Intel Flash SSD X25-M: Bewegung für Massenmarkt?

In Anbetracht der Entwicklungen auf dem Flash SSD-Markt war es nur eine Frage der Zeit, bis sich Intel im Flash SSD-Bereich engagiert. Herkömmliche Festplatten geraten durch Flash-basierte Laufwerken allmählich in Bedrängnis, denn hinsichtlich ihrer Performance verlieren mechanische Laufwerke im Server-Segment an Boden. Flash-SSDs sind hier mittelfristig immer überlegen. Andererseits zählen am unteren Ende des Marktes vor allem Kosten und niedrige Leistungsaufnahme – auch hier punkten Flash-SSDs. Einzig der Mainstream blieb von dieser Entwicklung aufgrund noch nicht ausreichender Kapazitäten, immenser Kosten oder auch den nicht eingehaltenen Versprechen zahlreicher Hersteller von Flash-SSDs bezüglich Energiesparpotenzial bislang weitgehend verschont. Als Hersteller von Flash-Speicher hat Intel den Vorteil, ein eigenes Laufwerk inklusive Feinabstimmung entwickeln zu können – und Intel hat genau dies getan. Das X25-M ist ein Multi-Level-Cell Flash-Laufwerk (MLC), das es mit den besten Single-Level-Cell-Laufwerken (SLC) auf dem Markt aufnehmen kann.

Flash SSD – Fakten und Überblick

Bei einer Flash-SSD handelt es sich um ein Solid-State-Laufwerk, das vorteilhafterweise keine beweglichen Teile wie herkömmliche Festplatten besitzt. Infolgedessen sind Flash-Laufwerke sehr robust und potenziell auch weitaus effizienter. Zudem bieten diese Laufwerke beinahe verzögerungsfreien Zugriff auf Daten, während ein herkömmliches Laufwerk Arme über rotierende Speicherscheiben bewegen muss, um auf gewünschte Blöcke zugreifen zu können. Vor genau zwei Jahren haben wir uns die erste SSD auf Flash-Basis von Samsung. Dieses Laufwerk erreichte eine Übertragungsrate von 50 MB/s, was damals von Laufwerken im 2,5-Zoll-Format erreicht wurde - es nahm dabei aber gerade einmal die Hälfte der Leistung auf.

Intel will Festplatten durch Größe beschleunigen. Die Tabelle konzentriert sich aber vor allem auf Zugriffszeiten statt Durchsatz.

Die ersten wirklichen Produkte erreichten den Handel ein Jahr später und stammten von Sandisk, Samsung und Ridata. Weitere Hersteller folgten in den Monaten darauf mit ansprechender Performance und Effizienz – allerdings noch ohne herkömmliche Festplatten wirklich zu schlagen .

Mtron zählt zu den ersten Unternehmen, die eine Flash-SSD in den Handel schickten, die tatsächlich eine herkömmliche Festplatte alt aussehen lässt. Memoright folgte mit weiter gestiegener Performance und sorgte dafür, dass Flash-SSDs nun so positioniert wurden, dass sie gerade im Unternehmensbereich endgültig als Ersatz für klassische Festplatten taugen. Allerdings ist uns aufgefallen, dass die meisten Solid-State-Laufwerke auf Flash-Basis – obwohl sie schneller sind – mit wenigen Ausnahmen noch immer keine bessere Energieeffizienz bieten. In Zeiten, da Stromsparen und Energieeffizienz in aller Munde sind, ist das ein wichtiges Thema. In unserem letzten Artikel haben wir 14 Flash-SSD Produkte verglichen, konnten dabei aber lediglich die aktuelle Flash-SSD von Samsung empfehlen (wir auch von OCZ angeboten). Dieses Produkt verbindet hohe Performance mit herausragender Effizienz. Allerdings bleibt das Kosten-Problem weiterhin bestehen: Gute Flash SSD-Laufwerke waren und bleiben unerschwinglich teuer.

