Datenquetschen: Vier Packprogramme im Vergleich

7-zip, WinRAR, WinZip oder der Exot MagicRAR? Wir haben drei sehr bekannte und ein eher weniger bekanntes Datenarchivierung-Tool ins Testlabor geschickt und deren Komprimierungsrate sowie Performance analysiert.

Beim Hantieren mit dem Rechner laufen Anwendern eher früher als später komprimierte Daten über den Weg. Software-Installationspakete, Bild- und Audio-Formate wie JPG und MP3 oder Videocodes wie H.264 setzen eine starke Komprimierung ein, um ihre Größe zu minimieren und dadurch Platz sowie Übertragungszeit zu sparen. Stärker in den Vordergrund rückt das Thema, wenn man selbst Dateien oder Ordner verwendet, die möglichst wenig Speicherkapazität beanspruchen sollen. Das kann zum Beispiel bei E-Mail-Anhängen der Fall sein, die eine bestimmte Größe nicht überschreiten dürfen. Dateien und Ordner zu packen kann sich auch lohnen, wenn man sie einfach nur archivieren will, wobei hier weniger die Zeit für das Komprimieren, sondern eine möglichst hohe Komprimierungsrate wichtig ist.

Für beide Aufgaben, die Komprimierung und Archivierung, gibt es Windows-Tools in Hülle und Fülle. Der Großteil dieser Programme kommt mit dem bekannten und wohl am weitesten verbreiteten Archivierungsformat ZIP zurecht und unterstützt weitere gängige wie 7z, RAR, CAB, ISO oder die bei Linux gebräuchlichen TAR oder GZIP.

Wir haben uns mit 7-Zip, WinRAR und WinZip drei der bekanntesten Packprogramme angeschaut, die nicht nur mit jeder Menge unterschiedlicher Formate zurechtkommen, sondern ihre Funktionen durch die Integration in den Windows Explorer auch genau dort anbieten, wo sie Anwender benötigen. Je nach Testkandidat kommen weitere Features dazu, so etwa bei WinZip, das in der aktuellen Version auch Social-Media- und Cloud-Funktionen bietet. Das hierzulande eher unbekannte MagicRAR rundet unser Testfeld ab.

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15 Kommentare
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  • Okay, Frage: Warum soll ich mir also ein WinRAR kaufen, wenn es 7-Zip besser und schneller kostenlos tut? Und was rauchen die Leute von MagicRAR eigentlich? Kein Multi-Thread, lahm und dann Kauf-Software... Von dem Stoff hätte ich auch gern was!
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  • FreeARC, eines des besten Packprogramme fehlt natürlich. Je nach Datentyp kann man problemlos bspw. Spiele vom 20 auf 8 GB runter komprimieren.

    Ich nutze selbst WinRAR (files < 3 GB), FreeARC (files > 3GB), NanoZip (Testzwecke), und natürlich 7zip (gut zum entpacken von Installern und executables). Alles Freeware bis auf WinRAR.
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  • Was für eine Demütigung!
    Danke für's Aufzeigen. :-)


    Der Unterschied zwischen den Diagrammen "Compression Ratio in %" und "Compression File Size in % of source data" wird nicht ganz deutlich. Für mich ist das das gleiche Diagramm, nur einmal von 0+x und einmal von 100-x ausgehend.

    Hinweis: Die Farben der Tools in den Balkendiagrammen wechseln zwischendurch. Das ist etwas verwirrend.
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  • @smackdown

    FreeARC komprimiert zwar extrem klein ist aber glaub ich sogar noch Beta und selbst wenn nicht mehr.... es ist sehr sehr langsam.
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  • Naja... irgendwie nicht überraschend.

    Jedoch hat mich das subtile Zertrampeln des "Exoten" beim Lesen sehr amüsiert. Aber ich kann verstehen, dass ihr diesen Pluspunkt im Fazit nicht erwähnt. :-D

    Trotzdem hättet ihr ruhig noch etwas auf die Datenrekonstruktionsfähigkeit der Programme/Formate eingehen können. Nicht jeder will um jeden Preis die höchste Kompression erreichen. Z.B. sind optische Medien ja hinreichend bekannt für ihre Fehleranfälligkeit. Ganz schlechte Idee, dort komprimierte Archive abzulegen, deren Fehlertoleranz gegen Null geht.
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  • @THGLeser:

    Das ist so nicht richtig. FreeARC und NanoZip liegen an der Pareto-Grenze bzw. dessen Optimums aus Kompression und Zeit. Siehe http://compressionratings.com/rating_sum.html zum Vergleich. Es ist damit nicht nur schnell sonder auch effektiv. Eine Beta ist die Software schon lange nicht mehr. Es gibt zwar Plugins/preproccesor die die Effektivität noch weiter steigern (SuperRep), aber dann kommt man wirklich in längere (De-)Kompressionszeiten. Wenn einem 40 von 100% nicht genug sind und man nur 25% Größe vom original haben möchte ist auch das möglich. Egal, schon wieder zu viel Kluggesch* von mir. Ich bin jetzt mal ruhig :wink:

