Acer Aspire V15 Nitro Black Edition im Test: Starkes Gaming-Notebook

Einleitung

Gaming-Notebooks sind nicht länger einfach nur ein Desktop-Ersatz. Acers aktuellste Gaming-Maschine, das Aspire V15 Nitro Black Edition, ist klein genug, um in jede Büchertasche zu passen, und stark genug für die Lieblingsspiele. Der 15,6-Zöller erhält außerdem Bonuspunkte für das 4K-Display und haufenweise Multimediasoftware. Jedoch stoppen die kurze Akkulaufzeit und die unkomfortable Tastatur den weiteren Höhenflug des Nitro Black.

Design

Der Deckel hat eine mattschwarze Oberfläche mit vertikalen Vertiefungen, die sich - wenn man mit den Fingernägeln darüber fährt - wie ein Waschbrett anfühlen. Das Nitro ist eines der typischen Geräte, wie man sie im Regal von Elektronikmärkten zuhauf findet: Es sieht nicht schlecht aus, hebt sich aber auch nicht aus der Masse ab. Der Hersteller schmückt das Gerät zusätzlich mit dem leuchtenden Chromscharnier und dem Acer Logo auf der Deckelmitte.

Ein Großteil der Handauflage und Tastaturumfassung ist mit einer Soft-Touch-Oberfläche in mattem Schwarz gehalten. Die Tastatur liegt leicht versenkt im hinteren Bereich der Innenseite und lässt dem schmalen Einschaltknopf ein wenig und dem recht großen Touchpad viel Platz.

Mit 2,2 Kilogramm Gewicht und Abmessungen von 38,9 x 25,7 x 2,4 Zentimetern ist das Nitro Black verhältnismäßig leicht für ein Gaming-Notebok und entspricht in etwa dem HP Omen mit 2,2 Kilogramm und 38,4 x 24,6 x 2,0 Zentimetern. Es ist jedenfalls deutlich handlicher als das klobige Lenovo Y70 Touch (2,55 Kilogramm und 38,6 x 26,7 x 2,3 Zentimeter), aber bei weitem nicht so kompakt wie das MSI GS60 Ghost (1,9 Kilogramm bei 39,1 x 26,6 x 2,0 Zentimeter)

Display

Der Bildschirm des Nitro Black ist nicht annähernd so hell wie farbenfroh. Auf der Plus-Seite ist das blickwinkelstabile 15,6-Zoll-Display mit der Full-HD-Auflösung von 1920 x 1020 Pixeln und solider Farbtreue zu verzeichnen. Beim Betrachten des "Interstellar"-Trailers leuchtete der Himmel in einem brillantem Blau - mal von der großen, wogenden Staubwolke abgesehen. Matthew McConaugheys Augen standen oft im Fokus und im Kontrast zu seiner braunen, wettergegerbten Haut. Das Display stellte sowohl die feinen Falten in seinem Raumanzug als auch die Falten und Furchen in seinem Gesicht sauber dar.

Beim Messen des Farbraums erreichte das Nitro Black 97,8 Prozent und lag damit über dem Durchschnitt dieser Klasse von 83,9 Prozent und dem Y70 Touch mit 87 Prozent. Es liegt nur knapp vor dem HP Omen und dem GS60 Ghost, die beide einen Wert von 98 Prozent erreichten.

Jedoch waren die Farben alles andere als genau. Beim Delta-E-Test erreichte das Nitro Black 10,5 und verfehlte das Optimum von 0 um Längen und den Durchschnitt dieser Klasse von 6. Das Omen war mit 10,1 nur leicht besser, wohingegen das Y70 Touch und das GS60 mit 2,7 und 2,9 im Normbereich lagen.

Das Display des Nitro Black mag hochauflösend sein, aber hell ist es nicht. Der Laptop schaffte auf der Helligkeitsskala nur einen Wert von 212 Nits und liegt damit weit unter dem Mainstream-Durchschnitt von 253.  Es ist aber immer noch deutlich heller als das Y70 mit mickrigen 190 Nits. Jedoch ist das nur ein Schatten der 269 Nits des Omen und der 299 Nits des Ghost.

