HomePlug-Adapter im Babyfon-Look
Nun sendet erstmals ein taiwanesischer Hersteller, hierzulande bekannt unter MSI-Computer , zwei HomePlug-Adapter in den Test. Beim Modell EC14H handelt es sich um ein Modell mit Ethernet-Anschluss in der Bauform eines Babyphons und der Größe: 113x65x45mm. Bestückt mit dem HomePlug-Chip INT51X soll der EC14H im Idealfall eine Bruttoübertragungsrate von 14 MBit/s erreichen. Alternativ bietet MCI-Computer auch HomePlug-Adapter mit USB-Anschluss an. Das Gerät genügt dem Netzwerk-Standard IEEE 802.3 (Ethernet) und dem HomePlug-Standard 1.0.1.

Unten Euro-, hinten Western-Stecker: Das HomePlug-Modul EC14H von MSI-Computer funkt Daten über das über 230-Volt-Wechselstromnetz.
Den Zugang zum "Äther im Stromkabel" stellt der EC14H über seinen Euro-Stecker her, die Netzwerkverbindung übernimmt ein Ethernet-Kabel, das an der RJ45-Buchse an der - je nach Montagerichtung - Unterseite des EC14H anzustecken ist und erfreulicherweise zum Lieferumfang zählt (Farbe_ blau, Länge: 1 Meter).
Im Inneren des EC14H findet sich eine Handvoll Elektronik, die drei Funktionen erfüllt:
galvanische Trennung der Netzwerk-Elektronik vom Stromnetz, Stromversorgung der Elektronik und Modulation und Demodulation der Daten auf den Stromleiter.
Das Innere des MSI-HomePlug-Adapters mit der Elektronik unter dem Abschirmblech, den beiden roten Stromversorgungskabeln und der Ethernet-Buchse am unteren Rand zeigt wenig Spektakuläres...

... bis man Sicherungsschraube der Platine entfernt und sie umdreht. Dann offenbart sie ein Modul, das das die eigentliche Arbeit verrichtet.
Für die mediengerechte Aufbereitung der per Ethernet-Kabel angelieferten Daten sorgt die kleine Flachbaugruppe, die den Intellon-HomePlug-Chip INT51X1A0 trägt. Er nutzt die aus dem WLAN-G und WLAN-A- Funk bekannte Modulationsmethode OFDM, um Datenpakete auf einen Kurzwellenträger aufzumodulieren, der die Stromleitung als Ausbreitungsmedium nutzt. (Vor Einsteins bahn brechender Spezieller Relativitätstheorie nannte man das Medium, in dem sich elektromagnetische Wellen ausbreiten, den Äther).

Das HomePlug-Modul trägt den Power-Line-Chip der Firma Intellon, der die Daten per OFDM auf Kurzwelle moduliert über das Stromnetz jagt.
In allen bisher von THG getesteten HomePlug-Adaptern arbeitet ein Chip der US-amerikanischen Firma Intellon , der aus Schicht 1 des OSI-Modells die Daten für den Transport über ein Medium - hier eben Stromkabel - aufbereitet. Der INT51X transferiert bei optimalen Bedingungen maximal 14 Megabit pro Sekunde, die in der Praxis bei einer Punkt-zu-Punkt-Verbindung ausreichen, um eine Payload, also eine Nutzdatenrate von 6 bis 8 MBit/s zu übermitteln.
Die mit diesem Chip bestückten EC14H-Module arbeiten als reine Ethernet-Bridges. Sie kommunizieren untereinander lediglich auf MAC-Ebene (Media Access Control) - die Netzwerk-Protokolle höherer OSI-Schichten wie TCP/IP kommen erst mit der Einbindung in ein (Netzwerk-) Betriebssystem ins Spiel.
Aber auch auf MAC-Ebene können nur solche Geräte nur dann miteinander kommunizieren, wenn sie mit dem gleichen Passwort versehen sind. Vorgegeben ist durch den Chip-Hersteller Intellon das Passwort "HomePlug", das für jeden an der Kommunikation beteiligten Adapter beim Setup geändert werden sollte - schon um der Gefahr zu entgehen, das eigene Netzwerk den Nachbarn oder gar Diensten offen zu legen. Das Passwort ist ein 56 Bit langer Schlüssel, der als NEC (Network Encryption Key) ein Netzwerksegment logisch absichert. Die MSI-die Geräte sind - wie auch die von uns bereits getesteten Stromnetzfunken von Devolo und Corinex - kompatibel zum Home-Plug-Standard in der Version 1.0.1 mit der Folge, dass sie sich sogar mit der Software des anderen Herstellers verwalten lassen.