    Edited:
    http://compressionratings.com/sort.cgi?rating_sum.full+13nr+e_old+
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  • @smackdown:

    evtl. hast du dich ein bisschen verklugsch*. Eine verlustfreie Kompression kann keine beliebige Kompressionsrate haben. Das kann man an kleinen Lehrbeispielen sehr einfach begreifen. ;)
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  • Letztens 42,6 MB von Audacity-Rohdateien (synthetische Klickspur) gepackt:
    WinZip (ultra): 1674 KB
    WinZip (normal): 1695 KB
    7-Zip (normal): 19 KB

    Und jetzt dieser Test... Wenn man so in Schranken verwiesen wird, wieso sollte man für WinZip und WinRAR zahlen? Eher sollte 7-Zip unterstützt werden mit ner kleinen Spende.
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  • 7-zip hat den besten Algorithmus, leider kann die GUI gerade mit WinRAR nicht mithalten. Auch ich finde es schade,dass ihr die vielen unbekannteren Tools nicht genommen habt. Mich wundert aber auch, wieso MagicRAR RAR benutzen darf?! (beim verpacken)
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  • @QuFu:
    "Begreifen" wie du so schön sagst muss ich überhaupt nichts. Wie ich meine Archivierungsprogramme nutze steht mir frei. Wenn ich nicht am Rechner arbeiten muss kann ich dies Software auch mit den Switches für maximale Kompression laufen lassen. FreeARC ist dann trotzdem den meisten Programmen überlegen, auch 7zip. Les dir das technical sheet auf comressionratings.com durch bevor du anderen Unwissenheit unterstellst, lebe lang und in Frieden ;)
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  • Ich habe vor Jahren umgestellt von WinRar (das ich wegen RAR Dateien angeschafft habe damals) auf 7zip und finde es besser als Winrar. Es sieht viel aufgeräumter und übersichtlicher aus, es ist schneller und es komprimiert besser. Damit gibts für mich genug gute Gründe bei 7zip zu bleiben, aber keine triftigen um zur kostenpflichtigen Konkurrenz zu wechseln. Ein weiterer schöner Beweis dafür, dass Open Source nicht schlechter sein muss als Kaufsoftware!
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  • hmm ich benutze seit jahren winRar. Es ist dann wohl mal Zeit 7Zip zu testen.
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  • Hmmm.... 7zip habe ich vor Jahren getestet. Es gab aber ein paar Schwächen und die Bedienung war im Vergleich zu WinRAR schrott. Daher bin ich zurück zu WinRAR. Sehe nun keinen Grund zu wechseln: Bei Zeit*Kompressionsrate liegt es gut im Rennen, die Bedienung ist super effizient.
    Was ich bei 7zip auch aus einigen der Graphen gelesen habe: Die beste Kompressionsrate gibt's nur im Schneckentempo und im nicht-sicher-austauschbarem-Format. Wenn ich Dateien verschicken will, dann muß es ZIP sein, einfach deswegen, da es der Gegenüber auch sicher öffnen können soll. Egal ob er nun WinZIP, WinRAR oder nur die in den Explorer integrierte entpack-Funktion hat.

    Ich werde sicherlich keinen Kunden wegen 10% Dateigröße mit "bitte installieren Sie Software X" nerven.

    Das ist halt auch etwas, was man bedenken sollte.
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  • @smackdown:

    wie du deine Programme nutzt, steht dir natürlich frei. Darauf wollte ich mit dem "Begreifen" auch gar nicht hinaus.

    Es steht dir allerdings nicht frei, den Kompressionsfaktor (verlustfrei) beliebig zu bestimmen. Die maximale Kompression wird durch die Beschaffenheit der Daten begrenzt. Wenn du -wie in deinem Beispiel angeführt- 25% vom Original haben möchtest, ist das schön für dich. Wenn aber die Menge der nichtkomprimierbaren Daten 27% beträgt, kannst du jedwedes Programm bedienen wie du willst, weniger als 27% wirst du nciht bekommen. Ist halt die Theorie zur Praxis. Und wenns in der Theorie schon nicht klappt...

    Bei verlustbehafteter Kompression sieht s natürlich wieder anders aus, aber das ist auch ein ganz anderes Thema.
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  • Mal abgesehen davon, es von den 4 getesteten Programmen einfach das beste ist, ist 7-Zip auch noch komplett kostenlos - selbst für Firmen!
    Wer da was anderes einsetzt, muss schon einen guten Grund haben - wer das Handling als Grund vorschiebt, ist nur zu faul, sich in eine andere GUI einzuarbeiten.

    Btw. ist 7-Zip 9.28 auch nur eine Beta-Version (die ich auf der HP nicht mal sehe) - die letzte offizielle Version ist noch immer 9.20.
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