Acer Aspire Switch 10 im Test: 10,1 Zoll großes Convertible

Mit dem Asprie Switch 10 bringt Acer ein schickes, 10,1 Zoll großes Convertible mit Aluminiumgehäuse auf den Markt. Intel Atoms Z3745-Prozessor und zwei GByte RAM sollen für eine gute Kombination aus alltagstauglicher Leistung und Akkulaufzeit sorgen.

Einleitung

Ist es ein Tablet? Ein Laptop? Das Acer Aspire Switch 10 ist in Wahrheit beides und noch mehr: Dieses gutaussehende Windows 8-Convertible bietet mehrere Arbeitsmodi, ein erstaunlich schönes Display und jede Menge Leistungsfähigkeit zum Surfen, Mails checken und arbeiten. Aber sollte man wirklich zu diesem 10,1-Zoll-Hybriden wechseln?

Design

Der Switch 10 ist ein ansehnlicher Tablet-Notebook-Hybride. Der Aluminiumdeckel ist mit seiner leichten Schraffur und dem leicht erhobenem, diamantgeschliffenem Acer-Firmenlogo in der Mitte ansprechend, das Gerät selbst geradkantig mit leicht abgerundeten Ecken. Sehr überzeugend ist auch, dass die Scharniere nicht hinten am Gerät herausragen.

Das 25,7cm große Display ist von einer dicken schwarzen Einfassung umgeben, die wiederum von einem silbrigen Aluminiumstreifen umrahmt wird. Unterhalb des Bildschirms sind zwei Lautsprecher links und rechts vom dunkelgrauen Acer-Logo eingebaut.

Das 26,2 x 17,7 x 0,9 Zentimeter große Tablet allein ist mit  544 Gramm recht leicht. Wenn man allerdings die angedockte Tastatur mit einbezieht, springt das Gewicht auf 1,1 kg - das ist ungefähr so schwer wie das Asus Transformer Book T100, jedoch leichter als das Dell Venue 11 Pro (1,5 kg, 772 g ohne Tastatur). Der Lenovo Yoga 2 11, ein Convertible ohne abnehmbarem Bildschirm, wiegt 1,3 kg.

Display

Als im Trailer zu Expendables 3 ein riesiger Feuerball aus einem frisch zertrümmerten Haus nach oben wallte, fiel es schwer zu glauben, dass wir uns das Ganze auf einem mit 1366 x 768 Pixel auflösenden Display anschauten. Die Detailschärfe des 25,7 cm großen Bildschirms des Switch 10 ist derart gut, dass wir jedes einzelne Haar im Barte Kelsey Grammers und die riesigen Schläfenadern Sylvester Stallones ausmachen konnten.

Die Farbtiefe des Switch 10 beeindruckte mit sattem Rot und Orange neben tiefstem Schwarz ebenfalls enorm. Der Bildschirm zeigte satte Blautöne an, so dass jeder blauäugige Darsteller den Blick förmlich anzog. Der Seitenbetrachtungswinkel ist so groß, dass man ohne Farbverschlechterung fast neben dem Tablet sitzend alles erkennen kann.

Das Display des Switch 10 wurde mit dem Photometer mit leuchtenden 365 Lux Helligkeit gemessen - weit über dem Ultraportable-Durchschnitt von 264 Lux. Das Yoga 2 11 leuchtete mit 348 Lux Helligkeit an zweiter Stelle, das T100 mit 204 Lux als Dritter und das Venue 11 Pro gab nur schwache 174 Lux her.

Das Gerät wurde von Acer auch mit LumiFlex-Displaytechnik ausgestattet - praktisch für den Fall, dass man das Tablet zum Strand oder zum Park mitnehmen will. Diese liefert einen Extra-Farb-Boost und verhindert verwaschene Farben bei direkter Sonneneinstrahlung; allerdings können die verstärkten Farben in geschlossenen Räumen übersättigt wirken.

Unseren Messungen zufolge kann das Switch 10 63,5 Prozent des sRBG-Farbspektrums darstellen. Das Yoga 2 11 liegt mit 68 Prozent im Durchschnitt solcher Geräte und das Venue 11 Pro schnitt mit 95 Prozent wesentlich besser ab.