Technische Daten

Acer Aspire V15 Nitro Black Edition (VN7-591G-757V)
Betriebssystem:
Microsoft Windows 8.1 (64 Bit)
Display:
15,6 Zoll, Full-HD (1920 x 1080 px), IPS, LED-Backlight, matt, 16:9
Prozessor:Intel Core i7-4710HQ, 2,5/3,5 GHz Basis-/Turbo-Takt, 4 Kerne/8 Threads (Hyper Threading)
Grafikkarte:Nvidia GeForce GTX 860M, 2 GByte GDDR5
Arbeitsspeicher:
16 GByte, DDR3
Festspeicher:
256 GByte SSD, 1 TByte HDD (5400 U/min)
Eingabe:
Backlight-Keyboard mit Nummernblock, Multi-Gesten-Touchpad
Kommunikation:
Gigabit-LAN, ac-WLAN (802.11ac/a/b/g/n), Bluetooth 4.0
Anschlüsse:
1x HDMI, Audio, 3x USB 3.0, 1x RJ45 (LAN)
Extras:
SD-Cardreader, Webcam (1,3 MP)
Stromversorgung:
Netzteil, 135 Watt
Akku:
Lithium-Ionen, 4605 mAh, 3 Zellen, bis zu 8,5 Stunden
Software:
Microsoft Office 2013 (Download-Link für 30 Tage Testversion), Acer Cloud, Acer Backup Manager, Acer
ePower Management, Acer Recovery Management, McAfee Internet Security Suite (Trial)
Abmessungen:
39,0 x 25,8 x 2,4 cm
Gewicht:
2,4 kg
Lieferumfang:
Netzteil & -kabel, Akku, Kurzanleitung, Garantiekarte
Garantie:
2 Jahre mit Pick up & Return

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Design und Ausstattung

Audio

Im Duett mit Dolbys Digital Plus-Software blasen die Lautsprecher des V15 Nitro Black die meisten Laptops in ihrer Gewichtsklasse weg. Der Laptop maß laute 97 Dezibel in unserem Audiotest und schlägt damit die durchschnittlichen 86 dB um Längen. Das Y50-70 und das GS60 Ghost erreichten 88 und 84 dB, während das Omen nur 78 dB schaffte.

Als die Autorin damit begann, in der Welt von Far Cry 4 herumzulaufen, bombardierte eine Kakophonie von Knurr-, Grunz- und Kreischlauten ihre Ohren - Folgen der ungezügelten Fauna des Spiels. Der relative Frieden und die relative Ruhe wurde von einem Stakkato von Gewehrschüssen und wilden Trommelschlägen unterbrochen, als ich einen Posten feindlicher Soldaten entdeckte. Ich zückte meinen Granatwerfer und ein naher Konvoi verschwand in einer riesigen Explosion.

Die Lautsprecher waren jedoch deutlich weniger beeindruckend, als ich mit ihnen Musik hörte: Bei Mark Ronsons "Uptown Funk" war das Schlagzeug etwas leiser als ich es mag und war nur schlecht herauszuhören.

Tastatur und Touchpad

Erst die gute Nachricht: Die große Tastatur des Nitro Black bietet mit viel Platz, einen vollständigen Ziffernblock und eine rote Hintergrundbeleuchtung. Jetzt zu den schlechten Nachrichten: Die benötigte Druckkraft von 55 Gramm ist nicht zu gering, aber die Tasten sind steif und haben nur einen kurzen Hubweg von 1,25 Millimetern, was unterhalb des akzeptablen Bereiches von 1,5 bis zwei Millimetern liegt.

Das Ergebnis war eine unkomfortable Tipperfahrung, bei der meine Finger durchgehend aufsetzten. Trotzdem schaffte ich im Ten Thumbs Typing-Programm 60 Wörter pro Minute und übertraf damit meine üblichen 55 Wörter pro Minute.

Das 10,8 x 7,6 Zentimeter große Touchpad reagiert schnell und funktioniert zuverlässig - inklusive Zwei-Finger-Scrollen, Drehen und den Windows 8.1-Gesten. Die unteren Ecken des Touchpads sind als rechte und linke Maustaste verwendbar, geben aber nur schlecht Feedback.

Hitze

Bei Alltagsnutzung bleibt das Aspire V15 kühl. Beim Spielbetrieb hingegen wird es an der Unterseite heiß. Nach 15-minütigem Full-Screen Streaming des Hulu-Videos maß ich am Touchpad und unter dem Gerät 23° bzw. 30,5° Celsius. Der Platz zwischen den Tasten G und H war mit 36° Celsius deutlich heißer und liegt damit knapp oberhalb der oberen Grenze des angenehmen Bereichs von bis zu 35° Celsius.

