Wenn jedes Grad zählt: Drei High-End-Kühler im Test

Im Artikel "High-End und Exoten: Kühler für Core i5 und i7" haben wir die Kühler CNPS10X Extreme des koreanischen Herstellers Zalman und den Prolimatech MegaShadow getestet. Beide Kühler konnten sich mit sehr guten Werten an die Spitze des damaligen Testfeldes setzen.

Beim Zalman-Kühler musste man jedoch eine vergleichsweise hohe Geräuschkulisse in Kauf nehmen und der Grundpreis des Prolimatech MegaShadow liegt mit 60 Euro zuzüglich Lüfter relativ hoch. Grund genug für uns, Prolimatechs Standardmodell Megahalems zu untersuchen, der immerhin etwa 15 Euro weniger Kostet als die Luxusausgabe MegaShadow. Auch Zalman hat nachgelegt und präsentiert mit dem CNPS 10X Quiet ein Schwestermodell zum CNPS 10X Extreme, das, wie der Name schon verspricht, geräuschärmer zu Werke gehen soll. 

Zu den beiden oben genannten Kandidaten gesellt sich hinsichtlich der Kühltechnik auch die neueste Errungenschaft aus dem Hause Noctua. Der österreichische Hersteller bietet seit gewisser Zeit das Kühlermodell NH-D14 an, das den Namen Flaggschiff alleine schon wegen seines Erscheinungsbildes verdient hat. Ob der Kühler hält, was das Auftreten verspricht, lesen Sie auf Seite 4 dieses Artikels. 

TDP: Unter 130 Watt geht nichts

Auch bei diesem Test setzen wir wieder auf unser bewährtes Testsystem, dessen Herz eine Intel Pentium D840 Extreme Edition CPU mit Smithfield-Kern bildet. Dieses Modell wurde in 90 nm Technologie gefertigt; der werksseitige CPU-Takt beträgt 3,2 GHz. Der TDP-Wert (Thermal Design Power) liegt bei 130 Watt und entspricht damit einem aktuellen Core i7 950 Prozessor. 

Im Gegensatz zu einer Core i7 CPU ist der Pentium D840 jedoch erheblich ineffizienter und wird dadurch überdurchschnittlich warm. Um die Kühler noch etwas weiter auszureizen haben wir die Pentium D840 Extreme Edition CPU ohne Anhebung der Spannung auf 3,6 GHz übertaktet.  Weitere Angaben zu unserem Testsystem finden sie auf Seite 5 dieses Artikels (Testkonfiguration und Kühlleistung). 

Folgt man den Intel Spezifikationen dann sollte die D840 Extreme Edition CPU unterhalb einer Temperatur von 69,9° C betrieben werden. Ein Ziel, das unsere Testkandidaten problemlos erreichten. Ob dieses Ziel zu Lasten der Geräuschentwicklung erreicht wurde, welche Besonderheiten beim Einbau zu beachten sind und wie man ein Kilo Metall auf einem Motherboard befestigt erfahren Sie auf den folgenden Seiten.

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13 Kommentare
    Dein Kommentar
  • Irgendwie fehlt mir ein Vergleich mit mehreren Referenzlüftermodellen.
    Da werden Drehzahlen und Lautstärken und Temps durcheinander geschmissen, dass es nur so raucht.
    Dann hätte man ruhig auch noch die Grafiken anderer Kühler mit einfügen können, den das einzige Fazit was der Test zieht ist, je mehr Blech desto besser. Super!
    Irgendwie vergehts mir bei dem Gedanken..
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  • Jetzt noch den Scythe Mugen rev. B und den EKL Alpenfön dazu dann wäre es ein wirklich guter test.
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  • Kann ich nix mit anfangen, Apfel und Birnen bunt gemischt ergibt nur Obstsalat und keinen tauglichen Test.
    Es kann doch nicht so schwierig sein, reine Kühlkörper mal eines Sammeltests zu unterziehen, bei dem eine handvoll Lüfter auf die Probanden geschnallt werden (bzw zwei, wo es möglich ist), die sich sowohl in Drehzahl als auch im Luftdurchsatz voneinander unterscheiden. Am Ende hat man dann vielleicht sogar Ergebnisse, die was taugen, im Gegensatz zu hier.
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  • Das ist ja ein komischer Test. Mal ganz abgesehen davon, daß die amerikanische Mutterseite von Toms Hardware einen ähnlichen Test gemacht hat, bei dem die Temperaturen des Noctua viel niedriger waren.

