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Piledriver: Ein besserer Bulldozer

Trinity auf dem Desktop: Vorab-Test von AMDs A10-5800K, A8-5600K und A6-5400K
Von , Chris Angelini

Wie wir schon in unserem Launch-Artikel zum mobilen Trinity erwähnten, ist AMD bestrebt, die x86-Performance herunter zu spielen. Stattdessen verweist man auf den potentiellen Geschwindigkeitsgewinn durch das Auslagern von allgemeinen Berechnungen auf die leistungsfähige Grafikarchitektur. Das geht sogar so weit, dass die Firma selbst die CPU-Performance als „ausreichend“ (good enough) bezeichnet und argumentiert, dass all jene Anwendungen, die auf Nutzereingaben angewiesen sind, nicht von einer schnelleren CPU profitieren.

Das mag zu einem Teil schon stimmen, doch auch der andere Ansatz hat seinen Wert, denn Benchmarks, ob synthetisch oder praxisorientiert, können uns sofort das mögliche Performance-Delta zwischen Architekturen wir Ivy Bridge und Bulldozer aufzeigen.

Wie in den meisten Fällen liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Der überwiegende Teil unserer Benchmarksuite misst die Geschwindigkeit der x86-Kerne in praxisnahen Szenarien. Bei anderen Tests liegt der Schwerpunkt mehr auf der Grafikleistung. Zudem erweitern wir kontinuierlich unsere Testparcours um Benchmarks, die das nutzen können, was AMD „heterogeneous computing“ (also heterogene Rechenumgebungen) nennt. Dabei soll die Performance gesteigert werden, indem mehrere verfügbare Subsysteme gleichzeitig an einer Aufgabe arbeiten.

Fakt ist aber auch, dass x86-Kerne in der Welt der APUs (zumindest aktuell) Bürger erster Klasse sind – und es gibt eben doch eine Grenze, ab der die Performance nicht mehr „ausreichend“ ist. Nicht zuletzt deshalb blickt die Welt so gespannt auf die Piledriver Architektur und hofft auf Fortschritte gegenüber Bulldozer. Fangen wir also mit dem Generationenvergleich an.

Für diesen Test nahmen wir unseren A10-5800K, stellten seinen Takt auf 3,8 GHz und schalten sowohl Turbo Core als auch jegliche Stromsparfeatures aus, die den Chip heruntertakten könnten. Analog verfahren wir mit dem FX-8150: Takt auf 3,8 GHz, Turbo Core und Stromsparfunktionen aus. Indem wir nun einen Single-Threaded-Test wie iTunes durchführen, können wir die zusätzlichen Module/Kerne des Bulldozer-Prozessors ausblenden – wobei der wohl noch am ehesten von seinen 8 MB L3-Cache profitiert hätte. Wie dem auch sei – Piledriver ist mit der Audiokompression deutlich flinker fertig und rechnet pro Takt 15 Prozent schneller als Bulldozer.

Indem wir nun beim FX-8150 zwei der Bulldozer-Module deaktivieren, können wir auch eine Multi-Thread-Anwendung wie 3ds Max mit gleichen Ausgangsbedingungen – also zwei Modulen und vier Kernen - laufen lassen. Auch hier kann sich Piledriver etwa 15 Prozent vor Bulldozer setzen.

Ivy Bridge war bei gleichem Takt nur etwa 4 Prozent schneller als Sandy Bridge. Obwohl wir also ziemlich sicher sein können, dass ein FX-Prozessor auf Piledriver-Basis Intels neueste Ausgabe des  Core i7 nicht überrunden kann, wird er doch deutlich konkurrenzfähiger sein, als aktuelle Bulldozer-CPUs. Doch wo kommt diese zusätzliche Geschwindigkeit her? An einer niedrigeren Cache-Latenz kann es nicht liegen, denn laut Sandra hat sich zwischen Bulldozer und Piledriver nichts getan.

Was ihre Rolle in Trinity anbelangt, so werden unsere weiteren Benchmarks zeigen, dass die Piledriver-Architektur im Allgemeinen schneller als das Stars-Design der Llano-Generation ist, und zwar vor allem in Anwendungen, bei denen es auf Ganzzahlberechnungen ankommt. Verschiebt sich der Fokus allerdings auf Piledrivers Fließkommaeinheit, die Pro „Zwei-Kern“-Modul ja nur einmal vorhanden ist, stehen wiederum die Llano-APUs besser da – wenn meist auch nur minimal.

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