein echtes Manko. Nur mal am Rande bemerkt...
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  • Sehr cooler Artikel. Thx :D
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  • wie zur hölle erkennt denn der pc die wiimote bzw die sendeleiste xD
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  • Wenn Du den Artikel liest, dann weißt Du es :D
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  • Ich bin gerade am Lesen und würde dem Autor echt zu gerne eins vor die Birne matschen ... kein Normalsterblicher kann mit "Bluesoliel" oder "Bluetooth-Stack" irgendwas anfangen. Könnt ihr keine deutschen Begriffe gebrauchen oder ne Erklärung dahinter hauen? Die Artikel sind teilweise echt mit Begriffen versehen, da kommt mir das kotzen.

    Ich habe doch kein Bock noch 10min auf Wikipedia oder sonstewo zuzubringen um zu gucken was Bluesoleil bitte sein soll -.^
    (zu mal es auf Wiki zu "Bluesoleil" nichts Erklärendes gibt!)
    -1
  • Quote:
    kein Normalsterblicher kann mit "Bluesoliel" oder "Bluetooth-Stack" irgendwas anfangen
    Unser Freund Google meldet vorlaut und exklusiv an erster Stelle:
    http://www.google.de/search?hl=de&q=Bluesoleil&btnG=Google-Suche&meta=&aq=f&oq=

    Das Wort Bluetooth-Stack findet man in der Windows-Hilfe (ja, die gibt es wirklich) und wiederum kostenlos bei Google:
    http://www.google.de/search?hl=de&q=Bluetooth-Stack&btnG=Suche&meta=

    Schaun wir mal auf den Text:
    Quote:
    ...Die Wiimote ist ein kabelloses Bluetooth-Gerät und kann deshalb über diese Schnittstelle leicht unter Windows XP oder Vista eingebunden werden... ... Wir haben uns dann aber letztendlich doch für den aktuellen Bluesoleil-Stack entschieden. Einerseits ist diese Software stabil und ausgereift und andererseits kann man sie auch für weitere Bluetoothgeräte fast immer konfliktfrei verwenden. Unsere folgenden Tests und Anleitungen basieren deshalb alle auf einer Verbindung über Bluesoleil 6.... Die kostenlose Testversion von Bluesoleil 6 reicht dafür völlig aus. ...Die Software kann direkt von der Herstellerseite geladen werden...
    Dazu folgt sogar noch ein Downloadlink.

    Manche Dinge und Produktnamen ergeben nun mal in der Übersetzung keinen Sinn. Oder starten Sie früh ihr Fenster Xanthippe Paula von Winzigweich, lesen danach gemütlich im Ausguck Ihre persönliche elektronische Post und ärgern sich wie immer über geschmackloses Frühstücksformfleisch? Bluesoleil ist und bleibt nun mal ein Eigenname einer Software, da kann der Autor auch nichts dran ändern. Und der Begriff Stack ist nicht schlimmer als Call-Center. Man kann auch nicht Blauzahnstapel schreiben - diesen Begriff werden Sie nicht mal bei Google finden.

    Man kann bestrebt sein, wie man will, bestimmte Sachen lassen sich nicht so einfach mit einer deutschen Entsprechung ersetzen. Wer sich für Technik interessiert, dem sollte der Erwerb von etwas Grundlagenwissen sicher keine Hürde darstellen, ich bin auch nur Autodidakt. Und wem die Technik und ein klein wenig Englisch schnuppe sind und der sich lieber an den fertig gedeckten Tisch setzt, dem sei emotionslos eine andere Lektüre empfohlen. Oder stürmen Sie in ein Auto-Forum und verlangen die exakte Erklärung des Verbrennungsmotors als Einleitung für jeden Post über irgendeine Modifikation am tiefer gelegten Golf?

    Übrigens:
    Matschen Sie mir ruhig eins vor die Birme. Toms Eisenwaren(laden) wirds überleben. Ich auch.
    2
  • Hihi ! :D
    Ich bin hauptberuflich Übersetzer und ärgere mich auch immer wieder über die starke Verbreitung der doch recht primitiven Sprache Englisch; ich arbeite seit vielen Jahren damit (Chefübersetzer verschiedener internationaler Agenturen mit Kunden wie IBM, Samsung, Philips, usw.) und kann mir ein Urteil durchaus erlauben. ;)

    Aber hier kann ich dem Autor nur beipflichten: Eigennamen (wie "BlueSoleil") DÜRFEN nicht übersetzt werden - aus einem "Herrn Jäger" wird auch in einer Übersetzung kein "Mr Hunter", der Begriff "Bluetooth-Stack" IST bereits eingedeutsch; durch den Bindestrich. "Bluetooth" ist der Eigenname einer Technologie, "Stack" ist ein IT-Ausdruck, der in diesem Kontext eine von "Stapel" leicht abweichende, ergänzende Bedeutung hat.
    Herr "FormatC" - wenn Sie sich schon einen ENGLISCHEN Namen geben (Sie nennen sich ja nicht "Laufwerk-C-Formatierung"), sollten Sie wenigstens fein stille schweigen: Denn das, was Sie kritisieren, ist kein allgemeines Verständnisproblem, das durch übermäßige Englischnutzung verursacht wird - es ist lediglich IHR mangelndes Wissen, das auch durch "Vor-die-Birne-matschen" nicht behoben würde, sofern Sie nicht Ihre eigene Birne dazu heranzögen, was mir durchaus empfehlenswert erscheint. ;)
    0
  • Lieber Gast J,

