Acer Liquid Jade Z Plus: Leichtes 5"-Mittelklasse-Smartphone

Kamera & Fazit

Kamera mag Retro-Chic

Bei der Kamera will Acer mit der Mittelklasse-Konkurrenz Schritt halten und setzt beim Jade Z Plus auf der Rückseite auf einen Sensor, der Bilder mit einer Auflösung von 13 Megapixeln aufnimmt. Die Frontkamera zeichnet Selfie mit fünf Megapixeln auf.

Wirklich begeistern können die Kameras trotz der hohen Auflösungen jedoch nicht. Die Aufnahmen wirken auf den ersten Blick wie frühe Farbaufnahmen aus den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Helle und dunkle Stellen im Bild werden schnell überzeichnet, zudem fallen digitale Fragmente und Fehler direkt ins Auge. Die Aufnahmen tendieren schnell zu Unschärfen und auch die Kontraste sind nicht sonderlich hoch. 

Die Fähigkeiten der Kamera beim Vergrößern des Motivs sind ebenso begrenzt. Die Fotos geraten schon bei mittlerer Vergrößerung unscharf, Bilddetails verschwinden.

Auch die Videofunktion ist längst nicht über jeden Zweifel erhaben. Wird nur wenig an der Vergrößerungsfunktion gespielt, verliert das Motiv an Schärfe, mit wachsendem Zoom gerät die Aufnahme zu einem unscharfen Pixelbrei. Zudem kommt es zu recht großen Sprüngen durch die einzelnen Vergrößerungsstufen.

Acer Jade Z Plus Testvideo

Auch die Leistung des Frontsensors haut nicht gerade vom Hocker. Dies beginnt schon beim Seitenverhältnis: Obwohl die Kamera in der Gerätefront zumeist für Fotos verwendet wird, setzt der Hersteller auf ein Seitenverhältnis von 16:9, das bei Filmaufnahmen verwendet wird, und nicht auf das klassische 4:3-Format.

Bei der Bildqualität gibt es eine ganze Reihe von Konkurrenten, die zu besseren Ergebnissen kommen. Die mit dem Acer-Smartphone aufgenommenen Bilder sind vergleichsweise dunkel und schwächeln zudem bei der Schärfe von Details.

Fazit: Nicht geschüttelt, nicht gerührt

Beim Acer Jade Z Plus gibt es genau zwei Dinge die wirklich überzeugen: Das geringe Gewicht und der Prozessor. Das niedrige Kampfgewicht geht allerdings auch mit einer suboptimalen Verarbeitung einher und auch die verwendeten Materialen reißen nicht vom Hocker.

Dafür beeindruckt der Mediatek-Prozessor mit einer Leistung, die noch über der eines Qualcomm Snapdragon 615 liegt - dem leistungsfähigsten SoC, das Qualcomm derzeit für die Mittelklasse anbietet. An der Speicherausstattung gibt es keine Kritikpunkte, die nicht auch der Konkurrenz angelastet werden müssten.

Auch weitere Details sind wenig überzeugend. Dies beginnt beim Bildschirm: Ein derart dunkles Panel hat in einem modernen Smartphone nichts mehr zu suchen, schließlich sind auch im mittleren Preissegment durchschnittliche Leuchtdichten von mehr als 300 cd/m² zum Standard geworden. Auch die Kameratechnik kann mit Blick auf das, was eine ganze Reihe von anderen Klassenvertretern bieten, nicht wirklich überzeugen.

Insgesamt fehlt es dem Acer-Smartphone an dem, was allgemein hin als Leidenschaft verstanden wird, die in der Liebe zu den Kleinigkeiten sichtbar wird. Stattdessen bleibt das Gefühl, ein Smartphone in der Hand zu halten, das schon seit Ewigkeiten in dieser Form angeboten wird und dem Konzern größere Einnahmen durch eine billige Produktion verschaffen soll. Nutzer, die an dieser Stelle nicht ganz so rührselig sind, erhalten für 229 Euro einen seriösen Begleiter, der eine Leistung liefert, die an anderer Stellen nur selten für weniger als 250 Euro geboten wird.

Erstelle einen neuen Thread im Artikel-Forum über dieses Thema
Dieser Thread ist für Kommentare geschlossen
Noch keine Kommentare
Im Forum kommentieren
    Dein Kommentar