Richtig heiß wurde es beim Spielen von Far Cry 4: Nach 15 Minuten stieg die Temperatur des Touchpads auf 33° Celsius und der Raum zwischen den Tasten G und H auf knapp unter 37° Celsius. Die Mitte der Notebookunterseite erreichte fiebrige 38,3° Celsius.

Webcam

Die 720p-Webcam des Laptops verrichtet solide Arbeit beim Aufzeichnen von Farben: Im Bürolicht schimmerte das orangene Shirt der Autorin und das Rot im Schottenstoff-Shirt meines Kollegen leuchtete regelrecht. Die dunkle Hautfarbe der Autorin sah hingegen ausgewaschen aus und das Bild war digital verrauscht. Wer nach mehr Details für Video-Chats oder Podcasts sucht, sollte sich lieber nach einem anderen Gerät umsehen - oder ein externe Webcam nutzen.

Anschlüsse

Au der rechten Seite befinden sich neben HDMI, Gigabit Ethernet und Anschlüssen für ein Headset und den Netzstrom auch drei USB 3.0-Ports.

Auf der linken Seite liegt das Kensington-Lock und ein SD-Kartenleser in der vorderen Kante des Laptops.

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Performance

Spiele und Grafik

Wie die meisten leichtgewichtigen Notebooks, die wir in letzter Zeit getestet haben, integriert das Aspire V15 Nitro eine Nvidia GeForce GTX 860M mit zwei Gigabyte VRAM, was für 1080p völlig ausreicht.

In Far Cry 4 - 1080p mit hohen Details - erreichte das Nitro Black Edition immerhin 35 fps. Beim BioShock Infinite-Benchmark erreichte das Nitro Black durchschnittliche 43 Bilder pro Sekunde und blieb so über den Klassendurchschnitt von 35. fps. Das Lenovo Touch Y70, MSI GS60 Ghost und HP Omen, die auch eine GTX 860M an Bord haben, erreichten 35, 42 und 42 fps.

Das Nitro Black gerät beim anspruchsvollen Metro: Last Night ins Schwitzen, schafft aber dennoch 70 fps bei niedrigen Details und schlägt den Durchschnitt von 53 fps somit deutlich. Das Omen und das Y70 Touch schafften immerhin 66 bzw. 63 Bilder pro Sekunde, während das Ghost nur 53 Bilder pro Sekunde erreichte. Sobald die Einstellungen auf Hoch gestellt werden, ergibt sich eine Art Unentschieden: Das Nitro Black, das Y70 Touch und das Omen lieferten unspielbare 16 Bilder pro Sekunde, die nur noch von den 12 fps des Ghost unterboten wurden.

Beim 3DMark Firestrike Extreme schaffte das Nitro Black mit 1844 Punkten beinahe das Doppelte des Durchschnitts von 959. Das reichte, um sowohl das Y70 Touch (1809 Punkte) und das Ghost (1301 Punkte) zu schlagen. Das HP Omen hingegen lag mit 1855 Punkten knapp in Führung.

Im Prozessor des Notebooks ist außerdem eine Intel HD Graphics 4600 integriert ausgestattet, die bei weniger anspruchsvollen Aufgaben - beispielsweise Textverarbeitung oder das Anschauen von Videos - das Ruder übernimmt.

Leistung

Das Acer Aspire V15 Nitro Black Edition kann sich nicht nur in der Gaming-Arena behaupten, sondern zeigt dank seinem 2,5 GHz schnellen Intel Core i7 4710HQ und 16 Gigabyte RAM auch eine starke Gesamt-Performance. Das Laptop streamte eine Folge von The Awesomes im Vollbild, ohne ein Bild zu verschlucken, während ein vollständiger System-Scan mit acht offenen Reitern im Internet Explorer, Mozilla Firefox und Google Chrome lief.

Der Laptop machte auch im Geekbench 3 eine gute Figur und erzielte als Gesamtwertung 12.843 Punkte. Das HP Omen, das die gleiche CPU hat, schaffte 12.687 Punkte. Das Lenovo Y70 Touch und das MSI GS60 Ghost mit 2,4 GHz schnellem Intel i7-4700HQ lagen bei 12.748 bzw. 12.605 Punkten.