    vielleicht sollte man fairerweise dann auch zwischen einer Sprache (und der Verwendung derselben in einem Artikel) und einem Nicknamen unterscheiden? Letzteren verwende ich im Übrigen gleichermaßen für Publikationen und Software/Cheats im englisch-, deutsch und russischsprachigen Bereich. Es handelt sich völlig unkompliziert um einen schlichten Eigennamen, der letztendlich auf einem Kommandozeilen-Befehl basiert, welcher wiederum selbst auf einem normalen festlandchinesischen DOS-Rechner der gleiche sein sollte, wie auf dem 486er bei Liselotte Müller in Hintertupfingen. Als Übersetzer sollten Sie eigentlich über die Entstehung/Verwendung von Nicks und deren Eigendynamik Bescheid wissen.

    Sie pflichten einerseits dem Autor (mir) zu, und unterstellen dann FormatC (mir) mangelndes Wissen? Ich weiß zwar nicht, was man Ihnen heute früh heimlich in den Kaffee gekippt hat, aber mich würde schon mal interessieren, wie Sie mir diesen Widerspruch erklären. Ich schreibe seit über 10 Jahren Hilfen, Bedienungsanleitungen und technische Dokumentationen. Dabei bin ich mir des ständigen Spagats zwischen möglicher und unzweckmäßiger Eindeutschung technischer Begriffe durchaus bewusst. In jedem Fall ist für mich stets die angepeilte Zielgruppe der Maßstab dafür, was wie ersetzt bzw. gegebenenfalls sogar umschrieben werden muss. Wenn ich einen Artikel für eine Computerzeitschrift schreiben würde, die BILD im Namen trägt, dann würde ich sicher so schreiben, wie es unser gemeinsamer Freund SSense gut finden würde. Nur ist TH eben nicht jene geistig-technische Hausfrauenergänzungsnahrung, sondern hat eine völlig andere Zielgruppe. Und es langweilt selbige zu Tode, jedesmal beim Urschleim einsteigen zu müssen oder ständig fünf Seiten Glossar angehängt zu sehen.

    Kombinationslistenfeld oder Combo-Box? Optionsauswahlfeld oder Radio-Button, Befehlschaltfläche oder Button? Ich bin stets bemüht, die deutsche Entsprechung zu nutzen, so sie vorhanden ist und nicht wie eine Verballhornung klingt. Und man möge einem Programmierer verzeihen, wenn er Dinge ab und zu dann doch mal so nennt, wie sie weltweit nun mal genannt werden. Und wenn es der eigene Nick ist. Sie sollten nicht andere Leute per se für dumm klassifizieren, nur weil Sie deren Background nicht kennen.

    Quote:
    "FormatC" - wenn Sie sich schon einen ENGLISCHEN Namen geben (Sie nennen sich ja nicht "Laufwerk-C-Formatierung" ),
    Von einem professionellen Übersetzer hätte ich etwas mehr Sprachgefühl erwartet. Da es sich um einen (allgemein gebräuchlichen) Befehl handelt, müsste man es exakterweise mit "Formatiere Laufwerk C(!)" übersetzen. Wobei weder der Befehl format, noch das deutsche Substantiv Formatierung überhaupt englischen Ursprungs sind. Der liegt wohl eher beim lateinischen forma. Das nennt man dann gern auch Lehnwörter.

    Es ist fast 15 Jahre her, da hat eine große und global agierende Softwarefirma mit sehr viel Aufwand (und Kosten) versucht, eine objektorientierte Programmiersprache zum Großteil zu lokalisieren. Von der Objektbezeichnung bis hin zur Dokumentation. Sie ist damit grandios gescheitert. Wenn Sie es schaffen, eine medizinische Fachdokumentation in durchgängigem Klartext-Deutsch zu präsentieren, dann dürfen Sie mir gern eins an die Birne matschen. Bis dahin den Ball bitte etwas flacher halten.
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  • Der Witz war ja, dass man es für schlappe 5 Euro selbst hinbekommt. Und zwei getestete Leisten von der Reichweite her einfach durchgefallen sind..
    Ansonsten danke für die Blumen ;)
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  • @FormatC:

    Du, ich glaube die Kritik vom "Anonymer Nutzer 20/05/2009 07:59" war nicht für Dich bestimmt, sondern für "Ssense" gedacht. Zumindest liest es sich so.....er dachte wahrscheinlich, das der Nick darunter zum Posting gehört. ;-)

    Mein Senf dazu: Ssense... anstatt Leuten was vor die Birne zu matschen, sollten Sie sich um ihre ´Matschbirne´ kümmern.

    @FormatC: Sehr guter Bericht! Verständlich...mit Direktlinks zur Software... du müsstest schon vorbei kommen, und es persönlich Installieren, damit es noch besser ist *lach*

    Und Außerdem: Trotz vermeintliches Missverständnis zwischen "Anonym" und Dir.... Sauber zur Wehr gesetzt. Hat Spaß gemacht, das zu lesen.

    ....geschmackloses Frühstücksformfleisch.... *grins*

    Danke, und LG

    sagt: TripleSix
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