Intels Versprechen – 175-fach bessere Disk-Performance

Samsung tut sich gut daran, die Flash SSD-Pläne von Intel im Auge zu behalten.

Ende August gewährte Intel während des IDF in San Francisco einen Blick in die Flash-SSD-Roadmap und machte Angaben zu den wichtigsten Performance-Werten. Das Unternehmen berief sich auf einen möglichen, 175-fachen Performance-Zuwachs im Vergleich zu Festplatten, deren Leistungsfähigkeit in den vergangenen zehn Jahren vergleichsweise gering zugenommen hat. Dies bestätigen die Ergebnisse unseres Artikels Capacities Outran Performance (Englisch), den wir vor fast zwei Jahren veröffentlicht haben.

Diverse Schlagzeilen und News berichteten bereits über die Kennzahlen der neuen Laufwerke: Intel will eine Lesegeschwindigkeit von 250 MB/s bei 0,085 ms Zugriffszeit erreichen - und das bei gleichzeitig sehr niedriger Leistungsaufnahme. Für die Großen Spieler im Flash-Markt wie Samsung, Toshiba und Hynix (in dieser Reihenfolge) ist das zweifellos eine Kampfansage. Intel, hinter seinem Joint-Venture-Partner Micron auf dem fünften Platz, versucht durch seine Präsenz auf dem Speichermarkt das Kräftegleichgewicht zu eigenen Gunsten zu verschieben. Andere Unternehmen wie Hitachi, Seagate und Western Digital beobachten das Geschehen natürlich genau. Wollen wir doch mal sehen, wie Intel diesen umstrittenen Markt aufrütteln will.

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17 Kommentare
    Dein Kommentar
  • DHAmoKK
    Moin

    Ach, da sind noch weitere Fehler drin (auf Seite 1 ein "es" zuviel, auf einer der folgenden Seiten "Amplicikation", usw.), korrigiert wird hier ja nicht mehr.

    Aber die Leistungen des SSDs sind phänomenal. Ok, beim Schreiben sind andere Laufwerke schneller, aber der Lesedurchsatz schießt das eine odere andere RAID0 ab. Jetzt wünsche ich mir davon 3,5" Varianten mit 500GB zu einem vernünftigen Preis und ähnlicher Leistung. Vielleicht kann man den Schreibdurchsatz noch optimieren, dann wäre es das ideale Laufwerk.
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  • Anonymous
    seit wann gibt es "blindleistung" bei gleichstrom?
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  • Levi88
    Schätzungsweise ist Leistungsaufnahme im ausgeschaltetem Zustand gemeint.
    Was für mich bis jetzt immer gegen die MLC ging, ist ja das die random write Performance total in den Boden ging. Davon hab ich in dem Test nun nichts gefunden, oder hab ich da was übersehen?
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  • Anonymous
    ... seit dem wir nicht nur L1,L2 und L3 haben, sondern auch L4 und die in Hakenkreuzschaltung geschaltet werden *g* ;)
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  • trescher
    Quote:
    Jetzt betritt Intel mit seiner brandneuen X25-M den Markt der SSDs. Das SATA-II-Laufwerk im 2,5-Zoll-Formfaktor bietet 80 GByte Kapazität und kostet 595 US-Dollar – voraussichtlich zirka 450 Euro.
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  • Anonymous
    Es dauer nicht mehr lange und die Festplatte ist tot !
    Ich habe selbst schon seit dem Jahr 1998 mit einer Ramdisk gespielt,
    wenn man z.B. Archieve entpackt ist eine mechanische Festplatte einfach das Bottleneck. RAID ist auch keine gute Lösung da es Nachteile hat(Stromverbrauch und Ausfälle). Die heutigen Mehrkernsysteme werden einfach gar nicht ausgelastet, da sie auf die Platten warten müssen !
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  • derGhostrider
    Meine Güte! Den Bericht kann man sich ja kaum durchlesen!