Beim Dateitransfertest machte das Nitro Black (256 GByte-SSD mit einer 1 TByte-HDD mit 5400 U/min) seinem Namen alle Ehre, indem es mit 203,6 MByte/s fast das Doppelte des Klassenstandards (109,2 MByte/s) schaffte. Das reichte allemal, um das Ghost (128 GByte-SSD mit einer 7200 U/min schnellen1 TByte-HDD) und das Y70 Touch (zwei 128 GByte-SSDs mit einer 1 TByte-HDD mit 5400 U/min) mit 91 bzw. 42 MByte/s in die Schranken zu weisen. Die 512 GByte-SSD des Omen setzte sich mit fantastischen 268 MByte/s jedoch an die Spitze.

Beim Open Office Spreadsheet Macro-Test glich das Nitro Black 20.000 Namen und Adressen innerhalb von 3 Minuten und 55 Sekunden ab. Das ist schneller als die durchschnittlichen 5:28 Minuten und die vom Y70 und Ghost benötigten 3:59 und 4:00 Minuten. Das Omen war mit 3:53 Minuten etwas schneller.

Akkulaufzeit

Natürlich ist das Acer Aspire V15 Nitro Black Edition tragbar, aber mit Sicherheit wird man sich damit nicht allzu weit vom Stromnetz entfernen. Während des Laptop Mag Battery-Tests, in dem das Notebook kontinuierlich über WLAN bei 100 Nits Helligkeit surfen sollte, hielt es zwei Stunden und 48 Minuten lang durch. Das liegt deutlich unter dem Durchschnitt von 6:30 Stunden.

Das Lenovo Y70 Touch schnitt mit 3:40 Stunden etwas besser ab, während das HP Omen immerhin 4:06 Stunden schaffte. Das MSI GS60 hielt mit 4:53 Stunden sogar noch länger durch.

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Fazit

Software und Garantie

Obwohl Acer primär Gamer anspricht, wurde unser Testgerät des Aspire V15 Nitro Black Edition bis zur Hutkrempe mit Multimedia- und Produktivitäts-Programmen vollgestopft. Für Fans von Google Docs hat Acer eine Reihe Cloud-basierter Programme zusammengestellt, um Microsofts Office-Software auf verschiedenen Geräten zu synchronisieren. abDocs erlaubt den Zugriff auf Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien, während abFiles Zugriff auf jede Datei des Notebooks gewährt - sogar über Mobilgeräte auf ZIP-Archive.

Acer hat seine Programme Clear.Fi-Software "Photo" und "Video" in "ab" umbenannt. Diese Programme sammeln immer noch alle Photos und Videos und ermöglichen den Zugriff darauf - sogar von verschiedenen Geräten aus.

Weitere mit Acer-Branding versehene Software sind die Diagnose-Programme Care Center, Recovery Management und Power Management. Die Firma hat auch Quick Access installiert, mit dem man die Bluetooth-, WLAN- und Netzwerkzugriffseinstellungen ein- bzw. auszuschalten kann.

Als Drittsoftware befand sich auf dem Testgerät unserer US-Kollegn Fresh Paint, Zinio, Evernote Touch, eBay, Booking.com, Amazon, Flipboard, Hulu Plus, Accuweather, Next Issue, ein Zeitschriften-Aggregator und Netflix. Auf dem Laptop ist auch Wild Tangent Games installiert, das einen ganzen Katalog an Casual-Spielen anbietet - was die meisten Käufer des V15 Nitro aber wahrscheinlich eher wenig interessieren wird.

Die Garantie des Acer Aspire V15 Nitro Black Edition deckt zwei Jahre ab und schließt einen Abholservice ein.

Fazit

Das Acer Aspire V15 Nitro Black Edition hat eine Menge zu bieten. Das Notebook punktet mit einer soliden Gesamtleistung und einer verblüffend lauten Tonwiedergabe in einem hübschen, wenn auch nicht einprägsamen Gehäuse. Man erhältt außerdem respektable Gaming-Leistung, solange man nicht mit höchsten Details spielen will. Allerdings installiert Acer viel zu viel Bloatware und die Akkulaufzeit ist für ein mobiles Gerät zu kurz.

Die Autorin jedenfalls würde eher noch etwas Geld drauflegen und ihr Geld in das MSI GS60 Ghost investieren. Für nur geringen Aufpreis bietet es eine komfortable Tastatur und längere Akkulaufzeit bei vergleichbarer Leistungsfähigkeit.

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