In Puncto Farbgenauigkeit - also beim Delta-E-Benchmark, wobei niedrigere Wert mehr Genauigkeit darstellen - schnitt das Switch 10 mit einer glatten Eins besser ab und schrammte nur knapp an der Höchstbewertung von 0 vorbei. Das ist natürlich wesentlich besser als der Kategoriendurchschnitt von 5,4; der Yoga 2 11 erzielte nur eine 6,6.

Der kapazitive Touchscreen verhielt sich bei unseren Tests sowohl genau als auch reaktionsfreudig: Das Ein- und Auszoomen genau so wie der Wechsel zwischen offenen Apps ging locker von der Hand.

Technische Daten

Acer Aspire Switch 10 SW5-012 FHD (NT.L4TEV.007)
Betriebssystem:
Microsoft Windows 8.1 (32 Bit)
Display:
10,1 Zoll, Full-HD (1366 x 768 px), IPS, LED-Backlight, Multitouch, spiegelnd
Prozessor:Intel Atom Z3745, 1,33 GHz, 4 Kerne
Grafikkarte:Intel HD Graphics
Arbeitsspeicher:
2 GByte, DDR3L
Festspeicher:
64 GByte Flash-Speicher
Eingabe:
abnehmbares Keyboard, Multi-Gesten-Touchpad
Kommunikation:
Gigabit-LAN, ac-WLAN (802.11b/g/n), Bluetooth 4.0
Anschlüsse:
1x micro HDMI, Audio, 1x USB 2.0, 1x MicroUSB
Extras:
microSD-Cardreader, Webcam (2,0 MP), Lichtsensor, Gyroskop, Beschleunigungssensor
Stromversorgung:
Netzteil, 18 Watt
Akku:
Lithium-Polymer, 5700 mAh, 2 Zellen
Software:
Acer Photo and Media, Acer Cloud, Acer Docs, Acer Remote File, Acer Quick Access
Abmessungen:
26,16 x 17,7 x 0,89 cm
Gewicht:
1,17 kg
Lieferumfang:
Netzteil & -kabel, Akku, Kurzanleitung, Garantiekarte
Garantie:
1 Jahr

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Design und Ausstattung

Audio

Bei unserem Audiotest (konstanter Ton bei einer Entfernung von ca. 60 cm) erreichten die vorwärtsmontierten Lautsprecher des Switch 10 den Ulraportable-Durchschnitt von 82 dB. Das Yoga 2 11 war mit 83 Dezibel nur unwesentlich lauter, das Venue 11 Pro mit 81 dB etwas leiser.

Problemlos füllte das Tablet unseren kleinen Testraum mit seiner guten Lautstärke aus. Der Ton ist dennoch auffällig flach, was sich beim Hören von "Let’s Groove" von Earth, Wind & Fire und "No Hands" von Waka Flaka bemerkbar machte.

Arbeitsmodi

Im Gegensatz zum mechanischen Verschluss zwischen Tablet und andockbarem Keyboard vieler Hybriden werden beim Switch 10 die zwei Teile mit Magneten zusammengehalten. Der daraus resultierende Laptop hält dadurch in der Praxis trotz starkem Rütteln zusammen, lässt sich dennoch mit Leichtigkeit wieder auseinandernehmen. Ähnlich wie viele verstellbare Hybriden - unter anderem auch Lenovos Yoga-Reihe - ermög-lichte der starke, aber flexible Zusammenhalt etliche Arbeitsmodi.

Außer Tablet- und Laptopmodus bietet der Switch 10 auch ein Präsentationsmodus; dazu muss man lediglich das Tabletstück auf dem Keyboard andersherum andocken. Man kann auch das Gerät im sogenannten Zeltmodus aufstellen, indem man das Gerät einfach auf den Kopf stellt.

Andockbare Tastatur mit Touchpad

Die Tasten der andockbaren Tastatur sind mittlerer Größe mit ausreichendem Abstand; die Enter-Taste könnte allerdings etwas größer sein.

Die Tasten haben einen Anschlag von zwei Millimetern, was durchaus innerhalb annehmbarer Parameter liegt, und benötigen volle 60 g Kraft zum Betätigen, also nach den gängigen Standards recht viel. Zusammen ergibt das einen festes, lebhaftes Feedback, mit der wir beim Tipp-Test von 60 Worte pro Minute hinbekamen, also etwas mehr als unser Durchschnitt von 55 Wörtern pro Minute. 

