Anmelden mit
Registrieren | Anmelden

Lenovo erwägt Kauf von RIM

Von , Kevin Parrish - Quelle: Bloomberg | B 0 kommentare

Lenovos CFO hat zugegeben, dass RIM als eine von vielen möglichen Akquisitionen für den PC-Hersteller in Betracht kommt

Bei einem Interview auf dem jährlichen Treffens des World Economy Forums in Davos gab Wong Wai Ming, CFO der Lenovo Group, Auskunft über die strategischen Pläne des PC-Herstellers. So werden momentan potentielle Übernahmekandidaten und strategische Partnerschaften geprüft. Darunter sei auch die Möglichkeit den Blackberry-Hersteller Research In Motion (RIM) zu kaufen um auf den Mobilmarkt besser aufgestellt zu sein.

"Wir schauen uns alle Gelegenheiten an -- RIM und viele andere", verriet Wong. "Wir werden nicht zögern, wenn sich die richtige Möglichkeit bietet, von der wir und unsere Anteilseigner profitieren können." 

Die Nachricht über eine mögliche Übernahme kommt nur wenige Tage vor dem offiziellen Start des neuen Blackberry-10-Betriebsystems am 30. Januar 2013. Dieser wird den meisten Einschätzungen zu Folge offenbaren, ob der mit Absatzproblemen kämpfende Smartphone-Hersteller wieder Marktanteile von Apple, Google und Samsung zurückgewinnen kann oder in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.

Zusammen mit dem neuen Betriebssystem wird RIM nächste Woche auch zwei Smartphones starten: Das Blackberry Z10 und das BlackBerry X10, wobei letzteres eine physische QWERTZ-Tastatur hat. Im Laufe des ersten Halbjahres werden dann noch vier weitere neue BlackBerry-Modelle erwartet.

RIM begann im letzten Jahr seine strategischen Optionen zu prüfen und wurde mehr und mehr zu einem Übernahmekandidaten für Firmen, die vor allem an der Marke BlackBerry und den dazugehörigen Services interessiert sind. Daher ist Lenovo nur eines von vielen Unternehmen, das in Anbetracht der sinkenden PC-Absätze ihr mobiles Portfolio durch RIM aufstocken will.

Bisher ist Lenovo im Bereich Smartphones nur in Asien tätig und hat weder in Europa noch in Nordamerika interessante Optionen in diesem Segment zu bieten. Daher wäre RIM eine ideale Ergänzung, um auch auf diesen Märkten Fuß zu fassen. Aufgrund der Größe einer solchen Transaktion müssten aber laut Blomberg zumindest auch die US-amerikanischen und kanadischen Behörden zustimmen. Da die BlackBerry-Servies aber auch von großen Unternehmen und auch Regierungsbehörden genutzt werden, könnte das aber noch zu einem Problem werden, denn schon beim Thema Huawei und ZTE zeigte sich die US-amerikanische Politik empfindlich, wenn Telekommunikations-Infrastrukturen in die Hände chinesischer Herstellern fallen sollen.

In sienem Interview merkte Wong an, dass RIMs Aktienkurs vor kurzem wieder in den zweistelligen Bereich angestiegen ist. Seit September 2012 hat sich der Wert der Anteile fast verdreifacht, was neben BlackBerry 10 wohl auch an den verschienen Übernahmegerüchte liegt. Nach Bekanntwerden von Lenovos Überlegungen stieg der Aktienkurs ein weiteres Mal deutlich an.

Kommentieren Es gibt 0 Kommentare.
Ihre Reaktion auf diesen Artikel