    Solange man die Kühler nicht alle mit dem gleichen Referenzlüfter auf unterschiedlichen Plattformen (AMD/Intel) in einem geschlossenen PC-Gehäuse vergleicht, ist auch keine objektive abschließende Meinung zur Kühlleistung möglich. Der Noctua kühlt z.B. AMD Systeme besser als der Prolimatech, weil er einen planen Kühlerboden hat und deshalb einen besseren Kontakt zwischen dem planen Heatspreader der AMD-CPU und dem Kühlerboden herstellt. Das macht in meinem AMD-System (Phenom 965 @ 4.1GHz) im direkten Vergleich der beiden Kühler mit den gleichen Noctua-Lüftern eine Temperaturverbesserung von 6 Grad weniger zugunsten des Noctua aus. Eine ähnlich gute Temperatur kann man mit dem Megahalems nur erreichen, wenn man dessen Kühlerboden nachträglich plant und und die konvexe Verformung begradigt.

    Leider werden bei den gängigen Kühlertests die Kühler aber meistens nur auf den Intel-Plattformen verglichen und diese Vergleiche lassen keine genauen Rückschlüsse auf die Kühlleistung bei AMD-Systemen zu.

    Und zum Preis des Noctua: würde man den Megahalems mit den gleichen hochwertigen Lüftern ausstatten (die alleine schon 40 Euro kosten) und den beim Megahalems nur optionalen AMD-Sockel AM3 Befestigungskit hinzurechnen, dann kostet der Megahalems über 100 Euro. Ergo ist der Noctua im Vergleich zum Prolimatech eher ein "Schnäppchen".

    Der Test hier ist auf jeden Fall von der Herangehensweise sehr fragwürdig in seinem Urteil über die Kühler und sollte nochmal überarbeitet werden.
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  • sollte man nicht die reine kühlleistung bei gleichen umgebungsvariablen testen, sprich identische lüfter verwenden. zugegeben das wird beim d-14 dank des 140er eher schwer(oder kann man den ausbauen?)

    es sollte die kühlleistung bei festgelegter Lüfter/Drehzahl Kombination für alle Kühlkörper durchgeführt werden, nur dann lässt sich die eigentliche kühlleistung vergleichen.
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  • Die Aussagekraft der Kühlertests hier auf THG ist leider äußerst beschränkt. Das hat mehrere Gründe:
    - keine einheitliche Testplattform (zugegebenermaßen schwierig, da viele Tests von den US-Kollegen übernommen werden)
    - keine Referenzlüfter
    - keine einheitlichen Testverfahren
    - keine Transparenz die Testbedingungen bzw -verfahren betreffend
    - keine verschiedenen Systemkonfigurationen (mehrere Durchgänge mit verschiedenen Lüftereinstellungen + evtl. CPUs mit unterschiedlichen TDPs)

    Neben der dann gegebenen Verwertbarkeit dieser Tests hätte man dann auch den Vorteil, dass man auch mal einzelne Kühler testen und die Ergebnisse in die besteheneden Charts eingliedern kann.

    Da der Aufwand eines solchen Testverfahrens aber deutlich höher ist und ein Test dann schon mal mehr als nur ne Stunde Zeit in Anspruch nimmt, wirds sowas hier wohl auch in Zukunft - trotz aller Anregungen - nicht geben.

    Da THG doch noch einen gewissen Ruf zu verlieren hat, sollte man solche Tests lieber gleich komplett verzichten - ganz oder gar nicht.
    So aber ist es schon beinahe beschämend, wieviel besser es so manch andere (deutlich kleinere) Seite anstellt.

    Grüße,
    Peter_Shaw
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  • "zugegeben das wird beim d-14 dank des 140er eher schwer(oder kann man den ausbauen?)"

    Beim Noctua läßt sich auch der mittlere Lüfter ganz leicht entfernen, der ist genau so mit Klemmbügeln befestigt, wie bei anderen Herstellern auch.

    Um ihn in meinem System (Full-Alu-Big-Tower Thermaltake TaiChi mit Frontlüfter und hinterem Hecklüfter, beide 120 mm @ 660 U/Min, Seasonic S12-II 600 Watt-Netzteil (Lüfter gegen Noctua ausgetauscht), Asus Crosshair 3, AMD Phenom 2 X4-965 C3 @ 4.1 GHz, 4GB Corsair XMS3, Gainward ATI 4870 1GB) mit dem Prolimatech zu vergleichen, habe ich z.B. den mittleren 140 mm Lüfter gegen einen normalen 120er Noctua Lüfter ausgetauscht, beim Prolimatech hatte ich danach genau die gleichen Lüfter verwendet, einen hinten einblasend, einen vorne die warme Luft aus dem Kühler saugend und zum hinteren Gehäuselüfter ausblasend (Lüftertyp: Noctua NF-P12-1300, beide Lüfter betrieben an einer Zalman Lüftersteuerung mit 1020 U/Min.).

    Und wie gesagt, 6 Grad Unterschied zugunsten des NH-D14 hauptsächlich aufgrund der für AMD-Verhältnisse ungünstig geformten Bodenplatte (ausgelesen mit Everest an der internen Temp-Diode der CPU nach einer Nacht Volllast aller 4 Kerne mit Prime 95, Raumtemperatur 22 Grad, geschlossenes Gehäuse, kein Cool&Quiet-Modus aktiv, Ergebnis: Megahalems 63 Grad, Noctua 57 Grad).