Das 9 x 5cm große Touchpad ist zum Navigieren von Websites und Dokumenten ausreichend groß. Die glatte Oberfläche lässt die Finger gleiten, so dass das Zoomen und Scrollen mit zwei Finger mitsamt diverser Windows-8-Gesten (z.B. der Aufruf des Charms-Menüs) mühelos von der Hand ging.

Kühlung

Nach 15-minütigem Streaming bei Hulu im Vollbildmodus erwärmten sich Touchpad und Tastaturunterseite auf 32° Celsius. Das ist schon merklich warm, dennoch unterhalb unserer Komfortgrenze von 35°. Zwischen G- und H-Taste war das Gerät mit 25° wesentlich kühler.

Webcam

Die integrierte Webcam nimmt Standbilder und Video mit einer Auf-lösung von 1920 x 1080 auf.

Wie man im Bild am neongrünen Headset und und dem grauen und braun-orangenen Live Science-Banner im Hintergrund sehen kann,  ergaben unsere Testfotos genaue, helle Farbwiedergabe; die Bildqualität leidet aber unglücklicherweise unter extremer Grobkörnigkeit.

Anschlüsse

Am Tablet-Stück des Switch 10 befinden sich Ports, Slots und Knöpfe; rechts ein mikro-USB- und ein mikro-HDMI-Port sowie microSD-Slot und Netzstromanschluss. Einschaltknopf sowie Lautstärkeregler befinden sich mit Kopfhörer- und Mikroanschluss auf der linken Seite. An der unteren Kante sind die beiden Docking-Ports und die Pins zum Anbringen des Keyboards.

Außerdem: Für den Fall, dass man eine Maus anbringen will, befindet sich auf der rechten Seite der Andocktastatur ein USB 2.0-Port.

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Performance

Performance

Der Acer Aspire Switch 10 kann - ausgestattet mit einem 1,33 GHz schnellen Intel Atom Z3745 und zwei Gigabyte RAM - mit anderen Tablets sowie Laptops mithalten. Beim gleichzeitigen vollständigen Systemscan und sechs geöffneten Tabs in Mozilla Firefox, Google Chrome und Internet Explorer streamten wir problemlos eine Episode von Attack on Titan bei Netflix.

Bei synthetischen Benchmarks wie PCMark 7 erzielte das Switch 10 ein Ergebnis von 2447 Punkten, wesentlich niedriger als durchschnittliche 4112 Punkte bei den Ultraportables. Das ist allerdings besser als das Ergebnis von 1865 Punkten des Lenovo IdeaPad Yoga 2 11 (2,16 GHz schneller Intel Pentium N3520) und das von 2338 Punkten des Asus Transformer Book T100 (1,33 GHz schneller Intel Atom Z3740). Geringfügig besser schnitt das Dell Venue 11 Pro (2,4 GHz schneller Intel Atom Z3770) mit einem Ergebnis von 2593 Punkten ab.

Zum Booten von Windows 8.1 benötigte das Switch 10 mit seiner 64 Gigabyte großen SSD dieselben 17 Sekunden wie das Yoga 2 11 (5400 U/min schnelle 500 GByte-HD) und das T100 (64 GByte großer Flash-Speicher) - sechs Sekunden langsamer als der Durchschnitt von 11 Sekunden. Das Venue 11 Pro mit seiner 64 Gigabyte großen SSD war mit 20 Sekunden Bootzeit deutlich langsamer.

Bei der Datenübertragung schickte der Hybride 4,97 Gigabyte Multimedia-Dateien in drei Minuten und 41 Sekunden durch die Leitung, was einer Geschwindigkeit von 23 MByte/s entspricht. Damit bewegt es sich etwas unterhalb der Geschwindigkeiten des T100 (25,3 MByte/s) sowie des Yoga 2 11 (38 MByte/s) und des Venue Pro 11 (40,7 MByte/s).

Beim Spreadsheet-Performance-Test des Switch 10 wurden 20.000 Namen und Adressen in 21 Minuten und drei Sekunden verarbeitet - deutlich langsamer als der Durchschnitt von 7:19 Minuten. Das T100 war mit 20:48 Minuten nur unwesentlich schneller. Das Yoga 2 11 schaffte die Aufgabe in 16:19 Minuten, das Venue 11 Pro in 15:46 Minuten.