    Erst heißt es:
    "Jedenfalls ist der DRAM-Puffer nicht dazu da, um die Performance zu steigern oder NCQ aus Leistungsgründen zu dienen."
    Und auf der nächsten Seite dann, daß er eben doch aus Leistungsgründen installiert wurde, was ja auch von vornherein klar war.

    Kaum weiter kommt dieser Satzklumpen um die Ecke:
    "Dabei handelt sich zwar nicht um das schnellste, allerdings trotzdem eines der schnellsten Flash-SSD-Laufwerke."
    Schlechtes und in diesem Fall auch ein komplett unangebrachtes Wortspiel.
    ", eines der schnellsten Flash-SSD-Laufwerke." hätte vollkommen gereicht. Außerdem ist es wohl schlechter Stil "allerdings" und "trotzdem" gleichzeitig zu verwenden.


    Dann werden SSDs plötzlich zum Neutrum: "..., das Samsung 64 GB SSD SATA-2 und das neue X25-M Flash-SSD von Intel entschieden."
    Vergleiche:
    SDD = Solid State Drive
    HDD = Hard Disk Drive

    Hmmm... warum sagt der ach-so-kluge Autor dann "das SSD", aber "die HDD" bzw "die Momentus"? Gerade die Endung -us macht doch jedem lateiner deutlich, daß es höchstwahrscheinlich ein Maskulinum sein muß. Dann müsste es "das HDD", "das Laufwerk", "das Festplattenlaufwerk", "die Festplatte" und "der Momentus" lauten. :-P

    Also, für uns Deutsche, eine Solid State 'Platte'. (Platte ist bei uns doch nur der Oberbegriff für nicht-optisches Speichermedium. "Laufwerk" ist aus heutiger Sicht ebenso falsch für SSDs, da sich nunmal nichts bewegt.

    Wer eisern für "das SSD" einsteht, der muß auch konseqent bleiben:
    Dann fordere ich natürlich die konsequente Korrektur aller anderen Artikel, in denen "die HDD" steht. Das müsste dann schließlich auch "das Festplattenlaufwerk", also "das HDD", heißen.
    Also bitte "die".

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    @trescher:
    Wenn die 595USD kosten sollen, dann würde ich mal ehr von 500 bis 550 Euro ausgehen. Wenn wir, wie so häufig, mal wieder die dummen sind, dann konnen die sogar für 600Euro (Listenpreis) zu uns.
    Marktpreise sind dann "hüben wie drüben" natürlich niedriger.

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    @hpcdragon:
    Totgesagte leben länger! Für gorßangelegte Datenspeicherung sehe ich noch immer Festplatten ganz weit vorn. 1,5TB für ~150Euro sind ein Wert, den SSDs noch lange nicht erreichen werden.
    Allerdings sind SSDs schon fast überfällig, da gebe ich Dir prinzipiell recht, aber erst jetzt sind sie in dieser Form (groß und schnell) bezahlbar produzierbar.

    BTW: Echtes RAID (R steht für REDUNDANT!) schützt vor einfachen Hardwaredefekten. RAID-0 ist nach der tatsächlichen Bedeutung der Abkürzung RAID also überhaupt kein solches.

