Windows 8 zum Start mit Schnäppchenpreisen

Das neue Microsoft-Betriebssystem kündigt sich eigentlich schon vom ersten Moment der Entwicklung an. Bei keinem anderen Windows wurden so früh erste Einblicke gewährt - auch wenn diese (angeblich) nicht immer ganz freiwillig waren. Und schon seit Monaten rührt der Hersteller die Werbetrommel, wobei im Zentrum die Umstellung der Oberfläche vom klassischen Desktop hin zu Kacheln ist, die anfänglich unter dem Titel "Metro" angepreist wurden. Mit der neuen Oberfläche soll das Betriebssystem fit gemacht werden für eine Zukunft, in der der klassische Desktop-Rechner immer mehr an Bedeutung verliert.

Allerdings ist das auch einer der größten Kritikpunkte an Windows 8: Das System gefällt vor allem auf Tablets und Notebooks mit Touch-Bedienung. Auf klassischen Displays bremst die schicke Fassade die Nutzung teilweise.

Doch einen Misserfolg kann sich Microsoft nicht leisten. Schon im Juni wurden auf der Computex erste Geräte mit Windows 8 demonstriert. Ein Release Candidate sollte dann die Testwilligen überzeugen und im September konnte die Allgemeinheit das Betriebssystem auf schicken Tablets in die Hand nehmen. Nun verspricht der Hersteller, dass das System bis zum Jahresende auf mehr als 100 unterschiedlichen Rechnern in den Handel kommt - und will die anderen Nutzer zu einem möglichst schnellen Umstieg bewegen. Denn Windows 8 ist in der Pro-Version als Einführungsangebot noch bis zum 31. Januar 2013 schon für 29,99 Euro als Download erhältlich. Windows 7 Pro kostet aktuell noch etwa 120 Euro.

Der Preis spiegelt dabei zum einen aktuelle Entwicklungen wieder, denn wenn man immer mehr Dienste über eine Cloud ausführen kann verliert das Betriebssystem einen Teil seiner ursprünglichen Bedeutung. Auch wenn sich Googles Chrome OS nicht bei den Nutzern durchsetzen konnte, zeigt es doch wie wenig OS im Alltag benötigt wird. Zum anderen passt der Hersteller seine Preise endlich der Realität an. Selbst Apples aktuelles Mac OS X 10.8.2 kann bereits für 15,99 Euro im App Store bezogen werden.

Natürlich steckt in dem Windows-8-Preis auch die Befürchtung, dass das System ein Misserfolg - ähnlich wie Windows Vista - werden könnte. Und tatsächlich finden sich genügend kritische Stimmen, die dazu raten zunächst Windows 7 weiterzuverwenden. Denn Windows 8 ist ein Spagat, ein Betriebssystem das in zwei Welten funktionieren soll. Es soll auf einem klassischen Desktop-System genauso ankommen, wie auf einem schicken Tablet. Dass dieser Spagat gelingt, steht jedoch noch nicht fest.

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15 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Selbst wenn die Windows 8 verschenken würden kommt mir das Ding nicht auf meinen Rechner.... Ich bleib bei Windows 7 und warte auf das nächste BS...
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  • "... Selbst Apples aktuelles Mac OS X 10.8.2 kann bereits für 15,99 Euro im App Store bezogen werden..."
    Der Vergleich hinkt gar fürchterlich, da diese Software erstens ausschließlich auf teuer erkaufter Apple-Hadrware läuft und zweitens (auch) nur ein Update ist.
    Immerhin sind die Service-Packs von MS konstenlos, auch wenn man beobachten muss, dass es immer weniger werden.
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  • Win8 wird noch so ein "schnellschuss" wie ME seinerzeit...
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