Grafik

Zwar kann man mit dem Acer Aspire Switch 10 keinen Speedrun von Watch Dogs oder Metro: Last Night machen, aber HD-Videos und Bilder am überraschend scharfem Display anzuschauen geht einwandfrei.

Beim 3Dmark Ice Storm-Benchmark erzielte das Gerät ein Ergebnis von 17.836 Punkte, was noch unterhalb des Ultraportable-Durchschnitts von 27.574 Punkten liegt, was allerdings immer noch besser ist als die Ergebnise des Dell Venue 11 Pro (16.722 Punkte) und des Asus Transformer Book T100 (15.879 Punkte). Das beste Ergebniss erzielte der Lenovo IdeaPad Yoga 2 11 mit 21.364 Punkten.

Mit der Grafik auf Autodetect ergab der Switch 10 beim World of Warcraft-Test unspielbare 12 fps her - weit unter dem Durchschnittsergebnis von 27 fps. Der Venue 11 Pro erzielte nur unwesentlich bessere 14 fps, das T100 erzielte 19 fps und das Yoga 2 11 20 fps.

Akkulaufzeit

Bei unserem Akkutest (kontinuierliches Surfen über WLAN bei 100 Lumen Helligkeit) hielt der Akku sechs Stunden und 34 Minuten durch - erheblich kürzer als der Ultraportable-Durchschnitt von 8:03 Stunden, dennoch länger als das Ergebnis des Lenovo IdeaPad Yoga 2 11, das nur 5:19 Stunden durchhielt.

Das Dell Venue 11 Pro sowie das Asus Transformer Book T100 hielten bei einer älteren Version des Tests (kontinuierliches Surfen über wLAN bei 40 Prozent Bildschirmhelligkeit) jeweils 8:00 und 12:28 Stunden durch.

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Fazit

Software und Garantie

Das vorinstallierte Multimedia-Suite des Switch 10 ist zwar klein, aber dennoch brauchbar: Mit Acer Photo und Media lassen sich Multimedia-Dateien auf dem Gerät abspielen und mittels Acer Cloud mit anderen Geräten synchronisieren. Der Acer Video Player kommt mit allen Videos auf dem Gerät zurecht.

Eine Handvoll Produktivitätsanwendungen sind auch dabei, zum Beispiel Acer Docs: Mit diesem Programm können User Dokumente, Spreadsheets und PowerPoint-Präsentationen bearbeiten und darauf mit anderen Geräten über dem Cloud zugreifen. Acer Remote Files ermöglicht dafür den Cloud-Zugriff auf andere auf dem Notebook abgespeicherte Dateien. Um diese Dienste zu verwenden, muss man sich allerdings für ein kostenloses Cloud-Account registrieren.

Am meisten gefiel uns der Schnellzugriffs-App; damit kann man WLAN-, Bluetooth- und Anzeige-Optionen sowie die adaptive Helligkeitsanpassung einstellen sowie das Switch 10 direkt zum Desktop booten lassen.

Auf dem testgeräten unserer Laptop-Kollegen waren auch Drittanbieteranwendungen wie zum Beispiel Netflix, Kindle, StubleUpon, Spotify, Zinio Reader, Evernote Touch, Next Issue, Accuweather.com, eBay, Hulu Plus und ein Webportal zu Booking.com vorinstalliert.

Fazit

Die Trennlinie zwischen Notebooks und Tablets verwischt immer mehr, nicht zuletzt durch Geräte wie das Acer Aspire Switch 10. Für ca. 400 Euro bekommt man ein Gerät, das sich mit wenigen Handgriffen vom Laptop zum Tablet zum Präsentationsgerät und wieder zurück verwandelt.

Alles in allem aber bevorzugt unser Team aber das Asus Transformer Book T100 mit seinen längeren Akkulaufzeiten und auch das Dell Venue 11 Pro mit seinem größeren 1080p-Bildschirm ist unserer Meinung nach interessanter. Dennoch: Das Acer Switch 10 mag nicht das leistungsfähigste Gerät auf dem Markt sein, aber für leichtes Arbeiten und Multimedia-Anwendungen ist dieses Hybrid vielseitig - und mobil - nutzbar.

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