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    So, nachdem ich hier nun meinen Senft zugegeben habe, geh ich pennen und überlege mir, ob ich für mein aufzubauendes RAID-6 fünf oder sechs 1TB Festplatten kaufen werde. Und wenn ich morgen aufstehe und SSDs mit 1TB und vergleichbarer Geschwindigkeit nur noch 120Euro kosten, dann nehme ich SSDs. ;)
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  • aarfy
    Das klingt doch erstmal gar nicht schlecht - wenn Intel jetzt noch die Kinderkrankheiten in den Griff bekommt und das Laufwerk zum derzeitigen Preis eines MLC's anderer Hersteller anbietet ist das sogut wie gekauft..
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  • Anonymous
    Die Frage ist doch wohl eher ob man das "1000TB" RAID überhaupt mit etwas "sinnvollem" füllen kann? Für mich reichen 400GB schon aus...
    Die andere Überlegung ist doch: Wo geht statistisch eher was kaputt, bei ein oder zwei SSD's oder 5-10 Festplatten ?
    Redundante Stromfresser mit einem Gewicht von ein paar Kilogramm werden sich bei dem Trend nach immer kleineren Geräten sicher nicht durchsetzen.
    Von der Geräuschkulisse mal ganz abgesehen...
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  • Anonymous
    Was mich mal interessieren würde. Muss man aufgrund dieser quasi nicht vorhandenen Zugriffszeiten die SSDs überhauptnoch defragmentieren ?
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  • Lord Nelson
    @DesideriusOne:
    Nein, muss man nicht. Sollte man lieber lassen, weil dadurch der Prozess, durch den die Daten gleichmäßig auf der SSD verteilt werden, gestört wird. Somit wird die Lebensdauer wahrscheinlioch sinken.
    (@Ghostrider: ja, ich sage DIE SSD und DIE HDD, weil "disc" übersetzt Diskette, Platte o.ä. heißt und somit eindeutig feminin ist. ;-))
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  • M1n1m3
    der puffer ist dafür da...wie schon im test erwähnt, das er die schreibvorgänge optimiert.
    puffer sammelt kleine schreibvorgänge solange bis ein block voll beschrieben werden kann. clever sag ich nur!
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  • DHAmoKK
    Moin

    @MESA69YIN
    Du hast es noch nicht ganz verstanden, lies dir nochmal Seite 5 Absatz "Write Aplifications" durch. Das Dateisystem hat damit nichts zu tun.
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  • M3IS3
    hi,
    im abschnitt "13 - Performance pro Watt: Streaming Reads" ist meiner meinung nach was mit den diagrammen komplett schief gegangen:
    intel hat einen I/O performance von 1335
    Samsung hat I/O performance von 681
    Intel brauch 1,65 Watt
    Samsung brauch 0,86 Watt
    übern Daumen schafft Intel die doppelte Leistung mit der doppelten Energie.
    ==> performace-pro-watt-verhältnis müsste ähnlich sein...
    THG errechnet aber was vollkommen anderes. genauer gesagt ca. das 10fache für intel. Welcher wert ist denn nun falsch?
    wenn die leistung pro watt falsch ist, dannn ist der daraus gezogene schluss ja auch murks.

    Gruß
    M3IS3
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  • DHAmoKK
    Moin

    @MESA69YIN
    Ich hab alle meine Platten auf NTFS formatiert, manche sogar mit 64k Blöcken, weil ich so große Daten habe :P

    Korrigiere mich, aber so wie ich das verstanden habe, ist der Puffer nur zum Schreiben gedacht, wenn weniger Daten zu schreiben sind, als die kleinste "physikalische" Blockgröße beim Flash Speicher.
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  • Anonymous
    Was ich nicht begreife, wieso nur noch die Samsung ein Konkurrent sein soll.
    Der angebliche Vergleichstest von 14 SSDs ist nicht zu finden.
    Aber ich habe einen Test von Memoright SSDs gefunden, die zeigen, dass sie allen anderen davonblasen. Die Aussage mit Samsung ist doch Schwachsinn, wenn man nicht allein auf den Verbrauch abstellt- und zunächst mal ist doch Geschwindigkeit das herausragende Kriterium, um dass es hier geht. Das mit dem Verbrauch ist doch hochinteressant, aber man könnte mal ausrechnen, wie lange es bei einer Privaterson dauert, bis sich 64 GB SSD für z.Z. durchschnittlich Tausend Doppelmark bei dem Kaufpreis in einer Stromrechnung amortisiert haben :-)
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  • Anonymous
    Ihr regt euch hier über die Rechtschreibfehler und Formfehler auf - einfach nur lachhaft. Wems nich passt, der kann sich ja beim Kiosk die Zeitschriften kaufen :P
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