    Nachdem ich dann später die Bodenplatte des Megahalems mühevoll plangeschliffen hatte, hatte der Prolimatech nur noch 2 Grad Unterschied zum Noctua.

    Schon alleine wegen der auf verschiedene Systeme angepasste Bodenplatten der Kühler sind Tests auf Intel-Systemen ganz und gar nicht auf AMD-Systeme zu übertragen. Leider erwähnt das kein Tester so richtig, der Aufwand für einen Test an AMD-Sockeln ist wohl zu groß oder weils nicht der Marktführer ist nicht lohnend genug. Ich war jedenfalls damals nach dem Kauf des Megahalems enttäuscht, statt der überall angepriesenen besten Kühlleistung war er im Serienzustand schlechter als der vorher eingesetzte Scythe Orochi.
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  • hier sind ja genug kommentare die in meine richtung blasen, daher nur ein wiederholt gut gemeinter ratschlag an thg: wenn ihr schon nicht auf eure leser hören wollt, dann lasst es doch gleich sein. echt jetzt!
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  • das was bei solchen Teilen durchaus interessant ist, ist die Frage danach, ob der Turm auch in die Kiste paßt siehe dem beliebten IFX14.
    Der war seinerzeit auch Spitze, und das auch im Platzbedarf.
    Ein Wettbewerb unter diesen Teilen ist nur gut für den Markt.
    Die Preise sind ja durchaus herstellerfreundlich. Alublech und Kupferrohr ist etwas im Weltmarktpreis gestiegen, nichts desto
    trotz sind die aufgerufenen Preise für diese Teile leider immer noch unangemessen hoch!
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  • Was ich mich frage... vor ca. einem 3/4 Jahr gab es mal einen Test von Wärmeleitpasten. Da wurde die Coollaboratory Liquid Pro nicht mitgetestet sondern nur ein Pad von dieser Firma. Und zwar weil der verwendete Test-Kühler keine Bodenplatte sondern Direct-Touch-Heatpipes hatte. Das war inkompatibel zum Flüssigmetall, welches sich nicht mit den Alu-Zwischenräumen verträgt.

    Daher hatte ich nachgefragt, warum nicht einfach ein anderer Kühler für den Vergleichstest verwendet worden ist. Und ob die Direct-Touch-Heatpipes evtl. momentan deshalb "in" sind, weil es für die Hersteller einfacher und billiger zu bauen wäre. Antwort sinngemäß: nein, Bodenplatten sind out, DT-Heatpipes sind die Zukunft. Daher auch kein Test von Flüssigmetall, weil es eh nix bringt bzw. ein Kühler ohne Bodenplatte mit normaler Wärmeleitpaste sei viel besser als ein Kühler mit Bodenplatte und Liquid Pro.

    Jetzt frag ich mich: warum werden jetzt wieder verstärkt Kühler getestet, die alle eine massive Bodenplatte haben? Ist das jetzt ein Rückschritt seitens der Hersteller? Was ist denn jetzt besser?? Direct-Touch oder Bodenplatte?
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  • Auch mir fehlt viel an Informationen. Die schicken Grafiken nutzen wenig, wenn die Parameter fehlen wie Corespannung, Raumtemperatur, Taktfrequenz.

    Ich habe z.B. eine wunderbare Lösung für mich:
    Kühler: Boxed Kühler mit 2500 rpm abgeriegelt mit Speedfan, Raumtemp. 25 Grad , 965er @3,4 GHz auf 1,285V erreiche ich IDLE 33 Grad, Volllast nur 53 Grad. Reserven sind noch da, ohne das es nervig wird.
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  • Muss mich wieder wundern , wie hier die Werte zustande kommen. Laut anderen Seiten liegt der D14 vor dem Megahalems. Bisher ist dies die einzige von 5 Foren, die anderes berichten. Liegt dies einzig am Intel-System?
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  • Immer schön auf die Lüfter achten, man kann das nicht so einfach vergleichen.

    Ich habe den NH-D14 auch für mich privat getestet und letztendlich wieder entfernt. Mit einem Noiseblocker Multiframe M12SP ist der Megahalems einfach besser als der Riesenklops von NH-D14. Das macht nur ein paar klitzekleine Kelvin aus, aber wenn ich einen wesentlich leichteren Kühler mit etwas mehr Leistung haben kann? So viel mehr Masse für nichts? Failed.

    Quote:
    Liegt dies einzig am Intel-System?
    Nö, ich habe einen Phenom II X6 @4GHz. Megahalems + AM3 Retention-Kit + NB MF M12SP in einem Silversone Raven RV02. Und da ist der Proli besser, auch im Silent-Betrieb.
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